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Politik, Ökonomie, digitale Öffentlichkeit

Dienstag | 19.09.2017

Beiträge von Ralf Schwartz

Das Ende des Bloggens – Blogs sind so 2004!?

Wired.com lehnt sich mit dieser These weit aus dem Fenster. Und hat auch ein bißchen recht. Kommerziellen Erfolg hat der durchschnittliche Blogger, der die Welt nicht neu erfindet oder gar kritisiert, sondern sie freundlich kommentiert. Wired beschreibt, daß Twitter, Flickr, Facebook, etc. mehr und bessere Möglichkeiten bieten, sich auszudrücken und auszutauschen als ein Blog, und ein Blog-Post inzwischen nahezu keine Chance mehr hat, gegen die Engadgets und Huffingtons dieser Welt anzustinken, wenn es um Rankings bei Technorati, etc. geht. Die Frage ist natürlich, ob es darum geht! Ich denke nein. Ich hoffe, nicht! EINZIGARTIGKEIT Persönlich bevorzuge ich Blogs, die elaboriert und auf spezielle Art ein Thema zu dem ihren machen. Ich brauche keine Blogs, die zum hundertsten Male die gleiche Handbewegung wie der Blog-Nachbar machen, um den Bodensatz des Internets hochzuladen und jetzt auch noch in ihrem Blog breitzutreten. DIE GRÖSSE, AUCH MAL ZU SCHWEIGEN Oft fehlt mir bei vielen Blogs die Bereitschaft – oder Größe – auch mal einen Tag einfach die Klappe zu halten und sich nicht in Rivva oder Blogmonitor an jeden noch so kommerziellen Mist anzuhängen, nur um dort im Ranking zu steigen. Umgekehrt habe ich öfter mal einen Post gesehen, den ich gerne in Rivva repräsentiert hätte, aber keiner schreibt drüber. DER WERT DER VIELFALT Sollte man also – entsprechend des Wired-Ratschlages – aufhören zu bloggen, nur weil man nicht in der Top 100 der Welt mitspielt? Nein, das wäre mehr als traurig. Die Blogosphäre braucht dringend mehr Vielfalt. Diese muss sich in Ruhe entfalten und organisch wachsen können. Sie muss leben, atmen, Neues inhalieren, sie muss sich entwickeln und wandeln können. Nur die Vielfalt garantiert kontinuierliche Evolution und ständige Innovation. Nur die Vielfalt garantiert Balance. Nur die Vielfalt ist Basis der Kreativität. Wir brauchen nicht noch mehr des immer selben. Wir brauchen nicht Me-Toos, sondern eigenständige Blogger-Universen und -Individuen! BLOGS ZU MARKEN MACHEN Der einzelne Blogger muß sein Thema in Ruhe finden können, er muß sich daran abarbeiten können. Er muß sich die Zeit nehmen und die Fehler erlauben dürfen, die notwendig sind auf seinem Wege zu einer Marke. Und ich meine Marke im besten Sinne: gleichbleibende Qualität, Einzigartigkeit, Innovation und Inspiration der Menschen, Vorbildcharakter, soziales Gewissen und Engagement, etc. Wie eine Marke eben denken und handeln sollte (nicht das, was wir immer noch von den sogenannten Beratern und Markenverantwortlichen hören – diese Zeiten sind längst vorbei). Mag sich furchtbar anhören, ist es aber nicht. Ist das beste, was einem passieren kann. Ich kann auch sagen, man müsse zu einer ausgeprägten Persönlichkeit reifen. Das Ziel einer Marke sollte nichts anderes sein. Die besten Marken sind es längst, andere werden es wohl nie (u.a. weil sie von ihren Managern benutzt und vergewaltigt werden). SAG ICH DOCH! Für ähnliche und mehr Facetten siehe bitte kopfzeiler.org: „Der Tod der deutschen Blogosphäre“ und anmutunddemut.de: „Blogs sind tot“. Sehr froh bin ich, dass ben_ in seinem Kommentar zum Tod der deutschen Blogosphäre noch auf ein wunderschönes Blog verweist: ruhepuls.ws. Denn das ist genau, was ich meine – und davon […] […]