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Politik, Ökonomie, digitale Öffentlichkeit

Donnerstag | 23.03.2017

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Name: Ulrike Langer
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Mitglied seit: 2009-04-13 20:24:30
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Über mich: Ulrike Langer, Jahrgang 1962, ist freie Medien- und Marketingjournalistin in Köln, befasst sich vor allem mit Themen rund um den digitalen Medienwandel und gehört zum Autorenteam der Journalistenfachzeitschrift mediummagazin. Sie war als Arthur F. Burns Fellow 1994 Reporterin bei der US-Tageszeitung ”The Oregonian" in Portland/Oregon.
 

Letzte Kommentare

Medienlinks zum Wochenstart: Nahsehen als unterschätztes Nichtmedium

Robin, ich habe „Rechteklau“ bewusst in Anführungszeichen gesetzt, weil ich nicht weiß, ob das Phänomen in Bezug auf journalistische Texte überhaupt ein Massenphänomen ist. Ich kenne jedenfalls keine Belege dafür, nur Behauptungen.

Natürlich möchte ich als Autorin auch nicht, dass meine Texte geklaut werden. Dass sie im Rahmen der von mir auf meinem Blog gewählten Creative Commons Lizenzen verbreitet werden, möchte ich schon. Diese Abstufungen kennt das Positionspapier gar nicht.

Was den Tauschwert der Rechte betrifft, weiß ich nicht, was Du damit meinst. Die meisten freien Journalisten können keinen Tauschhandel betreiben, wo man sich ungefähr in der Mitte der Vorstellungen trifft. Es gelten einseitig die Honorarsätze der Verlage. Wem die nicht passen, hat nur die Wahl eben nicht für diese Verlage zu schreiben.

Medienlinks zum Wochenstart: Nahsehen als unterschätztes Nichtmedium

Klar, einen völligen Antagonismus lese ich aber aus Matthias Text aus nicht heraus. Es gibt Interessensschnittmengen zwischen Autoren und Verlagen. Allerdings sind sie in Zeiten von Total-Buy-Out-Verträgen deutlich kleiner geworden. Welchen eventuellen „Rechteklau“ im Internet soll denn ein freier Autor noch beklagen, der ohnehin schon alle relevanten Rechte abtreten musste?

Kein Druck, kein Zwang - Wie liberal ist eine Leistungsschutz-Pauschalabgabe?

@ Robin
„Wer es nicht möchte, lässt es bleiben. Kein Druck, kein Zwang, keine Gebühr.“ Den Satz wollte ich mir eigentlich einrahmen. Schön, dass Du es schon getan hast.

Ver.di zum Leistungsschutzrecht: Freie Journalisten sind nur bedingt freigestellt

Ich habe nichts anderes erwartet. Ver.di und DJV lassen sich ihre Zustimmung zum Leistungsschutzrecht mit (eventuell) zu erwartenden Vorteilen für angestellte Redakteure erkaufen, denn das war und ist die Klientel, für die sie sich in erster Linie einsetzen. Dass für freie Journalisten bestenfalls ein Nullsummenspiel dabei herauskommt und andere Publizisten wie z.B. Übersetzer (laut Kommentar 2) wohl die Rechnung bezahlen sollen, sind für die klassischen Journalistengewerkschaften offenbar Kollateralschäden. Geschenkt – jede Gewerkschaft betreibt Klientelpolitik, oft auf Kosten anderer Berufsgruppen.

Was ich aber partout nicht verstehe, ist, dass freie Journalisten eine Gewerkschaftspolitik, die nicht in ihrem Interesse ist, auch noch mit ihren Beiträgen unterstützen…

Leute, den Presseausweis gibt es auch ohne Mitgliedschaft in einer Gewerkschaft. Und die meisten Journalisten brauchen ihn gar nicht. Ich habe in diesem Jahr darauf verzichtet und bisher nicht vermisst.

Strategischer Fatalismus

Eine schöne Verschwörungstheorie. Ja, so könnte es tatsächlich sein oder kommen. Noch glaubhafter würde die Theorie aber durch Belege. In welcher der drei Phasen befinden wir uns denn gerade? Verläuft die Front überhaupt geradlinig? Wo sind die Landungs- und Stützpunkte der unbekannten Landschaft Internet? Welche Mitspieler aus dem gegnerischen Lager wurden schon ruhiggestellt und abgefunden? Wie heißen die Kollaborateure? Welche Doppelagenten hast Du schon enttarnt? Oder sind diese Informationen zu brisant für dieses Blog?

"Leben im Schwarm" - die Videos

Streaming und jetzt schon die Videos – toller Service! Danke.

NDR-Rundfunkrat will Tagesschau.de im Drei-Stufen-Test durchwinken

Auf die Gefahr hin mich zu irren: Haben denn die Rundfunkräte schon mal einen Drei-Stufen-Test NICHT durchgewunken? Allein der WDR-Rundfunkrat hat dafür plädiert, mit der Entwicklung der Tagesschau-iPhone-App zu warten, bis der Drei-Stufen-Test für Tagesschau.de durch ist. Das hat sich ja jetzt wohl erledigt.

Diskussion 2. März: Ich hoffe auf eine Livestream-Übertragung hier bei Carta.

Welt Online: Verlegerkritische Passagen fehlen in Jeff Jarvis-Übersetzung

Jeff Jarvis hat sich jetzt selbst dazu geäußert. Tenor: Man habe ihm vorher gesagt, Kürzungen seien wahrscheinlich, aber er habe nicht gewusst, was und wo herausgekürzt wurde. Er freut sich, dass Welt Online / Welt Kompakt seinen Beitrag veröffentlicht hat, denn vorher lag das Thema wochenlang bei einer Redaktion eines anderen Verlags, bis es hieß, jetzt könne man das nicht mehr veröffentlichen.
Sein Kommentar im Wortlaut:
http://medialdigital.de/2009/11/13/was-jeff-jarvis-schreibt-und-was-die-welt-daraus-macht/

Warum sind Leser von Zeitungen sechs Mal so wertvoll wie Leser im Netz?

@martin
Interessant wäre es, wenn Sie den Unterschied in der Kontaktqualität näher erläutern und auch begründen würden.

Warum sind Leser von Zeitungen sechs Mal so wertvoll wie Leser im Netz?

Sie haben die zementierten Verhältnisse in der deutschen Medialandschaft gut beschrieben. Das Missverhältnis zwischen den TKP in Print und Online wird aber noch deutlicher, wenn Sie die Printleser mit der relevanteren Vergleichsgröße Unique Visitors in Beziehung setzen.

Was mir in Ihrer Analyse fehlt, ist der Einfluss von Google. Die Verlage haben sich ja nicht aus freien Stücken selbst die Preise für Werbung im Netz verdorben. In den ersten Jahren ging es darum, den Werbungtreibenden mit Lockangeboten die Scheu vor dem neuen unbekannten Medium zu nehmen. Und dann, als mit steigender Webnutzung und einem sich etablierenden Instrumentarium zur Erfolgsmessung die Preise eigentlich hätten anziehen müssen, kam Google mit seinem Angebot daher: Ihr zahlt nur dann, wenn auch jemand auf die Werbung klickt, sich also dafür interessiert. Plötzlich war für jeden offensichtlich, dass das nur jeder 50. bis 100. tut. Zur Imagebildung sind Google-Anzeigen zwar nicht besonders geeignet. Und die ebenfalls erfolgsbasierten Affiliate-Marketing-Programme halten nur einen Anteil von circa Online-Gesamtwerbemarkt. Die TKPs im Netz halten Sie aber trotzdem niedrig.

Ich könnte mir allerdings vorstellen, dass in der nächsten Zeit mehr akut bedrohte Printtitel lieber Springers Modell erfolgsbasierter Printwerbung ausprobieren, bevor sie gar keine Anzeigen mehr bekommen. ( http://www.turi2.de/2009/02/16/heute2-springer-verkauft-anzeigen-google-erfolgsbasis-5586780/ ) Falls das Modell eine kritische Masse erreicht, geraten auch die TKPs in Print unter Druck.

Journalisten vs. Blogger (Ein Kriegsbericht)

Interessant finde ich, dass der gleiche Beitrag bei Freischeiber mit einem ganz anderen Tenor diskutiert wird. Sind zwar nur 5 Kommentare bisher, aber alle sind der Meinung, dass die Journalistin grundsätzlich Recht hat. Es wurde sogar schon eine Content-Klau „Fahnder-Unit“ in Händen der Jouranlistenverbände angeregt.

Journalisten vs. Blogger (Ein Kriegsbericht)

@Harald
Sie haben mich missverstanden. Natürlich ist der Blogger nicht dafür verantwortlich, was andere jetzt an Emails schreiben. Es zeigt aber, dass es auch für ihn wohl nicht so schwer gewesen wäre, Frau Schweitzer per Email zu kontaktieren, wenn er es denn ernsthaft versucht hätte. Und nein: ein Drittel eines Textes kopieren, garniert mit wenigen eigenen Sätzen ist kein korrektes Zitieren. Aber was sollte ich zurückziehen? Das verstehe ich nicht.

Im übrigen habe ich nach einigen Kommentaren hier und bei Niggemeier, jetzt auch noch etwas eigenes zum Thema Journalisten versus Blogger gebloggt:
http://medialdigital.de/2009/10/30/blogger-und-journalisten-das-ewige-feindbild/

Journalisten vs. Blogger (Ein Kriegsbericht)

@Witttkewitz

Danke für Deine vermittelnde Position. Ich bin selbst bloggende Journalistin und kann mich in beide Seiten hineinversetzen. Weder möchte ich, dass jemand einfach ungefragt große Teile meiner Texte kopiert (man sollte sich ruhig mal den Blogbeitrag von Philipp ansehen – das ist kein Zitieren, was er da gemacht hat). Aber natürlich möchte ich als Bloggerin, wenn ich mal einen Fehler mache, auch nicht mit so einer irrsinnigen Forderung konfrontiert werden.

Ich denke trotzdem, dass der Blogger, der sich ins Unrecht gesetzt hat, sich hätte an die Autorin wenden sollen, bevor er die Öffentlichkeit suchte. Denn auch wenn sie mit Kanonen auf Spatzen geschossen hat: Sie hat sich sofort gemeldet, nachdem man sie offenbar über den Beitrag bei Spreeblick informiert hat und klargestellt, dass sie die Forderung zurückziehen will.

Man sollte sich auch ruhig mal anschauen, wie ein geifernder Blogger-Mob bei Spreeblick über Frau Schweitzer hergefallen ist, bis Johnny am frühen Nachmittag die Kommentare dichtgemacht hat. Bei Twitter und bei Stefan Niggemeier in den Kommentaren geht es aber weiter – einschließlich eines unverhohlenen Vorschlags mit Link (!), man könnte ja kollektiv ihr Buch bei Amazon mit den entsprechenden Bewertungen versehen. Das geht eindeutig zu weit! Beschimpfungen per Email bekommt sie auch – schon lustig, nachdem es dem Blogger eine Woche lang angeblich nicht gelungen ist, ihre Email-Adresse herauszufinden…

Diese Sache hätte niemals so hochgekocht werden dürfen. Das ist einfach nur widerlich und hat mit dem positiven Zusammenhalt der Blogosphäre in Fällen wie jüngst Jako und Jack Wolfskin nichts zu tun. Hier geht es nicht um einen kaltschnäuzig abmahnenden Konzern, sondern um eine freie Journalistin, die nach einschlägigen Erfahrungen ihre Urheberrechte zu verteidigt. Ich würde an ihrer Stelle zwar schleunigst vom hohen Ross runterkommen, denn das macht sie nicht sympathisch. Aber ist das ein Grund für ein solches Pogrom?

Journalisten vs. Blogger (Ein Kriegsbericht)

@ThomWeb

Eine Google-Suche nach ”Eva C. Schweitzer“ liefert schon als zweiten Treffer eine Berliner Nummer (Festnetz), einer Berliner Nummer (Handy), eine New Yorker Nummer (Festnetz) und ihre Email-Adresse. Und da soll sie eine Woche nirgendwo erreichbar gewesen sein? Und obendrein auch nicht über die Anwaltskanzlei, welche die Abmahnung verschickt hat?

Scheint mir nicht besonders schlüssig.

Journalisten vs. Blogger (Ein Kriegsbericht)

Ohne Eva Schweitzer persönlich zu kennen, verstehe ich ihre Haltung. Es ist wirklich mühselig nur mit Hilfe von Bordmitteln (Google) zu versuchen, geklaute Texte im Netz zu finden. Das schildert sie ja auch. Zur Klarstellung: Ich finde es nicht richtig, dass ein kleiner Blogger, der beim „Zitieren“ übers Ziel hinausgeschossen ist, 2000 Euro zahlen soll. Aber das war ja wohl auch gar nicht beabsichtigt. Deshalb ist dies hier auch kein Fall, der sich nahtlos in die jüngste Abmahnserie mit Jako und Jack Wolfskin einreiht. Die haben erst nachgegeben, als der öffentliche Druck zu groß wurde. Vermutlich auch nicht aus Einsicht.

Bei Eva Schweitzer ist hingegen ein Blogger in einem Schleppnetz hängengeblieben, dass sie über eine Agentur ausgelegt hat, um kommerzielle Contentklauer zu erwischen, z.B. Verlage. Ich finde – im Gegensatz zu meinem Vorkommentator hape daran nichts verwerflich – zumal sie den Sachverhalt schnell klargestellt hat. Es wäre aber sehr wohl Sache des Bloggers gewesen, sich nach Erhalt der Abmahnung erst einmal an Eva Schweitzer zu wenden, statt über Netzpolitik auf Aufregung zu setzen. Bei ihr hat sich der Blogger aber wohl bis heute nicht gemeldet, zumindest laut ihrem heutigen Blogpost in der taz.

Die Medienkrise ist auch eine Krise der kommerziellen Blogs

„Themengebiete umfassend abdecken“ – ich glaube, das können und sollten Einzelblogger nicht leisten – jedenfalls nicht auf Themengebieten, die keine einzigartige Nischen sind. Ich lese jedenfalls lieber auf verschiedenen Blogs weniger, dafür aber originäre Beiträge, als überall das Gleiche, weil jeder meint, das Thema in Gänze abdecken zu müssen. Und weil man das nicht schafft, schreibt man in eigenen Worten um, was andere schon gesagt haben.

Das ist übrigens etwas, was mich an meedia stört (wobei ich die Beiträge von Stefan Winterbauer ausdrücklich ausnehme). Da stehen manchmal bloß Wiedergaben aus anderen Blogs. Das geht über bloßes Zitieren weit hinaus, da der Anreiz entfällt, zur Originalquelle rüberzuklicken (die ja ohnehin in der Regel nur ganz unten verbrämt als „Die anderen schreiben“ genannt wird). Ich hatte selbst schon das Vergnügen mit einem bei mir abgeschriebenen Beitrag. So kann man natürlich auch auf werberelevante PI-Zahlen kommen.

Wenn Du Themenabdeckung nicht nur von großen Portalen, sondern auch von Blogs erwartest, fördert das das gleiche Verhalten, das wir bei Printwebsites zu Recht kritisieren: Zuviele Agenturmeldungen, zuviel Me-Too-Content. Außerdem braucht man als Nutzer ja nur auf Rivva nachzuschauen, um weitere relevante Beiträge zu gleichen Themen zu finden.

Zu Carta: „…ein Hybridmodell, das zwar Werbeeinnahmen generiert, bei dem aber die Vergütung allein nicht das Motiv für die Autoren sein kann.“
Dass es überhaupt eine Vergütung gibt, ist mir neu. Nach welchen Kriterien denn?

ACTA 2009: Internet auf dem Weg zur Informationsquelle Nummer Eins

Interessanterweise ist heute auch die TNS Emnid Studie mit diesem vollkommen anderen Kernsatz (laut Meldung bei W&V) veröffentlicht worden:
„91 Prozent der deutschen Bevölkerung mit Internetzugang informiert sich im Fernsehen über aktuelle Nachrichten. Für drei Viertel ist die klassische Tageszeitung Informationsquelle für das Weltgeschehen und mit deutlichem Abstand dienen Radio und Internet noch mehr als der Hälfte der Befragten als Informationsquelle.“
(http://www.wuv.de/nachrichten/medien/tns_emnid_noch_beziehen_die_deutschen_news_aus_tv_und_zeitung)

Das sind zwei parallele Welten. Ich fürchte, die meisten klassischen Medienhäuser tendieren dazu, sich solange an der konservativen Beschreibung der Mediennutzung von TNS Emnid zu orientieren, bis der Zug für sie abgefahren ist.

Der Tag, an dem ich aufhörte, die Frankfurter Rundschau ernstzunehmen

@Rolf Schaetzle,

Habe ich mich beim ersten Mal nicht deutlich genug ausgedrückt? Ich weiß nicht, für wen Herr Kocks sonst noch schreibt. Deshalb fällt Ihre Verschwörungstheorie in sich zusammen. Dreist finde ich, dass Sie Ihre Unterstellungen dennoch wiederholen.

@ Klaus Kocks,

Auf diesem Niveau würde ich mich ohnehin nicht weiter mit Ihnen auseinandersetzen.

Ansonsten plädiere ich dafür, zum eigentlichen Thema zurückzukehren. Solche Schattengefechte (zumal ohne Substanz) sind für Dritte einfach nur langweilig.

Der Tag, an dem ich aufhörte, die Frankfurter Rundschau ernstzunehmen

@Rolf Schaetzle

Ihre Unterstellung ist falsch. Mir war Klaus Kocks bis zum seinem Kommentar in der FR unbekannt und ich weiß nicht, für wen er sonst noch schreibt. Im übrigen habe ich als freie Journalistin mit Konkurrenzverhältnissen zwischen meinen Auftraggebern und den Wettbewerbern nichts zu tun. Das ist deren Sache, nicht meine.

@Klaus Kocks
Mich treibt wie Tausende anderer die Lust, im sozialen Netz meine Meinung zu äußern.

Der Tag, an dem ich aufhörte, die Frankfurter Rundschau ernstzunehmen

@Klaus Kocks
Nichts ist inkonsequent. Ich bin nach wie vor der Meinung, dass die FR Ihren grottenschlechten Kommentar hätte ablehnen oder Ihnen zur Bearbeitung hätte zurückgeben sollen. Da er aber nun mal so erschienen ist, sollten Sie wenigstens die Größe haben, sich mit den überwältigend negativen Reaktionen auseinandersetzen. Wenn kein Mut dazu gehört den FR-Kommentatoren zu begegnen, warum tun Sie es dann nicht? Ist das unter Ihrer Würde?

Der Tag, an dem ich aufhörte, die Frankfurter Rundschau ernstzunehmen

@Klaus Kocks

Und ich übersetze noch kurz „ein netter Erfolg“: Inzwischen 76 Kommentare bei der FR. Noch immer kein einziger darunter, der Ihnen zustimmt. Ich weiß, Sie sind nicht auf Zustimmung aus. Diese Haltung kann man durchaus vertreten. Dass Sie sich der Kritik der FR-Kommentatoren (größtenteils sachlich, übrigens) nicht stellen, zeigt aber auch, dass Sie Ihre Leser offenbar nicht ernst nehmen.

Davon abgesehen, freue ich mich ebenso wie Robin Meyer-Lucht, dass Sie immerhin hier die Debatte nicht scheuen.

Von Twitter lernen: Location Based News

Die Nutzung mobiler lokaler Daten ist in der Tat ein so naheliegendes Geschäftsfeld für Verlage, dass es verwundert, wie wenig bisher auf diesem Gebiet entwickelt wird. Bei Gesprächen mit Verlagsmanagern und Mobile-Experten bekomme ich immer zwei Gegenargumente zu hören.

1. Ja, es ist das nächste große Ding (vor allem die mobile lokale Suche), aber die kritische Masse reicht noch nicht aus. Die Nutzerzahlen für das mobile Internet sind immer noch zu gering. Es sind aber bundesweit immerhin schon über 6 Millionen Nutzer (laut Nielsen).
2. Man kommt aus Datenschutzgründen nicht an die Geodaten heran. Dieser Punkt leuchtet mir noch weniger ein: m.E. könnte man das über ein Opt-In Verfahren lösen. Nutzer kann kostenlos werbefinanzierte Applikation nutzen, erklärt sich im Gegenzug bereit, dass der Verlag und die kooperierenden Werbepartner seine Geodaten nutzen dürfen.

Der Tag, an dem ich aufhörte, die Frankfurter Rundschau ernstzunehmen

@decalcify

Moment – der Kocks-Text ist keine Glosse, der ist vollkommen ironiefrei und will ernstgenommen werden. Und an diesem Maßstab muss er sich auch messen lassen.

Zu Business-Punk: Ja, es gibt Geschichten auch außerhalb der Lokalteile, die bei Dumont nicht von einem Blatt zum nächsten durchgereicht werden. Es werden aber weniger.

Der Tag, an dem ich aufhörte, die Frankfurter Rundschau ernstzunehmen

@f.luebberding

Google ist Großverdiener im Netz, Spiegel Online ist mit werbefinanzierten journalistischen Inhalten profitabel, die Stiftung Warentest mit Paid Content. Diese Beispiele sind doch zur Genüge bekannt – Herr Kocks hat sie geflissentlich ignoriert, weil sie nicht in seine Stoßrichtung passen. Ich kenne keine konkreten Zahlen, aber auch die Abmahnmaschinerie, die sich um echte und vermeintliche Verletzungen Urheber-, Marken- und Handelsrechts im Netz „kümmert“, dürfte ein äußerst lukratives Marktsegment sein.

Und nebenbei: Auch bei einem regelmäßigen Kolumnisten kann eine Redaktion einen Text zurückweisen, wenn er zu schlecht ist.