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Politik, Ökonomie, digitale Öffentlichkeit

Samstag | 23.09.2017

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Zwischenbilanz zu Spitzers "DigitaleDemenz"

Dazu hauch irgendwie passend der Artikel in der heutigen NZZ am Sonntag zu den leeren Versprechungen der Neurowissenschaften

StreetView: Es gibt kein analoges Leben im Digitalen.

Das Problem liegt doch ganz woanders: Natürlich verändert sich die Gesellschaft zur Digitalen Gesellschaft, seit Jahren redet man in D – und nicht nur dort – von der Wissens- und Informationsgesellschaft – aber wie bereitet die politische Elite die Menschend darauf vor? Anstelle sich publikumswirksam auf ein (ausländisches) Unternehmen einzuschiesen, wäre eine sachliche Diskussion notwendig um das, was da in unseren Gesellschaften auf dem Weg zur Digitalen-, Wissen- und/ oder Informationsgesellschaft passiert.

Und wenn wir schon von Kontrollverlust unserer Daten sprechen, dann sollte man nicht Äpfel mit Haselnüssen vergleichen. Streetview stellt nicht-aktuelle Bilder ins Netz, kein Mensch weiss, ob sie 1 Woche, 1 Monat, 1 Jahr oder noch älter sind. Jedenfalls nicht aktuell!

Aber was ist mit der sekundenaktuellen Vorratsdatenspeicherung der Telekommunikationsdaten, den Daten aus zig Videoüberwachungen oder der Durchgriff der Finanzämter auf die Bankkonten deutscher Bürger? Und es ist der deutsche Staat, der illegal beschaffte Daten kauft und dazu benutzt, seine Bürger strafrechtlich zu verfolgen. Dagegen ist Streetview ja fast wie Mickey Mouse.

Wann fordert Frau Aigner hier ein Widerspruchsrecht ?

Deswegen ist IMHO das, was in D dort passiert – immerhin beschäftigen sich drei Minister mit dem Thema! – reiner Aktionismus und Populismus, geht am grundsätzlichen Problem vorbei und hat nichts mit verantwortungsbewusster Politik zu tun.