Carta

Politik, Ökonomie, digitale Öffentlichkeit

Montag | 25.09.2017

Benutzerprofil

Status:
Name: Christoph Kappes
Nickname: [email protected]
Mitglied seit: 2010-08-02 12:59:42
Website URL: http://twitter.com/ChristophKappes
Über mich:
 

Letzte Kommentare

Über Säue und Dörfer

@Wolfgang: Das ist keine Frage von „Netzöffentlichkeit“ vs „klassischer Öffentlichkeit“. Carta ist der beste Beweis: mit einer hohen Crossposting-Quote spiegelt Carta nicht die klassische, sondern die Netzöffentlichkeit.
Und der letzte Text zu Sarrazin (http://carta.info/52511/eine-frau-ihres-aussehens-eine-begegnung-mit-thilo-sarrazin/) war unterirdischer Betroffenheits“Journalismus“. Dass die Autorin zugleich Sido interviewt hat, ihm aber keine einzige kritische Frage stellt, hätte auffallen müssen. Eine Analyse war es jedenfalls nicht, sondern ein Thema ad hominem, was seit zwei Jahren wunderbar „funktioniert“. Sarrazin läuft immer, so auch hier.
Nein, das ist kein Plot „die“ gegen „wir“. Das ist ein systemischer Mechanismus einer Öffentlichkeit, die immer fragmentierter wird und zugleich lauter, weil sie immer weniger Erklärungen für die komplexer werdende Welt hat. Und weil sie nach Reichweitenmechanismen funktioniert. Die „klassischen“ aufgrund von Markt und Marktdruck, und die „Netzöffentlichkeit“, weil sie um Beachtung buhlt und nicht damit zufrieden ist, einfach nur qualitative Arbeit zu machen.

Apple in der Abofalle?

hier noch ein s. wie „siehe Uhrzeit“.

Apple in der Abofalle?

Vor allem die Endkundenperspektive: Apple schlaegt 43% für eine Leistung auf, die sonst maximal 20% kostet!
Endkunden wird das irgendwann auffallen, das sie die Zeche zahlen.

Die „Facebook-Revolution“ - Gedanken zum Einfluss des Internets auf politische Umbrüche

Die Replik von Kusanowksy (#24) ist interessant. Ich habe Schwierigkeiten, sie zu verstehen. Vermutlich liegt das daran, dass ich mich nicht als Systemtheoretiker sehe, sondern auch diese heilige Wissenschaft nur als Erkenntniswerkzeug nutze (Teil 4). Ausserdem war Menschen „im“ Web gemeint wie in einem Kommunikationsraum. Ausserdem wollte ich keineswegs sagen, dass wer Maschinen baut, nicht sozial handelt. Das Gegenteil sollte eigentlich über Technokraten gesagt sein.
Systemtheoretiker hier bitte mal „an die Front“.

Die „Facebook-Revolution“ - Gedanken zum Einfluss des Internets auf politische Umbrüche

@Mark793: Danke für das Kompliment am Ende.
Zwei Anmerkungen
1. In Ihrem F.A.Z.-Text heisst es „Die Politologin Cilja Harders von der Freien Universität Berlin hält es wegen des hohen Vernetzungsgrads der Demonstranten über Handys und soziale Netzwerke durchaus für angebracht, von „einer regelrechten Facebook-Revolution“ zu sprechen.“
In der Agenturmeldung heisst es: „Angesichts der Vernetzung zwischen den Demonstranten über soziale Online-Netzwerke und Handys sprach Harders von einer regelrechten «Facebook-Revolution».“
Ich habe ja geschrieben, dass auch ich drauf und dran war, das so hinzunehmen. Dann aber fiel mir auf: Wie kann mit Handys eine Facebook-Revolution entstehen – so viele Smartphones wird es doch in Ägypten nicht geben? Und: Warum zitiert dapd nur das Wort „Facebook-Revolution“ – und wo kommt das „regelrecht“ her?
Ich glaube, diese Agenturmeldung ist eine einzige journalistische Schlamperei. Sie hätte gar nicht erst in Publikationen geraten dürfen, weit vor Ihrem Posting, da war sie schon im Mediensystem und die Kuh schon auf dem Eis. Ich mache Ihnen da keinen Vorwurf.

2. In der Tat ist ja die Frage, was das Wort überhaupt meint. Man kann das mangels Semantik von X-Y-Zusammensetzungen auch wohlwollend verstehen: Es gibt ein Thema in der Luft, und dieses Thema dreht sich irgendwie um das Internet und die tunesischen/ägyptischen Bürgerbewegungen.
So hätte man Frau Prof. Harders verstehen können, und so war es auch gemeint.
Das „regelrecht“ hat dapd dort hineingeschmuggelt und dann noch allein dieses Wort zitiert.
Will sagen: Hätte man Frau Prof. Harders mit einem Dreizeiler zitiert, wäre alles gut gewesen. Das Problem ist erst in der medialen Wahrnehmung entstanden, erst durch Verkürzung, dann durch Pointierung („regelrecht“) und dann durch das polarisierende Abarbeiten.
Deswegen habe ich noch das Postscriptum angehängt: Nennt es einfach Facebook-Revolution und es weiss jeder mit dem Verstande eines Bären, was gemeint ist.

Die „Facebook-Revolution“ - Gedanken zum Einfluss des Internets auf politische Umbrüche

@all: Danke für die Blumen.

Vielleicht hilft es, die Diskussion ein bisschen zu strukturieren:
Mich selbst beschaeftigen immer noch drei Fragen:

– Fehlen bei den 37 Merkmalen wesentliche? Kann man sie besser strukturieren?
– Wie sehen Soziologen und Politologen den Systemansatz hier? Ich habe mich ein bisschen von Luhmanns „Pol.Soz.“ leiten lassen, bin aber kein Profi.
– Ist das „Feder oder Schwert“ reloaded, wie gerade @sebaso twittert?

Ansonsten: her mit der Kritik ;-)
Gruesse aus dem ICE.

Netzneutralität: Die zehn Mythen der Debatte – und warum sie konkreter werden muss

Danke, sehr gute Darstellung der Probleme der Diskussion!

Vielleicht noch zwei Aspekte, die es nicht einfacher machen:

1. Neue Kostentragungsregeln zu Lasten einiger Inhalte-Anbieter sowie der Kauf von „Vorfahrt“ führen zu Verschiebungen in den Preisstrukturen, deren Auswirkungen meines Wissens noch niemand wirklich analysiert hat. Auch in der Bewertung tue ich mich schwer: Einerseits hätte ich keine Bedenken, die Kosten für HD-Video zu verteuern, denn heute sind DVDs mit Filmen auch nicht umsonst. Andererseits kann es, wenn der Trend zur Flatrate ungebrochen bleibt, zur Umlage von Mehrkosten auf alle Haushalte kommen, so dass der Zugang auch für finanziell Schwache teurer wird. Mir scheinen hier sozialpolitische Fragen an der Netzneutralität dranzuhängen, die mal jemand herunterdeklinieren sollte.

2. Eine Differenzierung von Services (Argument der „Contra“-Netzneutralität – was auch immer das ist) ist eine dogmatische Überspitzung, bei der ich Zweifel habe, ob sie in zehn Jahren noch brauchbar ist, weil alle Medien im digitalen Raum konvergieren. Beispiel: Wo ist die Grenze, wenn Inhalteanbieter Videos anbieten – eine 45-Minuten-Doku auf SpON ist doch kein abwegiger Fall. Was passiert, wenn Facebook den seit 2009 angekündigten Video-Chat einbaut – ist das dann teurer? Die Diskussion ist mir zu dogmatisch.

3. Nebenbemerkung: Nicht immer nur auf Google gucken. Bei 0.facebook.com gibt es ein Parallelphänomen, die Vereinbarung von kostenlosem Zugang mit Telkos.

@Jens: Bitte versuch doch mal, ganz präzise aufzuschreiben, wo welche Probleme entstehen. Ich habe den Eindruck, dass viele im Web diskutieren, was niemand ernsthaft für erlaubt hält, insbesondere ist inhaltliche Diskriminierung doch heute schon verboten.

Google StreetView: Die Angst vor der Öffentlichmachung des öffentlichen Raums

Mir gefällt der Ansatz richtig gut, statt einer Pro-Contra-Diskussion in Bezug auf eine einzige Produktgattung mal etwas mehr in die Tiefe zu gehen.

Ich bin ja wahrlich kein StreetView-Gegner, sehe nur Detailprobleme, die im übrigen lösbar sind und keine Aufregung rechtfertigen.

Was mir aber bei Diskussionen auch immer wieder auffällt, dass wirklich sehr kluge Menschen Bedenken haben, die sie zum Teil zwar nicht richtig artikulieren können, die aber SEHR WOHL Internetnutzer sind und das Produkt kennen. Das ist auch nicht mit dem Schlagwort vom Kontrollverlust erledigt. Es scheint das Bedürfnis nach Selbstbestimmung über den Ausdruck der eigenen Persönlichkeit zu geben, ich formuliere das mal bewusst provokativ. Nun ist es vielleicht für Porschefahrer wie Camper eher die Regel, dass sie ihre Persönlichkeit ausdrücken. Aber das Problem des Digitalen scheint mir ein Verständnis von persönlicher Sphäre zu sein, die sich mit BDSG und Panoramafreiheit nicht recht greifen lässt.

Ich finde, man sollte die Diskussion genau dort ansetzen. Die Widerstände lassen sich nicht wegdiskutieren. Wahrscheinlich legen sie sich schnell, wenn das Produkt eingeführt ist.

Aber die Diskussion wird nicht aufhören. Denn was Street View derzeit macht, ist nur der Anfang dessen, was noch kommt. Und zwar unabhängig von Google, das kann ebenso ein Bing oder ein X-Thema werden. Diese Diskussion kann zehn Jahre weiter gehen. Was ist denn, wenn über StreetView und Geotagging (öffentliche) personenbezogene Daten aller Art in StreetView auftauchen und aggregiert werden oder wenn Augmented Reality massenhafte Verbreitung findet? Das wird doch bis heute praktisch nirgendwo kommentiert, von einzelnen Berichten über Panoramio-Bilder mal abgesehen.

Spiegels “Null Blog”-Generation: Kein Grund zur Sorge, sie hören immer noch Musik

Hm, wenn irgendein Bildungsforscher kompetent zum Thema Neue Medien ist, dann ist es Prof. Rolf Schulmeister. Der hat sich schon 1987 mit Hypertext und eLearning befasst, da sassen andere Experten noch auf den Bäumen. Er sagt und schreibt nicht immer Gefälliges, aber die Kompetenz sollte man ihm nicht abstreiten. Meine ganz persönliche Meinung.

Leistungsschutzrecht: 10 Gründe gegen eine „Presse-GEZ“

Vielleicht ist in diesem Kontext noch interessant, dass Springer, Holtzbrink, Telekom und Disney noch bis 2001 die Suchmaschine Infoseek betrieben haben.
Interessant sind auch viele Meldungen zur Schliessung von Infoseek. Hier ein Zitat:
„Es fällt allerdings auf, dass die Nachrichten-Links sehr bald nach außerhalb führen. Anstatt die Benutzer um jeden Preis auf der Site zu halten, wie dies andere Portale tun, scheinen es die deutschen Gesellschafter eher darauf abgesehen zu haben, Traffic für ihre eigenen News-Sites zu generieren.“

Alles ist überall: Vergisst das Internet wirklich nichts?

@Joachim H.
Nein, ich finde die Idee auch nicht „wahnwitzig“.

Wahnwitzig wird man erst, wenn man unter http://www.d-nb.de/netzpub/index.htm sich mal die sog. PflichtablieferungsVerordnung (Grundlage: G über die Deutsche Nationalbibliothek) durchliest.

Ich lese die so, dass die Bibliothek von der Google GmbH eine Kopie von Google StreetView verlangen kann, inklusive Tools (§ 8).

Vielleicht findet sich hier ja jemand mit Fachkenntnissen?

Alles ist überall: Vergisst das Internet wirklich nichts?

@Martin Weigert: Ja, als Warnhinweis ist der Satz auch sicherlich richtig. Mir ging es hier aber um die generelle Richtigkeit der Aussage, siehe Absatz 2, letzter Satz, und das auch eher langfristig.