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Carta

Politik, Ökonomie, digitale Öffentlichkeit

Sonntag | 26.10.2014

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Name: Matthias Schwenk
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Mitglied seit: 2009-01-23 17:14:26
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Über mich: Matthias Schwenk, Jahrgang 1965, ist Unternehmensberater und war Mit-Herausgeber von Carta. Er unterstützt Unternehmen beim Einsatz von Social Software und der Entwicklung neuer Geschäftsmodelle. Er hat in Saarbrücken und Lyon Wirtschaftswissenschaften studiert und lebt heute in Bad Saulgau (Baden-Württemberg).
 

Letzte Kommentare

Warum kann der Markt das nicht richten? Zum Leistungsschutzrecht deutscher Verlage

@TheEconomicScribbler: Guter Einwand. Die Gefahr von monopolistisch (überhöhten) Preisen besteht in der Tat bei einer Bündelung von Interessen, wie sie mein Vorschlag einer Clearingstelle vorsieht. Dem könnte man aber entgegenwirken. Bei der Preisfindung etwa mit Hilfe von Auktionsverfahren.

Zudem sollten Sie nicht übersehen, dass der jetzt zur Realisierung anstehende Vorschlag einer Verwertungsgesellschaft ebenfalls ein Monopol darstellt. Dieses dürfte sogar noch rigider und unflexibler sein als mein Vorschlag.

Einer zentralen Clearingstelle könnte man zudem die Auflage machen, transparent zu machen, in welchem Umfang überhaupt Inhalte verlinkt, auszugsweise “zitiert” oder vollständig in andere Medien übernommen werden. Wir bekämen so ein klares Bild und könnten als Gesellschaft besser diskutieren, wofür Verlage tatsächlich entlohnt werden müssten und was von ihnen toleriert werden sollte. Derzeit diskutieren wir im Grunde rein ideologisch, weil es keine Faktentransparenz gibt. Die Zeitungsverleger beschwören ihr Unglück, während die Gegenseite nur abwiegelt und alles als übertrieben abtut…

Warum kann der Markt das nicht richten? Zum Leistungsschutzrecht deutscher Verlage

Auch Ihnen, lieber A. G., steht es offen, hier mit Argumenten an der Diskussion zu partizipieren, so wie es Christoph Keese tut. Nörgeln allein bringt uns in der Sache nicht weiter… ;-)

Schöner debattieren? Vocer und Diskurs@Deutschlandradio

@A. G.: Gute Aufzählung. Dass der “Medienwandel” sehr weitreichende Folgen auf ganz unterschiedlichen Feldern hat ist unbestritten. Der Blick über den Tellerrand (also die eigenen Belange) hinaus ist bei seiner Diskussion auf jeden Fall geboten.

Schöner debattieren? Vocer und Diskurs@Deutschlandradio

@Thierry Chervel: Vielen Dank für die Verlinkung bei Euch. Was den Kritikpunkt betrifft, hast Du natürlich recht. Mein Text ist da nicht präzise genug. Zwar bieten die Zeitungen online Inhalte an, das Meiste davon aber entweder hinter Paywalls, als App für mobile Geräte oder nur als Pdf-Derivat der Printausgabe für Abonnenten. Die von mir zitierte Kritik Dave Winers mit dem Ausdruck “Maginot-Linie” meint genau diese Abschottung (in all ihren Varianten).

Apple in der Abofalle?

@Henning Grote: Was den Fehler im zweiten Absatz betrifft, so werden wir wohl abwarten müssen, wie das künftig in den Apps konkret aussieht. Denn Apple fordert einerseits, dass Käufe künftig in der App möglich sein müssen (der Anbieter behält hier 70% des Umsatzes, 30% gehen an Apple), erlaubt andererseits auch Käufe auf den Websites der Anbieter (100% vom Umsatz verbleiben beim Anbieter, Apple bekommt nichts). Letztlich muss aber der Content irgendwie in der App auftauchen, egal wo gekauft und ob direkt verlinkt oder nicht. Ich bin selbst sehr gespannt darauf, wie das aussehen wird.

Apple in der Abofalle?

@Jens Würfel: Sollte ich mir tatsächlich in den eigenen Fuß geschossen haben, glauben Sie mir, den Schmerz spüre ich schon lange nicht mehr. Steve Jobs macht was er will, die Konsumenten rennen ihm kritiklos hinterher und die Verleger bzw. Medienhäuser schaffen es nicht im Ansatz, eigenständige und unabhängige Lösungen zu schaffen. Es ist wie in Kommentar Nr. 6 (matze11) beschrieben.

Im Übrigen habe ich bereits im Juni 2010 hier auf Carta vorgeschlagen, die Verleger mögen doch eine eigene, standardisierte Bezahlplattform entwickeln, die sich auf Websites einbinden und damit über den Browser nutzen lässt – unabhängig von der Hardware (Smartphone, Tablet, Notebook, PC…) und unabhängig von App Stores.

Seit einiger Zeit beobachte ich auch mit sehr gemischten Gefühlen, wie in iTunes die Preise für Musik in der Tendenz leicht nach oben gehen. Spätestens jetzt ist auch klar warum: Mit der neuen Regelung, wonach jeder Wettbewerber seine Inhalte (die auch Musik sein kann) auch innerhalb seiner App anbieten muss und Apple davon 30 % einbehält, hält man sich die Konkurrenz vom Leib und gewinnt Spielraum für eigene Preiserhöhungen.

Arianna Huffington und ihre Blogger: Das Ende vom Web 2.0?

Unter dem Titel “The Economics of Blogging and The Huffington Post” beschreibt Nate Silver in der NYT (im FiveThirtyEight Blog) seine Schätzung, wonach die Blogs der HuffPo im Politik-Teil nur etwa 4 % des Traffics ausmachten und welche (ernüchternden) Verdienstmöglichkeiten sich daraus für Blogger ableiten liessen.

Stowe Boyd hält in seinem Blog dagegen: “The Uneconomics of Participation” ist ein Plädoyer für die Blogs der HuffPo, weil nur sie den wirklich originellen Content darstellten, während die meisten News-Artikel nur eine Art von “Repackaging” der Artikel anderer Medien darstellten.

Kommt das Ein-Liter-Auto wirklich?

Es ist nicht die Automobilindustrie allein, die den Wandel bremst, sondern auch die Nachfrage am Markt. Große, schwere Geländewagen sind eben gefragter als kleine, spritsparende Autos – wider besseres Wissen. Da kann es sich die Industrie gemütlich einrichten und die umweltfreundlichen Konzepte in der Schublade lassen.

Der Aufstand des Publikums

@Werner Friebel: Der mediale Strukturwandel macht sich nicht unbedingt nur an tagesaktuellen Vorgängen fest, zumal diese später in einem ganz anderen Licht erscheinen können. Der Obama-Wahlkampf wird in diesem Sinne vermutlich noch oft als Beleg für den Wandel zitiert werden, weil hier erstmals Instrumente des Social Web eine Kernfunktion in der Wahlkampfstrategie innehatten und die darüber erreichte Mobilisierung der Anhänger nicht unwesentlich zum Sieg beigetragen hat.
Auch Stuttgart21 könnte sich längerfristig noch als politikverändernd erweisen und wäre dann keine “Provinzposse” mehr.

Wikipedia bleibt werbefrei

@uniquolol: Da gebe ich Dir recht. Und sie läuft noch immer – zumindest auf den Seiten der deutschsprachigen Wikipedia.

Ich verabschiede mich bei Carta

@Marcel Weiß: Carta arbeitet mit diesen Abstufungen. Marvin Oppong hatte jedoch das Recht, als Autor autonom zu publizieren…

Sonnenuntergang bei Delicious

Interessante Einblicke dazu, wie Delicious weitergeführt werden könnte, macht Stephen Hood in seinem Blog. Er hat mehrere Jahre für den Bookmarking-Dienst gearbeitet und kennt dessen starke Verflechtung mit Software von Yahoo!, die eine Trennung nicht ganz einfach machen wird.

Sonnenuntergang bei Delicious

@OH: Respekt für den ausführlichen Kommentar. Nur: Warum kritisieren Sie mich, wenn Sie in Ihrem Text genau das fordern, was ich am Beispiel von Quora auch angeführt habe? Yahoo! hätte Delicious (frühzeitig) massiv weiterentwickeln müssen, da bin ich ganz Ihrer Meinung. Man hat es aber nicht getan und will sich nun davon trennen.

Jeder Käufer von Delicious muss sich mit der Tatsache auseinandersetzen, dass der laufende Betrieb des Dienstes irgendwie finanziert werden muss. Sei es mittels Werbung, sei es duch kostenpflichtige Dienste.

Ein dritter Weg wäre allenfalls, Delicious als Image- und Prestige-Träger weiterlaufen zu lassen. Für das Bookmarking bzw. Social Tagging an sich wäre das aber noch kein echtes Geschäftsmodell…

In eigener Sache: Carta stellt sich neu auf

@Paul Ney: Der Links wegen landete Ihr Kommentar im internen Freischalt-Modus. Wir haben inzwischen Ihren Original-Kommentar freigeschalten und die Variante ohne Links herausgenommen – hoffentlich in Ihrem Sinn.

Die wunderbare neue Beziehungswelt des Homo Connectus: Eine Studie von Grey und Google

@Christian: Optimal wäre es, wenn Ihr den interessierten Lesern auf der Website der Studie mitteilen könntet, dass die Navigation nicht mit der Maus, sondern über die Pfeiltasten der Tastatur zu erfolgen hat. ;-)

@noName: Ich habe mal den langen Link zur FAZ in dessen Titel gepackt und hoffe, dass das in Ihrem Sinne ist. Der Aspekt des “Sozialen” im Internet mag vielleicht daher kommen, dass das Netz in seinen Anfängen eben nur ein Medium zum Austausch bzw. Sichtbarmachen von Dokumenten (Seiten) war, dann aber die Ebene des Dialogs dazu kam und immer wichtiger wurde.

Ob ich mit einer Person persönlich rede, von Angesicht zu Angesicht, oder über ein technisches Medium (Telefon, Chat, Video-Telefonie…) ist für den Beziehungsaspekt wohl sekundär. Aus der Sicht des Mediums ist aber schon entscheidend, wie es verwendet wird, was vielleicht den “sozialen Netz-Hype” plausibel macht.

Google, Verizon und das Netz der Zukunft

@Nofate: Ich versichere Ihnen, dass dieser Artikel allein von mir geschrieben wurde und dass ich kein “Mitarbeiter eines Lobbyisten” bin. Das wäre ja noch schöner…

Was die “Diskriminierung von Daten” betrifft: Eine strikte und allumfassende Netzneutralität ist im Ergebnis auch diskriminierend, nur vielleicht nicht so offensichtlich wie bei der von mir vorgeschlagenen Lösung. Vielleicht passt als Analogie die Deutsche Bahn (früher: Deutsche Bundesbahn). Ihre Infrastruktur ist in weiten Teilen vom Staat finanziert (also aus Steuergeldern) und doch ist das Bahnfahren nicht kostenlos. Wir müssen immer noch Fahrkarten kaufen und umso mehr bezahlen, je weiter wir fahren wollen.

Übrigens hinken auch die Vergleiche drüben, bei den Netzpiloten: Es gibt eben keine Wasser-Flatrate, sondern jeder ans Wassernetz angeschlossene Haushalt bezahlt exakt nach Verbrauch. Ungerecht wäre nämlich die Wasser-Flatrate, weil sie diejenigen begünstigen würde, die jeden Tag baden oder gar sich den hauseigenen Swimmingpool auffüllen würden. Beim Wasser besteht die “Wasserneutralität” exakt darin, dass jeder Haushalt bzw. jedes Haus Anspruch auf einen Anschluss hat und dass das auf diesem Wege bezogene Trinkwasser hygienisch einwandfrei zu sein hat. Mehr ist es nicht.

Der Westen 2010: Am Vorabend der tatsächlichen Krise

@Dr. Hubertus: Danke für die Bemerkung, wir denken darüber nach!

Nobelpreisträgertreffen in Lindau: Noch kein Barcamp

@Wittkewitz: Aber wie lange wird dieser Elfenbeinturm noch Schutz bieten können? Vielen Bibliotheken als Käufer der Fachzeitschriften sind deren teilweise exorbitant hohen Preise allmählich ein Dorn im Auge. Dazu noch die idealistisch motivierten Nachwuchsforscher (wie in Lindau anwesend) und das Ganze beginnt von den Rändern her langsam zu bröckeln.

Neues von Apple: "iUmsatz" und natürlich das iPhone 4

@gpkvt: Sehr guter Einwand! Allerdings sehen das die Medienanbieter, die aus dem Bereich klassischer Nachrichtenmedien kommen, sicher anders. Sie wollen ihre Apps nicht nur an eine kaufkräftige (und exklusive) Kundschaft verkaufen, sondern damit möglichst viel Reichweite (und Umsatz!) erzielen.

Ausweitung der Kampfzone: Google investiert in das Startup "Recorded Future"

@Ralph: Mein Artikel sollte kein Plädoyer für einen unkritischen Fortschrittsglauben sein. Eine gesunde Portion Skepsis ist bei vielen, wenn nicht allen Neuerungen aus dem Internet, durchaus angebracht.

Ich sehe bei uns aber einfach zu viel Kritik und zu wenig konstruktive Konzepte, wie wir die neuen Technologien nutzbringend für uns einsetzen könnten. Warum gibt es keine Debatte darüber, wie uns das Internet helfen könnte, unser Gesundheitswesen zu verbessern? Die Kosten senken, Betreuungsqualitäten verbessern und damit einer alternden Gesellschaft Perspektiven für mehr Lebensqualität vermitteln. Wäre das nicht eine sinnvolle Vision?

Neben dem Gesundheitswesen könnte uns das Internet auch im Bildungssektor erheblichen Nutzen stiften. Warum nicht unsere Schulen und Hochschulen mit moderner Soft- und Hardware nach vorne bringen und damit den Standort Deutschland zukunftsfähig machen?

Die Techniken dazu müssen nicht aus den USA kommen. Es muss nicht immer Twitter oder Facebook sein. Nur: Wo sind unsere Alternativen? Wir haben ja praktisch gar nichts – außer einer Politik, die ständig warnt, reguliert und reglementiert. Leider.

Ausweitung der Kampfzone: Google investiert in das Startup "Recorded Future"

@Vera: Stimmt! Der Vergleich mit dem Elektroauto passt, denn da sind wir führend bei der Bildung von Kommissionen, Gremien und Runden Tischen…

"Future Face of Media": Carta streamt Rede von "New York Times"-Chef Sulzberger

@Jörg Wittkewitz: Sobald Robin Meyer-Lucht als Vortragsredner für die TED2011 akkreditiert ist, spendieren wir Dir auch das Ticket samt Flug. Wenn sie Robin nicht nehmen, dann leider…. ;-)

Sascha Pallenberg über Geld verdienen mit Blogs und den Spaß an der Arbeit

@f.lübberding: Auch wenn es schon ein paar Tage her ist, der Autor liest es immer noch – und auch noch gerne.

Vielleicht könnt Ihr beiden, das Team vom Weissgarnix-Blog, mal definieren, was denn ein Blog wirklich ausmacht. Man kann zwar Sascha Pallenberg mit Fachzeitschriften vergleichen, aber reicht das, um ihm die Eigenschaft des “Bloggers” abzuschreiben? Ich denke nicht.

In meinen Augen ist er ein Blogger weil er (1) eine Blogsoftware benützt, (2) seine Person bzw. Persönlichkeit stark im Vordergrund des Mediums steht (er ist der “Markenkern” der netbooknews), (3) die Artikel keinem starren Muster folgen sondern mal kürzer und mal länger geraten und an machen Tagen viel und an manchen Tagen weniger viel geschrieben wird, (4) Meinung und Faktenberichterstattung nicht scharf getrennt sind sondern in seinen Artikeln ineinander fließen können, (5) regelmäßig andere Blogs verlinkt bzw. Videos aus ihnen übernimmt [so etwas macht keine Fachzeitschrift dieser Welt!] und er schließlich (6) mit seinen Lesern offen in den Kommentaren zu seinen Artikeln diskutiert.

Dass manche Elemente aus Blogs inzwischen auch von anderen (klassischen) Medien gern genutzt werden, tut der Sache keinen Abbruch. Es ist nicht Sascha Pallenbergs “Schuld”, wenn das eine oder andere Fachmedium im Web inzwischen auch auf eine CMS-Software setzt (vielleicht sogar WordPress) und Kommentare zu den Artikeln zulässt.

Dass er hier in den Kommentaren auf die Kritik an ihm etwas dünnhäutig reagiert, ist eben eine menschliche Schwäche. Ich sehe ihm das gerne nach!

Mitwirken statt löschen: Ilse Aigners falsch verstandener Facebook-Datenschutz

@Sebastian Schneider: Genau so ist es! Facebook hat ja schon versucht, als geschlossene Plattform allein mit Werbung auf den Profilseiten profitabel zu werden. So recht scheint das nicht gelungen zu sein, denn sonst würde Mark Zuckerberg kaum sein Network völlig zu einer offenen Plattform umbauen.

Der neue Kulturkampf: Bürger vs. Nerd

In Deutschland sind wir halt etwas spät dran in Sachen Internet. Deshalb streiten sich derzeit noch in schöner Dichotomie Geisteswissenschaftler und Informatiker (“Nerds”). Beiden Seiten ist gemein, dass sie sich auf Sprache und Diskurs gut verstehen, die Geisteswissenschaftler von Haus aus und die Nerds, weil sie die Kommunikations-modalitäten des Internets perfekt beherrschen.

Meine These: Der “Rest” unserer Gesellschaft ist noch relativ stumm, wird sich aber im Lauf der Jahre mehr und mehr in die Debatten einschalten und diese schließlich auf vielen Gebieten souverän beherrschen. Dann wird sich auch der Ton ändern und mit ihm vielleicht auch die Themenstellungen.