Carta

Politik, Ökonomie, digitale Öffentlichkeit

Sonntag | 24.09.2017

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Letzte Kommentare

Wie tief wird die Rezession in Zypern?

Klar, die Gefahr besteht. Wobei der durchschnittliche Handwerksbetrieb wohl kaum 100.000 Euro auf dem Konto rumliegen hat. Aber etwas größere Firmen dürfte das schon getroffen haben.

Theoretisch kann das sogar Leute betroffen haben, die sich eine Hypothek für eine Immobilie bei der Bank besorgt haben, das Geld bereits auf ihr Konto ausgezahlt bekommen haben, aber die Immobilie noch nicht bezahlt haben. Denen fehlt jetzt ein Haufen Geld.

Die Steuer/Abgabe ist eine völlig ungerechte Geschichte. Bei einer vernünftig angelegten Vermögenssteuer würde man ja zumindest versuchen, das *Netto*vermögen zu bestimmen, also die Schulden abzuziehen. Und das natürlich über alle Vermögen, also nicht nur über das Geld, das gerade zufällig bei der Bank liegt, sondern auch inkl. Aktien, Anleihen, Immobilien, etc. pp. Aber das wäre in der Kürze der Zeit nicht machbar gewesen.

Kleine Anfrage an die Kritiker des geistigen Eigentums

Eric #20 hat eigentlich den entscheidenden Unterschied schon genannt: Materielles Eigentum kann immer nur von einem gleichzeitig benutzt werden, geistiges Eigentum nicht.

Die Kosten für das Kopieren sind halt sehr unterschiedlich. Wenn ich materielles Eigentum kopiere, spart das kaum Geld. Niemand wird enteignet, wenn ich ein Haus kopiere und zum zweiten Mal baue. Das erste kostet 220.000 Euro, das zweite vielleicht 200.000, weil der Architekt und die Handwerker etwas schneller sind. Mehr Sparpotenzial ist aber nicht da. Bei geistigem Eigentum kostet hingegen das Kopieren so gut wie nichts.

Die Idee des Artikels, das materielle Eigentum zu hinterfragen, ist ein guter, weil dadurch tatsächlich ein paar unlogische Gedankengänge in der Argumentation der Kritiker des geistigen Eigentums offengelegt werden. Leider ist dieser Artikel auch nicht logischer und ich habe hier nicht mehr Logik einzubringen.

Ich glaube auch generell, dass es in diesem Gebiet keine logische und konsistente Lösung gibt. Es ist immer ein mehr oder weniger schiefer Kompromiss. Nur sind IMHO die Rädchen, an denen gedreht wird, im Moment falsch eingestellt. Wenn auf Medikamente, die Leben retten/verlängern, 20 Jahre Patentschutz gewährt wird, auf Micky Maus Filme hingegen 75, sind diese Rädchen IMHO ziemlich falsch eingestellt.

Unverzichtbare Lichtgestalten

Was würden die deutschen Medien erstmal rotieren, wenn so ein Gesicht die politische Bühne betreten würde?

http://www.derwesten.de/politik/linken-star-camila-vallejo-aus-chile-tourt-durch-dortmund-id6306933.html

Personenkult und sonst kaum etwas … Wir hinken den USA nur ein oder zwei Jahrzehnte hinterher.

Carta geht wieder an den Start

Respekt für den Mut, viel Erfolg und gleich mal geflattert.

Carta macht Pause ...

Schade.

Kein Geld für Online Journalismus nirgendwo …

Wie viel Prozent der Leser sind bei Flattr oder was ähnlichem angemeldet? 5%? Und wie viele klicken dann auch? 1%? Oder doch eher Promille?

Wie viele dieser Leser tragen jeden Monat 10, 20 oder 50 Euro zum Kiosk, aber geben nicht einen einzigen Cent online?

Naja, dann muss sich auch nicht wundern …

Ich verabschiede mich bei Carta

Tja dann mal : Frohes Neues Jahr …

Hätte mir für beide (Carta und Oppong) ein anderes Ende gewünscht …

In eigener Sache: Carta stellt sich neu auf

Tja, die Blogosphäre wie der Journalismus braucht irgendwie einen Geldstrom. Solange die Leute für eine Ausgabe Börse Online 3,90 am Kiosk bezahlen, aber für wesentlich mehr gelesene Artikel pro Monat in der Blogosphäre keine 5 Euro in Flattr oder Kachingle stecken, wird das mit dem neuen, unabhängigen Journalismus nichts.

Schade schade.

Und dass sich a) NPD-Blogs über Flattr finanzieren und b) Paypal und Amazon Wikileaks verjagen macht die Finanzierung nicht einfacher. Wenn man konsequent wäre, müsste man diese alle drei boykottieren. Dann bleibt nur leider gar nichts mehr übrig …

Um Carta wäre es echt Schade.

Noa Bank Reloaded: Carta überprüft Artikel

Das ist übrigens noch online:

http://www.deutsches-factoring-portal.de/factoring-blog/richtigstellung-und-korrektur-eines-artikels-bei-spiegel-online-de-95

Und mein Artikel auch noch:
http://egghat.blogspot.com/2010/04/noa-bank-der-skandal-ist-die-presse_09.html

Das könnte daran liegen, dass ich auch Josic kritisiert habe, aber wahrscheinlicher daran, dass ich schlicht unterhalb der Wahrnehmungsschwelle fliege …

Ees sind übrigens nicht nur Blogger, die den Artikel im Spiegel „grenzwertig“ fanden:

http://twitter.com/tknuewer/status/11930602220

Was ich noch erschreckender fand als den Spon Artikel: FTD und Sueddeutsche haben den Artikel einfach übernommen. Zumindest war nach außen keine weitere Recherche zu erkennen, z.B. durch das Eingehen auf die Gegenargumente von Josic. Die FTD hat im Gegenteil sogar noch ein paar „ungute Gefühle aus Finanzkreisen“ reingemischt. Noch diffuser geht es kaum.

Wie ich schon geschrieben habe, kann ich keine Meinung zur noa abgeben. Die Replik von Josic fand ich nicht 100%ig überzeugend und auch im Ton nicht angemessen. Mir liegt es fern, diese Bank zu verteidigen.

Was ich jetzt aber ziemlich bezeichnend finde, sind die Reaktionen.

Spiegel Online gibt scheinbar gar kein Statement ab.
Der Journalist droht mit Abmahnung statt einfach zu kommentieren. Immerhin reichte beim Lochmaier eine Gegendarstellung (was auch angemessen ist).
Der einzige, der reagiert und recherchiert, ist carta.

Dabei ist der Aufklärungsbedarf enorm. Es geht immerhin um eine Geschichte, die für die Bank das Ende bedeuten könnten. Man schaue sich nur die Kommentare der verunsicherten Anleger beim Lochmaier an!

Daher: Carta.info ist ein Angebot, dass das kachinglen wirklich verdient hat.

Generell wäre auch die BAFin gut beraten, wenn etwas mehr (oder alternativ gar keine) Offenheit in die Kommunikation kommen würde. Es ist ja sehr gut nachvollziehbar, dass die BAFin in laufenden Überprüfungen keine Stellungnahme abgibt. Dann sollte sie es aber auch konsequent machen und sich nicht mit Zitaten wie dass die noa Bank „sehr genau“ überprüft würde, zitieren lassen. Das trägt mehr zur Verwirrung als zur Aufklärung bei.

Wenn übrigens Heismann fordert, dass er vor dem carta Artikel hätte kontaktiert werden sollen, hat er damit genau so Recht, wie carta die Drohung mit der juristischen Keule komplett überzogen findet.
Wahrscheinlich prallen hier wirklich die zwei Welten „online“ und „offline“ aufeinander. Online ist halt schneller. Es kann auch online reagiert werden und daher auch schneller geändert werden. Die juristische Keule ist online oft schlicht überflüssig. Denn was früher über Klagen und Gegendarstellungen erreicht werden musste, ist heute viel angemessener und unbürokratischer möglich.

Von daher hoffe ich, dass die Diskussion in Zukunft offener abläuft und auch niemand Angst haben muss, seinen Mund aufzumachen …

Bürgerjournalismus? Aber ja doch!

Ich finde den Weissgarnix Artikel vergleichsweise schwach. DonAlphonso gibt mir zu diesem Thema deutlich mehr.

Weissgarnix macht IMHO nicht mehr als eine passende Zustandsbeschreibung. Was relevant ist, entscheiden heute noch die Massenmedien. Wird ein Thema aus der Blogosphäre dort nicht aufgenommen, ist es nicht relevant. Punkt. Allerdings übersieht er, dass auch in heutige Massenmedien bereits viel mehr Feedback eingebaut wird, als vielleicht von außen ersichtlich ist. Jedes erfolgreiche Online-Angebot beobachtet, welche Themen kommentiert, diskutiert, retweetet, etc. werden. Das beeinflusst die Anzahl der Artikel zu diesem Thema deutlich. Auch welche Artikel auf die Startseite kommen, bestimmt heute nicht mehr allein der Chef, sondern der User, indem er bestimmte Artikel liest und andere nicht.

Außerdem vergisst weissgarnix die großen finanziellen Probleme, die Teile der Presse heute schon haben. Spätestens wenn sich die Mainstreampresse hinter Paywalls verzieht (oder vom Markt verschwindet), schlägt die große Stunde der Bürgerjournalisten/Blogger. Das heisst aber auch, dass ich nicht glaube, dass die Bürgerjournalisten/Blogger die klassische Presse verdrängen, sondern ich glaube vielmehr, dass die Blogger die Lücken auffüllen, die die Medien hinterlassen werden. Das geht also weniger auf die Stärke der Blogger/Bürgerjournalisten oder des Modells Bürgerjournalismus zurück, sondern eher auf die Schwäche der Mainstreammedien zurück …

DonAlphonso hat übrigens – auch wenn es hart formuliert – IMHO Recht, wenn er schreibt, dass die Mainstreampresse von der „Verachtung des Lesers und des Kommentars“ gezeichnet ist. Da steckt man immer noch fest im Denken des Leserbriefs. Das Maximum an Reaktion, das man da verlangen kann, ist offenbar die Veröffentlichung … Was aber in einem interaktiven Kommunikationsmedium viel zu wenig ist …

Warum wohl einigen Bloggern der Spaß an der Sache vergeht

Die Reaktionen sind krass, aber doch nicht unerwartet. Dass es Leser gibt, die einen gekürzten Feed abbestellen, weil das Durchgeklicke nervt, war doch zu erwarten. Tschulligung, aber der Wert von Artikeln und Nachrichten tendiert massiv gegen Null. Sagt der Jarvis jedem der’s hören will. Basicthinking ist doch vor allem ein Filter. Das ist eine wichtige Aufgabe, aber es zeigt doch auch nur, dass die Nachrichten von woanders stammen. Die Leute mit vielen Feeds in ihrem Reader haben einen großen Teil der Nachrichten schlicht schon vorher gelesen. Kommt die Nachricht dann bei Basic Thinking nochmal und ein kann es im Feed lesen (besser scannen) mache ich das vielleicht nochmal. Kommt es aber nicht und ich muss erst klicken, auf die Seite warten (ein paar Sekunden auf meine Desktop, ein paar mehr auf meinem iPhone), fliegt der Feed raus.
Deshalb muss man die Macher nicht beschimpfen. Aber ich bin auch nicht der Meinung , dass eine Äußerung à la „Tschüss. Ich bin weg“ eine Beleidigung ist. Das ist ein legitimes Feedback. Der Nutzwert eines Vollfeeds ist für viele Leute deutlich höher als der eines gekürzten. Und wenn für einen Leser Basic Thinking eines der Blogs ist, die man lesen kann, aber nicht muss, ist das genau der Unterschied zwischen abonnier ich und abonnier ich nicht. Carta ist bei mir genau in dieser Grauzone und naja dann eben nicht abonniert. Aber man sollte sich nicht grämen. Ich bin damit eh ein nicht bzw. schwer zu Geld machbarer Leser. Kann man auch nix dran ändern. Ich würde auch kein Geld für ein Abo bezahlen. Das würde ich aber für Tausende anderer Blogs und Magazine ebenfalls nicht. Das gilt für Basic Thinking genau so. Die Kritik ist hart, aber war auch zu erwarten. Aber warum jammern? Es waren nicht monetarisierbare Leser und die sind jetzt weg. Dass diese Basic Thinking beschimpfen oder Basic Thinking die Ex-Leser beschimpft, kann ich nicht nachvollziehen …

Westerwelle fordert Mindestlöhne - merkt es nur nicht

Was vor allem noch schlimmer ist als FDP, egghat, carta.info und FAZ: Es ist alles Quark.

„Wer kellnert, verheiratet ist und zwei Kinder hat, bekommt im Schnitt 109 Euro weniger im Monat, als wenn er oder sie Hartz IV bezöge.“

Das stimmt einfach gar nicht. Jemand der einen Anspruch hat auf Hartz IV und aufstockt, hat auch immer einen Anspruch auf eine weitere Aufstockung. Verdient er 1000 Euro, bekommt er 100% von den ersten 100 Euro, 20% von den Euro 101 bis 800 und 10% von 801 bis 1000. Also 100 + 140 +20 Euro vom Staat obendrauf. Er ein arbeitender Hartz IVler mit 1000 Euro Einkommen hat also 260 Euro mehr als der nichtarbeitende Hartz IVler.

Das Bundesarbeitsministerium hat die Berechnungen von Bildblog explizit bestätigt.

http://www.bildblog.de/16128/wie-sich-alle-mit-hartz-iv-verrechnen/

?!?

Westerwelle fordert Mindestlöhne - merkt es nur nicht

Wenn das alles mal so einfach wäre …

Ein Mindestlohn vernichtet Arbeitsplätze. Sachen werden teurer (z.B. Frisöre), Leute gehen weniger hin (bzw. besorgen sich die Leistung über Schwarzarbeit). Ich weiss, es gibt Leute die zweifeln selbst diesen Simpelzusammenhang an, aber mit denen ist schwer zu diskutieren.

Die Diskussion Pro Mindestlohn kommt dann immer mit dem Argument, dass dann die „Mindestlöhner“ ja mehr Geld haben und mehr einkaufen und damit eben auch neue Arbeitsplätze schaffen. Am Ende würden dann eben keine Arbeitsplätze vernichtet. Ob das stimmt, hängt eigentlich nur an einer Zahl: Kaufen die Mindestlöhner arbeitsintensivere Leistungen ein als der Durchschnitt oder nicht. Ich schätze mal nicht und kann mir nicht vorstellen, dass ein Mindestlohn arbeitsplatzneutral ist, aber lassen wir das mal.

Defakto verteilt ein Mindestlohn um: Von den Leuten, die Dienstleistungen zu Mindestlöhne einkaufen (und nachher mehr bezahlen müssen) zu den Leuten, die zum Mindestlohn arbeiten.

Und zwar global. Alle, die die Dienstleistungen nachfragen, zahlen mehr (also auch der Durchschnittsverdiener) und alle, die zum Mindestlohn arbeiten, verdienen mehr. Und daran sehe ich direkt zwei Probleme:

a) Auch der Durchschnittsverdiener muss für die Mindestlohndienstleistungen genauso tiefer in die Tasche greifen wie der Spitzenverdiener. Ist das fair? Ist eine Umverteilung über das Steuersystem, dass den Spitzenverdiener viel stärker belastet, nicht sinnvoller?

b) *Alle* Mindestlöhner profitieren. In der politischen Diskussion wird immer nur über die Alleinverdiener mit einem Kind oder die Hartz IV Familie mit zwei Kindern diskutiert. Es gibt aber auch Alleinverdiener und noch wichtiger Zuverdiener (klassisch Frau in Teilzeit, die einen Sch****job irgendwo macht. Diese muss aber gar nicht von dem Lohn leben können. Es geht dabei eher darum „im Beruf zu bleiben“ und „den Urlaub zu finanzieren“.

IMHO ist ein Kombilohn dem einfachen Mindestlohn überlegen. Ich erreiche, dass Arbeit nicht beliebig teuer wird (und somit potenziell Arbeitsplätze vernichtet werden) und kann über die Aufstockung nach bestimmten sozialen Kriterien erreichen, dass nur genau die gefördert werden, die gefördert werden müssen. Nämlich nur die Alleinverdiener und die Kinder. Damit wird der Kombilohn auch nicht unbezahlbar teuer.

Am Ende kann man sich auch andere Modelle überlegen. BGE von 400 Euro + 200 Euro pro Kind, das über Jobs mit 2,50 Mindestlohn aufgestockt werden kann. Das BGE wird besteuert, so dass die Besserverdiener dieses Geld nur teilweise behalten dürfen.

Andersherum kann man die Förderung der Kinder auch einfach über eine erneute Erhöhung des Kindergelds erreichen. Dann hätte man Lohnabstand (weil es bei Hartz IVlern ja verrechnet würde), aber würde das Hartz IVlern nützen? Würden die dann arbeiten?

Generell ist die ganze Diskussion extrem schwierig, wenn man sich nicht auf Zahlen einlässt. Wir haben schließlich Länder, die einen Mindestlohn haben, und in denen trotzdem viele von Lebensmittelmarken leben. Wir haben Länder, in denen Mindestlöhne Arbeitsplätze vernichtet haben (Frankreich), wir haben Länder, in denen das nicht passiert ist (UK).

Wenn alles so einfach wäre, wie „Hej, lass uns mal einen Mindestlohn machen“ und schon sind alle Probleme weg, wäre die Welt schön einfach …