Carta

Politik, Ökonomie, digitale Öffentlichkeit

Mittwoch | 28.06.2017

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Letzte Kommentare

Facebook: Ein Zwischenruf.

Danke Christoph für den Beitrag. In der konkreten Frage – hat Ministerin Aigner das richtige Stil- bzw. Politikmittel gewählt – bin ich auch zwiegespalten.

Prinzipiell kann ich Teile deiner Argumentation nicht nachvollziehen. Zum einen ist es doch lobenswert, dass eine politische Vertreterin klare Kante (und öffentliche Aussprache) bevorzugt, statt des üblichen Kamin- und Hinterzimmergekungels. Bin mir fast sicher, dass dieses parallel angestossen wird – und sei es nun von den Investoren daselbst. Zum anderen ist mir nicht klar, warum du das „politische Repertoire“ auf die üblichen tradierten formalistischen Formen reduzieren möchtest. Sitzblockaden, Teilnahme an Demos oder Fernsehshows, Tweets, Blogs und Profile in sozialen Netzwerken etc. oder Kommentare bei carta (#7, @Malte) hast du bei deinem „Wahlakt“ wahrscheinlich auch nicht im Hinterkopf gehabt.

Kurzum: Der virtuellen 400-Millionen-Nation Facebook kann man doch nicht nur mit klassischen Debattten, Enquêtes und Gesetzgebungsverfahren begegnen. Wäre ja noch schöner.

Die Netzdebatte leidet am Deutschen Idealismus

Wg. „geldloser“ Geburtszustands. Vielleicht hilft es bei dieser wirren, unscharfen und teilweise überdrehten Debatte mal wieder auf den Unterschied von Internet und WWW hinzuweisen.

Auch die Lektüre von Tim Berners-Lees „Weaving the Web“ zeigt, dass Kohle schon immer eine Rolle gespielt hat. Nicht erst, seit Marc Andreessen, Kleiner Perkins, Caulfield & Byers, Steve Jobs, Eric Schmidt oder Ingo Endemann ….

Der neue Kulturkampf: Bürger vs. Nerd

Sankt Florian predigt: „Wenn beide Gruppen sich endlich zusammentun würden, anstatt über die Deutungshoheit im Netz zu streiten, könnten wir das Internet wirklich ändern.“

Was wollten „wir“ denn ändern? Wirklich. WIR sind doch wohl „die Netzgemeinde“, die gleich am Anfang des Beitrags mal wieder bemüht wird. Da bringt’s im folgenden auch nix mehr, die Pseudo-Dichotomie Nerd vs Bürger durchzudeklinieren.

Na, ist ja nur ‚ne Zweitverwertung aus einem Berliner Denktank.

Was wohl kommen wird: "Netz-Schengen" - die große Firewall des Westens

@vera der @christoph meinte wohl den Beitrag: „In den Startlöchern: Wie sich die Netzarchitekten die Zukunft des Internet vorstellen“ (c’t 2009, Heft 21, S. 80 -87).

Tatsächlich werden bei der Future des Netzes von den o.g. Kreisen lediglich Teilaspekte diskutiert. Wenn überhaupt. Während die digitalen Denktanks bei IETF, ITU oder den Telecoms längst alle Schichten und Protokolle auf den Prüfstand stellen. Und über objektorientiertes Routing, IP Multimedia Subsysteme IMS), die gleich mit abkassieren können etc. nachdenken. Wenn ich mir anschaue, wieviel Kohle dafür in Brüssel und anderswo locker gemacht wird …

Spannend finde ich auch den c’t-Artikel vom selben Autor „Der stille Machtkampf“ (2009, 24) – zu den Next Generation Networks (NGN), die m.E. in der so genannten „Netzgemeinde“ viel zu wenig Beachtung finden. Die Telecoms haben doch längst erkannt, dass sie (wieder) an den Content müssen – weil sie mit ihren „dumb pipes“ nicht mehr genug verdienen. Nix Dystopie. It’s the economy, stupid.

Internet-Enquete: Wer sind die Sachverständigen?

#14. Tharben.

Axel E[nquete] Fischer ist u.a. Vorsitzender des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge e. V., Bezirksverband Nordbaden. Da sollte mann ihm nachsehen, dass er beim Versuch im Interview den Begriff „Netzneutralität“ zu erraten, total daneben liegt.

Verstehe allerdings nicht, warum er sich halbherzig gegen die Frage des sehr nachsichtigen Moderators wehrt, ob die Enquete „eine Weiterbildungsmassnahme für Parlamentarier in Sachen Netzkultur“ sei. Etwas Besseres kann ihm doch gar nicht passieren. … und am Ende der Enquete bekommt er dieselben Fragen nochmal vorgesetzt. Und ein Zertifikat!

Kommunikative Grundversorgung: Sicherung der Netzneutralität durch Must-Carry-Regeln

Schöne Zusammenfassung des Diskussionsstandes, danke. Ein paar Anmerkungen: Mir kommt zu kurz, dass die europäischen und US-amerikanischen (Markt-)Verhältnisse doch arg unterschiedlich sind. Und schade, dass das QoS-Argument nicht näher untersucht wird.

Wie auch beim politcamp2010, Podium zur Netzneutralität, (dort war einige Male von Daseinsvorsorge und kommunaler Verantwortung die Rede), lese ich auch bei Ihnen, Herr Holznagel, die Behauptung von der „Kommunikativen Grundversorgung“ via Internet. Ich finde, hier können es sich Wissenschaft und Politik nicht so einfach machen, mit dem Hinweis auf ein paar Gesetzesstellen und den allgemeinen Hinweis, wie wichtig das Internet doch sei. „Mit dem Internet ist ein historisch einmaliger Kommunikationsraum entstanden. Der Bürger kann sich aus einer bisher nicht gekannten Vielzahl von Quellen informieren.“ Der Bürger?

Wie schon die ältere Debatte um Barrierefreiheit, zeigt auch eine aktuelle Studie
http://bit.ly/b7g39e (Initiative D21), dass es mit der digitalen Inklusion breiter Bevölkerungsschichten offenkundig noch nicht so weit her ist. Dies sollte bei der notwendigen Debatte über die Netzneutralität (und die noch notwendigere Verteidigung der Visionen der „Väter des Internet“, mithin auch der Netzneutralität) nicht übersehen werden.

Auch Sie bemühen in diesem Beitrag mehrfach eine diffuse „Internet-Community“ (Netzgemeinde?) – nehmen Sie den Rest der Gesellschaft mit. Auch argumentativ.

Wieso soll das Netz eigentlich neutral sein? Eine rein ökonomische Betrachtung

Mmh, Herr Dewenter, zunächst ist eine „rein ökonomische Betrachtung“ des – sozialen Mediums – Internet ein reduktionistisches Unterfangen, finde ich. Und ohne eine belastbare Definition von Netzneutralität (siehe #13) kommen wir nicht weit. Klarer fände ich übrigens den Begriff der Netzwerkneutralität (network neutralitiy).

Wer aber ökonomisch ‚rangeht, sollte sich auch über positive Effekte bzw. das Marktversagen des Internet Gedanken machen. Denn das Internet – verstanden als physische Infrastruktur und zugleich als Inhalte und Informationen, die über diese Infrastruktur transportiert werden, schafft Werte in Milliardenhöhe, die vom Publikum (Endnutzer) nicht bezahlt werden (müssen). Eine Facette dieses Marktversagens ist die Debatte um ein Leistungsschutzrecht; eine andere die Frage der Netzwerkneutralität. Beides führt zu systematischer Unterinvestition. Siehe Breitband.

Free to Invest, eine aktuelle (ökonomische) Studie des Institute for Policy Integrity (NYU) , kommt, vor dem Hintergrund der FCC-Regulierungsdebatte, zu einem ganz anderen Ergebnis – nämlich pro Netzwerkneutralität – und zu einer interessanten Schlußfolgerung:

„By giving players the best incentives for optimal investment, net neutrality encourages a cycle that breeds more content, which in turn breeds more users. A combination of policies that protect content providers and judiciously deploy government physical infrastructure is the right mix to ensure that the Internet continues to grow and flourish, generating massive benefits for the American public.“ (Inimai Chettiar and J. Scott Holladay, 1/2010:viii)
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http://www.policyintegrity.org/publications/index.html