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Dienstag | 19.09.2017

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Letzte Kommentare

Volljournalismus. Wie die FAZ Peter Kruse erledigt

Das hat die FAZ ja mal wieder fein hinbekommen. Wegen der Bezahlsperre bin ich nicht in der Lage mich mit dem ursprünglichen Artikel und seiner Argumentation direkt auseinanderzusetzen. So hatte ich nicht die Möglichkeit diese zu prüfen und las stattdessen: http://gunnarsohn.wordpress.com/2010/05/15/zwischen-luftgitarren-und-zauberberg-faz-ostfriese-reents-zerstuckelt-den-netzwerk-experten-professor-kuse-zerhackt/
Danach hat man dann noch weniger Lust 2 Euro für den FAZ-Artikel zu bezahlen und hakt ihn ab. So schafft es die FAZ auch bei Ihrer Kernzielgruppe – studiert und „aus gutem Hause“ – zunehmend als schlicht irrelevant wahrgenommen zu werden.

Der rasante Verlust an Deutungshoheit ehemaliger Leitmedien hat seine Bereichtigung. Derart unsachliche Artikel beschleunigen ihn. Vielen Dank Herr Schirrmacher!

Entwurf für das Leistungsschutzrecht für Presseverleger: "Nie dagewesene Rechtsverwirrung"

Das gesamte Ansinnen als Solches ist ja schon ziemlich bizarr, aber ganz besonders amüsant finde ich diesen Aspekt:

„Gleiches gilt für die in der bisherigen Diskussion von den Verlagen immer wieder ins Spiel gebrachten „gewerblichen Nutzer“, also Personen, die die frei von den Verlagen ins Netz gestellten „Presseerzeugnisse“ zu beruflichen Zwecken lesen wollen. So dürften etwa die „Mitarbeiter einer Bank“ (die als Beispiel herangezogen wurden) so lange keine Beiträge mehr von FAZ.net oder Spiegel Online lesen, bis sie oder ihr Arbeitgeber mit der Verwertungsgesellschaft einen Vertrag geschlossen haben.“

Ich würde zumindest nicht mit der Klärung der Abgrenzungsfragen die diese Idee aufwirft beauftragt werden wollen. Bei den wahrscheinlich stark regulierten Firmenrechnern der Deutsche Bank mag das ganze ja noch funktionieren. Aber dass der Trend hin zu dauernder und umfassender Mobilität geht, scheint bisher nicht wirklich berücksichtigt zu werden. Wie verhält es sich denn mit der gewerbsmäßigen Nutzung wenn ein Arbeitnehmer zum Lesen sein privates iPhone oder neuerdings iPad nutzt? Derartige Geräte könnten schnell zum Standardeinstellunggeschenk werden; selbstverständlich für die ‚privaten‘ Nutzung. Natürlich kann man über GPS oder die genutzte Mobilfunkzelle prüfen, ob derjenige sich am Arbeitsplatz befunden hat. Aber das wäre sicher nicht mit dem deutschen Datenschutz vereinbar. Man hat auch noch nichts davon gehört wie mit neuen Arbeitszeitmodellen und Selbständigkeit umgegangen werden soll. Wer bin ich, wenn ich von zuhause aus arbeite?

Das ganze Unterfangen scheint schlicht wirklichkeitsfremd.