Carta

Politik, Ökonomie, digitale Öffentlichkeit

Mittwoch | 28.06.2017

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Name: Christoph Kappes
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Über mich: Christoph Kappes ist Software- und Medien-Unternehmer (Hintergrund Jura und Informatik). Er ist Geschäftsführer der Fructus GmbH. Privat bloggt er auf christophkappes.de und schreibt gelegentlich für FAZ, ZEIT.de und andere Medien zu Online-Themen.
 

Letzte Kommentare

Googles "One Pass": Mehr als ein Appeasement-Tool für Verlage?

Ich bin mit der Interpretation Richtung Verlage vorsichtig, auch wenn es gerade so scheint.

Zunächst ist das System ein Derivat von Checkout, das zu wenig Marktanteil hat im Vergleich zu Paypal. Checkout ist strategisch wichtig für eCommerce und im Zusammenhang mit semantischer Suche extrem wichtig, da werden Retailer sich noch wundern.

Ausserdem Pfeifen die Spatzen von den Dächern, dass Google mit Nachrichtenagenturen über Newslizenzen verhandelt hat, im Falle des Erfolges hülfe da auch ein One Pass nicht.

Schliesslich bin ich mir nicht sicher, ob einer der drei Weltmarktführer im IT-Markt auf deutsche Besonderheiten übermässig Rücksicht nimmt – und das auch noch in Bezug auf eine Branche wie Verlage, die aus Googles Sicht bereits systematisch unfreundlich waren.

Denn hier geht es nicht um freundlich oder nicht, das interessiert ein Unternehmen mit Gewinnerzielungsabsicht nicht.

Es geht darum, dass Google nicht die Zielsites schädigen darf, die über die Suche erschlossen werden. Das ist also originäres Ziel des heutigen Kerngeschäftes, die Verlage zu erhalten. (Und dies anders als im eCommerce schon deswegen, weil das Eindringen in den Contentmarkt für Tagesinformationen wirtschaftlich reizlos ist!)

Jung, gebildet, fern der Heimat. Eine Replik auf Michael Seemanns Verschwörungs-Text

@mspro, #113:

Wo habe ich denn geschrieben, dass ich Elite wirtschaftlich verorte? Weil ich meinte „mittelstand aufwärts“ sind 70+% der Bevölkerung?

Wer hat denn Elite definiert?
Nicht Du mit dem Satz „Nur die Elite, der jungen Leute aus mindestens mittelständischen Haushalten“?

Das war doch ein Zitat und der Bezug auf Deinen Beitrag!

Jung, gebildet, fern der Heimat. Eine Replik auf Michael Seemanns Verschwörungs-Text

@mspro: Ich würde gern etwas konstruktiveres als #110 beitragen, aber ich habe schon Deinen Beitrag nicht verstanden und konnte auch mit Wolfgang Michals Beitrag wenig anfangen, weil der auf einer anderen Interpretation als meiner aufsetzt.

Ich verstehe schon den Elite-Begriff nicht. Alles was „mittelstand aufwärts“ ist?
das wären dann nach meiner Sicht gefühlt 70% der Bevölkerung.

Ich verstehe auch nicht, was der Bezug auf eigene Erfahrung soll, wenn man einen Effekt messen könnte. Anzahl ausgewanderter Personen unter 30 Jahren 2010? Wählerverhalten: wie kommt eine Piratenpartei auf weniger als 5%.

Und, was mich eher schweigsam macht, ist eine Korrelation von Internet und Elite.

Gut, vielleicht kommunizieren „wir“ anders (damit meine ich weniger als 3000 netzaffine Twitterer), aber ob die Quote der Vollpfosten wirklich anders ist als auf einem Golf-Club auf Sylt finde ich noch empirisch prüfenswert.

Wie viel Utopie kann sich unsere Gesellschaft noch leisten?

@vera: Dein Einwand hört sich gut an, aber eine Kultur ist ja nicht etwas unabänderbares, sondern äusseres Handeln einer Gruppe von Menschen, die für ihr Handeln Verantwortung tragen und sich eben NICHT dadurch exkulpieren können, dass es „die Kultur“ sei, nach der sie handeln.

Ich verabschiede mich bei Carta

Guten Morgen allerseits,

dieser Beitrag überrascht uns nicht nur formell, da er entgegen den Gepflogenheiten hier nicht mit Redaktion und Herausgebern besprochen ist, sondern auch inhaltlich: meines Wissens hat sich der Autor zuvor nirgendwo verabschiedet.

Dem ganzen ging vor Weihnachten eine Diskussion über einen Artikel Marvin Oppongs über angeblich unzulässige Werbung in einer ZDF-Kochsendung voraus. Die Veröffentlichung dieses Textes haben wir nach längerer Diskussion abgelehnt.

Da Robin Meyer-Lucht im Urlaub ist, versuche ich, eine abgestimmte Stellungnahme zu organisieren.

Da der Beitrag hier um 4:01 veröffentlicht wurde, biete ich Herrn Oppong hiermit öffentlich an, den Beitrag einvernehmlich zu löschen. Carta bietet sich gern als transparente Plattform für Dispute aller Art an, jedoch sollte der Fall wenigstens vorher besprochen worden sein.

C.K.

Frei schwebende Genies - aus Netz, Medien und Soziologie

@all (18 ff. – ex Pingbacks) Danke schön!

Sehe gerade, dass dieser Beitrag auch vom BILDBlog und auf der Leseliste des DJV-Organ „Journalist“ verlinkt wurde: http://www.journalist.de/aktuelles/webtipp-archiv.html
Danke auch dorthin ;-)

Frei schwebende Genies - aus Netz, Medien und Soziologie

@Kusanowsky:
Wie interpretieren Sie denn die Luhmann-Zitate, die ich der „Politischen Soziologie“ entnommen habe? Ich bin kein studierter Soziologe, mich würde Ihre Einordnung sehr interessieren. Spielt die Zweck-Mittel-Vertauschung auch sonst eine Rolle? Wie skeptisch ist Luhmann später gegenüber dem Spiel der Politik, das er hier einerseits als „Pervertierung“ bezeichnet, andererseits aber als „sinnvoll“ zur Bewältigung komplexer Organisation? Das Buch ist ja 50 Jahre alt.

Frei schwebende Genies - aus Netz, Medien und Soziologie

@Fritz:

Ob das „zu viel der Ehre war“, habe ich mich auch beim Schreiben gefragt. Dann aber beschlossen, dass es mir auf das Ergebnis ankommt: Dass nämlich künftig solche Texte von einer zweiten Person kritisch durchgelesen werden, bevor sie veröffentlicht werden.

Den Wagner-Text habe ich auch gesehen. Der spielt mit denselben Mechanismen, ja, und es ist Manipulation auf schlimmstem Niveau. Trotzdem muss ich gestehen, dass ich die Wagner-Texte für sprachliche Kleinode halte und vor der Persönlichkeitsstruktur, die ich dahinter vermute, eine eigenartige Mischung aus Mitleid und Respekt habe; daher sollen sich andere an seinen Texten abarbeiten.

Frei schwebende Genies - aus Netz, Medien und Soziologie

@Hans Hütt: Danke schön!

@Christian Edom: Das Wort „Entfremdung“ stammt aus der Politischen Soziologie, wörtlich. Bei Luhmann sind Begriffe aber mitunter ungewöhnlich definiert – vielleicht findet sich ja hier ein echter Luhmann-Kenner, der uns aufklärt.

@Chat Atkins: Ihr Kommentar bringt mich zum Nachdenken. Gibt es gar keine qualmspeienden akademische Sprachrohre mehr? Das wäre ein Alarmsignal.

@all:

Ich weiss nicht, ob man so verallgemeinern kann:

1. Presse: Es gibt auch viele abwägende, kluge Leitkommentare; mir ganz persönlich gefällt momenten Prantl gut, weil er Bürgerrechte und Rechtsstaat hochhält. Auch in der Welt sind andere Artikel zu Wikileaks gewesen. Der vorliegende Kommentar gerät jedoch in einen Bereich, der mE die Grenzen des Vertretbaren überschreitet. Daher zögere ich auch nicht, ihn „vordemokratisch“ zu nennen.

2. Geistig vs Konservativ: Ich beobachte die Begrifflichkeiten seit 30 Jahren und habe es aufgegeben, so zu denken. Mit Etiketten wie konservativ, fortschrittlich, ökologisch, sogar sozialdemokratisch sollen sich andere beschäftigen, ich sehe da jedenfalls in der Tagespolitik – soweit sie WIRKsam ist – keine Linien mehr. Es geht mE mehr um andere Tugenden: Intelligenz, Bildung, Toleranz, Kommunikation/Zuhörenkönnen etc. Solche Menschen gibt es in allen Lagern. Wenn sie über solche Attribute nicht verfügen, sollten sie jedoch keine Leitkommentare schreiben.

In eigener Sache: Carta stellt sich neu auf

Aus dem Kreise der Cartarianer (?) hier noch ein kurzer Einwurf, wobei ich zunächst für mich allein spreche:

Es gibt keinen Grund, die Vergangenheitsform zu benutzen. Wir machen weiter.

Die Frage der Finanzierung spielt bei der Beurteilung, wie wir weitermachen, auch eine Rolle; insofern freuen wir uns über Meinungen. Die Finanzierungsfrage ist aber nicht so zu beantworten, dass man sich Sorgen machen müsste: die Kosten sind überschaubar und wir müssen halt Aktivitäten auf der Einnahmenseite entfalten.

Deep Reading – Short Thinking

Oder, um es ganz deutlich zu sagen:

1. Für Inhalteanbieter ist die Lesbarkeit ihrer Inhalte zwingendes Attribut ihres Kernproduktes!

2. Pay-Modelle sind die einzigen Modelle, welche die Aufnahmefähigkeit für Inhalte nicht beeinträchtigen.

3. Wenn man an vielen Stellschrauben dreht, kann man auch für das Web anspruchsvollere Texte schreiben.

So gesehen geht es bei Pay-Modellen nicht um Finanzierung, sondern um die Qualität des Kernproduktes.

Deep Reading – Short Thinking

@uniquolol:
Als Anregung diente F.A.Z.-Gespräch: Ist unser Gehirn in Gefahr, Mrs. Wolf? (von Thomas Thiel) http://www.faz.net/-00mt3c

Dort ist die These, dass das Lesen zur Informationsaufnahme ein Modus ist, der durch das digitale Medium entsteht.

Ich glaube, dass das ein Fehlschluss ist, zum Teil jedenfalls.

Denn keines der ggw Konstruktionsprinzipien von Inhalteangeboten ist auf Textverständnis ausgerichtet:
– Werbliches Geschäftsmodell erzeugt ZWINGEND Aufmerksamkeitsentzug.
– Page-Impression-Unsinn (-> Reichweitendenke aus Print) dito
– Web-Typographie wird nicht einmal im Ansatz verstanden (erfreulicherweise neuerdings ein bisschen Fortschritt)
– Usability ist nicht nur textoptimiert. Besser wäre es, die Navigation auf einen Bruchteil dessen zu beschränken, was heute üblich ist. Macht jeder eReader so, haben aber Internet-Konzepter noch nicht verstanden, weil sie in ihrer Denkweise verhaftet sind.
– SEO usw.

(Sicherlich gibt es aber auch digital-typische Effekte, allen voran die schlechtere Lesbarkeit aufgrund von Hardware-Unterschieden zum Papier und die Störung durch andere Applikation, bei mir boingt gerade Outlook….)

JMStV: Klagen statt sperren!

Meine Timeline sieht so aus, als wenn das die meisten Leute nicht verstanden haben:

Die Verpflichtung zur Kennzeichnung gilt nur für Diensteanbieter mit „entwicklungsgefährdenden Inhalten“. siehe auch Prof. Hoeren hier : http://ur1.ca/2h07c
Dies bedeutet: wer solche Inhalte nicht anbietet, muss nichts tun.
Die Konsequenz ist allerdings, dass die Website evtl für bestimmte Clients mit „kinderschutzsoftware“ nicht zugänglich ist, weil sie default FSK klassifiziert wird.
Dies gilt aber nur, wenn
a) Eltern die Software installiert haben
b) Kinder die Software nicht umgehen (ziemlich leicht: Proxy, Reboot, Perso-Generator etc.)

Es gibt viele Gründe, warum auch ich vom JMStV nicht viel halte (!!!), aber ein normales Mainstream-Blog hat nichts zu befürchten. Sollte dort dennoch FSK-Content sein, kann es unangenehm werden, es hat aber auch seit 2003 praktisch kaum Verfolgung gegeben. Sehr unangenehm ist die Konstellation:FSK-Content,nicht klassifiziert, gewerbliche Nutzung (AdSense?), Wettbewerbsverhältnis. Das kann Abmahnungen nach UWG auslösen.

Falls hier ein Kenner ist und ich hier etwas falsch darstelle, so korrigiere er gern.

JMStV: Klagen statt sperren!

Auch mir schwillt zwar der Hahnenkamm aus strukturellen Gründen, aber ich würde gern erstmal verstehen, was der JMStV tatsächlich für Auswirkungen hat.

Fragen:
– Wer als Blogbetreiber nichts macht, verliert Nutzer, sofern diese <18 Jahre sind UND sofern eine Schutzsoftware installiert ist?
– Ordnungsgeld zahlt nur, wer "entwicklungsbeeinträchtigende" Inhalte anbietet (eng auszulegen! Art. 5, s. Ferner-Blog und KMJ-Kriterien)?
– Abgemahnt kann nur werden, wenn das Angebot gewerbsmässig ist und ein Wettbewerbsverhältnis besteht?

Kann leider in fast zehn abgesurften Fundstellen dazu nichts ganz klares finden. Vielleicht kann das ein Leser hier beantworten?

(Ansonsten: Ja, kein Rundfunk. Ja, umgehbar. Ja, viel zu kompliziert. Ja, nur Inland.)

Sixt - Ein Unternehmen missbraucht die Demonstrationsfreiheit

@uniquolol: Das mag sein, das kann ich nicht beurteilen. Daher trifft der Beitrag auch keine Aussage zu „Aktionisten“. Wenn es so wäre, wodurch ändert sich dann die Bewertung des Verhaltens von Sixt?

Glücklich im Kopfgefängnis: Internetgiganten im deutschen Feuilleton

@Stefan Herwig: Bin ein bisschen ratlos, was ich Ihnen antworten soll.

Zur meiner „Dünnhäutigkeit“: Ja, ich war „leicht fassungslos“ (Perlentaucher), und das ist das Ergebnis einer Reihe von Stücken aus deutschen Feuilletons.

Zur groben Linie: Meinen Sie, es ist Aufgabe eines Kulturessorts, auf Wettbewerb zwischen Internet-Infrastrukturanbietern hinzuweisen und so einer Verklärung entgegenzuwirken? (Ihr Abs. 4)

Zur Glaubwürdigkeit der Kritik: Sie meinen ernsthaft, dass der Autor mit diesem Artikel den „Quasi-Monopolisten genau auf die Finger sieht“? Ich dachte hier gezeigt zu haben, dass dort, wo es hätte genau werden sollen, leider falsch war.

@normalo: Meedia zählt für mich nicht zu den Kulturressorts / Feuilletons der Qualitätspresse. Dass Tech-Blogs, Medienfachblätter, Marketingzeitschriften zumeist genau das entgegengesetzte betreiben (nämlich unkritische Wiedergabe und Glorifizierung), ist auch mein Eindruck. Siehe mein Kommentar #14.

Vielleicht ist die Lösung, dass das PR-Zeugs in der Presse nicht unkommentiert und in epischer Breite berichtet wird, dann kann sich das jeweilige Kulturressort Maßregelungen und Warnhinweise sparen.

Die Social-Media-Blase: Nennen wir es Beziehungsinflation

Stimme #13,14,18 zu.
Ausserdem beginnt der Artikel mit „wir“. Die „wirs“, die ich kenne, sehen beide Seiten, die das Web hat. Welche „wirs“ meint Herr Haque?
Die aktuellen Internet-Gut-Böse-Diskussionen bringt das kein Stück voran – im Gegenteil: es polarisiert, ohne Ross und Reiter zu nennen.

Facebook – Ein Sonderfall im Ökosystem des Internets?

@Roland Kühl-v. Puttkamer: Wollte schon ranteln, als ich den Remix einiger meiner Gedanken in Ihrem Artikel las, und sah dann das Datum ;-). Den Link kann ich den Lesern hier sehr empfehlen. Ähnliches heute auf iBusiness, wo mein Artikel rezensiert wurde, dort sind 3 Szenarios (leider nur für Abonnenten).

@Hannes: Kein Wunder bei dem Avatar ;-)

Zum Gefällt-Mir-Button auf Carta kann ich nichts sagen. Ich bin nur Autor. Das ist aber wohl eine vergleichbare Situation wie bei Spreeblick, wo sich Johnny Haeussler auch kritisch geäussert und dann doch den Button eingebaut hat – die Anzahl an Likes ist viel höher als die Retweets. Für diejenigen, die keine grossen Werbeumsätze haben, ist der Deal im Moment wohl ja auch von Vorteil. Facebook profitiert also vom Long Tail, weil der Long Tail profitiert (?). Der Lock-In bei denen, die vor dem Long Tail sind, sieht da anders aus.

Ich bin gespannt, was das für kleine Aggregatoren wie Rivva bedeutet (zumal auch hier der Deal sein könnte, die Likes mit zu integrieren!) und ob die schiere Menge an Likes die Retweets langfristig weniger bedeutend machen wird. Das ist eine Seite des Quantitätsproblems.

Facebook – Ein Sonderfall im Ökosystem des Internets?

@Volker Meise: Danke. Bin, was den Zahlendruck von Facebook angeht, auch nicht sicher, da ich weder Businesspläne habe noch Investoren kenne. Darum habe ich beide Sichten mit „validen“ Zahlen zu untermauern versucht – noch „Griechenland“, aber starkes Wachstum und starke Investoren.

In einen spekulativen Teil würde wohl auch gehören:
– Arrington spricht von 100 Mrd Bewertung
– Die letzten Zahlen sind mehr als ein halbes Jahr her. Wenn der ARPU je User gleich bleibt (irgendjemand hat mal 3 USD/User gerechnet, aber damit wäre ich seehr vorsichtig), müsste Facebook angesichts des User-Wachstums inzwischen Gewinne einfahren, da sich die Nutzerzahl ungefähr verdreifacht hat. Dummerweise kennen wir aber die Kosten nicht, also vergessen wir das wieder :-)
– Gerüchten zufolge liegt Mark Zuckerberg bei rund 15%
Mehr dazu möchte ich nicht schreiben… und man weiss nicht, wer was warum kommuniziert. Leider kümmert sich bisher niemand „investigativ“ darum. Das ist ein Fall für einen kompetenten Wirtschaftsjournalisten mit Budget.

Facebook – Ein Sonderfall im Ökosystem des Internets?

@Falk Ebert: Danke.

Ich habe nichts gegen die dahinterstehenden Konzepte.

Ich gucke – neben einer Haltung dazu, wie ich mir das Internet strukturell vorstelle – aus einer kaufmännisch-strategischen Sicht: „Mehrwert für alle“? Bei kommerziellen Anbietern bestreite ich das. Der Fehler, den wieder (!) alle machen, ist Reichweite mit Umsatz zu verwechseln. Entschuldigung, aber die „Attention Economy“ ist Berater-XXX (damit meine ich nicht Dich). Was zählt, ist Umsatz (ARPU) – und die Summe an Werbung verschiebt sich nur auf die Aggregatoren – mit einem Intermediär mehr, der Margen einstreicht und die Preise verfallen lässt. Das kann man alles für unproblematisch halten, aber gerade diejenigen, die werbefinanzierte Geschäftsmodelle haben, sollten bitte erstmal nachdenken, statt First Mover sein zu wollen, ohne zu wissen warum und wohin.

Ich frage mal einfach: was treibt einen Anbieter wie ReadWriteWeb dazu, seine Kunden auf Facebook zu treiben, auf diese Art wie hier:
http://www.readwriteweb.com/archives/special_offer_to_our_facebook_friends.php

Schicke ich, wenn ich Fischhändler bin, meine Kunden zum Fischmarkt, wo sie alle sind – und zahle dann eine zusätzliche Miete für meine (Zweit-) Bude an den Marktvermieter? Kann klappen, muss aber nicht. Und klappt wahrscheinlich dann besonders schlecht, wenn der Marktvermieter meine Kundendaten hat und die Kunden damit anschreibt – steht ja in den Nutzungsbestimmungen. Sieh Yelp-Meldung von heute: Like-It-Button eingebaut, Facebook schreibt die Gewerbetreibenden mit einem Aufkleber an – mit Facebook-Feedback-SMS.

Gedanken zu Google Street View

Da dieser Artikel immer noch gern gelesen wird:
Bundesdatenschutzbeauftragter kritisiert Erfassung von WLANs durch Street View-Fahrzeuge:
http://www.heise.de/newsticker/meldung/Datenschuetzer-Street-View-Autos-scannen-private-Funknetze-Update-984118.html

Anmerkungen:
1. Das Scannen von WLANs ist ein alter Hut. Firmen wie http://www.navizon.com/ bieten seit Jahren Datenbanken an, mit dennen aus WLAN-Signalpegeln, GPS-Daten und Mobilfunkzellen-Daten/Pegeln Geokoordinaten ermittelt werden. Partner wie Microsoft, Yahoo und Google nutzen diese. Im übrigen auch jeder stationäre Browser, bei dem Geolocation eingeschaltet ist.

2. Ob über die eindeutige MAC-Adresse von Endgeräten „personenbezogene“ Daten erhooben werden, dürfte umstritten sein. Die Lage ist nicht anders als bei IP-Adressen, wo seit langem unterschiedliche Rechtsprechung existiert. Die Frage ist, ob mit der MAC-Adresse eine Person „bestimmbar“ ist.

3. Wer in WLANs personenbezogene Daten eingibt, darf sich nicht wundern, wenn diese Daten von WLAN-Scannern gesehen werden.

Der Troll im Netz

Ganz troll geschrieben, danke!
Hinzuzufügen gibt es nur noch, dass Saab 1937 in Trollhättan entstand. Da sieht man, wohin das führt.

Facebook: Ein Zwischenruf.

@Björn:
Noch spannender finde ich die Frage, welches Ministerium für Datenschutz und Privatsphäre im Internet zuständig ist.

Auszug aus der Website des BMELV zu seinen Zuständigkeiten:
„- den gesundheitlichen Verbraucherschutz sowie den Täuschungsschutz im Bereich der Lebensmittel, Futtermittel, kosmetischen Mittel und verbrauchernahen Produkte einschließlich des zugehörigen Kennzeichnungsrechts, Zusammensetzung und Kennzeichnung von Tabakerzeugnissen,
– Ernährungspolitik, insbesondere die Ernährungsaufklärung,
– den Schutz der wirtschaftlichen Interessen der Verbraucher einschließlich Grundsatzfragen der Verbraucherinformation.“

Da hier von „Verbraucher“ und deren „wirtschaftlichen Interessen“ die Rede ist, liegt die Zuständigkeit wohl eher beim BMJ, -> Rechtspolitik.