Das Netz als Feind: Die Fieberkurve der „Zeit“

Der jüngste Internet-Beschimpfungstext der "Zeit" hat außer fieberhafter Ignoranz und Elitarismus kaum etwas zu bieten. Man könnte ihn aber Satz für Satz mit "sachkundiger Meinungsbildung" übergießen.


Am Mittwoch kommentierte Wolfgang Blau, Chefredakteur von Zeit Online, den jüngsten Internet-Beschimpfungstext der Printausgabe  seines Hauses  so:

the elitist, ignorant attitude of old media towards the web seems to rise and fall in worldwide feverish cycles that remind me of the flu.

Diesem Kommentar ist nur wenig hinzuzufügen: Die zelebrierte Gestrigkeit und die Selbstbestätigungskoketterie einiger  Print-Feuilletonsredaktionen erreichen kaum noch das Niveau, dass man sie weiter analysieren müsste. Es sind laute Provokationen, die ihre mangelnde Substanz kaum zu verbergen vermögen. Man kann sie nur noch als Fieberanflug erklären, der sich in kaum etwas anderem als Ignoranz und Elitarismus zu entladen vermag. Weil es an anderen Regungen offenbar mangelt.

Seit heute steht der Text „Das Netz als Feind“ von Adam Soboczynski im Netz. Soboczynski wendet sich gegen die „antiintellektuelle Hetze“ im Netz, gegen die egalisierende, marktwirtschaftliche Gewalt der Online-Kommunikation. Er sieht die Rolle des Intellektuellen verloren, der „geistesaristokratisch herausragt“. Statt dessen regiere der „Neid der Amateure“.

Der Text ist eine gehetzte Aneinanderreihung von normativen Einseitigkeiten.

Ich möchte dazu einladen, sich einzelne Sätze aus dem Soboczynski-Text vorzunehmen und hier in den Kommentaren mit „sachkundiger Meinungsbildung“ (Soboczynski) zu übergießen. Ich fange damit gleich mal an.