Alan Rusbridger: Journalismus muss sich verändern, um relevant zu bleiben

Alan Rusbridger, Chefredakteur des Guardian: "Wenn wir beim Online-Geschäftsmodell nicht weiterkommen, dann müssen wir als Journalisten vor allem darüber nachdenken, wie sich Journalismus verändern muss, um weiter wichtig und relevant zu bleiben." Ein achtminütiges Video von seinem Auftritt am Berliner Institut für Medienpolitik.


Am Mittwoch vor knapp einer Woche war Alan Rusbridger, Chefredakteur des Guardian am Berliner Institut für Medienpolitik, um über seine Sicht der journalistischen Produktionsverhältnisse zu sprechen. Rusbridger trat zwar bedächtig und zurückhaltend auf. Seine Schlussfolgerungen waren dafür teilweise um so drastischer. Britisch zurückgenommen erklärte er den anwesenden Journalisten, dass sie leider von ihrer Kanzel herunterkommen müssten — und dass die Zeitung als Geschäftsmodell mittelfristig tot sei (siehe auch taz).

Rusbridgers Kernaussagen:

— Wenn wir beim Online-Geschäftsmodell nicht weiterkommen, dann müssen wir als Journalisten vor allem darüber nachdenken, wie sich Journalismus verändern muss, um weiter wichtig und relevant zu bleiben.

— Journalisten müssen verstehen, dass sie das alte Modell umkrempeln müssen: Früher dachten wir, dass wir alles wissen. Heute müssen wir erkennen, dass unsere Leser häufig sehr viel mehr wissen als wir.

— Das Distributionsmodell der Print-Zeitung wird sterben, weil es nicht mehr zu finanzieren ist und die Anzeigenkunden es nicht mehr mittragen wollen.

— Drei Gründe, warum Twitter ein geniales Werkzeug für Journalisten ist: 1. Rückkanal, um Wissen der Leser zu nutzen. 2. Marketingkanal für die eigenen Inhalte. 3. Toller Filter, der so manchen Berater spart.

Hier ein achtminütiges Video von seinem Auftritt:

Alan Rusbridger on the Future of Journalism from Carta on Vimeo.