Carta

Politik, Ökonomie, digitale Öffentlichkeit

Montag | 25.09.2017

Zum Status der „4. Gewalt“ im Staat

| 21.09.2016 | 4 Kommentare

Wird der Journalismus in einer sich quantitativ wie qualitativ ausdifferenzierenden Medienlandschaft seiner gesellschaftlichen Verantwortung gerecht? Versuch einer Antwort aus Sicht der Publizistik- und Kommunikationswissenschaft.

Gibt das derzeitige publizistische System zur Sorge Anlass? Sowohl Ja als auch Nein. In pluralen Demokratien mit für den Souverän expliziten Abwehrrechten gegenüber dem Staat unter Beachtung von Gesetzesvorbehalten kann es – objektivierend beurteilt – keine andere Antwort geben. Jede darüber hinausgehende Bewertung würde bereits die erwünschte und zulässige Auseinandersetzung gesellschaftlicher Gruppen, den politischen und publizistischen Wettbewerb abbilden.

Die „Spielregeln“ für eine lebendige Demokratie liegen in dem Art. 5 GG, Absätze 1-3, und in ihren Auslegungen durch das Bundesverfassungsgericht offen. Jutta Limbach, ehemalige Richterin und Präsidentin zwischen 1994 und 2002 an eben diesem Gericht, stellte 2001 in ihrem Vortrag „Menschenwürde und Pressefreiheit“ klar, dass es nicht genüge,

 

(…) so das Bundesverfassungsgericht, „wenn eine Obrigkeit sich bemühe, noch so gut für das Wohl von Untertanen zu sorgen“. Der Staat habe vielmehr den Bürgern den Weg zu öffnen, damit er an Entscheidungen mitwirken könne. Darum sei die Geistesfreiheit für die freiheitliche Demokratie „entscheidend wichtig“. Sie sei ein Funktionselement dieser Ordnung; denn sie bewahre diese vor Erstarrung und zeige eine Fülle von Lösungsmöglichkeiten auf.

 

Folgt man dieser Auffassung, kann es ausschließlich um den Grad der Wahrnehmung gesellschaftlicher Verantwortung durch die Medien als so genannte „4. Gewalt“ gehen, respektive das Wahrnehmen journalistischen Handelns durch die Gesellschaft. Eine abschließende Bewertung widerspräche dem Geist einer freiheitlichen Demokratie und beschriebe ihr Ende. Die Dosierung des journalistischen Handelns entscheidet über Toxizität der Beiträge einerseits sowie einer erwünschten, funktionalen Wirkung im Gesamtkontext auf der anderen Seite.

In der Praxis angelangt, stellt sich die Problematik des Medienwandels, der Ausfaltung von Kommunikationsoptionen sowie Herstellung von Öffentlichkeit folgendermaßen dar: Internationalität, Überregionalität, Regionalität, Lokalität im direkten Austausch mit privater Kommunikation erfordern ein daran angepasstes Medienverhalten des Filterns; des Ein- oder Ausblendens journalistischer Angebote unter der stabilen wie oszillierenden Maßgabe individueller Gratifikationserwartungen. Die mediale Konvergenz auf inhaltlicher und technologischer Ebene ist nicht mehr nur Terminus technicus der vielfältigen Medien- und Kommunikationswissenschaft, sondern dezidiert ein gesamtgesellschaftliches, die breite Öffentlichkeit bewegendes Phänomen. Die sich daraus ableitenden Hinterfragungen von journalistischer Leistungsfähigkeit erfordern jedoch einen beispielhaften Blick in die kommunikationswissenschaftliche Theorie.

Der Ansatz des so genannten Third-Person-Effektes ist sowohl prominentes Phänomen in der Publizistik- und Kommunikationswissenschaft als auch Hinweis auf ein vermeintlich vorherrschendes Misstrauensparadigma gegenüber der kommunikativen und informationsvermittelnden Umwelt aus der Perspektive des Rezipienten, des Medieninhalte verarbeitenden Individuums. Diese Theorie zur verzerrten Wahrnehmung besagt, es sei empirisch belegbar, dass je – graduell – unbekannter ein Empfänger der gleichen Informationsquelle einem Rezipienten ist (individuell/persönlich bekannt; institutionell/Medienmarke), desto höher ist der vermutete Grad der Beeinflussung durch journalistische Beiträge und in der Folge die Wahrscheinlichkeit von Einstellungsänderungen.

In der scheinbaren Nähe der Gesellschaft zueinander durch digitale Kommunikationsorganisation via Social Media erhöht sich der Anteil sichtbarer, aber dennoch fremder/wenig miteinander bekannter Informationsempfänger und damit Misstrauen: nicht nur gegenüber der Botschaft an sich, sondern, damit verbunden, gegenüber den Informationsmittlern als Urheber für eine vermutete Beeinflussung.

Die Wirkung von journalistischer Information im Familien- und Freundeskreis löst dagegen nur in seltenen Fällen Befürchtungen über nachhaltigen Einfluss oder gar erfolgreicher Manipulation aus. Kognitive Dissonanzen, also den eigenen Wünschen und Erwartungen zuwider laufende Informationen oder soziale Zustände, sind in einem familiär geordneten Setting leichter zur Wiederherstellung von Konsonanz abbaubar. Das interpersonale Vier- oder Mehraugengespräch schafft das notwendige Vertrauen und gleichermaßen ein abwägendes Aufnehmen von Botschaften.

Dieses bereits lange vor der Digitalisierung entwickelte Forschungsprogramm der kommunikationswissenschaftlichen Medienwirkungsforschung zeigt nicht nur ein konstantes Verhältnis zwischen Medienpublikum und Medienbetrieb auf, es liefert auch die Erklärung für die „gefühlte schlechte Welt“ des vermuteten Einflusses von/oder des Manipulationsverdachts der Massenmedien. Der Third-Person-Effekt erfährt in der digitalen Kommunikationsumgebung, bestehend aus der Verschränkung von Massen-, Gruppen- und/oder Individualkommunikation sogar einen Kamineffekt: in dem vormals durch analoge Medientechnologien dominierten Mediensystem ließen die begrenzt leistungsfähigen Kommunikationstechnologien für die Breite der Gesellschaft keinen schnellen, individuellen Rückschluss auf vermutete Medienwirkungseffekte in dem Maße zu, wie es digitale Kommunikationsplattformen heute in kürzester Zeit ermöglichen. Die Option des interpersonalen Austauschs oder der Gruppenkommunikation mit fremden Menschen, die Informationsfülle, weist dem – durchaus kulturpessimistischen – Ansatz des Third-Person-Effektes ein Potential zu, leistungsfähigen wie auch gewissenhaften Journalismus zu überlagern und die „Welt“ für schlechter und instabiler zu halten, als sie es tatsächlich ist.

In der Praxis ist Journalismus nicht zwangsläufig „leistungsfähig“ (je nach Definition von Leistungsfähigkeit; „Investigativer Journalismus“ ist seit jeher quantitativ mehr Ausnahme als Regel) und erhebt genauso wenig den Anspruch auf allgegenwärtige Gewissenhaftigkeit. Lutz M. Hagen trägt generelle Befunde zum Journalismus zusammen: der Journalismus neige zur Selbstbezüglichkeit sowie larmoyanter Kritikresistenz, Falschmeldungen seien systemimmanent, Nachrichtenfaktoren wie beispielsweise Bedeutsamkeit oder Negativität bedingten die Nachrichtenagenda. Öffentlichkeitsarbeit von Unternehmen und Institutionen (Lobbyismus; „5. Gewalt“) beeinflussten die publizierten Nachrichten ebenso wie Werbe- und Anzeigenkunden.

Aus der Perspektive der kommunikationswissenschaftlichen Subdisziplin Medienökonomie stellen sich die zugrunde gelegten Problembereiche, die Vorbehalte in der Gesellschaft gegenüber der Herstellung von Öffentlichkeit zu schüren imstande sind, zeitgenössisch folgendermaßen dar: Eine verschwimmende Trennung von Nachricht und Kommentar, überwiegend im text-basierten Journalismus Online beobachtbar, ziele auf eine Steigerung der Publikumswahrnehmung ab. Die Gründe lägen nicht allein in der Ausbildung zum Journalismus, nicht nur an branchenspezifischer Eitelkeit, ebenfalls nicht nur an der Lust zur Skandalisierung oder willkürlicher Diskreditierung Dritter als Profilierungsprogramm, sondern hauptsächlich an der Erosion eines Geschäftsmodells, journalistische Inhalte gegen Werbe- und Anzeigenerlöse dem Publikum als unabhängig erstellte, relevante Nachrichten anzubieten. Eine direkte Geschäftsbeziehung zwischen Anbietern publizistischer Inhalte und dem Publikum besteht hier, anders als bei Einzel- oder Abonnementverkäufen, nicht.

Der partiell identifizierbare Schulterschluss zwischen Verwaltung und Redaktion zur Steigerung von Online-Reichweiten für die Werbevermarktung erzeugt ein hochgradig oszillierendes Pendeln zwischen dem Selbstverständnis des Journalismus als Kultur- oder Wirtschaftsgut. Nachrichtenfaktoren scheinen sich im Medienwandel stärker nach der Sensation auszurichten, denn nach reflektierter Relevanz. Ein technologie-deterministischer Innovationsglaube an – vermeintlich für das Publikum unabdingbare – Schnelligkeit gegenüber Wettbewerbern können Ansprüche an Recherche, Überprüfungen und Einordnungen zurücklassen.

In Form von redaktionell bearbeiteten Artikelüberschriften und Teasern (die eigentlichen Autorinnen und Autoren von journalistischen Stücken haben hierauf in der Regel wenig bis keinen Einfluss), die als komödiantische, quasi-satirische Aufmacher einerseits Publikum anlocken sollen, können andererseits zur Verwechselung der kommunikativen Genres Information und Unterhaltung führen. So kann der Journalismus Gefahr laufen, sich einerseits nah am Publikum zu wähnen (via Online-Kommentierung im Allgemeinen und Social Media im Speziellen) und es andererseits doch weit zurück zu lassen (Ansprache des Publikums; Third-Person-Effekt), wenn die medienwirtschaftliche Hilflosigkeit und/oder Eitelkeiten im publizistischen Wettbewerb implizit die Agenden des täglichen Wirkens bedingt. Statistische Werte wie Auflage, Reichweite, Likes, Shares oder Kommentare haben lediglich Einlassungsvermutungen hinterlegt und keine wie selbstverständlich angenommene Rezeption, also der aktiven Verarbeitung von redaktionellen Inhalten. Zudem liefern die Anzahl an Shares, Likes und die Inhalte von Online-Kommentaren ein verzerrtes Bild des tatsächlichen Publikumsinteresses ab. Dabei kann unter Umständen der Reichweitenoptimierung abseits journalistischer Ansprüche eine „informelle Besoffenheit“ in der Analyse gegenseitiger Beobachtung durch die handelnden Akteure des Journalismus auf der einen und Individuen auf der anderen Seite der Bildschirme entstehen.

Unter dem Aspekt der gesellschaftlichen Verantwortung, der Ausübung einer „4. Gewalt im Staate“, haben die Schwierigkeiten des kommerziell betriebenen Journalismus im digitalen Umbruch der Medienmärkte jedoch keine normative Kraft. Auf die Erwartungen an die politische Funktion der kontinuierlich redaktionell tätigen Massenmedien, Information anzubieten, Mitwirkung an der Meinungsbildung zu ermöglichen sowie eine grundrechtlich freigestellte Option zur Kritik und Kontrolle an den drei staatlichen Gewalten auszuüben, reflektiert wiederum Limbach:

 

(…) Kritik an Regierung, Regierungspolitik, Parlament und allen anderen Verfassungsorganen sowie an konkreten politischen und sozialen
Verhältnissen (ist) zulässig (…), auch wenn sie hart, unsachlich und
uneinsichtig ausfällt.

 

Der Trend hin zu einer unterhaltungsorientierten Aufbereitung politischer Information im Online-Sektor ist – im Kontext dieser Einlassung – nur bedingt und unter Verwendung des Limbach’schen Terminus „unsachlich“ dazu geeignet, die politischen Funktionen der Massenmedien auszuüben. Ebenso wenig normativ ist die Ausrichtung journalistischen Wirkens auf eigennützige Öffentlichkeitsarbeit oder Werbung. Sie weisen kein Potential auf, via Einfalt gesellschaftliche Aufklärungsarbeit verlässlich vielfältig und überprüfbar leisten zu können.

Die Ausübung einer so genannten „4. Gewalt“ ist keine gesellschaftliche Verpflichtung für den Journalismus, sondern vielmehr ein Angebot der Gesellschaft an sich selbst, wehrhaft, plural und fortschrittlich im Sinne der Aufklärung sein zu können. Es ist ebendem die freie Entscheidung der Akteure eines redaktionellen, spezifisch organisierten Medienbetriebes, diese Freiheiten zu nutzen oder nicht. Die Oberfläche der Publikation bleibt dieselbe.

Journalismus ist eine – nach Robert G. Picard – personalintensive und damit teure Aktivität, dessen Arbeitsbedingungen einen zentralen Faktor des Diskurses über die Leistungsfähigkeit darstellen. Davon unbenommen bleiben die Ansprüche an Journalismus in einer pluralen Demokratie stabil und unterscheiden sich nur marginal von denen vergangener Jahrzehnte. Öffentlichkeit wird im Zuge der Digitalisierung von Kommunikationsumgebungen darüber hinaus auch für das Medienmanagement zum gesellschaftlichen Belastungstest. Unsicherheiten in der Ausrichtung des aktuell den Journalismus umgebenden Geschäftsmodells sowie der Umgang mit Empörungswellen von verhältnismäßig kleinen Gruppen im Onlinesektor, die repressiv auf Diskurse einwirken können, verführen zum Opportunismus.

Die zentrale Größe ist der Souverän im Staate, die Bürgerinnen und Bürger, die als jeweilige Publika der Massenmedien wie auch als kommunizierende Individuen auf Social Media-Plattformen partiell, aber nicht zwangsläufig repräsentativ sichtbar werden. Angesichts dieser Abwägungen können die vorangestellten Analysen zum Journalismus nicht als Entschuldigung für bestimmte Arten und Weisen der Berufsausübung angeführt werden, zu der niemand gezwungen wird. Die Persönlichkeit und Verantwortung der handelnden Akteure im Journalismus sowie die Medienmarken
gewinnen unübersehbar an Gewicht. Durch den Medienwandel wird den Bürgern die Berücksichtigung der Wahlfreiheit in der Medienauswahl genauso ins Bewusstsein gerufen, wie auch eine nüchterne Reflektion der Auswirkungen des digitalen Kommunikationsraumes empfohlen werden kann. Die Konvergenz zwischen Massenkommunikation (Journalismus) und Individual- und Gruppenkommunikation (Social Media) führt nicht nur aus technologischer Perspektive zu neuen Graustufen: Der Journalismus wie auch das Publikum insgesamt erleben die kommunikative Konvergenz als Hindernisparcours aus Wahrnehmungs- und Anspracheverständnis in einem weitgehend frei von politischen Einschränkungen definiertem Raum. Media Literacy stellt für alle an der Herstellung von Öffentlichkeit beteiligten Akteure die notwendige Schnittstelle zur Bewältigung der durch die digitale Ausfaltung von Kommunikation veränderten gesellschaftlichen Realität dar.

 

Angepasst nach Erstveröffentlichung in: Korczak, Dieter (Herausgeber): Meinungsfreiheit oder die Macht der Medien, Asanger Verlag Kröning 2016, S. 107-114. Der Text basiert auf einem Statement des Autors bei der Tagung „Meinungsfreie Meinungsfreiheit! Medien – die vierte Macht im Staat?

 


Der Text erscheint im Rahmen des Dossiers „Journalismus – Aufklärung oder Animationsarbeit?“, das in Zusammenarbeit mit der Otto Brenner Stiftung entsteht. Ausgangspunkt ist das dort publizierte Arbeitspapier „Journalist oder Animateur – ein Beruf im Umbruch. Thesen, Analysen und Materialien zur Journalismusdebatte“ von Hans-Jürgen Arlt und Wolfgang Storz. Wir setzen die Debatte in den nächsten Wochen fort.

 


Möchten Sie regelmäßig über neue Texte und Debatten auf Carta informiert werden? Folgen (und unterstützen) Sie uns auf Facebook und Twitter.

 

Schlagwörter: , , , , , , , , ,

Ähnliche Artikel

4 Kommentare

Sie möchten diesen Text kommentieren?

Dr.Peter Kochs | 22.09.2016 | 19:34 Uhr

…er soll nicht nachlassen, der Herr Professor aus St.Pölten, in seinen scharfen analytischen Anmerkungen, – sehr schön deduziert, klare gedankliche Linien, – auch journalistische Wahrheit ist Übereinstimmung mit der Alltagswirklichkeit unter der Vorgabe der genannten Limbach´schen Prämissen! So geht Wissenschaft leidenschaftlich!(Jetzt weiß ich auch, warum ich die Provinzzeitung, die ich am Frühstückstisch aufschlage, wiederholt so sehr hassen muß – aber es gibt hier keine Alternative fürs Lokale…)

TangoZulu | 22.09.2016 | 18:09 Uhr

Hallo Herr Krone,

Danke für die Entgegnung. Okay. Ich hatte jetzt eher daran gedacht, dass z.B. schon in der Europäischen Menschenrechtskonvention (Art. 10) die Pressefreiheit an Pflichten und Verantwortung – z.B. der Abwägung öffentlicher Relevanz von Veröffentlichungen – gebunden ist. Aber ich gebe Ihnen recht, da gehen wir von unterschiedlichen Begriffen aus. Dass Sie Ihren Stil mögen, ist Ihnen natürlich unbenommen;-)

jan krone | 22.09.2016 | 11:35 Uhr

Sehr geehrte/r TangoZulu,

@1. Der Inhalt soll sich auf den Begriff der sog. „4. Gewalt“ beziehen. Öffentlichkeit ist fix gewährleistet, Kontrolle und Kritik, soziale Orientierung etc. sind in der Folge aber Auslegungen, bspw. des BVerG mit ihren Entscheidungen und imho keine verbindlichen Normierungen der Auslegungen. Sondern vielmehr der Option, dies bspw. zu ermöglichen

@2. … ach, Verben sind in ihrer Bedeutung doch übertrieben bewertet ;-) Ich verstehe Sie schon, aber ich mag das nun einmal so

TangoZulu | 22.09.2016 | 07:59 Uhr

Verehrter Autor, ich habe zwei Anmerkungen:

1. „Die Ausübung einer so genannten „4. Gewalt“ ist keine gesellschaftliche Verpflichtung für den Journalismus, sondern vielmehr ein Angebot der Gesellschaft an sich selbst, wehrhaft, plural und fortschrittlich im Sinne der Aufklärung sein zu können.“

Die zweite Hälfte des Satzes würde ich unterschreiben, die erste stimmt aber m.E. nicht. Der Staat definiert funktionale Anforderungen an die Medien (Herstellen von Öffentlichkeit, Kiritik und Kontrolle, Beitrag zur sozialen Orientierung etc.), die ihren Status als gesellschaftliches Funktionssystem und damit den institutionellen Schutz durch die Pressefreiheit begründen.

2. „Der Journalismus wie auch das Publikum insgesamt erleben die kommunikative Konvergenz als Hindernisparcours aus Wahrnehmungs- und Anspracheverständnis in einem weitgehend frei von politischen Einschränkungen definiertem Raum.“ (Beispielhaft) Puh! Geht’s auch mit ein paar mehr Verben statt Substantiven und dafür ein bisschen weniger akademisierend. Das wäre der Praxisrelevanz Ihres interessanten Beitrages gewiss nicht abträglich.