Video: Politisches Framing – Wie Deutschland sich politische Wahrheiten einredet

Elisabeth Wehling diskutierte am 2. März 2016 mit Politiker/innen und Expert/innen auf Einladung von IfM und Heinrich-Böll-Stiftung über kollektives politisches Sprechen und Denken, den Framing-Ansatz und seine Implikationen für politische Kommunikation und Demokratie.

 

Politische Entscheidungen, auch die vermeintlich alternativlosen, sind selten wertfrei, und politische Sprache ist nie neutral. Flüchtlingsstrom, Mindestlohn, Klimawandel, Steueroase, Islamophobie – Sprachbilder wie diese entlarvt die moderne Neuro- und Kognitionsforschung Tag für Tag als heimliche Herrscher über unser politisches Denken und Handeln. Worte aktivieren sogenannte Frames (Deutungsrahmen) im Gehirn, die Informationen ideologisch einordnen und bestimmen, welche Fakten wir als wichtig begreifen, welche sich uns besonders gut einprägen und welche wir gar nicht erst wahrnehmen.

Doch wirklich demokratische Diskurse und politische Wahlfreiheit gibt es nur dort, wo sich ideologische Vielfalt auch sprachlich niederschlägt. In ihrem neuem Buch „Politisches Framing: Wie eine Nation sich ihr Denken einredet – und daraus Politik macht“ beschreibt die Linguistin und Politikberaterin Elisabeth Wehling, wie sich Sprache auf unser Denken und Handeln auswirkt. Und sie zeigt Perspektiven auf – für eine bewusstere Sprache und eine revitalisierte Demokratie.

Podiumsdiskussion politisches Framing

Christiane Hoffmann (Spiegel), Matthias Machnig (BMWi), Elisabeth Wehling (University of California, Berkeley), Michael Kellner (B90/Grüne), Leonard Novy (IfM, Carta.info)

 

Es diskutierten:

  • Elisabeth Wehling, University of California, Berkeley
  • Christiane Hoffmann, stellv. Leiterin des Hauptstadtbüros, Der SPIEGEL
  • Michael Kellner, Politischer Geschäftsführer, Bündnis90/Die Grünen
  • Matthias Machnig, Staatssekretär, Bundeswirtschaftsministerium
  • Moderation: Leonard Novy, Institut für Medien- und Kommunikationspolitik gGmbH

Die Veranstaltung wurde vom Institut für Medien- und Kommunikationspolitik gGmbH und der Heinrich-Böll-Stiftung organisiert. Carta ist Medienpartner.

Stimmen zum Buch „Wie eine Nation sich ihr Denken einredet – und daraus Politik macht“:

Noch immer unterschätzen Deutsche die Macht von Sprache. Elisabeth Wehling, Europas führende Expertin zu political framing, leistet mit diesem Buch Pionierarbeit: Sie erklärt, warum Sprache hochpolitisch ist. Unbedingt lesen, gerade in diesen bewegten Zeiten. – Dr. Gregor Peter Schmitz, Leiter Hauptstadtbüro WirtschaftsWoche 

Dieses Buch liest sich wie das Making-Of der jüngsten europäischen Debatten. Ob Flüchtlingskrise oder Klimawandel – Sprache konstruiert Wirklichkeit und „macht“ Politik. Elisabeth Wehling zeigt eindrucksvoll, wie Framing unser Denken steuert, und welche Rolle Medien- und Politikschaffenden dabei spielen, ob in Brüssel, Berlin oder Washington. Eine faszinierende Lektüre für alle, die verstehen wollen, warum eine Gesellschaft denkt, wie sie denkt. – Dr. Stefan Leifert, ZDF-Korrespondent Europastudio

 

 


Möchten Sie regelmäßig über neue Texte und Debatten auf Carta informiert werden? Folgen (und unterstützen) Sie uns auf Facebook und Twitter.