Enthauptungen vor der Kamera sind keine islamische Folklore

Die Regionen des Nahen Ostens kommen nicht aus den Schlagzeilen raus. Der IS ist dabei lediglich ein Akteur von vielen, wenn auch aktuell prominenteste und am brutalsten wirkende Partei. Ein Carta-Interview mit Nahost-Experte Daniel Gerlach u.a. über seinen Vergleich des IS mit dem kolumbianischen Medellin Kartell, die Frage, ob der Konflikt in Syrien und Irak ein Stellvertreterkrieg ist und Schreckensmeldungen, die nur welche sind, wenn sie sich steigern lassen.

Das Interview mit dem Chefredakteur und Mitherausgeber des Magazins „zenith“ führte Bobby Rafiq.

 

Sie sind gerade erst aus dem Irak zurückgekehrt. Wo waren Sie genau?
Ich habe mich dieses Mal in und um die Stadt Nadschaf aufgehalten. Sie ist die Heilige Stadt der Schiiten, beherbergt den Grabschrein des schiitischen Imams Ali und ist ein Ausgangsort des in der kommenden Woche beginnenden Pilgerfestes Aschura. Der größte Friedhof der Welt liegt dort und Nadschaf ist auch Sitz der höchsten Geistlichen der Schia.

Wie ruhig ist es dort? Fühlen sich die Menschen sicher?
Im Vergleich zu anderen Landesteilen: Ja. Nadschaf hat eine relativ homogene Bevölkerungsstruktur und wird bewacht wie eine Festung. Die Schiiten erinnern sich genau daran, dass 2006 das große Schlachten mit einem Anschlag auf einen schiitischen Heiligenschrein losging. In Samarra, nördlich von Bagdad. Man fürchtet, dass IS so etwas wieder versuchen wird.

Die Auswirkungen des Krieges sind indirekt, aber deutlich zu spüren. Es gibt um Nadschaf rund 70.000 Flüchtlinge, darunter auch viele Christen. Vor allem kommen die Leichname der gefallenen Schiiten oft dorthin. Wer am Grab Alis sitzt, kann im Minutentakt zählen, wie Särge von sogenannten Märtyrern dorthin getragen werden. Als letztes Geleit.

 

Der Hass zwischen Konfessionen ist der Zunder, mit dem der Brand weiter angefacht wird.

 

Ist es tatsächlich ein religiös-konfessioneller Krieg, den wir im Irak, aber auch in Syrien sehen? Oder geht es aus Sicht der Anti-IS-Kämpfer um die jeweilige Nation?
Die Kriege im Irak und in Syrien sind unterschiedlicher Natur und verschiedenen Ursprungs. Die konfessionelle Dimension ist eine von vielen. Ich spreche in diesem Fall von einem Layer, einer Ebene des Konfliktes. Wenn man in der Betrachtung die anderen Ebenen ausblendet, also deaktiviert, kann man sehr deutliche Strukturen erkennen und sagen: Ja, da geht es um Hass zwischen Konfessionen. Zu diesem Schluss kommen viele, es ist aber eine sehr eindimensionale Betrachtung. Der Hass zwischen Konfessionen ist der Zunder, mit dem der Brand weiter angefacht wird.

Grundsätzlich habe ich aber eine andere Lesart, was die Ursachen betrifft: Die Abwesenheit und das totale Versagen von Staaten und ihren Institutionen, die zum Teil mutwillig abgeschafft und zerstört wurden.

Wenn man im Übrigen von Konfessionskrieg spricht, muss das nicht nur mit Religion zu tun haben. Die schlimmsten Schiiten- oder Sunnitenhasser, die ich kennengelernt habe, verstehen von Religion meist überhaupt nichts. Und sie sind nicht spirituell.

Sondern?
Ich weiß: Vergleiche mit westlichen Ideologien sind schwierig und nicht immer zielführend. Mir kommt es eher faschistoid vor. „Hier wir, da die Anderen. Wer nicht einer von uns ist, kann auch niemals einer von uns werden. Also müssen wir Krieg führen und zusehen, dass wir stärker bleiben als die Anderen.“ Diese Logik eben.

 

Die Angst vor den schädlichen Interessen anderer ist die Triebfeder der Politik im Nahen Osten.

 

Um in Ihrem Bild zu bleiben: Ist es auch ein Stellvertreterkrieg anderer Staaten um die Hegemonie in der Region? Welche wären das?
Auch eine von mehreren Ebenen. Aber Vorsicht: Die Geschichte vom Stellvertreterkrieg ist auch ein beliebtes Muster der arabischen Staaten, immer alles nur auf Einmischung von außen zu schieben. Nie hat man selbst Schuld, immer sind es die Amerikaner, die Kolonialmächte, die Ölbonzen, die Zionisten. Oder auch ein beliebtes Feindbild heute: die Türken und Kataris, die zweifelsohne eine Hand im Spiel haben.

Aber die jeweiligen Kriegsparteien und Regime, besonders das syrische, lehnen sich dann entspannt zurück und sagen: „Sorry, Leute. Wir sind ja guten Willens. Aber gegen diese vom Ausland gesteuerte Bande, die sich Opposition nennt, müssen wir uns verteidigen. Und wo gehobelt wird, da fallen Späne.“

Es würde jetzt den Rahmen sprengen, wenn ich hier alle regionalen und internationalen Interessen aufzählen wollte, die eng verflochten und zum Teil sehr widersprüchlich sind. Lassen Sie es mich so sagen: Es gibt Länder, die helfen können, das Blutvergießen in Syrien zu beenden. Zuvorderst das Regime in Damaskus, aber auch Saudi-Arabien, Irak, Iran, die Türkei, die anderen Golfstaaten, Russland und die USA.

Es geht meinem Eindruck nach nicht so sehr um die Chimäre von „Hegemonie“, das ist vorbei. Sondern um die Sorge, den Kürzeren zu ziehen und benachteiligt zu werden. Man antizipiert die Bosheit des anderen. Ein Beispiel: Saudi-Arabien und die Türkei haben dem Aufbau von IS nicht wohlwollend zugesehen, weil sie diese Truppe toll finden. Sondern weil sie das, was die saudische Propaganda den „schiitischen Halbmond“ nennt – also eine angebliche schiitische Achse von Iran bis zum Libanon – durchbricht.

Russland unterstützt Assad nicht, weil es die Fassbomben auf Aleppo richtig findet, sondern weil es befürchtet, dass sein einziger Verbündeter im Nahen Osten fallen könnte. Dann müssen sie irgendwann ihren „Warmwasserhafen“ schließen, Amerika, Katar und Jordanien bauen eine Gaspipeline durch Syrien und versorgen damit den europäischen Markt. Die Angst vor den schädlichen Interessen anderer ist die Triebfeder der Politik im Nahen Osten – und der Hintergrund des zynischen Spiels mit Terrorgruppen wie IS. Die sind – entschuldigen sie, dass ich das so sagen muss – ja noch vergleichsweise ehrlich.

 

Kopfabschneiden vor der Kamera – ob mit Schwert oder Motorsäge – ist weder eine islamische noch eine lateinamerikanische Folklore.

 

In einem aktuellen Beitrag für das IPG-Journal vergleichen Sie IS mit der Drogenmafia, etwa dem Medellin-Kartell. Ist Baghdadi der Escobar unter den Dschihadisten, also Kopf einer Gruppe der Organisierten Kriminalität und des Organisierten Verbrechens?
Dass Baghdadi und IS Verbrecher sind, steht wohl außer Zweifel. Ob er mit Escobar vergleichbar ist, wird man sicher erst erfahren, wenn Baghdadi nicht mehr lebt. Meine Vermutung ist, dass so manche Regierung es lieber sähe, wenn man ihn nicht lebend fängt. Und damit meine ich – um gängigen Verschwörungstheorien keinen Vorschub zu leisten – nicht die Israelis oder Amerikaner.

Die Top-Terroristen von IS haben alle Hafterfahrung in syrischen, irakischen oder tschetschenischen Gefängnissen. Bei Escobar war es ja auch so: Man wollte ihn nicht noch ein zweites Mal „inhaftieren“ und dann erleben, wie er die Welt zum Narren hält. Die Bosse der Drogenkartelle konnten sich so lange halten, weil sie Schnittmengen von Interessen mit Regierungen, Organisationen, ideologischen Gruppen oder Paramilitärs teilten. Zum Teil sogar mit der Zivilbevölkerung, die sie für ihre Zwecke einspannten. Um das tun zu können, braucht man kultische Überhöhung – der Anführer ebenso wie der Märtyrer. Sonst fliegt der Schwindel irgendwann auf.

Mein Vergleich mag hinken. Er zielt aber auf einen zentralen Punkt ab: Kopfabschneiden vor der Kamera – ob mit Schwert oder Motorsäge – ist weder eine islamische noch eine lateinamerikanische Folklore. Sondern Teil perverser Abschreckungspropaganda, die ihrerseits aus einer völligen sozialen Verrohung hervorgeht. Und die Macht von Kartellen oder selbst ernannten Kalifatsstaaten speist sich aus dem Bankrott von Staaten. Wenn die Leute vor dem Staat und seinen Institutionen Abscheu empfinden, weil er nichts anderes tut als sie zu drangsalieren, wenn sie vor einer Uniform Reißaus nehmen, anstatt bei ihr Schutz zu suchen, dann ist der Boden fruchtbar für solche Projekte.

 

Vielleicht brauchen wir bald wieder Mandate für den Nahen Osten, wenn wir das Blutvergießen beenden wollen.

 

Sind auch „wir“ Schuld an dieser Angst vor dem Staat und dem Bankrott von Staatlichkeit? In einem kürzlich erschienenen Interview auf Spiegel Online äußerte sich ein IS-Rekrutierer in der Türkei zu den Motiven der Dschihadis. Dabei blieb der westliche Kolonialismus in der Region nicht unerwähnt. Lohnt sich tatsächlich ein Blick in die Historie, um den Konflikt nicht nur zu verstehen, sondern auch Lösungsansätze daraus abzuleiten?
Als Historiker kann ich darauf natürlich nur antworten: Ein Blick in die Historie lohnt sich immer! Aber es langt nun wirklich mit diesem reflexartigen: „Der Kolonialismus ist schuld.“

Es wurden damals Grenzen erfunden und Institutionen vernachlässigt, eigene, koloniale Interessen vor die der lokalen Bevölkerung gestellt. Das stimmt. Es wurde intrigiert und hintertrieben. Aber: Die arabische Welt – und auch viele andere Staaten der „Dritten Welt“ – wurde über Jahrzehnte von ihren Machthabern mit dem Argument hinters Licht geführt: „Nicht unsere Schuld, haben alles die Europäer vermasselt. Beschwert Euch also bitte nicht über Eure Armut und Unterdrückung!“

Ich denke, es gibt sogar eine Zeit, die wir uns sehr genau ansehen müssen: Die umstrittene Mandatszeit. Vielleicht – zumindest halte ich den Gedanken nicht für völlig abwegig – brauchen wir bald wieder Mandate für den Nahen Osten, wenn wir das Blutvergießen beenden wollen. Und – zumindest temporär – benötigt man auch neue Strukturen lokaler und regionaler Staatlichkeit. Jetzt sagen die arabischen Nationalisten natürlich: Das ist also der große Plan! Die arabischen Nationen spalten, um sie besser beherrschen zu können! Mit diesem Vorwurf wird jeder leben müssen, der versucht, Alternativen für die bestehenden Machtstrukturen zu finden. Wichtig scheint mir auch, dass der Nahe Osten seinen Begriff von „Macht“ und „Machtbeteiligung“ überdenkt.

 

Die Konfliktlinien in Syrien verlaufen nicht einfach nur entlang von „Regime“ und „Opposition“. Wer an dieses Paradigma glaubt, der kann auch noch fünf weitere Verhandlungsrunden in Genf veranstalten. Es wird keine Ergebnisse geben.

 

Ein Mandat ließe sich aber zunächst nur mit entsprechender Militärgewalt durchsetzen oder sehen Sie eine Grundlage, darüber verhandeln zu können?
Diese Grundlage sehe ich, wenn die sogenannte Internationale Gemeinschaft es ernst meint, und wenn die Beendigung des Blutvergießens wirklich ein gemeinsames Ziel darstellt. Wir haben bei zenith eine kleine Expertengruppe gegründet, die wir zenithCouncil nennen, und die sich derzeit mit dieser Thematik beschäftigt.

Zunächst einmal muss man die richtigen Fragen stellen und nicht der Versuchung erliegen, gleich auf alles die passenden Antworten zu haben und diese dann um jeden Preis durchzukämpfen. Weil man Recht haben will, oder weil man nun schon jahrelang nichts getan hat bzw. in die eine oder andere Seite schon so viel investiert hat.

Was sind die Interessen und Befürchtungen der Bevölkerung? Mit wem verhandelt man eigentlich und worüber? Ich höre in letzter Zeit viel darüber, dass man jetzt mit dem Assad-Regime gegen IS vorgehen müsse. Ich denke, dass man sich eher fragen sollte, was wir der Bevölkerung, die scheinbar auf Seiten Assads steht, anbieten können. Die Konfliktlinien in Syrien verlaufen nicht einfach nur entlang von „Regime“ und „Opposition“. Wer an dieses Paradigma glaubt, der kann auch noch fünf weitere Verhandlungsrunden in Genf veranstalten. Es wird keine Ergebnisse geben.

Wird man, ähnlich wie bei den Taliban in Afghanistan, am Ende auch mit dem IS verhandeln müssen?
Sehen Sie, hier liegt ein wesentliches Problem. IS hat sich eine Marke gegeben und schon setzt es sich in unserem Diskurs fest, dass es sich dabei um eine Größe handelt. Eine Institution, die die Interessen von Menschen vertritt, die man nicht ignorieren kann. Aber die Gestalt von „IS“ ist im Grunde ebenso unklar wie die des syrischen „Regimes“. Welches Mandat haben sie und wen vertreten sie?

Man muss gewiss nicht mit IS verhandeln, sehr wohl aber mir denen, die mit IS im Bunde stehen oder unter seiner Knute. Einige tausend ausländische Dschihadisten, die in einer romantisch-ideologischen Mission unterwegs sind, kann man verhaften oder erschießen. Aber für die Menschen in Syrien und im Irak ist das keine romantisch-ideologische und schon gar keine religiöse Mission. Sie sind real und bei sich zuhause Opfer von Gewalt, Armut und Unterdrückung. Seit Jahrhunderten leben in den Gebieten dieses vorgeblichen Kalifats fromme Muslime. Es braucht keinen Baghdadi, der ihnen nun den wahren Islam einprügelt.

Welche Terrorgruppe besaß denn jemals ein wirkliches Mandat?
Verhandelt wurde trotzdem. Sie sind Teil eines Konfliktes; ohne Einbindung werden sie keine Ruhe geben. Zudem ließe sich möglicherweise auf diesem Weg ein Keil zwischen ihre Reihen treiben. Sicherlich, wir sprechen nicht von Verhandlungen zum jetzigen Zeitpunkt. Bei den Taliban mussten auch etliche Jahre vergehen; größere Erfolge lassen zudem immer noch auf sich warten.
Außerdem wäre wohl eine Unterscheidung zwischen IS, Taliban oder Boko Haram auf der einen und PLO, IRA, Hamas oder Hisbollah auf der anderen Seite angebracht. Aber zunächst wurde beziehungsweise wird beiden Seiten ein Mandat abgesprochen. Ganz abgesehen von der Frage, wer wen zu welchem Zeitpunkt als Terrorgruppe ansieht.

Was die Taliban betrifft: Afghanistan ist nicht mein Spezialgebiet, da gibt es wirklich sachkundigere Leute. Grundsätzlich ist die Frage, welche Mandate Terrorgruppen haben, eine interessante. Und eng verbunden mit der, was eigentlich eine Terrorgruppe ist. Der Nordirland-Unterhändler und ehemalige Stabschef von Tony Blair, Jonathan Powell, hat gerade ein Buch veröffentlicht, das „Talking to Terrorists“ heißt. Er beschreibt darin auch seine Gespräche mit Sinn Fein in Irland, denen er erstmal nicht die Hand geben wollte. Das waren allerdings, wenn man es so will, Terroristen mit Mandat. Sie hatten Ziele und Forderungen, auf die man eingehen konnte. Bei diesem sogenannten IS sehe ich das nicht. Ich weiß aber, dass es Staaten und Personen gibt, die das ganz anders sehen. Wenn man mit IS – worüber auch immer – verhandeln will, gibt es bestimmt Regierungen, die sich als Mittelsleute anbieten. In Kuwait, Katar, Saudi-Arabien, der Türkei und sicher auch beim syrischen Regime.

 

Terrorgruppen haben Konkurrenz. Sie brauchen einen stetigen Durchlauf an Ereignissen, um im Gespräch zu bleiben. Sie werfen sich in eine für sie eher sinnlose Schlacht um Kobani, weil sie ein Erfolgserlebnis brauchen.

 

Abschließend ein Blick auf unsere Zunft: Lassen wir durch die Art der Berichterstattung den IS monströser und mächtiger erscheinen, als er in Wirklichkeit ist und unterstützen damit seine Propaganda? Zuletzt war von einer, wenn auch bescheidenen, Luftwaffe der Terroristen die Rede.

Medienschelte kommt ja immer gut an beim Publikum. Aber viele Journalistenkollegen arbeiten sich ab, begeben sich regelmäßig in Gefahr und schuften die Nächte durch, um ein ausgewogenes, akkurates Bild der Lage zu zeichnen. Auch das muss mal gesagt werden.

Andererseits: Keiner will hintenanstehen, wenn die Nachricht um die Welt geht: „IS hat jetzt eine Air Force.“ Ich wundere mich immer, wie alle von der „genialen Medienstrategie“ der Dschihadisten sprechen, die angeblich mit allen Wassern gewaschen ist. Es ist doch völlig banal und einfach zu verstehen, wie die Medienökonomie funktioniert.

Terrorgruppen haben Konkurrenz. Sie brauchen einen stetigen Durchlauf an Ereignissen, um im Gespräch zu bleiben. Sie werfen sich in eine für sie eher sinnlose Schlacht um Kobani, weil sie ein Erfolgserlebnis brauchen. Die Bilder der Kampfjets, die IS von der syrischen Luftwaffe erobert hat, haben wir bei zenith wenig später mit ein paar Rüstungsfachleuten analysiert (die gibt es bei uns nämlich auch). Die kamen zu dem Ergebnis, dass diese Geräte eher wie stehende Ersatzteillager aussahen.

Glauben die wirklich, dass die syrische Luftwaffe funktionierende Jets fahrlässig herumstehen lässt, bis IS die Basis eingenommen hat, vorher aber sämtliche hohen Offiziere evakuiert? Dann kam die Nachricht, IS sei damit ausgerechnet zum Flughafen Aleppo geflogen, um dort glücklicherweise von der syrischen Armee erwischt zu werden. Schreckensmeldungen sind nur welche, wenn sie sich steigern. Das weiß die IS-Führung ebenso gut wie das Regime.

Es wäre eigentlich an der Zeit, dass die Tagesschau um 20 Uhr täglich anfängt mit: „Meine Damen und Herren, seit nunmehr 255 Tagen befinden sich die Kollegen XY in der Geiselhaft von IS. Auch heute hat das syrische Regime 4 Fassbomben auf ein Wohngebiet in Aleppo abgeworfen und dabei unter anderen 12 Kinder getötet. Weitere 15.000 Menschen sind diese Woche im Flüchtlingslager Z eingetroffen. Wir wissen, dass Sie das nicht mehr schockiert, wollten es Ihnen aber nicht vorenthalten.“