Steingarts große Offensive

| 25.06.2014 | 7 Kommentare

In einer einzigartigen Aktion beweisen die deutschen Verlage unter der Ägide Gabor Steingarts ihre Macht. Mit einem wirklich gelungenen Stück Qualitätsjournalismus gelang es ihnen, netzpolitik.org zu kapern und so die Blogger als das bloßzustellen, was sie sind: bloß Blogger.

Wie Andre Meister (vermutlich ein Pseudonym) bei Netzpolitik berichtete, hat der Deutsche Bundestag mit dem ausgewiesenen NSA-Zulieferer und Netzneutralitätsgegner Verizon Verträge über den Bezug von Internet Services abgeschlossen.

Es darf gemutmaßt werden, dass der einflussreiche Handelsblatt-Mann Steingart im Hintergrund den Kontakt herstellte und die Fäden zog, um durch die Enthüllung seine These zu untermauern, “alles, was an Artikeln begeistert, polarisiert, langweilt oder einfach nur informiert, ist von den Autoren deutscher Verlage in deutscher Sprache erstellt worden“.

Eine Überprüfung der Vertragsbeziehungen mit Verizon sei veranlasst, teilt Petra Pau, Vorsitzende der IuK-Kommission, mit. Selbstverständlich wird Steingart, bevor es so weit ist, gemeinsam mit Christoph Keese auf einer Pressekonferenz alles als von langer Hand vorbereitete, konzertierte Werbeaktion für das Leistungsschutzrecht enthüllen.