Die Immunreaktion der Lernverweigerung

Eine Replik auf Thymian Bussemers „Überwachung und Exzess“

Die Frage, die ich mir stelle, seit ich angefangen habe, mich mit diesen sogenannten sozialen Medien zu befassen lautet: Weiß ich, wissen wir eigentlich, worauf wir uns einlassen, wenn wir uns dieser speziellen Art der Kommunikation aussetzen? Wie gut sind wir über etwas Neues informiert?

Man könnte sich die Befassung mit dieser Frage denkbar einfach gestalten: Wenn man einen Computer hat, ein Tablet, einen Laptop, oder was immer; wenn man mit dem technischen Equipment umgehen kann; wenn man Software hat und sie zu benutzen weiß; wenn man einen Internetzugang hat; wenn man Sprache versteht, wenn man lesen und schreiben kann; wenn man durch Massenmedien über verschiedene Themen informiert ist und durch den Berufsalltag Routinen kennt, die Normalität herstellen, die auch für andere Menschen gilt, so könnte man ohne weiteres annehmen, all den Dingen, die sich dann ereignen werden, gewachsen zu sein. Schließlich hat man sich durch Schule, Ausbildung und Lebenserfahrung so viel kritisches Potenzial erarbeitet, dass es nicht schwerfallen dürfte, alle Anforderungen zu meistern, die aus der Befassung mit sozialen Medien resultieren.

 

Äußere Hürden und innere Blockaden

Wo sind denn die speziellen Schwierigkeiten, Hindernisse, Blockaden, durch die verhindert werden könnte, dass ich mich beteiligen und daraus klug werden kann? Es gibt fast keine Hürden, wenn man nicht die Freischaltung eines Anschlusses, die Beschaffung von geringen Geldmitteln zum Unterhalt eines Zugangs und eine Mindestintelligenz, die gebraucht wird, um damit zurecht zu kommen, als entscheidende Hindernisse ansehen will.

Ergo: Wenn schon die Beteiligung, die Zugangsfindung so einfach ist – was für alle anderen Nutzer mehr oder weniger ebenfalls gilt -, dann dürfte sich doch auch die Beurteilung der Ergebnisse dieser Art der Kommunikation nicht allzu schwer gestalten.

Man könnte also mit der Maxime starten, dass, wenn keine größeren Hemmnisse zu überwinden sind, alles andere auch nicht viel schwerer zu begreifen sein kann. Der Einstieg erscheint, weil keine fernliegenden oder seltenen Kompetenzen eingesetzt werden müssen, auf relativ normalem und wahrscheinlichem Wege möglich. Und wenn man noch die gesellschaftliche Bedingung hinzunimmt, dass diese Möglichkeiten der Beteiligung global auf andere mit mehr oder minder gleicher Wahrscheinlichkeit verteilt ist, dann gibt es eigentlich keinen Grund, sich über irgendetwas zu wundern.

Wenn man obendrein noch erkennt, dass die Kommunikation gemäß dieser Maxime erfolgreich und gelegentlich sogar sinnreich, unterhaltsam und lehrreich abläuft, wenn man ein Mindestmaß an guten Erfahrungen macht, dann ist es nicht so einfach einzusehen, dass eben diese Maxime – es sei alles ganz einfach und leicht – vielleicht ein selbstgefälliges und illusionäres Selbsttäuschungsmanöver ist.

Tatsächlich täuscht man sich zunächst nicht: Es ist ganz einfach, plug and play, und fertig ist die Laube. Aber: was heißt das denn schon?

 

Rätsel und Kompetenz

Ich möchte fragen: Welche Klarheiten, welche Gewissheiten, welche Normalität, welche Gewohnheiten, welche Regelmäßigkeiten, welche Ge- und Verbote, welche Gesetze, welche Normen, welche Selbstverständlichkeiten, welche bekannten Erwartungen werden denn durch Social-Media-Kommunikation tagtäglich mehrheitlich bestätigt?

Ich behaupte: kaum eine. Es ist nicht erforderlich, eine ausführliche Auflistung all der Erwartungsenttäuschungen, die alltäglich via Internet kommuniziert werden, aufzuzählen. Sie dürfte auf jedem Bildschirm jederzeit präsent sein.

Jeden Tag ereignet sich in jeder Timeline ein Schwarmüberfall von Merkwürdigkeiten aller Art, Seltsamkeiten, Fragwürdigkeiten, Übertreibungen; Abwegiges, Ironie, Idiotien, Pathologien, Protest, Empörung, Hass, Täuschung, Manipulation, Störung, Angst, Ablehnung, Paranoia, Verwirrung, Abwehr – ein Informationschaos ohne Beispiel. All das wird durch Internetkommunikation über Internetkommunikation jeden Tag reibungslos zustande gebracht.

Niemand kann daraus klug werden. Niemand ist in der Lage, diese Überflutung kritisch zu zähmen. Und wenn man sich dies dennoch – die eigene kritische Fähigkeit – selbst zurechnen möchte, so gilt die Haltbarkeit dieser Selbsteinschätzung nur bis zum nächsten Tweet und den Folgewirkungen, die sich durch Kommunikation über Meinung und Gegenmeinung dann ereignen können.

Natürlich ist jeder einzelne Nutzer kritisch-kompetent. Das kann man daran ablesen, dass jeder dies gern von sich behauptet, ohne dass irgendjemand diese Auskunft zuvor verlangte oder negierte, sondern allenfalls nachträglich bestreitet. Und da sich jeder für jeden ansprechbar macht, da jeder jeden kritisiert, ergibt sich eine sozial relativ gleich Verteilung kritischer Kompetenz.

Der Versuch, das zu bestreiten, bestätigt, was ich meine. Denn ein solcher Versuch zeugt von besonderer kritischer Kompetenz. Der Versuch mag beeindrucken, aber wenn es darum ginge, die eigene kritische Kompetenz höher zu schätzen als die der anderen, ist die Trollerei nicht etwa zu erwarten, sondern hat in eben diesem Augenblick bereits angefangen.

Daher lautet meine Überlegung: Der durchschnittliche Internetnutzer ist intelligent, kritisch geübt und superkompetent. Aber zeigt denn nicht die alltägliche Erfahrung, dass eben dies – selbst, wenn es stimmt – gar nichts nützt, keine Lösung ist; dass es nichts ist, was in der Sache weiter hilft; nichts, worauf man sich verlassen kann?

Wir sind total kompetent, aber komplett unfähig, aus dem andauernden Schwachsinn klug zu werden.

Welcher der geschätzten Leser wollte von sich behaupten, inkompetent zu sein? Das geht schon deshalb nicht so einfach, weil man zwar leicht Entsprechendes durch einen Kommentar mitteilen kann, aber die Kompetenz der eigenen Inkompetenzzurechnung reicht nicht aus, um die Ironie-Funktion für alle anderen auszuschalten.

Es folgt die Einsicht, dass da irgendwas nicht stimmen kann. Aber was?

 

Normen und Werte

Das Ausgangspostulat, man sei aufgrund der Bekanntheit mit den näheren und ferneren Umständen der Zugangsfindung der fortlaufenden Kommunikation via Internet jederzeit gewachsen, ist ein vollständiger Irrtum.

Die tagtägliche Erfahrung mit der eigenen, differenziert ausgebildeten Fähigkeit zur Kritik enthüllt sich als eine Inkompetenzkompetenz. Wer online geht, wird schnell die Erfahrung machen, mit der eigenen kritischen Kompetenz völlig überfordert zu sein. Denn die Bedingungen zur Fortsetzung der Kommunikation durch das Internet sind gänzlich andere als solche, durch die die kritische Fähigkeit gebildet, gesteigert und intelligent genutzt werden kann.

Das Internet erzeugt einen Unterschied, der in den bekannten Gewohnheiten, Regelmäßigkeiten, Sitten, Gebräuchen, Gesetzen, Routinen, Normen, Wertvorstellungen, allgemein: in den bekannten gesellschaftlichen Erwartungen, keine geeignete Entsprechung findet.

Banal gesagt: Es handelt sich um Neuland. Und ich habe erhebliche Zweifel, dass diese Einsicht gründlich bedacht wird.

Wenn man nun die Bereitschaft mitbringt, darüber etwas genauer nachzudenken, dann wird man den Gedanken zulassen können, dass man über Neues nicht allzu viel sagen kann. Wie und woher auch? Neues zeichnet sich in erster Linie durch die Begegnung mit Unbekanntem aus, was dazu führt, dass das Sprechen darüber ziemlich schwerfällt. Denn nichts ist so schwer auszusprechen wie Dinge, die man nicht oder nur schlecht und ungenau kennt.

Das heißt andersherum, dass da, wo das Geplapper in Massen vorkommt, wo viele Mitteilungen aller Art schnell die Runde machen – bestimmte Erregungsmuster zeigen, dass die Umlaufgeschwindigkeit von Mitteilungen höchst rasant ist -, dass also da, wo sich zeigt, wie leicht und schnell das alles geht, auf der Ebene der Befassung mit den so erzeugten Gegenständen, den Themen, Angelegenheiten, Affären, also auf der symbolischen Ebene der Verhandlung von Gegenständen, gar nichts Neues zu finden ist. Im Gegenteil.

Es gibt keinen Gegenstand der Befassung, der irgendwie neu wäre, auch dann nicht, wenn aus mangelnden theoretischen Bemühungen heraus Altbekanntes durch blödsinnige Anglizismen ersetzt wird, wie Big Data, Post-Privacy oder Trolling. Ein Wunder, dass für Überwachung oder Datenschutz noch kein Anglizismus gefunden wurde.

Das alles ist nichts Neues, nichts Unbekanntes. All das sind Begleitphänomene, die in der Entwicklung der Gesellschaft seit der Industrialisierung schon immer von Bedeutung waren, weshalb es entsprechend leicht fällt, schnell viel zu diesen Themen zu sagen, denn diese Angelegenheiten sind schon seit längerer Zeit bekannt und haben eigene Erfahrungswelten ausgebildet. Und, nebenbei gesagt, waren es eben diese und weitere Gegenstände der Befassung, die im Laufe der letzten 150 Jahre oder mehr die Steigerung der Kritikfähigkeit gesteuert haben.

 

Erwartung und Struktur

Die besondere Steigerung der Kritikfähigkeit wurde allerdings durch etwas anderes sehr viel besser gemeistert, nämlich durch die Erwartungen verantwortlichen Handelns.

Dabei handelt es sich um Strukturen, die in Organisationen – besonders in Unternehmen und Bürokratien – entstanden und deshalb Bedeutung erlangten, weil die moderne Gesellschaft den Menschen sehr viel Freiheit angeboten und damit zugleich das Problem aufgeworfen hat, dass durch Inanspruchnahme von Freiheit Ressourcen-Knappheit erzeugt wurde.

Diese Ressourcen-Knappheit entstand als Wirkung eines Rechts auf Konkurrenz und zog als Bedingung ihrer Möglichkeit die Notwendigkeit zur Kritik nach sich. Handeln wurde auf diese Weise unter Strukturen der Verantwortlichkeit behandelt, ohne dass leicht Verantwortung übernommen wurde.

Vielmehr gilt Kritik auch als Rechtfertigung für eigenes Handeln, indem man die Handlungen anderer kritisiert. Kommt nun eine Diskussion über Algorithmensteuerung auf, dann mag man dies ein neues Thema nennen wollen, allein, achtet man darauf, wie es behandelt wird, findet man Diskussionen wieder, die schon im 19. und 20. Jahrhundert hätten geführt werden können. Das wird unter Ethik subsumiert und so in altbekannte Auseinandersetzungen um Verantwortlichkeit eingereiht, die, wie gesagt, noch niemals jemand einfach so übernommen hat. Deshalb sieht diese Angst vor der Algorithmensteuerung eher einer Diskussion unter Schlümpfen ähnlich.

Auch in dieser Hinsicht ist also nichts Neues zu bemerken.

Wenn nun dennoch behauptet werden soll, dass wir gar nicht so genau wissen, worauf wir uns einlassen, wenn wir uns der Internetkommunikation aussetzen; wenn ich dennoch behaupten möchte, dass wir es mit etwas Neuem zu tun haben, dessen Beschaffenheit und Auswirkungen keineswegs leichtes Sprechen und Diskutieren zulassen – von den Schwierigkeiten der Urteilsbildung ganz zu schweigen -, dann kann ich nur auf die Bedingungen der Produktion von Kommunikation verweisen und darauf aufmerksam machen, dass diese dabei sind, sich zu verändern.

Die Bedingungen machen nicht mehr ausschließlich solche Erwartungsstrukturen zulässig, die als Folge von Vergesellschaftung durch Organisationen und ihren dort etablierten Bewertungsverfahren entstehen: Strukturen, die sich bislang ausschließlich durch Organisationen verfestigten und erwartbar reproduzierten.

Es zeigt sich nun, dass verfestigte Normalerwartungen, besonders Erwartungen auf Bewertungen aller Art, nicht mehr durchzuhalten sind. Denn das Internet ermöglicht und macht wahrscheinlich, was durch Kommunikation in Organisation fast unmöglich wird – nämlich Selbstorganisation.

 

Organisation und Gesellschaft

Organisationen bewirken, dass bei der Entscheidungsfindung – wofür als Voraussetzung besonders Beurteilung und Bewertung vonnöten sind -, die Mehrheit ihrer Mitglieder wirksam ausgeschlossen wird, und dass diese Mehrheit beim Scheitern von Begründungen für getroffene Entscheidungen diese nicht einfach revidieren kann.

Organisationen sind Machtapparate. Sie stellen nicht Herrschaft her, sondern Vergesellschaftung. Ihre besondere Funktion ist, dass sich in Organisationen Menschen näher kommen können, ohne Distanz zu verlieren: Sie können sich kennenlernen und dennoch einander fremd bleiben. Sie können kooperieren, konkurrieren und erfahren dort Normalität, Alltag, Routinen mit allem, was dazu gehört, Langeweile genauso wie Schummeleien, Betrügereien, Verdächtigungen, Mobbing, schmerzhaftes Scheitern, aber auch großartige Karrieren.

Organisationen erzeugen sehr viel Normalität. Und noch jede nachwachsende Generation hat bislang gelernt, die Normalitäten ihrer Vorgänger nicht mehr zu akzeptieren: Durch Innovation innerhalb der bekannten Strukturen hat sie nur neue Normalitäten erzeugt und diese differenziert.

Diese hartnäckige und ausweglose Reproduktion von gesellschaftlichen Normalerwartungen – vortrefflich vor allem durch Kritik geleistet – wird auf der anderen Seite begleitet durch globale massenmediale Ausweitung.

Wurde durch Organisationen das Leben normal gemacht, so erschien es durch immer wirrer agierende Massenmedien zugleich immer seltsamer. Und auch das konnte immer wieder durch massenmediale Routinen normalisiert werden, was auch darin begründet liegt, dass die massenmediale Produktion durch Organisationen betrieben wurde (besonders Verlage und Sendeanstalten).

So stellte die Verschränkung von Vergesellschaftung durch Organisation mit der Kontingenz von Massenmedien die Produktionsbedingungen für die moderne Kommunikation her.

Diese Bedingungen sind es nun, die fraglich werden, ohne dass sich diese Veränderung auf die symbolische Ebene der Verhandlung von Gegenständen auswirkt.

Wie könnte es sich auswirken, wenn es auf der symbolischen Ebene der Bekanntheit mit Gegenständen gar nicht so leicht ist, die veränderten Bedingungen verhandelbar zu machen? Es kann gar nicht leicht sein, wenn es um etwas Neues geht. Und will man folglich bestreiten, dass durch das Internet etwas Neues entsteht, hat man bestenfalls Recht. Aber wer hätte noch nie Recht gehabt, der es mit einem eigenwilligen Argument haben wollte?

 

Offenheit oder Verweigerung?

Will man also darüber nachdenken, worauf man sich einlässt und bereit sein, darüber Erfahrungen zu sammeln, wird man vielleicht besser daran tun, zu fragen, wovon man sich entfernt, was man zurücklassen, wovon man sich ablösen, welche Normalitäten man nicht mehr akzeptieren will.

Neuland zu betreten, heißt auch, Altland zu verlassen. Was will oder kann man aufgeben, worauf kann oder will man verzichten, was will man fallenlassen, wenn man sich auf etwas Neues einlässt?

Die gegenwärtige Antwort: fast nichts. Jeder ist zwar zur Veränderung bereit, aber nur unter der Voraussetzung, dass im eigenen, liebgewonnenen Lebensablauf alles erst mal bleibt, wie es ist. Das heißt, kaum einer ist bereit, Neues zu entdecken, zu forschen, zu lernen. Diese Weigerung bedeutet auch, sich selbst nicht verändern zu wollen oder zu können.

Niemand will und kann so einfach Gegebenheiten verändern, oder sich selbst. Und da diese Weigerung sozial verteilt und tagtäglich eine entscheidende Bedingung für die Fortsetzung von Kommunikation ist, fungiert sie als Bedingung für Immunreaktionen auf den ablaufenden Veränderungsprozess. So ist der sozial verteilte Mangel an Lernbereitschaft gleichsam der Joystick, durch den die Notwendigkeit zum Lernen durch Lernverweigerung gesellschaftlich provoziert wird.

Damit wird die Klage über die Kommunikationskultur des Internets begründet. Es handelt sich um nichts anderes als um eine gesellschaftlich anerkannte und in etwa gleich verteilte Weigerung, eine andere Gesellschaft kennenzulernen.

Daher sind auf der symbolischen Ebene nur Déjà-vu-Erlebnisse zu beobachten, die allerdings ob ihres wahrnehmbaren Grades an Übertreibung, Verwirrung und Entartung kaum noch einen Gedanken daran zulassen, dass diese Verhandlungen nach bekannten Verfahren dauerhaft durchgeführt werden können: Da nicht gelernt werden kann, weil das zu Lernende nicht selbstverständlich ist und selbst erst gelernt werden muss, kann es nur weitergehen wie bisher. Denn wie soll es sonst gehen?

Jede noch so interessante oder abwegige Äußerung, die jenseits eines mittleren Erfahrungshorizonts liegt, wird entweder gar nicht erst bemerkt oder sofort entweder durch unverlangt eingeschickte Kritik normalisiert oder, genauso hinderlich, trifft immer schon auf die Erwartung von Kritik und Gegenkritik. Auf diese Weise wird alles, was als unbekannt, neu und fremdartig auffällig werden könnte, sofort wieder neutralisiert.

Hiermit sei kein Plädoyer für einen Verzicht auf Kritik formuliert, vielmehr die Anleitung für die Beobachtung eines Lernprozesses.

Denn wo Neues zur Sprache kommt, wo Sprech- und Entscheidungsschwierigkeiten auffällig werden, sind Nachfrage, Nachdenklichkeit, Verwunderung, Faszination, Beeindruckbarkeit eher zu erwarten, als die stupide Fortsetzung dessen, was schon hinreichend bekannt ist und hinlänglich geübt wurde.

Wenn bekannt ist, dass Kritik die normalste aller erwartbaren Möglichkeiten ist, müsste der Versuch, diese Kritik zu umgehen, etwas Neues sein, weil niemand einfach angeben kann, was das bringen soll. Aber solange kein Verzicht geleistet wird, solange nicht vergessen werden soll, was ohnehin jeder jederzeit in Erfahrung bringen kann, solange Vergesslichkeit überhaupt als suspekt erscheint, kann nichts Weiterführendes gelernt werden.
 
Klaus Kusanowsky bloggt auf Differentia