Dürfen Journalisten Aktivisten sein?

Die Debatte, die Glenn Greenwalds Rede auf dem #30C3-Kongress in deutschen Medien ausgelöst hat, führte Carta bereits Anfang Dezember: „Wie engagiert darf, wie neutral muss Journalismus sein?“

Anlässlich des fünfjährigen Bestehens von Carta diskutierten Anfang Dezember Juliane Leopold von Zeit Online, Franz Sommerfeld vom Presseverlag DuMont Schauberg, Carta-Herausgeber Wolfgang Michal sowie als Moderatorin Vera Linß vom Deutschlandradio Kultur. Hier die Videoaufzeichnung der Debatte:
 

 
Heute legten die Zeit-Redakteure Kai Biermann und Patrick Beuth noch einmal nach. Sie stehen der „Mission“ Glenn Greenwalds skeptisch gegenüber. Denn er überschreite jene Grenze, die Hanns Joachim Friedrichs mit seinem berühmten Lehrsatz allen Journalisten nahegelegt hat: „Mache dich nie mit einer Sache gemein, auch nicht mit einer guten!“ Greenwald habe die Distanz verloren, er sei mehr Aktivist als Journalist. Aber war es nicht gerade die Zeit, die kürzlich dem Aktivisten Günter Wallraff eine Plattform gegeben hat? Man argumentiert eben immer so, wie man es gerade braucht.

Tom Strohschneider hat im Neuen Deutschland ebenso auf den Zeit-Kommentar reagiert wie Stefan Schulz in der FAZ. Auch die taz und die Süddeutsche mischen mit. Wir freuen uns, dass diese wichtige Debatte nun auch in den deutschen Mainstream-Medien angekommen ist – wo sie hoffentlich nicht nur als Lückenfüller zwischen den Jahren dient.