Piraten: Die neue Lustlosigkeit

| 02.12.2013 | 5 Kommentare

Muss man sich noch mit den Piraten beschäftigen?

Sagen wir mal so: Man könnte sich auf den Standpunkt stellen, dass da nicht mehr viel passiert. Von außen betrachtet, war dieser Parteitag jedenfalls der lustloseste bisher. Kein Wunder, es waren nur gut 1000 Piraten nach Bremen gekommen, und es gab noch nicht einmal das legendäre Bällebad. Selbst auf Twitter wurden die Kandidatenvorstellungen vergleichsweise ruhig kommentiert, obwohl sie zum Teil filmreif gewesen sein müssen. Ein Aufbruch war das nicht, eher eine nüchterne Arbeitsveranstaltung, die hauptsächlich den Neuwahlen diente.

Die wichtigsten Vorstandsposten:

(Übersicht aller Ergebnisse und Anträge)

Beisitzer gibt es nicht mehr, dafür mit Veronique Schmitz eine stellvertretende Generalsekretärin.

Der neue Vorsitzende Thorsten Wirth wirkt sachlich und problemorientiert. Er sagt, er wolle die Partei einen – eine notwendige und schwierige Aufgabe. Doch auch er wird seinen Posten als unbezahlte Liebhaberei betreiben müssen: Die Piraten konnten sich wieder nicht entschließen, ihr Kardinalproblem abzustellen. Wieder geht es nur mit gutem Willen statt guter Bezahlung weiter. Statt professionelle Strukturen zu schaffen, die eben auch in der Kontinuität der Ämterbesetzung bestehen und neue fähige Leute anziehen, wurde damit erneut die Basis für Konfusion und Fluktuation gelegt. Die Piraten mögen für ein bedingungsloses Grundeinkommen sein. Mit gutem Beispiel gehen sie nicht voran.

Muss man sich also noch mit den Piraten beschäftigen? Sagen wir mal so: Jedenfalls noch bis zur Europawahl am 25. Mai 2014.

 
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