Wider die Balkanisierung des Internets

National Routing oder E-Mail Made in Germany seien keine geeigneten Konzepte für einen besseren Datenschutz, sagt die deutsche Sektion der Internet Society (ISOC).

In der durch den NSA-Skandal ausgelösten Debatte über #schlandnet und National Routing äußerte sich Ende Oktober der Präsident der Deutschen Sektion der Internet Society (ISOC.DE e.V.), Hans-Peter Dittler:

„Die Idee, dass sich IP-Pakete im Internet – egal ob sie E-Mails, Sprachnachrichten oder andere Inhalte transportieren – nicht mehr den schnellsten, technisch und ökonomisch besten Weg selbst suchen dürfen, sondern sich vielmehr an nationalen Grenzen zu orientieren hätten, steht im grundsätzlichen Widerspruch zu den fundamentalen Prinzipien des Internets, für deren Erhaltung und Fortentwicklung die Internet Society weltweit kämpft. Denn die Prinzipien der Offenheit, Transparenz und Neutralität sind es, wegen denen das Internet in seiner 45-jährigen Geschichte seine einzigartige gesellschaftliche und wirtschaftliche Bedeutung erlangen konnte. Vorschläge, die eine Re-Territorialisierung der Strukturen des Netzes und damit seine „Balkanisierung“ erzwingen wollen, würden dagegen das Ende eines freien Internets einleiten und so zugleich auch die gesellschaftliche Fortentwicklung einer offenen, freien und demokratischen Gesellschaft behindern.“

 
Die ISOC wurde 1992 von einer Gruppe um Internet-Erfinder Vint Cerf gegründet, um die Entwicklung eines offenen Internets zu fördern.