Aufkaufprogramm der FED: Helicop-Ben gegen den freien Zins

Die FED kauft Staatsanleihen. Das heißt nicht mehr und nicht weniger, als dass ein weiteres Stück der "freien Marktwirtschaft" fürs erste verabschiedet wird. Auf lange Sicht drohen Umstände, die wenig erbaulich sind.


Furcht und Zittern. Auf zu unerforschten Gebieten. Es ist soweit. Leinen los. Heli-Ben startet. Unter der Headline Shock and Awe kommentieren gleich zwei Blogs Ben Bernankes Flugversuch, der was den Dollar anbelangt schon einmal zu einem freien Fall geworden ist (mehr auch hier und hier). Tatsächlich führt die Route über relativ unerforschtes Gelände. Denn seit die Zentralbanken-Zinsen sich einem Wert von mehr oder weniger Null angenähert haben, lässt sich die Wirtschaftskrise mit weiteren Zinssenkungen nicht beheben. Negativer Zins würde so viel heißen wie: Man gibt den Leuten Geld dafür, dass sie einen Kredit aufnehmen. Also bleibt als einziger Ausweg, nun nicht nur die kurzfristigen Zinsen aufs Korn zu nehmen, sondern auch die längerfristigen. Und zwar indem die Zentralbank massiv in Anleihen investiert. Dadurch fällt der Zins. 300 Milliarden Dollar sind für Schulden halbstaatlicher Agenturen veranschlagt – Uaskrdeit, Studentenkredite -, 200 Milliarden für länger laufende US-Staatsanleihen.

Das heißt nicht mehr und nicht weniger, als dass ein weiteres Stück der sogenannten freien Markwirtschaft fürs erste verabschiedet wird. Bislang hat die Zentralbank die längerfristigen Zinsen dem Markt überlassen. Seit Beginn der Krise ist dieser Kreditmarkt zusammengebrochen. Das heißt: Banken verleihen entweder kein Geld oder nur zu erhöhtem Risikoaufschlag. Um das Schiff hier wieder flott zu bekommen – und um von der Luftfahrt ins Bild der Seefahrt zu wechseln – werden nun durch den Ankauf der Papiere vermutlich maroder Institute nicht nur Gelder in den Markt gepumpt, sondern auch die Kreditkonditionen künstlich vergünstigt.

Was sind die Folgen: auf kurze Sicht wird der Markt sich erholen. Die Sperre wird sich lösen. Auf lange Sicht drohen zwei Umstände, die wenig erbaulich sind,  sich allerdings gut miteinander vertragen. Das staatliche Geldsystem kann im Kern fraglich werden, und es wird mit großer Wahrscheinlichkeit beim ersten Anzeichen einer wirtschaftlichen Erholung zu einer Inflation kommen. Aber das droht erst morgen, heute fliegt der Helikopter und hat die Welt, wie die Banker sie gebaut und wir sie gerade erst kennen gelernt haben, erst einmal wieder gerettet. Es wird nicht das letzte Mal gewesen sein.

Lesen Sie auch zu dem Thema auch auf Carta: Wolfgang Michal – Geld raus, Geld rein. Staatliches Krisenmanagement als Münchhausen-Politik.