Die deutsche Cyberarmee

Nicht nur die USA rüsten sich für den Cyberkrieg, auch in Deutschland beschäftigt sich eine Reihe von Behörden und Einheiten mit digitalen Angriffen.

Die Welt wird mit zunehmender Vernetzung anfälliger für Angriffe von Terroristen, Kriminellen, ausländischen Geheimdiensten – es wird spioniert, sabotiert, manipuliert, wo immer sich im Netz Lücken auftun. Die digitale Schattenwelt ist undurchschaubar, da viele mitmischen und sich Angreifer nur mit enormem Aufwand zurückverfolgen lassen – wenn überhaupt.

Ich habe eine Übersicht der deutschen Ämter und Dienststellen zusammengestellt:
 

  • Das Nationale Cyber-Abwehr-Zentrum (NCAZ) ist eine Koordinationsstelle beim Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI). Es soll Cyber-Angriffe auswerten und die Behörden besser vernetzen. Kooperierende Behörden sind neben dem BSI das Bundesamt für Verfassungsschutz (BfV), das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK), das Bundeskriminalamt (BKA), der Bundesnachrichtendienst (BND), die Bundespolizei, die Bundeswehr und das Zollkriminalamt. Dienstsitz: Bonn
  • Im Gemeinsamen Internetzentrum (GIZ) arbeiten 51 Experten der deutschen Geheimdienste und das Bundeskriminalamtes zusammen, um extremistische und terroristische Strukturen und Aktivitäten im Internet zu identifizieren. Im GIZ arbeiten Vertreter des Bundesamtes für Verfassungsschutz, des Bundeskriminalamts, des Bundesnachrichtendienstes, des Amtes für den Militärischen Abschirmdienst sowie der Generalbundesanwaltschaft. Dienstsitz: Berlin
  • Die Einheit Computernetzwerkoperationen (CNO) untersteht dem Kommando Strategische Aufklärung der Bundeswehr. Die CNO rekrutiert derzeit noch Mitarbeiter. Sobald die Einheit steht, sollen 60 Soldaten Angriffe auf fremde Netzwerke simulieren, d.h., prüfen, wie man diese auskundschaften oder manipulieren könnte. Dienstsitz: Rheinbach.
  • Das Computer Emergency Response Team der Bundeswehr (CERTBw) ist für die Verteidigung der militärischen Informationstechnik zuständig. Es besteht derzeit aus 57 Personen. Dienstsitz: Euskirchen.
  • Das Dezernat Zukunftsanalyse des Planungsamtes der Bundeswehr beschäftigt sich mit den Cyberbedrohungen der Zukunft. Das Dezernat hat kürzlich ein Projekt initiiert, in dem sich die Experten auf die Suche nach Bedrohungen machen, die bislang in keinerlei Studien auftauchen. Dienstsitz: Berlin.
  • Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) beschäftigt nach eigenen Angaben ca. 550 Mitarbeiter. Das BSI ist der zentrale IT-Sicherheitsdienstleister des Bundes. Die Behörde schützt vor allem die öffentliche Verwaltung, informiert aber auch die Bevölkerung zu Themen der IT-Sicherheit. Dienstsitz: Bonn.
  • Die deutschen Geheimdienste – der Bundesnachrichtendienst (BND) in Pullach, das Bundesamt für Verfassungsschutz (BfV) in Köln und der Militärische Abschirmdienst (MAD), ebenfalls in Köln, sowie das Bundeskriminalamt (BKA) in Wiesbaden beschäftigen sich je nach Zuständigkeiten mit der Informationsgewinnung im Internet sowie mit IT-Sicherheit zur Abwehr von Spionagetätigkeiten, Terrorismus bzw. Internetkriminalität.

 
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