Fall Mollath: Der lange Freiheitskampf der Beate Merk

Gustl Mollath ist seit heute ein freier Mann. Und die bayerische Staatsregierung jubiliert in bester Brüderle-Manier: „Wer hat’s gemacht? Wir hams gemacht!“ Die Justizministerin hofft, als Mutter Teresa der bayerischen Justizopfer in die Geschichte einzugehen.

Wer hätte gedacht, dass die bayerische Justizministerin die Freilassung Gustl Mollaths so unverfroren als eigenen Erfolg ausgeben würde? Nun – es hätten wohl alle gedacht.
 

„Ich bin sehr zufrieden: Mein Ziel, das ich mit dem Wiederaufnahmeantrag und der sofortigen Beschwerde verfolgt habe, den Fall neu aufzurollen, ist erreicht.“

 
Man muss sich dazu noch einmal jenes ‚sensationelle’ Interview ansehen, das Report Mainz im November 2012 mit der Dame gemacht hat. Oder das, was Frau Merk früher über den Fall Mollath gesagt hat. Beate Merk scheint immer gerade das wiederzugeben, was man ihr vorher als richtig aufgeschrieben hat. Mehr nicht. Sogar bei ihrem jüngsten Interview mit der Süddeutschen Zeitung musste man ihr jedes Wort des Bedauerns aus der Nase ziehen.

Nein, diese Justiz und ihre Ministerin haben den Fall bis zuletzt verschleppt. Freigekommen ist Gustl Mollath nur aufgrund des unermüdlichen Engagements seiner zahlreichen Unterstützer, couragierter Anwälte, kritischer Publizisten und vieler tausend aufgebrachter Bürger. Das darf jetzt gefeiert werden.

Doch gewonnen ist der Prozess noch nicht. Das Wiederaufnahmeverfahren wird nämlich exakt dort stattfinden, wo man es zuletzt verhindern wollte: beim Landgericht Regensburg. Und zwar nach der Landtagswahl.

Die Berichterstattung der Zeit („Ein Kranker wird Held“) und des Spiegel („Warum der Justizskandal doch keiner ist“) werden dann sicherlich gern wieder Sabine Rückert und Beate Lakotta übernehmen.