Wolfgang Michal

Hoeneß und die Medien: Wenn Aufklärung zu Abschirmung wird (2. Update)

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Es gibt ein deutliches Nord-Süd-Gefälle bei der Betrachtung des Falles Uli Hoeneß. Während Medien im Norden eine gewisse Härte im Angriff demonstrieren, formiert sich in Bayern eine flexible Verteidigungslinie.

01.05.2013 | 

Update 1.5. »

Viele Journalisten mögen Uli Hoeneß, weil er sie verlässlich mit dramatischen Geschichten versorgt – innerhalb und außerhalb der Allianz-Arena. Und weil sich männliche Journalisten fortgeschrittenen Alters demonstrativ für Fußball begeistern, haben sie auch einen gewissen Grundrespekt vor der Lebensleistung dieses Mannes. Sie wissen, dass der harte Uli – anders als der weiche Wulffi – seine Affäre überleben wird, und dass sie hinterher, wenn die Geschichte vergessen ist, mit dem Uli weiter zusammen leben müssen dürfen. Wenn der Uli dann einen Brass hätte auf sie (er vergisst ja nichts!!), wäre das ziemlich unangenehm.

Und weil man als männlicher Journalist fortgeschrittenen Alters in Südbayern ganz nah dran ist am Geschehen, überlegt man auch drei Mal, ob man sich einen Hoeneß zum Feind macht. Denn wenn der Uli zurück haut (weil er ein so großes Herz hat!!), tut das ziemlich weh.

Im eisenten-kalten Hamburg muss man sich darüber keine barocken Gedanken machen. Deshalb kann man in Hamburg gefahrlos auf den Uli eindreschen und sein asoziales Verhalten zu einem tiefen moralischen Fall ‘emporschreiben’: Während die Hamburger also die „Doppelmoral“ des Uli Hoeneß geißeln (weil sie froh wären, wenn sie wenigstens 1 Moral hätten), huldigt man in München – wenn’s drauf ankommt – der bewusstseinsvernebelnden Wurschtigkeit des „Leben und leben lassen“.

In süddeutschen Gefilden herrscht in diesen Frühlingstagen eine so einfühlsame Rücksichtnahme auf den „Zocker Hoeneß“, dass man den Schutzschirm, den sie ihm aus lauter verständnisvollen Beiträgen flechten, glatt für einen Lorbeerkranz halten könnte. Lion Feuchtwanger hätte seine Freude an diesem „Erfolg“ gehabt (in dem der Ort Miesbach – wie seinerzeit – eine tragende Rolle spielt).

Lassen wir uns aber nicht ablenken von der alten „Bayern gegen Preußen-Folklore“, sondern konfrontieren wir die barmherzigen Darstellungen der Süddeutschen Zeitung mit ein paar Verständnisfragen zum Stand der Recherchen:

 

1. Das Datum der Selbstanzeige

„Der Fußball-Promi wandte sich nach eigenen Aussagen an die Behörden, nachdem das Steuerabkommen zwischen Deutschland und der Schweiz gegen Ende des Jahres endgültig gescheitert war.“ (SZ, 23.4., S.17)

Das wird in jedem Bericht wiederholt. Aber kann diese Erzählung stimmen? Sie suggeriert, dass sich Uli Hoeneß schon lange vor seiner Selbstanzeige/Enttarnung ehrlich machen wollte. Er habe seinen Fehler wieder gut machen wollen, aber eben anonym im Schutze des geplanten Steuer-Abkommens mit der Schweiz. Ob sich Hoeneß Mitte Januar vor oder nach der Veröffentlichung im Stern (16.1.) anzeigte, wissen wir noch nicht. Doch das Scheitern des Steuer-Abkommens war, wie man der Neuen Zürcher Zeitung entnehmen konnte, schon seit dem 30. März 2012 absehbar, als sich die Länder-Finanzminister der Opposition auf eine Ablehnung des Abkommens festlegten. Der Bundesrat und der Vermittlungsausschuss vollzogen im November/Dezember nur noch das Nein. Insofern liegt die Selbstanzeige sehr viel näher an der Stern-Veröffentlichung als am Scheitern des Steuer-Abkommens.

 

2. Das Spielgeld des Freundes

„Nach Informationen der Süddeutschen Zeitung hat der damalige Chef von Adidas, Robert Louis-Dreyfus, im Jahr 2000 dem mit ihm befreundeten Hoeneß auf einem Konto der Schweizer Privatbankengruppe Vontobel 20 Millionen Mark für Spekulationsgeschäfte zur Verfügung gestellt.“ (SZ, 23.4., S.1)

Diese Erklärung ist so absurd, dass man sie tatsächlich für wahr halten könnte. Wer eine derart verrückte Geschichte als „Information“ auftischt, muss dafür einen handfesten Beweis auf den Tisch legen, sonst wirkt die kommentarlose Wiedergabe wie das berühmte Alibi, das die Tatort-Ehefrau dem Tatort-Ehemann gibt. Woher die SZ ihre „Informationen“ hat, wird sie nicht verraten. Aber wie glaubwürdig können diese sein? Vom „Spielgeldgeber“ Louis-Dreyfus können sie nicht stammen – denn der ist so tot wie Gunter Sachs, dessen Geldverschiebungs-Geschichte die SZ vor einigen Wochen präsentierte. Tote sind in solchen Fällen immer sehr praktisch, denn sie können nicht mehr aussagen. Stammen die „Informationen“ der SZ also von Hoeneß selbst? Hat ein Ermittler geplaudert? Kommen sie von einer Steuer-CD oder aus den Tiefen des jüngsten Leaks? Wie viele CDs mögen derzeit auf dem Medienmarkt angeboten werden? Die lapidare Auskunft „nach Informationen der SZ…“ reicht jedenfalls nicht aus. Mit solcher Wichtig- und Heimlichtuerei kann man den Lesern im WikiLeaks-Zeitalter nicht mehr imponieren.

 

3. Der Adidas-FC Bayern-Deal

„Im September 2001 verkündete Hoeneß, dass sich der (Adidas)-Konzern aus Herzogenaurach mit zehn Prozent am Klub beteilige und dafür 75 Millionen Euro in Aktien bezahle… Für einen Zusammenhang zwischen dem privaten Geschäft von Hoeneß mit Dreyfus und den Geschäften zwischen Adidas und dem FC Bayern gibt es keinen Hinweis.“ (SZ, 23.4., S.1) „Allein aus dem zeitlichen Zusammenhang dieses Privatdarlehens einerseits und der Klubgeschäfte andererseits ergibt sich aber – nichts“ (SZ, 24.4., S.2)

Anders als dem Unternehmer Hoeneß hat man dem Politiker Wulff von Anfang an nicht abgenommen, dass er seinen Privatkredit so ganz ohne Gegenleistung bekommen hat. Er hatte sich in den Augen der Kritiker abhängig gemacht. Nun ist der FC Bayern Gottseidank (noch) kein Staat im Staate, insofern war Hoeneß durch das geliehene Spielgeld politisch nicht korrumpierbar, aber dass der Zuschlag für die Ausrüstung des FC Bayern kurz darauf an Adidas und nicht an den Meistbietenden ging (etwa an Nike), ist bei einem so internationalen und kaltblütig rechnenden Verein wie dem FC Bayern nicht unbedingt mit bayrisch-patriotischen Gefühlen erklärbar. Dem Uli wird offenbar bereitwillig abgenommen, was man dem Wulffi immer verwehrte.

 

4.  Das Vontobel-Konto

„2001 oder 2002, ganz genau lässt sich das bisher nicht rekonstruieren, konnte Hoeneß die zehn Millionen Euro an Louis-Dreyfus zurückzahlen. Dann zockte er weiter. Er verlor viel Geld, gewann viel Geld. Da war er nicht der Einzige. Selbst die Mittelschicht zockte damals. Jeder wollte was abhaben von dem Wahnsinn. Es lag damals ein bisschen F.Scott Fitzgerald in der Luft, nur sahen die Leute halt nicht so gut aus…“ (SZ, 23.4., S.3)

Hier verlässt die SZ den Journalismus und begibt sich in die Welt der Hintertreppen-Literatur. Die Seite 3 will uns weiß machen, dass wir damals alle ein bisschen bluna waren und wild in der Gegend herum zockten. Dass wir alle den Hoeneß intus hatten. Diese rührselige Zocker-Story vom Doppelleben des Festgeld-Fanatikers verdeckt die eigentlich interessante Frage, wie Hoeneß mitten im Absturz der Börsen (die New Economy Blase platze bereits im März 2000!) so viel Gewinn machen konnte, dass er den Dreyfus-Kredit schon 2001 oder 2002 vollständig zurückzahlen konnte. Auch wenn die Seite 3 der Süddeutschen der literarischen Reportage vorbehalten ist, sollte sie dort keine Märchen erzählen.

 

5. Der Haftbefehl

„Nach Informationen der Süddeutschen Zeitung war Hoeneß am 20. März von Strafverfolgern der Staatsanwaltschaft München II vorläufig festgenommen worden. Damals hatten Ermittler sein Haus durchsucht, um Unterlagen für das Steuer-Verfahren zu finden. Gegen Zahlung einer Kaution in Höhe von fünf Millionen Euro wurde der Haftbefehl kurz darauf außer Vollzug gesetzt.“ (SZ, 24.4., S.1) „Es verblüfft freilich, dass die Justiz bei einem so bodenständigen, so verwurzelten Menschen wie Hoeneß “Fluchtgefahr” angenommen hat; ansonsten hätte es keinen Haftbefehl geben können… Massiver Vorwurf, also Fluchtgefahr, also Haftbefehl? Solche Automatismen sind bedrückend für den Beschuldigten, seinen Verein und alle, die Hoeneß schätzen. Auch die, die das nicht tun, müssen wissen: Es gilt die Unschuldsvermutung.“ (SZ, 24.4., S.4)

Wie generös die Süddeutsche doch sein kann! Wenn aber auf eine Selbstanzeige plötzlich eine Hausdurchsuchung und ein Haftbefehl folgen, scheinen die Ermittler doch erhebliche Zweifel an den Erzählungen des Selbstanzeigers zu haben. Vielleicht passten die Zahlen auf den Konten und die Geschichten, die dazu erzählt wurden, nicht mit den Ermittlungen zusammen? Aber irgendwie scheint man beim Uli die mediale Unschuldsvermutung so nachhaltig zu betonen wie bei Christian Wulff die Vermutung allergrößter Schuld. Man wird den Uli in München verteidigen, so lange es geht. Nach dem 4:0 gegen Barcelona sowieso.

 

Update, 27.4.

Das Nord-Süd-Gefälle in der Hoeneß-Berichterstattung existiert weiter. Am heutigen Samstag schreibt Hans Leyendecker in der Süddeutschen Zeitung über die Hausdurchsuchung bei Hoeneß:

„Der Hauptgrund für die Durchsuchung war eine Geschichte in einem Magazin, die drei Tage nach Eingang der Selbstanzeige erschienen war. Ohne den Namen Hoeneß zu nennen, war über ein ‚geheimes Fußballkonto’ eines ‚Spitzenvertreters der Bundesliga’ bei der Vontobel-Bank geraunt worden. Die in dem Artikel genannten Riesensummen und der geschilderte Sachverhalt passten nicht zur Akte Hoeneß, aber die Strafverfolger mutmaßten, Hoeneß sei durch die Recherchen gewarnt worden und habe deshalb rasch seine Selbstanzeige gemacht… Bei der Durchsuchung stellte sich heraus, dass der Autor der Geschichte damals nicht bei Hoeneß angefragt hatte. Erst vorigen Samstagnachmittag, als die Ermittlungen schon öffentlich waren, erhielt Hoeneß eines Anfrage des Magazins…“ (SZ, 27.4., S.23)

Drei Tage nach (!) dem Eingang der Selbstanzeige also „raunte“ das Magazin Stern. Und machte, laut SZ, seine Hausaufgaben nicht. Viel interessanter ist, was die Süddeutsche Zeitung zugunsten von Hoeneß weglässt.

Der Stern-Reporter Johannes Röhrig hatte nämlich sehr wohl im Januar wegen des ominösen Nummernkontos angefragt, aber nicht bei Hoeneß selbst, sondern bei der Schweizer Vontobel-Bank, und zwar am Morgen des 14. Januar (!), jenem Tag, an dem Hoeneß’ Steuerberater – offenbar in Eile – die Selbstanzeige seines Mandanten eingereicht haben soll. So steht es auf stern.de:

„Am Montagmorgen, dem 14. Januar, konfrontierte der stern die Bank.“

Bei dieser Anfrage war es um das ominöse Nummernkonto 4028BEA gegangen. Wenn dieses Konto, auf dem zeitweise bis zu 800 Millionen Schweizer Franken gelegen haben sollen, nichts mit dem Hoeneß-Konto zu tun hat, warum rief die Vontobel-Bank dann wegen der Schnüffeleien eines Stern-Reporters ausgerechnet bei Hoeneß an? Spiegel Online dazu:

„Anfang Januar schließlich erhielt Hoeneß einen Anruf eines Vontobel-Mitarbeiters, der ihn informierte, dass ein Reporter des “Stern” nach einem Prominenten aus dem Sportbereich recherchiere: “Da stellt einer blöde Fragen, nur dass Sie es wissen.” Wie der SPIEGEL erfuhr, soll Hoeneß daraufhin die Fassung verloren haben. Danach habe sein Steuerberater schnell eine Selbstanzeige basteln müssen.“

Ob diese Version stimmt, wissen wir nicht. Spiegel Online erwähnt aber die Nummer des Hoeneß-Kontos bei der Vontobel-Bank. Hoeneß soll …

„…bereits vor Weihnachten die Absicht gehabt haben, die bayerischen Finanzbehörden über die Existenz seines Kontos mit der Nummer 4028BEA bei der Zürcher Bank Vontobel in Kenntnis zu setzen.“

Falls Spiegel Online die beiden Konten richtig zuordnet, trägt das Hoeneß-Konto die gleiche Nummer wie das am 16. Januar im Stern-Bericht erwähnte des unbekannten „Spitzenvertreters der Bundesliga“: 4028BEA. Das lässt eigentlich nur den Schluss zu, dass es bei der Schweizer Bank Vontobel zwei nummerngleiche Konten gibt. Das eine, das laut SpOn Uli Hoeneß gehört, und das andere, das laut Stern dem „Spitzenvertreter der Bundesliga“ gehört.

Zufälle gibt’s!


 

Update, 1.5.

Uli Hoeneß hat der ZEIT ein Interview gegeben. Und die ZEIT (obwohl aus Hamburg!) war so taktvoll, nicht allzu schmerzhaft nachzufragen. Hoeneß’ Strategie läuft nun offenbar darauf hinaus, auf Schuldunfähigkeit wegen Spielsucht zu plädieren und das Menschliche, Allzumenschliche in den Vordergrund zu rücken. Die Logik, warum Dreyfus seinem Freund einfach so 20 Millionen Mark zum Zocken gegeben haben soll, obwohl Hoeneß nach eigenen Angaben durch das Platzen der Internetblase gerade viel Geld verloren hatte, erschließt sich zwar noch immer nicht (und auch nicht das Rätsel der nummerngleichen Vontobel-Konten), aber… sind wir nicht alle kleine Sünderlein, haben wir nicht alle irgendwelche Süchte?
 

“In den Jahren 2002 bis 2006 habe ich richtig gezockt, ich habe teilweise Tag und Nacht gehandelt, das waren Summen, die für mich heute auch schwer zu begreifen sind, diese Beträge waren schon teilweise extrem. Das war der Kick, das pure Adrenalin…”

“Ich halte mich nicht für krank, wenn Sie das meinen. Zumindest heute nicht mehr…“

“Sie glauben gar nicht, was ich alles spüre. Es ist eine Situation, die kaum auszuhalten ist. Ich schlafe sehr schlecht, ich schwitze sehr viel in der Nacht, was ich eigentlich gar nicht kenne. Ich wälze mich und wälze mich. Und dann wälze ich mich nochmal. Und denke nach, denke nach und verzweifle. Ich bin morgens auch manchmal schon eine Stunde nach dem Aufstehen völlig fertig.”

 
Frank-Markus Barwasser alias Erwin Pelzig hat gestern in der Satiresendung „Neues aus der Anstalt“ (ab Minute 11:15) überzeugend nachgespielt, warum es keinen Spaß mehr macht, heute reich zu sein. Ständig plagen einen die Sorgen und nachts kann man nicht mehr ruhig schlafen. Am besten, wir trocknen jetzt unsere Tränen und vergessen die Geschichte ganz schnell. Uli Hoeneß hat doch genug gelitten.
 

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28 Kommentare

  1. Erbloggtes |  24.04.2013 | 14:34 | permalink  

    Danke dafür, ein diffuses Unwohlsein mit dieser Berichterstattung eindrücklich zu erörtern! Besonders der letzte zitierte Abschnitt ist erschreckend. Dass Prantl kein Verständnis für das Vorgehen der Ermittler aufbringen kann, stattdessen Unschuldsvermutung und “verwurzelten” Charakter stark macht, überrascht. Denn vermutlich weiß er, dass es sich deshalb eingebürgert hat “ab einer bestimmten Größenordnung der Tat die Fluchtgefahr automatisch anzunehmen”, weil die alternative Haftbefehl-Begründung, die “Verdunkelungsgefahr”, konkretere Erfordernisse hat, die bei einer Selbstanzeige erstmal nicht als gegeben angenommen werden können:
    Nach § 112 (3) StPO besteht ein Haftgrund neben der Fluchtgefahr dann, wenn
    “das Verhalten des Beschuldigten den dringenden Verdacht begründet, er werde
    a) Beweismittel vernichten, verändern, beiseite schaffen, unterdrücken oder fälschen oder
    b) auf Mitbeschuldigte, Zeugen oder Sachverständige in unlauterer Weise einwirken oder
    c) andere zu solchem Verhalten veranlassen,
    und wenn deshalb die Gefahr droht, daß die Ermittlung der Wahrheit erschwert werde (Verdunkelungsgefahr).”

    Die Gefahr, dass die Ermittlung der Wahrheit erschwert werde, besteht im Journalismus wohl dann, wenn die Journalisten
    a) gute Beziehungen zu den Betroffenen pflegen oder
    b) ihre “Informationen” direkt aus deren Umfeld beziehen und nicht kritisch hinterfragen.

  2. Lewandowski putzt Real Madrid im Alleingang | Fokus Fussball |  25.04.2013 | 10:29 | permalink  

    [...] Michal (Carta) beobachtet ein Nord-Süd-Gefälle in der Bewertung des Hoeneß-Falls in den [...]

  3. Frank Fischer |  25.04.2013 | 10:44 | permalink  

    Sehr gute Analyse. Knapp, klar, pointiert. Warum lese ich dergleichen eigentlich nicht in der “Qualitäts”-Presse? Na gut, ist mir schon klar…

    Die Süddeutsche macht sich hier ähnlich lächerlich wie unlängst die ZEIT, als sie in Gestalt Herrn di Lorenzos, vor einem gewissen fränkischen Baron G. auf dem Bauch liegend, ihr anbiedernd-nebulöses Geplaudere als “kritischen Journalismus” verkaufen wollte.

    Traurig, das.

  4. akbwl |  25.04.2013 | 11:20 | permalink  

    Hier nur ein Beispiel für die Verallgemeinerung vermeintlicher Unterschiede zwischen Nord- und Süddeutschen Zeitungen ist einfach nur unseriös.
    Und zum andern kann man das ganze auch als differenzierte Berichterstattung sehen, die die vermutlichen Taten benennt, aber auch Erklärungen liefert.
    Und schon einmal darüber nachgedacht, dass der Stern seine Geschichte auch deshalb bringen konnte, weil er von der Selbstanzeige wusste ?

  5. Achim |  25.04.2013 | 12:03 | permalink  

    zu Punkt 4:

    Man kann natürlich auch mit fallenden Aktienkursen Geld verdienen.

    Außerdem legt sich die Presse nicht fest, bzw weiß wohl nicht genau womit Hoeneß spekuliert hat. Manchmal ist von Aktien die Rede, manchmal von Devisen oft nur vom Zocken.

  6. Stefan Kuzmany |  25.04.2013 | 15:02 | permalink  

    Schöner Text! Ich mag nur anmerken, dass ich (Autor des eingangs verlinkten SPON-Textes) nicht “im eisenten-kalten Hamburg” sitze (sondern in Berlin) und im Herzen immer noch Bayer bin (da komme ich nämlich her).

  7. Wolfgang Michal |  25.04.2013 | 16:08 | permalink  

    Entscheidend ist der Abstand :-)

  8. gelegentlich |  25.04.2013 | 18:28 | permalink  

    Und wie schätzen die geneigten Leser das hier ein?
    http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/oberster-steuerrichter-kritisiert-bekanntwerden-von-fall-hoeness-a-896570.html
    Wenn ich mich nicht irre hat doch Hoeneß selbst, resp. seine PR-Fuzzis bzw. Imageberater oder Spin-Doktoren oder wie das heute heißt, die Medien informiert bzw. das Ganze lancieren lassen. So deutet es zumindest Frank Luebberding bei wiesaussieht an.
    Hat er sich damit zusätzlich strafbar gemacht?

  9. Art Vanderley |  25.04.2013 | 20:43 | permalink  

    Erstaunlich auch , welche Bedeutung Hoeneß offenbar zugemessen wird ,
    selbst die Bundeskanzlerin zeigte sich “enttäuscht”.

    Hoeneß mag für den Fußball Einiges geleistet haben – wobei selbst das einer näheren Überprüfung bedürfte – aber die Verwebung von Gesellschaft und Sport scheint mir da doch zu weit zu gehen.
    Im Übrigen war es schon immer befremdlich , von Hoeneß in dieser unkritischen Eindimensionalität als Vorbild zu sprechen.

  10. John Galt |  25.04.2013 | 20:46 | permalink  

    Was bei der ganzen Berichterstattung gerne übersehen wird:
    Der Hoeness hat in den letzten 40 Jahren mehr Steuern in Deutschland bezahlt als tausende von Angestellten und Beamten. hat mit allein mit seinen Steuern über die Jahre 1000e von “Hartzern” finanziert

    Und nun hat er sich einmal beim Zocken hinreißen lassen und einen für ihn relativ geringen Betrag zum Weiterzocken verwendet, statt ihn abzuführen …
    Er zockte offensichtlich gut und erzielte Gewinne, die soll er nach Meinung des Staates gefälligst teilweise abgeben … hätte er sich verzockt und alles verloren, wäre keiner dieses Staates auf die Idee gekommen, ihm einen Teil des verlorenen Geldes zu erstatten …

    So ist das, wenn Staaten Gesetze machen, die den Bürger eigentlich schützen sollten, ihn aber ausplündern …

    Leider kommt der Film Atlas Shrugged erst 2014 in die Kinos … er wird vielen Staatsgläubigen die Augen öffnen … falls er in Deutschland wegen Verunglimpfung des Sozialismus überhaupt erlaubt wird.

  11. John Galt |  25.04.2013 | 20:56 | permalink  

    @9
    Stimme überein. Und besonders dass er sich selbst in zig Interviews und Talkshows als Moralapostel dargestellt hat, kübelt wohl jetzt besonders viel Häme über ihn aus, und nicht ganz zu unrecht …

  12. dorabella |  25.04.2013 | 21:36 | permalink  

    @John Galt: Sie meinen also, von einem bestimmten Einkommensniveau an aufwärts sind Steuern nur noch so etwas wie ein freiwilliges Almosen, dass man zahlen kann oder auch nicht?

  13. Wolfgang Michal |  25.04.2013 | 22:22 | permalink  

    @gelegentlich:
    Mellinghoff sagte der FAZ: „Finanzbeamten, Richtern, aber auch Ministern ist es grundsätzlich untersagt, über die persönlichen oder wirtschaftlichen Verhältnisse zu berichten, die ihnen bekannt geworden sind. Das gilt auch für Strafverfahren im Zusammenhang mit einer Steuerhinterziehung. Die Verletzung des Steuergeheimnisses ist eine Straftat.“

    Von Hoeneß hat er nichts gesagt.

  14. gelegentlich |  25.04.2013 | 23:17 | permalink  

    @Wolfgang Michal
    Aber um Hoeneß geht es doch! ;-)
    Wenn der zuerst an die Öffentlichkeit damit geht oder gehen läßt und danach dann z.B. Minister dazu Stellung nehmen – wie sieht es dann aus? In diesem Fall verletzen die ja kein Steuergeheimnis. Sie legitimieren sich unter Umständen gegen den Betroffenen, der durch sein einseitiges Vorpreschen zu seinem eigenen Vorteil punkten will. Indem er etwa eine öffentliche Meinung konstruieren läßt, welche im Erfolgsfall Druck auf Richter oder Minister ausüben kann. Hier sehen wir offenbar einer geplanten Intrige zu, die vermutlich damit begann, dass Hoeneß auf einer Steuer-CD o.ä. zuerst auftauchte. Wenn es so wäre und wenn dies nicht unter den Teppich gekehrt werden könnte ist offenbar klar dass er dann einfährt.

    Daher doch auch das Bohei wer nun wann was wußte.

  15. Hinweise des Tages | NachDenkSeiten – Die kritische Website |  26.04.2013 | 09:12 | permalink  

    [...] passend dazu: Hoeneß und die Medien: Wenn Aufklärung zu Abschirmung wird Es gibt ein deutliches Nord-Süd-Gefälle bei der Betrachtung des Falles Uli Hoeneß. Während Medien im Norden eine gewisse Härte im Angriff demonstrieren, formiert sich in Bayern eine flexible Verteidigungslinie. Viele Journalisten mögen Uli Hoeneß, weil er sie verlässlich mit dramatischen Geschichten versorgt – innerhalb und außerhalb der Allianz-Arena. Und weil sich männliche Journalisten fortgeschrittenen Alters demonstrativ für Fußball begeistern, haben sie auch einen gewissen Grundrespekt vor der Lebensleistung dieses Mannes. Sie wissen, dass der harte Uli – anders als der weiche Wulffi – seine Affäre überleben wird, und dass sie hinterher, wenn die Geschichte vergessen ist, mit dem Uli weiter zusammen leben müssen dürfen. Wenn der Uli dann einen Brass hätte auf sie (er vergisst ja nichts!!), wäre das ziemlich unangenehm. Und weil man als männlicher Journalist fortgeschrittenen Alters in Südbayern ganz nah dran ist am Geschehen, überlegt man auch drei Mal, ob man sich einen Hoeneß zum Feind macht. Denn wenn der Uli zurück haut (weil er ein so großes Herz hat!!), tut das ziemlich weh. Quelle: Carta [...]

  16. Montana,Toni |  26.04.2013 | 15:32 | permalink  

    @ John Galt:
    Das ist doch wohl nicht ihr ernst?
    Mal davon abgesehen das die”Hartzis” dem Herrn Hoeness seinen Verein finanzieren, in dem sie ins Stadion gehen, seine Billigwurst fressen, jedes Jahr eines neues Trikot kaufen, und Fussball im Fernsehen glotzen, gibt es halt prozentuale Steuern.
    Wenn es nach mir ginge würde jemand als Krankenpfleger 25000,- Brutto verdienen und so einer wie Hoeness 2500,-. Für solche Leute wie Hoeness scheint die Anerkennung in den Medien schon genug Bezahlung zu sein.

  17. gelegentlich |  27.04.2013 | 21:59 | permalink  

    @Michal

    Wenn der Stern bei der Bank angefragt hat bevor die Selbstanzeige bei einer Behörde einging heißt das was?

    Die von Hoeneß-Leuten lancierte Geschichte geht ja so dass dieser sich selbst anzeigen wollte, als klar wurde, dass das Steuerabkommen mit der Schweiz nicht zustande kommen würde. Dies aber war doch schon 2011 klar und wurde nur formal im November (!) 2012 im Bundesrat bestätigt. D.h. er hätte ein Jahr Zeit damit gehabt. Und jetzt wird eine unvollständige Selbstanzeige überhastet abgegeben in genau dem Moment, in welchem Jemand bei der Bank rumstochert. Und der Ministerpräsident Bayerns macht sich höchstpersönlich Gedanken darüber, wie “wir” mit Hoeneß umgehen sollten. Was “uns” ja nichts angeht, das liegt wohl bei den Behörden. Was ist hier los?

  18. impulshund |  27.04.2013 | 23:49 | permalink  

    Aus dem Abonnentenbrief der SZ vom 26.4.2013:

    Der Erste sein – aus diesem Anspruch speist sich schon lange nicht nur das Selbstbewusstsein des FC Bayern München; nein, der ganze Freistaat und seine Hauptstadt sind von diesem Lebensgefühl tief durchdrungen. Wer hat die besten Schulen, die potenteste Wirtschaft und die – nun ja – höchstmögende Staatspartei? Und selbstredend beheimatet München mit dem TSV 1860 auch gleich noch den chaotischsten Verein der Welt. Diesen großartigen Kosmos haben unsere Reporter Holger Gertz und Alexander Gorkow aus aktuellem Anlass gründlich vermessen. Das Ergebnis finden Sie morgen auf Seite 3, Lesevergnügen garantiert.

    Vergnüglich war der Artikel nicht, eher ärgerlich. Und ich habe den Eindruck, dass hier schon an einer Legende gestrickt wird.

  19. Petra |  28.04.2013 | 00:36 | permalink  

    Sehr schön aufgedröselt…

    Und die Welt setzt heute noch einen drauf.
    WIR ALLE sind ja nicht viel besser. Nein, der normale Deutsche (also Millionen von uns) betuppst das Finanzamt, indem er schwarz arbeiten oder arbeiten lässt.
    Jawohl, wir sind nicht besser als ein Herr Hoeneß. Vielmehr ist doch der Herr Hoeneß nicht schlechter als wir, die wir ihn gerade moralisch hinrichten würden.

    http://www.welt.de/debatte/kommentare/article115665830/Den-Staat-zu-betruegen-ist-zum-Volkssport-geworden.html

  20. Erbloggtes |  28.04.2013 | 02:20 | permalink  

    Die Macht der Öffentlichkeit?
    1. Am 16. Januar auf Stern.de kürzte man das Konto noch “40…A” ab.[1]
    2. Am 24. April hieß es dann auf Stern.de 4028BEA.[2]
    3. Am 27. April wartete SpOn mit der Behauptung auf, Hoeneß Konto bei Vontobel heiße 4028BEA.[3]

    Wäre die Reihenfolge von 2. und 3. vertauscht, wäre es ziemlich glaubwürdig, dass Hoeneß der Inhaber von 4028BEA ist. So wie vorliegend sind die Informationen aber nicht unabhängig voneinander. Damit hängt die (aus meiner Sicht derzeit entscheidende) Behauptung, 4028BEA sei Hoeneß Konto, an der Glaubwürdigkeit der Quelle von SpOn. Die ist jedoch geheim: “nach SPIEGEL-Informationen” heißt es da, und dann “Demnach soll Hoeneß bereits vor Weihnachten die Absicht gehabt haben, die bayerischen Finanzbehörden über die Existenz seines Kontos mit der Nummer 4028BEA bei der Zürcher Bank Vontobel in Kenntnis zu setzen.” Und weiter: “Wie der SPIEGEL erfuhr, soll Hoeneß” dies und jenes gesagt haben.[3]
    Wir wissen nicht, woher die “SPIEGEL-Informationen” kommen. Da sie aber nichts substantiell Neues beitragen, und jeder diese Angaben hätte erfinden und an den Spiegel lancieren können, ohne überprüfbaren Informationen zu widersprechen, ist die Glaubwürdigkeit von außen betrachtet nicht sonderlich hoch.
    Zu diesem Zeitpunkt zu glauben, 4028BEA sei Hoeneß Konto, würde bedeuten, dem Spiegel ungeprüft zu vertrauen. Das mache ich nicht mehr. Da müssen sie schon mit überzeugenderen Belegen rüberkommen.

  21. joss |  28.04.2013 | 11:35 | permalink  

    Nebenbei vielleicht interessant:

    In der FAZ gibt es eine sehr interessante Aufstellung über den FC Bayern
    als Aktiengesellschaft und welche Firmen daran beteiligt sind.
    Das ganze ist auf jeden Fall big business. Normalerweise liest man nur
    von Gehältern der Stars, nicht aber von dem ganzen Geschäftsbetrieb.
    http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/uli-hoeness-der-sturz-eines-idols-12164779.html

  22. gelegentlich |  28.04.2013 | 13:02 | permalink  

    Wenn die folgende Meldung stimmt heißt das, dass Sie, Herr @michal, den Titel “Abschirmung” genau richtig gewählt haben:
    http://www.focus.de/magazin/kurzfassungen/focus-18-2013-steuer-cd-brachte-fahnder-auf-die-spur-von-uli-hoeness-telefone-abgehoert_aid_974148.html
    Bliebe höchstens die Frage, warum ausgerechnet der FOCUS, der im Fall Mollath lieber über das Wetter im Fernsehen reden wollte, das bringt.
    Dafür bräuchte man Einsichten in die Kabbalen in der Spitze des Vereins und der CSU. Beides wird man wohl erst nach den Wahlen im Herbst bekommen – weil halt abgeschirmt wird. Bis dahin wird nur leise geschmutzelt.

  23. Reyes Carrillo |  28.04.2013 | 13:11 | permalink  

    Wie eng doch Wohlgefühl und der Drang zur vollständigen Magenentleerung beieinander liegen: Gerade noch glotzte mir aus dem TV das unerträgliche Dauergrinsen des noch unerträglicheren Ulf Poschardt (Die Welt) entgegen (Presseclub), der mir seine tiefe Entrüstung über das “zunehmende Eliten-Bashing hierzulande” (Hoeneß war gemeint) entgegengrinste, als mir darüber der letzte Bissen meines Sonntagsbratens nicht mehr die Gurgel hinabwandern, sondern das schon Abgelegte den Weg nach oben antreten wollte. Der Aus-Knopf brachte erste Erleichterung, aber das Lesen Ihres Artikels schließlich bescherte die erlösende Einleitung der Verdauung. Danke für dieses in jeder Hinsicht wunderbare Digestif, lieber Herr Michal!

  24. Fritz |  01.05.2013 | 14:55 | permalink  

    Ob der Fall der Steuervermeidung von Hoeness sachlich wichtig ist, weiß ich nicht. Er scheint irgendetwas zwischen 3 und 10% seiner Steuerschuld dem Fiskus schuldig geblieben zu sein, was in seinem Fall eine hohe Summe darstellt.
    Interessanter ist eher, wie jeder auf den Fall sein persönliches Sentiment projiziert und damit der Fall zum Stellvertreter-Diskurs wird, zur Ersatz-Debatte. Bringen tut das in faktischen Zahlen wenig. Man kann das z.B. an den Steuererhöhungsplänen von Grünen und SPD sehen, wo dieser Diskurs hinführt. Die Gesellschaft bekommt das Gefühl, etwas Wichtiges in punkto mehr sozialer Gerechtigkeit zu entscheiden – tatsächlich geht es um jährliche Mehreinnahmen von 4 bis 5 Milliarden, also von circa 0,8 % der Steuereinnahmen 2013. Zum Vergleich: Die Steuereinnahmen stiegen von 2011 auf 2012 um 29 Milliarden, dieses Jahr sollen sie nach Planung um weitere 16 Milliarden steigen. Diese Steigerungen kommen aus höheren Unternehmensgewinnen, höheren Einkommen etc.
    Man erkennt daran das beinahe nur Symbolische, was die Grünen, die Linke und die SPD mit ihren Steuererhöhungs-Versprechungen zu Wahlkampfzeiten veranstalten, ebenso wie die Abwehrargumentationen oft pure Emotionalität darstellen.
    Und diese Symbolik der Gerechtigkeitsdebatten findet sich wieder in der Hoeness-Debatte. Das ist witzigerweise gerade denen Recht, die im Gegensatz zu Hoeness zu den sozial völlig Ignoranten gehören. Die können nun an diesem Fall demonstrieren, dass das bisschen Auslandsvermögen allein noch niemanden zu einem schlechten Menschen macht. Dem hat dann das Sentiment-Lager der Kritiker nur entgegenzuhalten, es müsse streng nach Gesetz ohne Ansehen der Person geurteilt werden. Und darauf kann man sich ja einigen: Der Rechtsstaat muss siegen.
    Netto bleibt da aber nichts übrig, worüber sich zu reden lohnt. Weder beim Steueraufkommen noch bei der Verteilungsgerechtigkeit. Aber schön dass wir uns ereifert haben …

  25. Plaqueiator |  02.05.2013 | 19:44 | permalink  

    Dass Hoeneß das Geld aus dem Dunstkreis von Adidas bekommen hat, einfach so, ist keineswegs abwegig, wenn man an diesem Punkt den Bogen zu Mollath schlägt, der Hoeneß in diesem Punkt so etwas wie bestätigt.

    Mollath beschreibt detailliert und glaubhaft in einem Brief an die Strafvollstreckungskammer Straubing 2008 (unfassbares Dokument: http://www.gustl-for-help.de/download/2008-04-17-Brief-Mollath-StVK-Straubing.pdf) den “Kundenkreis” seiner Ex-Frau und und nennt explizit Namen:

    “Meine Frau und ihre Kollegen bedienten ‘die höchsten Kreise’ Mittelfrankens. Z.B. Familie Dxxxxxx, bekannt mit Axxxxx, …”

    Die Namen sind bis auf die Kapitale ausgegraut, aber dennoch entzifferbar.

    Die Höhe des frei fluktuierenden Kapitals, das verzweifelt einen halbwegs sicheren Hafen sucht, muss so groß gedacht werden, dass die paar Millionen “Spielgeld” sich einfach relativieren. Diese Verzweiflung ist derart groß, dass Millionen Bargeld auch mit verdeckten Bankkurieren in einfachen Koffern und Reisetaschen transportiert werden.

    Ich nehme an, wir Normalbürger können uns das unfassbare Ausmaß der Geldschiebereien mit unvorstellbaren Beträgen nur nicht vorstellen. Dabei ist die Inkongruenz der Realitätswahrnehmung zwischen beiden Welten einfach zu groß.

    Was für die einen Spielgeld und Peanuts ist, ist für die anderen ein zigfacher Sechser im Lotto.

  26. Paul Halbritter |  03.05.2013 | 04:14 | permalink  

    Im Artikel wurde zum Stern-Artikel vom 16. Januar 2013 steltsamerweise nur auf die Mobil-Version verlinkt. Könnt ihr das bitte ändern, hier der “normale” Link: http://www.stern.de/sport/fussball/geheimes-fussballkonto-in-der-schweiz-spitzenvertreter-der-bundesliga-bunkerte-halbe-milliarde-1955286.html

  27. Der Teufel |  15.05.2013 | 09:50 | permalink  

    Vielen Dank für diese Berichterstattung, die genau den Eindruck wiedergibt den ich schon lange hatte.
    Ein Artikel, der den Neid auf einen gesund wirtschaftenden Fußballverein und den Neid auf den erfolgreichen Uli Hoeneß darstellt.
    Endlich können Journalisten den ehemaligen Saubermann und Moralapostel der Fußballszene, der so ohne wirklichen Skandal auskam, fertig machen.
    Muss ein unglaublich gutes Gefühl sein auf wehrlose einzudreschen, natürlich ohne wirkliche Fakten, Hauptsache einfach mal alles in einen Topf werfen und unnötige Brisanz in den Fall bringen, natürlich nicht um die Auflage zu steigern.
    Und natürlich, zurecht?!, fällt alles Gute was Hoeneß bis jetzt getan hat unter den Tisch, aber das hat ja sowieso niemanden interessiert….

    Warum wird nicht über Kinderschänder oder die Missbrauchsskandale der Kirche so oft und viel geschrieben?
    Vielleicht werde ich das eines Tages verstehen…

  28. Hoeneß und die Medien: Was passierte am 15. Januar? — Carta |  11.06.2013 | 12:02 | permalink  

    [...] Hoeneß und die Medien: Wenn Aufklärung zu Abschirmung wird (01.05.2013) [...]

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