G + J ruiniert sein Capital

Das renommierte Verlagshaus scheint sich ein schlechtes Beispiel an WAZ-Praktiken zu nehmen - oder ist es eher ein Wettbewerb im Streichen?

Was ist los bei Gruner + Jahr? Steht jetzt Costa-Concordia-Kapitän Francesco Schettino auf der Verlagsbrücke? Erst macht der gesamte Stern eine ausgedehnte Wanderung durchs Fettnäpfchen, jetzt lese ich im Hamburger Abendblatt, dass der Verlag auch sein Capital ruiniert.

Die Redaktion muss nach Berlin umziehen. Aha, Hauptstadt, wichtig. Capital hat aber noch keinen eigenen Etat. Oho, Kapital ohne Geld, interessante Variante. Hervorragende Verlags-Strategie.

Von der Hamburger Redaktion darf niemand mit, aus arbeitsrechtlichen Gründen. Ist ja kein Problem. Wer braucht schon Erfahrung und Inhalte? Außerdem gibt´s ja genügend Rohstoffquellen, in diesem Fall Human Resources. Man recycelt einfach die FTD-Abfälle. Einem der Onliner wird nun im Schnellschuss-Verfahren eingeimpft, was ein Chef vom Dienst bei Print eigentlich zu tun hat. Ist ja easy.
 

Berndt Schramka war 11 Jahre Stellvertretender Leiter der Henri-Nannen-Journalistenschule, die von Gruner+Jahr, ZEIT und Spiegel getragen wird.