Wolfgang Messer

Wie spricht man das aus? · Typisch deutsche Sprachverwirrung

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Babylon? Ein bisschen. Notizen eines professionellen Sprechers.

20.03.2013 | 

Kennen Sie Monaco di Baviera? Oder den “Lac de Constance”? Oder “Renania-Palatinado”? Liegt alles in Deutschland, heißt aber in Italien italienisch, in Frankreich französisch und in Spanien spanisch. Umgekehrt bemühen wir deutschen Sprecher uns meistens, den Namen von ausländischen Orten möglichst nahe am Original zu belassen und höchstens “gemäßigt” einzudeutschen. Das ist nicht immer einfach und teilweise auch inkonsistent und unlogisch.

 

Arte Strasbourg, Foto: Wolfgang Messer


Hier wird offiziell bilinguales Fernsehen produziert – in Wirklichkeit hat man’s aber mit zahlreichen Sprachen zu tun: Die Zentrale des europäischen Kultursenders ARTE im französischen Strasbourg / Straßburg. (Foto: W. Messer)

 

Fragen Sie mal einen Franzosen nach einem Aussprache-Wörterbuch – so was wie der rot eingebundene Aussprache-Duden bei uns, oder sein Online-Ableger. Sie werden vermutlich nur ein Schulterzucken ernten. Gibt’s dort nicht, wozu auch: Selbst französische Profi-Sprecher interessiert kaum, wie beispielsweise ausländische Namen oder geografische Bezeichnungen im Original auszusprechen sind. Stattdessen werden “Frankofonisierungen” verwendet oder komplett andere, französisch klingende Wörter.

So wird der Bodensee zum “Lac de Constance”, Rheinland-Pfalz zu “Rhénanie-Palatinat” (rheinische Palatschinken?), Niedersachsen offenbar zu einem Musik-Duo (“Basse-Saxe”) oder München zu “Munich” (Mü-’nihk, Betonung auf zweiter Silbe). Ähnlich handhaben das Engländer, Italiener, Spanier und andere in ihren Sprachen. Dort haben sich fremdländische Namen dem eigenen Zungenschlag anzupassen; teils sogar unterschiedlich, je nach Region. Etwa die lothringische Stadt Metz: Für sie gibt es innerhalb Frankreichs zwei offizielle Aussprachevarianten: “Mets” in Ostfrankreich (so kennen wir es auch in Deutschland) und “Mess” im Rest des Landes.

Für die französischen Off- und Voice-over-Sprecher/innen beim TV-Sender ARTE sind das annähernd paradiesische Zustände. Nur selten haben sie bei ihrer Arbeit Rückfragen, wie denn eine Stadt außerhalb Frankreichs auszusprechen sei. Im Zweifel: Französisch.

Ganz anders bei uns deutschsprachigen Kolleginnen und Kollegen. Da gibt’s vor der Produktion der Nachrichtenbeiträge teils umfangreiche Recherchen, wie denn dieser arabische oder afrikanische Politiker und jene syrische oder tunesische Stadt genau genannt wird. Gerade in diesem Jahrzehnt kamen durch die revolutionären Umwälzungen in Afrika und dem Nahen Osten täglich neue Namen und Bezeichnungen in die Berichterstattung, von deren Existenz zuvor höchstens langjährige Völkerkundler wussten. Ganz zu schweigen von den vielen japanischen Städten, die 2011 vom katastrophalen Erdbeben und dem Tsunami betroffen waren.

 

Erste Hilfe von der ARD-Datenbank

Erster Rettungsanker in solchen Situationen ist die vom Hessischen Rundfunk in Frankfurt betriebene Aussprachedatenbank (ADB), die für alle ARD-TV- und Radiosender verbindlich sein soll und auch vom deutschsprachigen ARTE-Programm als solche genutzt wird. Da aber dort nicht jeder fragliche Name zu finden ist, dienen Korrespondenten, Botschaften oder diverse Online-Quellen als weitere Stützen.

Die Resultate sind nicht immer konsistent und können sich im Lauf der Zeit ändern. So wurde etwa der US-Schauspieler Warren Beatty in der ARD jahrzehntelang “‘Bihti” ausgesprochen, obwohl er sich selbst “‘Bäitti” nennt. Die ADB änderte das vor rund zehn Jahren und gibt seither als Quelle “Library of Congress” an.

Einem gewissen Wandel unterworfen war auch die syrische Schabiha-Miliz. Die hieß laut ADB zuerst ein paar Tage lang “‘Schabi-ha” (Betonung erste Silbe), jetzt sagt man “Scha’bi-ha”. Zwei verschiedene Aussprachevarianten hört man öfter in der “Tagesschau”, wenn es um den syrischen Staatspräsidenten Assad geht: “A’ssatt” und “‘Assat”. Letzteres ist laut ADB korrekt; das ZDF setzt dagegen konsequent auf die erste Version. Ein kleine Überraschung gibt’s bei den indischen Bundesstaaten (etwa “Madhya Pradesh”). Die heißen nicht – wie häufig in Deutschland ausgesprochen – “‘Pradesch”, sondern “Pra’dehsch”.

Äußerst vielfältig präsentiert sich die afghanische Hauptstadt Kabul. Für sie bietet die ADB drei Aussprachevarianten: “‘Kah-bul” (gemäßigte Eindeutschung), “Ka-’bul” oder “Ka-’bəl”. Nummer zwei und drei sollen die afghanische Sprechweise nachahmen, wobei andere Quellen in der Landessprache Dari eher von “‘Koh-bull” ausgehen. Kein Wunder, dass Sie in deutschen TV- und Radio-Nachrichten (oder auch im letzten “Tatort” aus Leipzig) verschiedene bunte Varianten-Mischungen vernehmen können.

 

Wolfgang Messer im ARTE-Studio, Foto: Melissa Decaire/ARTE


Die “schnelle Stimme” in einem der ARTE-Vorproduktionsstudios – hier überspreche ich gerade für die Nachrichtensendung um 19.10 Uhr fremdsprachige Originaltöne mit deutschem Text. (Foto: Melissa Decaire/ARTE)

 

Bloß nicht “Worchester-Soße” sagen!

Aber würden sich TV-Kollegen in England, Italien, Spanien oder Frankreich in solchen Detail-Diskussionen verzetteln? Kaum. Den Engländern ist es wichtig, dass zum Beispiel ihre geliebte “Worcestershiresauce” auch von Ausländern in etwa “‘Wuster-scher”-Soße ausgesprochen wird, die Italiener legen Wert auf ein sauber dargebotenes Ghia (“Gia”, nicht “Dschia”), die Katalanen möchten bitte “‘bəɾsəˈɫonə” hören, wenn von Barcelona die Rede ist, und die Franzosen haben einen natürlichen Anspruch darauf, dass der alte Schwerenöter Dominique Strauss-Kahn nicht wie der Vogel Strauß heißt, sondern “Strosˈkan”.

Das machen wir deutschen Sprecher auch (fast) alles brav nach jeweiliger Landessitte. Nie würde uns einfallen, den “étang de Lacanau” in “Teich von Lacanau” oder die “Cathédrale Notre-Dame de Paris” in “Kathedrale unserer lieben Frau von Paris” einzudeutschen. Anders herum geht’s aber: Das Freiburger Münster, auch “Münster unserer lieben Frau” genannt, heißt in Frankreich mit größter Selbstverständlichkeit “Cathédrale Notre-Dame de Fribourg”.

 

Vergebliche Suche nach Konsistenz

Der tiefere Hintergrund dieses deutschen “Sonderwegs” ist mir nicht ganz klar. Ist es etwa das Bemühen, angesichts vergangener Großmacht-Verirrungen einen eventuellen Verdacht erneuter hegemonialer Bestrebungen schon im sprachlichen Ansatz zu zerstreuen? Toben deshalb in der deutschsprachigen Wikipedia gerade zum x-ten Mal heftige Diskussionen um die mutmaßlich korrekten Lemmata polnischer, tschechischer und slowakischer Städte? Darf es zum Beispiel wirklich “Karlsbad” heißen, oder wäre nicht “Karlovy Vary” angebrachter?

Mal ehrlich: Wir Deutschen sind da ziemlich inkonsistent. Wir nennen “Nice” nicht französisch korrekt “Nihss”, sondern beim italienischen Namen Nizza. Wir sagen nicht “Pa-’rih”, sondern “Pa-’rihs”, “‘Lon-don” statt “‘Lən-den”, Mailand statt “Mi-’lano”, Rom statt “‘Ro-ma”, Genua statt “Genova” (“‘Dsche-nova”), Kopenhagen statt København” und Peking statt “Beijing” (“beɪˈdʒɪŋ”, Betonung 2. Silbe). Andererseits fällt mir auf Anhieb keine einzige US-amerikanische Stadt ein, die in Deutschland nach ADB anders ausgesprochen werden dürfte als in den USA.

 

Häufigkeit als Anhaltspunkt

Irgendein global übergreifendes System erkennbar? Mir ist jedenfalls noch keines aufgefallen. In der deutschsprachigen Wikipedia orientiert man sich deshalb bei der Findung des richtigen Namens-Lemmas hauptsächlich an der Häufigkeit von Vorkommen und Verwendung der verschiedenen Varianten in unserem Sprachraum. Die kann sich allerdings mit der Zeit durchaus verändern.

Offenbar geht’s bei den deutschen Ausspracheregeln so zu wie bei unserer Grammatik: Es wimmelt von Unregelmäßigkeiten, Ausnahmen und dynamischen Entwicklungen. Und die können nicht nur den Deutsch lernenden Ausländer, sondern auch uns selbst hochgradig verwirren.
 

Crosspost vom Fastvoice-Blog. Wolfgang Messer ist Sprecher, Moderator und Redakteur mit eigenem Tonstudio.
 

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9 Kommentare

  1. Michael |  20.03.2013 | 10:07 | permalink  

    Als sprachlich interessierter Gebührenzahler hätte ich jetzt ganz gerne noch Lese-Zugriff auf die Aussprachedatenbank der ARD. Mehr als ein paar Demoschnippsel sind auf den Webseiten der ARD ja leider nicht zu bekommen…

    Oder existiert ein Grund, die nur für den internen Gebrauch unter Verschluss zu halten?

  2. Ingo Dierck |  20.03.2013 | 11:11 | permalink  

    Das Phänomen ist korrekt beschrieben, offen bleibt die Frage nach der Motivation. Wo Sie die USA ansprechen (oder VSA auf Deutsch?): Vor hundert Jahren las man übrigens in den Zeitungen teilweise tatsächlich noch “Neuyork”.

    Ich vermute, einerseits ist es ein Gefühl der Geringschätzung der eigenen Muttersprache. Die Eigenschaft, Dinge umso höher einzuschätzen, von je weiter weg sie stammen, wurde den Deutschen schon vor der Französischen Revolution nachgesagt. Daß Deutsch eine nicht nur schwierige, sondern auch ganz häßlich und unelegant bis brutal klingende Sprache sei, diese Meinung wird im Ausland wie hierzulande oft als selbstverständlich hingenommen und weitergegeben. Ich teile übrigens beides nicht, aber darüber könnte man lange reden.

    Zu dieser Grundbereitschaft zur Übernahme fremder Aussprachevarianten kommt dann meiner Ansicht nach noch hinzu, daß man es irgendwie immer ganz “richtig” machen will. Spreche ich dann den fremden Namen deutsch aus, dann hat das so einen Beigeschmack von “gewollt, aber nicht gekonnt”, also muß mit Akribie eine möglichst große Annäherung an die Form gefunden werden, wie sie der “Eigentümer” wohl pflegen mag. Das kann im Einzelfall aufwendig sein.

    Außerdem ist die deutsche Sprache offenbar aufgrund ihrer morphologischen und syntaktischen Struktur gut geeignet, um alles mögliche an fremden Formen halb oder ganz in sich aufzusaugen. Im Grunde faszinierend, es kann aber – siehe oben – zum Zwang werden. Ich erinnere an die teilweise mühsamen Debatten, ob es nun “Irak” oder “der Irak” heißen “müsse” bzw. “Iran” oder “der Iran”. Interessanterweise war das Hauptargument nicht die Frage, welche Form im Deutschen die ältere oder üblichere sei, sondern es wurde (im Internet in den entsprechenden Foren) vor allem mit besserwisserischem Unterton doziert, was der offizielle Landesname auf Persisch oder Arabisch sei und was er, ins Deutsche übersetzt, wohl ganz genau bedeute und ob man daraus den Artikel ableiten könne. Vielleicht sollte man einfach wieder “Persien” sagen.

    Schließlich, und da gebe ich Ihnen recht, scheint es mit den Ortsnamen gerade in den Gebieten, die ehemals deutschsprachig besiedelt waren, etwas mit sprachlicher “Besitzergreifung” bzw. mit Revisionismus zu tun zu haben. Sprich: Wer nach Bromberg fährt und nicht nach Bydgoszcz, der erkennt die Oder-Neiße-Linie nicht an. Noch schwieriger ist es im Elsaß: Die Frankophilen wollen zeigen, daß sie Französisch können, und sprechen daher jeden Ortsnamen zwanghaft in deutschen Sätzen französisch aus. Manchmal allerdings, und das finde ich dann wieder inkonsequent, sind die Elsässer Ortsnamen so dermaßen deutsch, daß keiner sich vorstellen kann, wie die “echten” Franzosen die aussprechen; dann sagt man’s hierzulande doch wieder auf Deutsch. Meine französischen Verwandten aus der Bretagne machten einmal Urlaub in einem Ort namens Hunspach, nicht weit von Weißenburg, und haben sich da sehr herzlich einen abgebrochen: [œns'patsch] und ähnliches kam heraus, aber irgendwie mußte es ja genannt werden.

    Zu letzterem kommt noch hinzu, daß die Verwaltung alles dazutut, damit die deutschen Namensformen in Grenzgebieten in Vergessenheit geraten: Früher galt, die Sprache des Gebietes, in dem das Schild steht, ist maßgeblich. Besonders toll war das in Belgien, wenn man, aus Flandern kommend, nach Lille wollte und fast verzweifelte, weil kein Schild auf der Autobahn einen da hinlotste. Klar, in Flandern heißt die Stadt Lille ja auch Rijsel – soviel an Allgemeinbildung muß ein Reisender halt mitbringen!

    Nun hat sich in Europa alles umgedreht. Jetzt ist maßgeblich, wie die amtliche Namensform eines geographischen Objektes an Ort und Stelle lautet. Folge: Hier in der Pfalz heißt es jetzt nicht mehr Straßburg, sondern Strasbourg. Umgekehrt steht da in Lothringen eben in Zukunft Saarbrücken und Zweibrücken statt Sarrebruck und Deux-Ponts.

    Meiner Ansicht nach ist es dieses ganze Faktorenbündel aus mangelndem Prestige der deutschen Sprache (ein weites Feld!), verkrampfter Besserwisserei und politischer Rücksichtnahme, die diese komplizierte Situation haben entstehen lassen.

    Aber das wird unsere geliebte Muttersprache auch in Würde überleben, ich sehe es mit Gelassenheit.

  3. André Rebentisch |  20.03.2013 | 12:27 | permalink  

    Die Haltung zu unserer Sprache ist geprägt durch eine gewisse unhistorische Spießigkeit in der Rechtschreibung und die saubere Isolation des “fremden” Wortes vom eigenen Sprachkörper. Kreolisierung der deutschen Sprache wird als ein Graus empfunden, als Verlust der Authentizität des “Fremden”. Sprachliche Einbürgerungen werden vermieden, als barbarisch empfunden.

    Filosofie mit F! Da sträuben sich dem deutschen Bildungssphilister mit PH die Haare und er hält das Beispiel quasi für selbsterklärend falsch. Dass es im Ausland sehr wohl anders praktiziert wird, auf Niederländisch z.B. “De filosofie of wijsbegeerte is de oudste theoretische discipline…” ist für ihn kein Problem.

    Die eigene Sprache soll in dieser Sicht wie die fremden Sprachen “rein” bleiben und streng geschieden sein. Vereinfachende Einbürgerungen unausprechlicher Namen geradezu ein Kulturfrevel.

    Der Glaube an die Mainstream-Sprache geht so weit, dass ethymologische Theorien verworfen werden, die sich nicht aus den schulmässigen Ableitungsregeln aus dem Mittelhochdeutschen ergeben. Alles muss original fremdsprachlich geschrieben werden. Wie spannend Mundarten und Schreibfertigkeiten etws “verhören” und “verderben”, ist nur ein Übel, ein Frevel gegenüber der Quelle. Das Grimmsche Wörterbuch als Abstammungsnachweis enthält nur Deutsches, als sei die deutsche Sprache von slawischen, französischen usw. Einflüssen frei geblieben.

    Es gibt aber auch andere lustige Anekdoten, zum Beispiel Wilhelmshaven. Des Kaisers Marinestation wurde in der Kaiserzeit Schlicktau scherzhaft getauft von den Arbeitern, in Anlehnung an die Kolonie Tsingtau in China. Daraus entstand später im gleichen Volksmund Schlicktown, da niemand mehr etwas damit anfangen konnte. Und über Tsingtau lesen wir, es sei das “heutige Qindao”. Das ist aber nur eine andere Transskription der gleichen chinesischen Hafenstadt.

  4. Wolfgang Messer |  20.03.2013 | 12:52 | permalink  

    @Michael: Mir würden auf Anhieb mehrere Gründe einfallen. Warum sollten beispielsweise andere (private) Sender von einer immensen Rechercheleistung profitieren, die sie selbst nicht erbracht haben? Welche technische Kapazität müsste ein ADB-Server haben, der für alle zugänglich ist und deshalb enorme Zugriffszahlen verkraften müsste? Was würde das kosten? Wer würde dann wieder über “Gebührenverschwendung” meckern?

    @Ingo Dierck: Im Elsass gibt’s jetzt immer häufiger zweisprachige Orts- und Straßenschilder – allerdings nicht französisch/deutsch, sondern französisch/elsässisch ;-)
    Siehe z. B. hier: http://fastvoice.net/2012/03/23/printemps-a-strasbourg/

  5. Dr. Johann-Georg Blomeyer |  20.03.2013 | 13:20 | permalink  

    Das ist ja mal eine schöne Seite. Da will ich meinen Senf beigeben.

    1. Die deutsche Sprache ist eng mit dem Sanskrit verbunden und hat Eigenschaften, die andere Sprachen weniger kennen. Wie übersetzt man Frechdachs, Eselsohr, Eselsbrücke auf Englisch oder in eine andere Sprache ? Die Fähigkeit, Worte zusammenzusetzen, das ist der Clou.

    2. Die deutsche Sprache ist viel flexibler, nimmt andere Worte aus dem Englischen auf, schafft selbst welche (Handy, Showmaster, mutterseelenallein ((aus tout moi seul))

    3. Es gibt allerdings auch grausige Entgleisungen wie “der Ganges in Indien”. Wer die Entstehung des Flusses aus der indischen Mythologie kennt, weiß, daß es sich um die wilde Göttin “Ganga” handelt . Sie war so wild, daß nur Shiva sie zur Erde geleiten konnte.
    Also ich habe aus dem Ganges “die Ganga” gemacht.

    4. Meine Imehl (copyright) ist “gauri@blic.net. “Gauri” ist der Name meiner aus Bengalen/Indien stammenden Frau, aber bin selbst schon als Herr Gauri Blomeyer bezeichnet worden.

    5. Die ewige Göttlichkeit hat nun ein Völkchen mit etwas mehr “Sprachfähigkeit und Zugang zu den himmlischen Welten der Literatur und Poesie ausgestattet z.B die Bengalen. Ihr Englisch ist bei weitem besser als das der Engländer (vgl. Savitri …von wem ?).
    So werden eines Tages die Bengalen auch auf die deutsche Sprache stoßen und dann bald die ersten Plätze der zukünftigen deutschen Literatur einnehmen. Es gibt schon einige Familien aus Bengalen in Deutschland. Deren Kinder sind (was wunderts) regelmäßig in den Sprachen die Besten der Schule.

  6. Skalg |  21.03.2013 | 00:05 | permalink  

    Mir fallen jetzt aber spontan ein paar osteuropäische Gegenbeispiele ein: Warschau, Böhme, Siebenbürgen. Die Regel scheint zu sein, wenn es schon ein deutsches Wort gibt, dann benutzt man das historische, wenn nicht, wird die moderne, einheimische Aussprache benutzt.
    Jetzt haben aber leider Weltreiche wie das englische, spanische oder französische mehr historische Ortsnamen als eine späte Kolonialmacht wie Deutschland.

  7. Wolfgang Messer |  21.03.2013 | 00:27 | permalink  

    @Skalg: Wie beschrieben: Bei der deutschsprachigen Wikipedia zählt die Häufigkeit der Verwendung im DACH-Bereich – deshalb gibt’s dort u. a. auch die Lemmata “Warschau”, “Breslau”, “Böhmen” oder “Siebenbürgen”. Wieso das jetzt “osteuropäische Gegenbeispiele” sein sollen, erschließt sich mir nicht. Gegenbeispiele für was?

    Und die Historie taugt nicht immer zur Erklärung. So wurde beispielsweise New York vor vielen Jahren in Deutschland “Neu-York” genannt und New Brunswick “Neu-Braunschweig”. Entwickelt sich halt mit der Zeit.

  8. Norbert Kroschel |  23.03.2013 | 06:49 | permalink  

    Im RBB sprechen sie nur das Wort Kommune in “Straße der Pariser Kommune” französisch (Commune) aus, die Straße aber wird deutsch ausgesprochen. Vollig daneben!

    Der Name Ostbrandenburg, eine Landschaft, die heute in Polen liegt, wird oft fehlerhaft für den heutigen östlichen Teil Brandenburgs benutzt.

    Oft habe ich den Eindruck, dass die Verwendung deutscher Bezeichnungen für Städte und Regionen in den ehemaligen Ostgebieten unzutreffender Weise als Gebietsanspruch gedeutet wird.

    Wir sollten unaufgeregter mit dem Thema umgehen!

  9. Wie spricht man das aus? · Typisch deutsche Sprachverwirrung | deutsch-französisch | Scoop.it |  24.03.2013 | 11:32 | permalink  

    [...] Babylon? Ein bisschen. Notizen eines professionellen Sprechers.Kennen Sie “Monaco di Baviera“? Oder den “Lac de Constance”? Oder “Renania-Palatinado”? Liegt alles in Deutschland, heißt aber in Italien italienisch, in Frankreich französisch und in Spanien spanisch. Umgekehrt bemühen wir deutschen Sprecher uns meistens, den Namen von ausländischen Orten möglichst nahe am Original zu belassen und höchstens “gemäßigt” einzudeutschen. Das ist nicht immer einfach und teilweise auch inkonsistent und unlogisch.  [...]

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