Netzlese

Marcel Weiß

Internetentwicklungsland Deutschland: Bei sozialen Netzwerken ganz hinten

 | 2 Kommentar(e)


Das Internet als Wirtschaftsfaktor anzusehen, ist eine Sache. Seine Akzeptanz vor allem medial zu fördern, eine ganz andere.

20.12.2012 | 

Michael Kroker im Wirtschaftswoche-Blog Look @ IT:

Eine aktuelle Studie belegt erneut: Die Ablehnung von Facebook, Twitter & Co. ist in Deutschland höher als in allen anderen Industrienationen.

[..] Deutschland rangiert dagegen am unteren Ende der Skala. Zwar ist der Nutzungsgrad von 34 Prozent aller Erwachsener noch im unteren Mittelfeld. Doch der Anteil der Verweigerer von sozialen Netzwerken ist mit 46 Prozent der Befragten der höchste unter allen betrachteten Staaten.

Das ergab eine Befragung von 26.000 Menschen in 21 Ländern durch das Pew Research Center.

Das hat natürlich einen ganzen Strauß an Gründen, die man niemals komplett erfassen könnte. Einen Grund sehe ich in der Ablehnung der Deutschen von Experimenten, in der starken Risikoaversion unserer Gesellschaft und der Vorliebe von geordneten vor chaotischen Verhältnissen. Einen zweiten Grund sehe ich in der sehr negativen Berichterstattung der deutschen Presse. Sowohl Print als auch TV berichtet hierzulande seit Jahren fast ausschließlich negativ über das Internet und dabei natürlich besonders über das Trendthema der letzten Jahre, die Social Networks. Große Titelstories sind immer mit Skandalen oder Risiken verbunden.

Aus Sprachkenntnisgründen kann ich nur die Verhältnisse mit den USA und Großbritannien vergleichen. Die Unterschiede zwischen diesen beiden Ländern und Deutschland aber sind erschreckend.
 
Crosspost von neunetz

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2 Kommentare

  1. Fragen, die sich mir stellen | -=daMax=- |  20.12.2012 | 16:54 | permalink  

    [...] es wirklich so eine Katastrophe, dass Deutschland Sozialnetzen weniger vertraut als andere [...]

  2. Fritz |  22.12.2012 | 12:12 | permalink  

    Jetzt haben wir aber ein logisches Problem: USA und GB – starke strukturelle Probleme in der Wirtschaft mit viel zu viel Staatsverschuldung und viel zu viel Arbeitslosigkeit und Armut, speziell GB schwache Industrie und stark rezessives Klima. Beide Staaten kurz vor dem endgültigen Abdriften in die Abwärtsspirale. D mit seiner Ablehung von Twitter und Facebook der einzige der G8-Staaten, dem es wirtschaftlich gut geht.
    Daraus wäre doch zu folgern … oder? Also der Wirtschaft fehlt in Deutschland jedenfalls nichts, wenn sie soziale Netzwerke für drittrangig hält gegenüber diversen anderen Netznutzungsformen. Auch die Produktivität scheint eher dort höher zu sein, wo die Verbreitung der sozialen Netzwerke etwas geringer ist.

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