Vera Bunse

Eine Antwort von amazon. Irgendwie.

 | 14 Kommentar(e)


Weiß jemand, was nach Löschung eines amazon-Accounts mit den erworbenen, DRM-geschützten Werken geschieht? Nein? Willkommen im Club.

03.11.2012 | 

Pia Ziefle hat ihr amazon-Konto gekündigt. Was nun passiert, ist ihr nicht ganz klar, auch nach mehrfachen Anfragen bei amazon nicht. Uns geht es genauso. Auch jedem, den wir gefragt haben – alles Menschen, die sich sowohl im Netz als auch rechtlich gut auskennen. Gestern Abend kam dann immerhin noch eine Antwort vom amazon-Kundenservice:

Guten Abend, Frau Bunse,

vielen Dank für Ihr Schreiben an den Kindleservice von Amazon.de.

Ich hätte Sie gerne persönlich gesprochen, um das Anliegen mit Ihnen zusammen und direkt zu lösen. Daher habe ich versucht, Sie unter der bei uns hinterlegten Telefonnummer anzurufen. Da ich Sie leider nicht erreichen konnte, lasse ich Ihnen nun weitere Informationen per E-Mail zukommen.

Gerne beantworte ich Ihnen alle Ihre Fragen.

Bitte beachten Sie, dass eine Kontoschließung NICHT möglich ist, solange unter Ihrem Kundenkonto ein Kindle bzw. eine Kindle App registriert ist. Wenn Sie eine Kontoschließung wünschen, würden wir Sie bitten, zunächst die Registrierung Ihres Kindle bzw. Ihrer Kindle App rückgängig zu machen.

Nach einer Kontoschließung ist kein Zugriff mehr auf Ihre erworbenen Kindle Inhalte möglich.

Aufgrund lizenzrechtlicher Bestimmungen können Kindle Inhalte nur auf dem Kindle oder auf Geräten mit einer Kindle Lese-App gelesen werden, die mit Ihrem Amazon.de-Konto verknüpft sind.

Ich bitte um Ihr Verständnis für diese Besonderheit und wünsche Ihnen ein angenehmes Wochenende.

Konnte ich Ihr Problem lösen?

Wenn ja, klicken Sie bitte hier:
[..]

Wenn nein, klicken Sie bitte hier:
[..]

Möchten Sie uns wegen eines anderen Anliegens kontaktieren oder haben Sie weitere Fragen, erreichen Sie uns über das Kontaktformular auf unseren Hilfe-Seiten: http://www.amazon.de/hilfe

Viele Grüße
[..]

Unser Ziel: das kundenfreundlichste Unternehmen der Welt zu sein. Ihr Feedback hilft uns dabei.

Der Vorhang zu, die Fragen offen. Ich werde gleich auf “Wenn nein” klicken und amazon meine Fragen, anders formuliert, nochmals stellen. Denn allein in den Kommentaren unter Pias Text finden sich für die oben gegebene Auskunft mindestens drei verschiedene mögliche Auslegungen.

So wird das nichts mit der Kundenfreundlichkeit. Die besteht nämlich nicht hauptsächlich in prompten Antworten und einem freundlichen Ton, sondern vor allem: in klaren Regeln, die jeder einfach verstehen kann.

Über die Konsequenzen, die ein gebührenpflichtiges Nutzungsrecht gegenüber einem tatsächlichen Kauf für die Buchpreisbindung haben muss, reden wir ein andermal. Am besten direkt mit den Wirtschafts- und Verbraucherschutz-Ministern.
 

 

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CARTA Kaffeekasse

14 Kommentare

  1. amazon ist nun Vergangenheit — Carta |  03.11.2012 | 15:33 | permalink  

    [...] gibt es eine, hm, Antwort von amazon. Und ich muss nachher mal meine Digitalkamera rausholen. Es ist tatsächlich so: Kappe [...]

  2. marian |  03.11.2012 | 16:47 | permalink  

    Also irgendwie ist mir noch nicht klar, warum das Konto überhaupt geschlossen werden soll. Immerhin kostet es doch nichts, und man muss ja künftig nichts mehr bei amazon kaufen.

    Wenn ich z.b. mein Gmail Konto auflösen würde, könnte ich ja auch nicht mehr auf die Daten zugreifen.

  3. Daniel Florian |  03.11.2012 | 16:48 | permalink  

    Naja, wie es ausschaut erwirbt man beim Kauf eines Kindle-Buchs keine Datei, sondern das Recht, diese Datei zu lesen. Das ist bei allen anderen E-Books und MP3s doch ähnlich – zumindest solange sie DRM-geschützt sind. Denn auch DRM-geschützte MP3s von Amazon oder E-Books von Kobo dürfen nur für eine begrenzte Zahl von Geräten lizensiert werden.

    Jeremy Rifkin hat das ja schon 2001 in seinem Buch “The Age of Access” beschrieben. Und bei den ganzen Streaming-Diensten wie Spotify etc. wird dieses Modell ja ebenfalls angewandt: ich habe nur so lange Zugriff auf die Musik-Bibliothek wie ich auch bereit bin, dafür zu bezahlen …

    Ideal ist das sicher nicht – zumindest wenn man zu den ehrlichen Kunden gehört, die tatsächlich digitale Güter kaufen und nicht illegal herunterladen. Aber was ist die Alternative?

  4. Pia Ziefle |  03.11.2012 | 17:01 | permalink  

    Ich muss sehr sehr schmunzeln jetzt.
    Denn: mein Konto IST geschlossen. Ich habe de facto keinen Zugriff mehr, kann mich nicht mehr einloggen.
    amazon hat mich sogar nochmal kontaktiert, weil ich ein Verkäuferkonto mit aktiven Artikeln hatte. Also habe ich die entfernt, und gut wars.
    Amazon hat also sehr wohl die Möglichkeit zu überprüfen, ob da Artikel sind, oder z.B. ein Kindle angemeldet ist.

    Mein Kindle hingehen ist immer noch voll mit Büchern und ich habe mein Gerät heute nachmittag vom nicht mehr existierenden Kundenkonto deregistrieren können (was ich getan habe, weil einer der Kommentatoren beim anderen Artikel das nachgefragt hatte).

    Nur… jetzt weiß ich noch weniger als vorher, und weiß nicht einmal, ob das so rechtens ist. Die eBooks habe ich jetzt sozusagen versehentlich in meinen Besitz gebracht.

  5. Petra |  03.11.2012 | 17:53 | permalink  

    Das ist doch keine Antwort. Jedenfalls keine, über die jemand auch nur eine Minute nachgedacht hätte. Den Knopf für den passenden Textbaustein zu drücken dauert nur Sekunden.
    Es handelt sich hier nicht um ein DRM-Problem, sondern um einen fehlenden echten Kundensupport. Anscheinend hat bei Amazon überhaupt noch kein echter Mensch sich um das Problem gekümmert.

  6. Fotostrecke |  04.11.2012 | 00:31 | permalink  

    Kommentar wurde entfernt. Bitte beachten Sie unseren Kommentarkodex.

  7. Klaus Jarchow |  04.11.2012 | 09:03 | permalink  

    Das ist einer der Gründe, Vera, weshalb ich mein Buch ohne DRM als schlichte pdf-Datei veröffentlicht habe.

    Amazons Kindle-Regelung dürfte übrigens dann keinen Bestand mehr haben, sobald jemand deswegen ernsthaft durch die Instanzen zieht. Du erwirbst mit dem Kauf “Eigentum” an einem(!) Text – oder amazon müsste korrekterweise als Leihbücherei firmieren. Der Text ist dir nach dem Kauf also eigentümlich, dazu gehört auch, dass du ihn beliebig tauschen darfst, handeln, verleihen, verschenken, usw., aber bspw. nicht für andere kopieren. Das DRM ist noch ein rechtlich völlig unausgelotetes Gelände …

    Diese Marketing-Figuren denken immer, sie wären ganz raffiniert, und dann kommt die blöde Justiz daher und zerfetzt ihnen die schönsten Geschäftsbedingungen …

  8. E-Depesche, New Book, Check this out, fuck of and read, Nachrichten rund um E-Books, E-Book-News, E-Postkutsche, E-Taubenpost #3 | Privatsprache – Projekt: Blackbox |  04.11.2012 | 10:05 | permalink  

    [...] Auf CARTA berichten Pia Ziefle und Vera Bunse mal wieder über Amazons merkwürdigen Umgang mit seinen Kunden und seinem DRM. Sie versuchen der [...]

  9. Links 2012-11-05 | -=daMax=- |  05.11.2012 | 16:40 | permalink  

    [...] Ich brech zusammen. Jetzt weiß ich wieder, warum ich mir niemals einen Kindle kaufen werde. Das darf ja wohl nicht wahr [...]

  10. neunetzcast #14: Der Klassiker — neunetz.com |  09.11.2012 | 15:09 | permalink  

    [...] Eine Antwort von amazon. Irgendwie. [...]

  11. Hans Hütt |  18.02.2013 | 22:38 | permalink  

    Das wird ein Fall fürs Kartellamt, wenn ein Lieferant wie amazon die Exitfreiheit seiner Kunden beschränkt.

  12. amazon ist nun Vergangenheit | DENKDING |  21.02.2013 | 23:35 | permalink  

    [...] Was folgte war eine weitere Anfrage der CARTA_Leute, mit dieser Antwort “eine Antwort von amazon, irgendwie” [...]

  13. Die Rechte der Leibeigenen | Stützen der Gesellschaft |  22.02.2013 | 09:54 | permalink  

    [...] angekommen und die Bücher sind da. Auf der anderen Seite jedoch lese ich, dass Kindlebesitzer nun ihren Amazon-Account löschen wollen – miserable Arbeitsbedingungen stören uns wirklich, wenn sie hier passieren und nicht beim [...]

  14. Strategiewechsel bei Amazon? Persönliche Beratung auf dem Vormarsch! ← CX-Commerce |  05.05.2013 | 14:26 | permalink  

    [...] Darüber wie gut die Amazon-Mitarbeiter dabei letztlich beraten, kann jedoch bis auf weiteres leidenschaftlich diskutiert [...]

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