Pia Ziefle

amazon ist nun Vergangenheit

 | 54 Kommentar(e)


Es scheint in Mode gekommen zu sein, dass Kunden über bezahlte Inhalte nicht frei verfügen dürfen: amazon hat eine sehr eigenartige Auffassung von “Erwerb”.

02.11.2012 | 

Und ich muss nachher mal meine Digitalkamera rausholen.

Es ist tatsächlich so: Kappe ich die Kundenbeziehung zu amazon, wird auch mein Kindle gelöscht. Denn (fett von mir)

Beachten Sie, sobald Ihr Konto geschlossen ist, ist kein Zugriff mehr möglich auf:

  • Ihr Kundenkonto für Online-Einkäufe bei Amazon.de
  • Ihr Verkäuferkonto für die Plattform Amazon.de Marketplace
  • Digitale Inhalte in Zusammenhang mit der Amazon Cloud und dem Cloud Player
  • Inhalte und Abonnements für Kindle
  • Konten bei Amazon.co.uk, Amazon.com, Amazon.ca, Amazon.fr oder Amazon.co.jp
  • Ihr Konto bei Javari.de, Amazon BuyVIP und Amazon Payments
  • Ihr Konto beim Amazon.de Partnerprogramm falls ein solches Konto besteht
  • Ihr Konto bei Audible.de und die dort erworbenen Hörbücher
  • Ihren Amazon Wunschzettel und andere Listen, falls solche angelegt wurden
  • “Meine Seite” bei Amazon
  • Ihren Zugang zu Author Central und die damit zusammenhängende Autoren-Seite

Das kann keinem Recht sein, weder den Kunden, noch Verlagen, Autoren und amazon selbst.

 

12 Jahre Kundenbeziehung

amazon ist in den letzten Jahren immens gewachsen. Als ich damals Kundin wurde, hat mich Angebot und vor allem Service und Geschwindigkeit überzeugt. Zwar saß ich in Berlin mitten unter Buchläden, aber bis ich alles gefunden hätte was ich für meine Arbeit gebraucht habe, wären Tage vergangen.

Ich habe alles miterlebt. Wie man amazon den baldigen Tod vorausgesagt hatte, irgendwann 2002 muss das gewesen sein, mitten im Niedergang der Dotcommer. Aber die habens immer gepackt. Plötzlich gabs Socken und Klamotten, Elektronik und Haushaltswaren (in einer Stadt wie Berlin war das wie Wasser in der Wüste – kein Schleppen, kein langes Suchen, kein Transport mit den Öffentlichen), und irgendwann gabs Lebensmittel. Und dann eben auch Schuhe+Handtaschen, der Beginn des Ärgers vor ein paar Tagen.

Es gab Autorenseiten, das irgendie rudimentär gebliebene author central mit ein paar Statistiktools, die fast noch weniger aussagen als der nackte Verkaufsrang – und es gab den Kindle. Lauter völlig neue Geschäftsfelder – alle verknüpft mit nur einem einzigen Kundenkonto.

 

Der Kindle bleibt leer Der Kindle bleibt leer?

Ich glaube, es wäre besser gewesen, amazon hätte den Kunden überlassen, ob sie ihr Kundenkonto auf alle diese Bereiche ausdehnen wollen. Man hätte das ja modular anbieten können, mit einer Liste zum Klicken.

So aber stehe ich jetzt vor der dämlichen Situation, kein Kunde mehr von amazon sein zu wollen, aber meine dort bezahlten digitalen Inhalte bin ich ebenfalls los. Was in mein Kundengehirn nicht reinpasst. Oder muss ich meine Waschmaschine und meine Bootsschuhe ebenfalls jetzt zurückschicken?

Für mich als Kundin ist das ärgerlich, für mich als Autorin ist das noch ärgerlicher. Ich mag eBooks, und ich glaube an einen Markt dafür. Ich glaube aber nicht daran, dass es eine gute Idee ist, bezahlte Inhalte aus bezahlten Kundengeräten zu löschen, nur, weil der Kunde sich entscheidet, nicht länger Kunde zu sein. Kein Softwarehaus macht so was, obwohl auch die nur Lizenzen handeln. Niemand löscht mein schönes Windows 8, nur weil ich jetzt lieber bei Apple einkaufe. Falls ich das täte.

Auf meine Nachfrage, ob man nicht Warenhaus und Kindle irgendwie entkoppeln könnte, damit meine Inhalte erhalten bleiben, nur die lapidare Antwort:

Auf Amazon.de angebotene Inhalte (wie digitale Bücher, Zeitungen und Zeitschriften) sind für Kindle Lese-Geräte und Kindle Lese-Apps definiert. Aufgrund lizenzrechtlicher Bestimmungen können diese Inhalte nur auf dem Kindle oder auf Geräten mit einer Kindle Lese-App gelesen werden, die mit Ihrem Amazon.de-Konto verknüpft sind.

Ich glaube, das wird fatal sein für amazon. Zudem steht nichts davon in der Kindle-Nutzungsvereinbarung. Keine Silbe. Erst, wenn man sein Konto schließen lassen möchte, erhält man die obige Liste. Das ist aber so, als würde man im Supermarkt an der Kasse erfahren, dass zuhause gerade die Nudeln aus dem Voratsschrank entfernt werden, nur, weil man seit Neuestem aus demselben Laden keinen Käse mehr will.

Ach ja, meine Kamera. Die brauche ich. Morgen muss ich ein Bild vom Postboten machen, denn den werde ich jetzt wohl nie mehr wiedersehen.

 

Der Moritat 2. Teil

Weiterhin Chaos mit Konten und Kindle

Spannend. Nach meinem Beitrag von gestern (siehe oben) und der weitergehenden Frage, was daraufhin mit meinen digitalen Büchern auf meinem Kindle passiert, sind mehr Fragen als Gewissheiten geblieben.

Zentral ist: Was geschieht mit meinen Daten, die ich via USB oder auf anderen Wegen auf mein Kindle-GERÄT gepackt habe? Sind die noch da? Können die ominös gelöscht werden?

Geschichten kursieren, Gerüchte, viel Halbwissen. Googeln sollte man keinesfalls nach der Frage!

Der amazon-Kundendienst ist da allerdings ebenfalls wenig konkret und wenig hilfreich. Von dort erreicht mich immer dieselbe Aufzählung, was geschieht, wenn ich mein Konto schließe. Nämlich diese.

Im Kindleshop selbst auch kein Szenario zu “Was geschieht, wenn ich mein Kundenkonto lösche?”.

Also nochmal zurück zur Kundenhotline. Ganz konkret gefragt, kann ich meine eBooks behalten? Nein, das gehe nur mit amazon-Konto. Offen bleibt, was mit “Inhalte” gemeint ist, und ob mein Gerät oder mein Account gemeint ist.

Eine Nacht drüber geschlafen und neue Kommentare gelesen, und das klingt logisch: wenn ich den Kindle offline lasse, dann müsste alles unangetastet bleiben.

Klarheit wird der Versuch bringen, den ich aber erst starten kann, wenn der Zeitraum, den die Kontenschließung benötigen wird, verstrichen ist. Ich bleibe dran.

Schwerwiegend aber finde ich, dass niemand, wirklich niemand, richtig Bescheid wusste. Ich werde noch mal auf anderen Wegen mit amazon Kontakt aufnehmen und versuchen, das endgültig zu klären. Die manchmal etwas schräg formulierten (übersetzten?) Nutzungsbedingungen waren für mich jedenfalls keine ausreichende Hilfe.

Überhaupt scheinen online-Plattformen nie davon auszugehen, es könnte den Kunden geben, der wieder gehen möchte. “Wie schließe ich mein Konto?” oder “Wie lösche ich meinen account?” sind internetweit die gefühlt am besten versteckten Menüpunkte ever.
Crosspost von Denkding

Mehr zu : | | | | | | | | |

CARTA Kaffeekasse

54 Kommentare

  1. Ralf |  02.11.2012 | 20:22 | permalink  

    Fies wird es, wenn der Kindle kaputt geht. Was mit Sicherheit irgendwann passiert. Oder ein Update nötig ist, das alle Inhalte löscht. Alle von Amazon DRM-gesicherten Inhalte dürften dann für immer blockiert sein, wenn es kein Konto mehr gibt. Oder?

  2. Nachtwächter-Blah » Und immer wieder lernen die Leute mit irgendwelc… |  02.11.2012 | 21:12 | permalink  

    [...] mit irgendwelchen hippen Enteignungsmaschinen – wie etwa diesem Kindle von Amazon – auf die harte Tour, dass sie für ihr Geld nichts als Abhängigkeit erwerben. Deshalb macht man so unvorteilhafte »Geschäfte« ja auch nicht… Amazon, Carta, [...]

  3. Peter |  02.11.2012 | 21:23 | permalink  

    Deshalb kauft man keine digital rechteverminderten Bücher. DRM ist die Abschaffung des Privateigentums.

  4. Pia Ziefle |  02.11.2012 | 22:40 | permalink  

    Es ist noch immer nicht ganz raus, ob amazon wirklich auf das GERÄT zugreifen kann – oder will. Die CARTA-Redaktion ist dran und wird sicher bald eine Antwort bekommen.
    Und ich wäre wirklich sehr sehr froh, wenn ich mich irre. Noch siehts aber nicht so aus.

  5. Pia Ziefle |  02.11.2012 | 22:45 | permalink  

    Sind DRM und das Kindle-Format-Monopol dasselbe?
    Sind nicht epup-Ausgaben ebenfalls DRM-geschützt?

    Dann müssten wir das Augenmerk richten auf die Monopolsituation von amazon mit dem Kindleformat, und Verlage und Autoren aufmerksam machen, was in dieser Konstellation mit ihren Produkten, ihren Kunden und ihrem Markt geschieht.
    Ob die das so wollen?

  6. Vera Bunse |  03.11.2012 | 00:11 | permalink  

    @Pia
    Nein, DRMS werden von vielen verschiedenen Firmen und Marken verwendet. Es heißt einfach nur Digital Rights Management (Systems); eine glorreiche Erfindung der Verwerter-Mafia. Netzpolitik hat viel darüber.

    Die Meisten befreien ihre erworbenen eBooks direkt nach dem Kauf, um vor Überraschungen sicher zu sein, habe ich heute bei meinen Telefonaten gelernt.

  7. Gerhard Torges |  03.11.2012 | 00:20 | permalink  

    Amazon kann definitiv auf den Kindle zugreifen.
    Sie haben es 2012 gemacht, und 2009 auch schon:
    http://arstechnica.com/gadgets/2012/10/drm-be-damned-how-to-protect-your-amazon-e-books-from-being-deleted/

  8. Jens Best |  03.11.2012 | 01:47 | permalink  

    Der Verbraucherschutz in Zeiten access-basierter B2C-Beziehungen ist eine dringliche politische Aufgabe. was für Amazon gilt, gilt auch für spotify und viele andere immaterielle Güter und Access-Lizenzmodelle.
    Stichworte sind hier Datenportabilität, Interoperationalität und Plattformneutralität (inkl. socialgraph, also Beziehungen, favorisierte playlists usw.)

  9. Hotcha |  03.11.2012 | 02:18 | permalink  

    “Können Daten ominös gelöscht werden?”, fragst Du.

    Uiuiui, das tönt jetzt aber sehr angriffig.

    Ein wenig Recherche hätte gezeigt:

    Um auf das Gerät zuzugreifen, muss es eine Verbindung mit dem Netz herstellen. Es weist überhaupt nichts darauf hin, dass dies je hinter dem Rücken des Anwenders geschieht. Wäre das so, würde man es spätestens dann merken, wenn der Akku sich plötzlich innert weniger Stunden einfach leert, weil es ständig in der Gegend herumfunkt und Verbindung aufnehmen will. Das ist aber nicht der Fall.

    Der Anlass des Artikels, Konto löschen bei Amazon, scheint mir schon sehr gesucht. Gibt es dafür wirklich Grund? Lass es doch einfach stehen, was soll die Löscherei bringen? Kundenstreik? Scheint mir jetzt kindisch. Die Daten haben Sie ja, die kannst du nicht löschen.

    Wer kein Konto bei Amazon will, muss halt die Wlan-Passwörter vom Gerät löschen und so die Verbindung kappen. Updates braucht es ja jetzt auch keine mehr. Wenn das Gerät kaputt ist, sind dann die Bücher natürlich weg bzw. in Calibrate importiert.

  10. nk |  03.11.2012 | 02:46 | permalink  

    Das ist ein problematisches Feld. Vergleichbar sind ja bspw. Musik-Abo-Dienste, die sich zwar punktuell unterscheiden, aber grundlegend wäre genau dieses Konzept ja auch was für Bücher. Dazu wäre aber nötig:
    - Die Akzeptanz. Leihe für Bücher gibt es ja klassisch schon, nur das Abo-Modell ist untypisch
    - Der Preis. Damit verbunden dürfte sich der Preis eben nicht um den Buchpreis bewegen sondern vielleicht um die 5€/Monat. Und gelesen werden kann nur, so lange das Abonnement besteht.
    - Die Kommunikation. Und das Prinzip muss natürlich klar kommuniziert werden. Der Vergleich zu einer Bibliothek oder Videothek ist ja nun eigentlich nicht sonderlich schwer zu ziehen.

    Ich persönlich mag lieber Dinge die ich besitze, da bin ich vielleicht altmodisch, aber auch vorsichtig, denn ohne einen funktionierenden (und verlässlichen) Netzanschluss (durch den weitere Fixkosten entstehen) sind die ganzen Verträge und Mobilservices nicht mehr viel wert. Desweiteren bin ich gerne Endgeräte-unabhängig und auch durch Streaming permanent entstehende Netzlast finde ich ökologisch jetzt nicht so prall.

    Fazit: So doof ist das Amazon/Kindle-Prinzip eigentlich gar nicht, wenn klar der Nutzungsspielraum kommuniziert wird und das Preismodell angepasst. Noch wirken die Nutzungsbedingungen zu sehr wie ein Kauf.

    Die Verknüpfung mit dem Account, auf dem auch andere Sachen laufen ist jetzt eher p.P. – persönliches Pech. Ich bin jetzt nicht sicher, ob man bei Amazon mehrere Accounts haben kann (darf), aber das löst vermutlich das ein oder andere Problem. Generell ist die Zentralisierung von Diensten bei allen Anbietern problematisch. Im konkreten Fall kommt das Problem dazu, dass das Endgerät eine Monopolstellung des Inhalteanbieters erzeugt. Wie es eben I-Tunes oder diverse App-Stores genauso tun. Von dem Thema wird man zukünftig wohl noch öfter hören.

  11. Max |  03.11.2012 | 07:09 | permalink  

    Einen Teil der Bücher die bei Amazon mit DRM angeboten werden gibt es bei anderen Anbietern mittlerweile ohne (gleicher Preis). Das sollte wir mal deutlicher kommunizieren.

    Generell finde ich das beim Ebook-Verkauf noch sehr viel Verbesserungspotential vorhanden ist. Ich würde es zum Beispiel toll finden das ich wenn ich ein Buch kaufe für 1-2 € zusätzlich auch die Ebooks-Ausgabe dazu bekommen könnte.
    Ebooks sind für unterwegs einfach Klasse, zuhause allerdings lese ich lieber in einem Papierbuch. Ein weiterer Vorteil des Papierbuchs – das kann man auch in 50 Jahren noch lesen, da habe ich bei den Ebooks aus unterschiedlichen Gründen so meine bedenken.

  12. egghat |  03.11.2012 | 08:41 | permalink  

    Also mal wieder eines der Geschäftsmodelle, wo von Kauf gesprochen wird, aber am Ende alles nur wie beim Mieten ist.

    Ist das bei den großen Konkurrenten anders? Bei Apple ist es was Musik angeht anders. Da wird nichts gelöscht, wenn ich mich abmelde (oder?). Wie ist das bei Ebooks von Apple?

    Und was ist mit Libri? Gibt es -für den deutschen Markt – irgendwo eine gute Übersicht?

  13. Ohne Amazon-Konto keine Kindle-Inhalte? » u1amo01 |  03.11.2012 | 09:44 | permalink  

    [...] Ohne Amazon-Konto keine Kindle-Inhalte? Beachten Sie, sobald Ihr Konto geschlossen ist, ist kein Zugriff mehr möglich auf: [...] Inhalte und Abonnements für Kindle [...] Carta: Amazon ist nun Vergangenheit [...]

  14. Pia Ziefle |  03.11.2012 | 10:24 | permalink  

    Der Unterschied zu anderen Anbieter ist: amazon bietet mir Waschmaschinen UND digitale Güter. Immer gehe ich zur selben Kasse, und immer klicke ich beim Erwerb eines Gutes auf “buy”. Ich habe als normaler Kunde weder durch den Preis eines eBooks, noch irgendwo im Prozess das Gefühl (und das halte ich für entscheidender als das Wissen darüber), dass ich nur eine Lizenz habe, und keinen Besitz.
    Zwar steht das in den Nutzungsbedingungen klar drin, aber es steht nicht erkennbar beim Produkt. Es wär ein winziger Aufwand, eine Zeile zur Produktbeschreibung beizufügen.
    Großer Aufwand wäre es, das Modell als solches nochmal ganz neu zu untersuchen und z.B. Preise zu justieren. Viele hohen Preise bei eBooks entstehen auch deswegen, weil Verlage die eBook-Herstellung zukaufen (müssen), da sind also einige in der Kette, die am Modell mitverdienen.

    Um aber bei amazon zu bleiben: die bieten auch eine Kindle-Leihbücherei an, für Prime-Kunden ist das kostenlos und bringt 1 Buch pro Monat mit unbegrenzten Leihfristen. http://www.amazon.de/gp/feature.html/ref=sa_menu_kds4/275-3616022-5940329?ie=UTF8&docId=1000660033

    Gekündigt habe ich nicht wegen dieser Sache hier, sondern weil mir amazon zu groß geworden ist und mir das AGB-konforme Vorgehen, mich als Kundin mit in Tochterunternehmen zu transferieren, nicht behagt. Die Kindle-Fragen sind sozusagen der Kollateralschaden.

    und nochmal: entscheidend ist nicht, OB amazon meinen Kindle löscht oder das kann – entscheidend ist, dass so viele das für möglich halten. Das sollte amazon zu denken geben.

  15. theborg |  03.11.2012 | 10:25 | permalink  

    Was ich interessant finden würde ist, kann man den Kindel Verkaufen wen man ihn nicht freigeben kann ?

    Mir ist grade das gleiche Passiert (Ärger mit einem Marketplace Verkäufer).

  16. Pia Ziefle |  03.11.2012 | 10:30 | permalink  

    Man kann den Kindle verkaufen. Dazu muss man ihn komplett löschen und vom Konto abmelden. Der neue Besitzer kann ihn dann mit der Seriennummer an seinem Konto neu anmelden. (Stand gestern abend)

  17. BlackJack |  03.11.2012 | 10:51 | permalink  

    @Pia: Das geht also nur wenn man noch ein Konto hat und da auch dran kommt‽ Das wäre ungünstig wenn man den Kindle verkaufen möchte weil das Konto nicht mehr existiert. Insbesondere wenn es nicht mehr existiert weil Amazon es vom Benutzer ungewollt gelöscht oder gesperrt hat.

  18. wolf reisser |  03.11.2012 | 10:53 | permalink  

  19. Pia Ziefle |  03.11.2012 | 11:03 | permalink  

    Ganz aktuell aus dem Kindle-Selbsterfahrungslabor:
    Mein Konto ist geschlossen bei amazon. Mein Kindle ist noch voll, auch online gehen hat keine Löschung zur Folge gehabt. Alle Bücher noch da.
    Also mutig auf “sync” gedrückt – ohne Folgen.

    Zur Frage weiter oben: ja, man kann den Kindle deregistrieren, auch von einem Konto, das nicht mehr existiert. Unter Settings (bei meinem Modell) auf “deregister” drücken und dann ist das Gerät vom vorherigen Konto getrennt. Mit “register” beim neuen Konto anmelden, fertig.

  20. Hannes |  03.11.2012 | 11:06 | permalink  

    Ja, das ist eine eklige Angelegenheit. Ich selbst nutze Amazon zwar sehr häufig für Anfassbares (CDs, DVDs, Bücher, Zeugs), hab mich aber bewusst gegen den Kindle entschieden. Einer der großen Vorteile der digitalen Distribution ist es ja, dass man eben nicht mehr darauf angewiesen ist, dass die Werke verlegt werden. Allein schon die Tatsache, dass man auf dem Kindle keine freien eBooks im ePub-Format lesen kann, macht das Gerät unmöglich und führt das Prinzip des eBook-Readers ad absurdum. Im Umkehrschluss hab ich mich für einen freien Reader entschieden – und das gesamte Amazon- und Kindle-Angebot somit dankend abgelehnt. Und das betrifft nicht nur die Hardware, sondern auch alle Inhalte. Was Du hier schreibst, bestätigt mich – denn ich lese mich gerade mit anhaltender Begeisterung durch die freie zeitgenössische Literatur von Manybooks.net und Konsorten. Dafür meine Empfehlung.

    Meine negative Erfahrung hab ich übrigens mit textunes gesammelt. Dort war alles gut, bis sie von Thalia gekauft wurden. Damals musste ich alle Bücher neu herunterladen, was aber nicht bei allen funktionierte. Das war für mich das sichere Ende als DRM-Kunde; und selbst wenn das Prinzip der Güterknappheit bei digitaler Distribution nicht mehr funktioniert, den Markt durcheinander wirft und durch DRM versucht wird am Leben zu halten – Angebot und Nachfrage bestehen weiter; und wo keine Kunden mehr sind, wird sich auch der Markt ändern.

    Soweit mein Plädoyer für freie Bücher ;)

  21. wolf reisser |  03.11.2012 | 11:24 | permalink  

    Immerhin gibt es zarte Hoffnungspflänzchen: Der Verlag O’Reillys (http://www.oreilly.de/ebooks/) bietet eBooks im offenen ePub-Format und unkastriert durch DRM an.

    Ein kleines Detail am Rande: Bei den Musik-Downloads war Amazon der erste große Anbieter. der auf DRM verzichtet hat (sehr zum Verdruss von Apple, denn dort musste man dann wohl oder übel nachziehen).

  22. Stefan |  03.11.2012 | 12:15 | permalink  

    Mit freier Software auf freier Hardware wäre das nicht passiert. Die Open Source Bewegung versucht seit Jahren vor genau diesem Szenario zu warnen. Prima Talk dazu:

    “Eben Moglen speaking at HOPE Number 9 in NYC about Walled Gardens and the First Law of Robotics”

  23. wolf reisser |  03.11.2012 | 12:33 | permalink  

    @Stefan: Leider ist es nur nicht ganz einfach, der reinen Lehre zu folgen. Als E-Book-Reader benutze ich einen Nook Color, auf dem nach dem Rooten CyanogenMod läuft. Aber schon bei meinen Laptops bin ich den faulen Kompromiss eingegangen, Ubuntu als Betriebssystem einzusetzen – trotz proprietärer Software wie Treiber etc. Wer sich komplett auf Gated Communities wie den Kindle einlässt, lebt sehr bequem, aber unfrei. Wer in der digitalen Welt wirklich frei sein will von Bevormundungen, muss leidensfähig sein, weil das auf einen heftigen Komfortverzicht rausläuft.

  24. Axel |  03.11.2012 | 14:11 | permalink  

    Wie ist das dann eigentlich mit der Buchpreisbindung?
    Wenn die nur für den Kauf von Büchern gilt (tut sie das?), dürfte sie bei Amazon nicht ziehen.

  25. Robert |  03.11.2012 | 14:25 | permalink  

    @wolf reisser:
    Dass Amazon als erster großer Anbieter auf DRM verzichtet hat, stimmt so nicht.

    DRM-freie Musik wurde bei iTunes (Apple) am 30. Mai 2007 eingeführt, der MP3-Shop von Amazon öffnete erst am 25. September 2007.

    Bei DRM-freier Musik war Steve Jobs die treibende Kraft, die das mit den großen Labels aushandelte. Die anderen Anbieter konnten dann leicht nachziehen, da die Türen schon offen standen.

  26. wolf reisser |  03.11.2012 | 14:52 | permalink  

    @Robert: Korrekt, Schande auf mein Haupt. Und wie immer ist die Sache noch komplizierter gewesen: Die Musikindustrie hat auf DRM verzichtet, weil Apple ein proprietäres DRM-Verfahren eingeführt hatte und die Plattenlabels es nicht mit einem Monopolisten zu tun haben wollten.
    http://www.wired.com/entertainment/music/news/2007/09/drm_part_one?currentPage=all

  27. Eine Antwort von amazon. Irgendwie. — Carta |  03.11.2012 | 15:28 | permalink  

    [...] Ziefle hat ihr amazon-Konto gekündigt. Was nun passiert, ist ihr nicht ganz klar, auch nach mehrfachen Anfragen bei amazon nicht. Uns [...]

  28. Vera Bunse |  03.11.2012 | 16:22 | permalink  

    @Axel
    Lies dir das hier mal durch, bedarf eigentlich keiner weiteren Kommentierung (obwohl –).

  29. Stefan |  03.11.2012 | 17:01 | permalink  

    @wolf reisser: “Wer in der digitalen Welt wirklich frei sein will von
    Bevormundungen, muss leidensfähig sein, weil das auf einen heftigen
    Komfortverzicht rausläuft”

    Ja, stimmt. Moglen dazu sinngemäß: Der Teufel verlockt immer mit dem
    Schönen.

    Aber: Der Komfortverzicht kommt nicht daher dass Komfort nur im Walled
    Garden (oder in der Gated Community) möglich wäre. Tatsächlich wäre es
    einfacher offene Plattformen anzubieten, weil man als Hersteller kein
    Hirnschmalz und keine Rechenleistung investieren müsste um sich
    abzuschotten.

    Ich halte den Komfort für ein kurzsichtiges Argument, denn langfristig
    verspiele ich den Komfort meiner Freiheit.

  30. wolf reisser |  03.11.2012 | 17:24 | permalink  

    @Stefan: Okay, stimmt ja. Aber mal ganz pragmatisch: Bei mir hat beispielsweise bei der Wahl von Ubuntu, einem nur “weitgehend freien” Betriebssystem, auch Faulheit eine gewisse Rolle gespielt – es hätte auch das lupenrein freie Debian sein können. Aber wenn ich mich unter meinen Freunden und Bekannten umsehe, wären damit so ziemlich alle hoffnungslos überfordert gewesen. Die Konzerne fahren sehr gut mit proprietären Modellen und bieten ihren Kunden dafür immerhin eine Usability, mit der sie gut zurecht kommen.

  31. Pia Ziefle |  03.11.2012 | 17:50 | permalink  

    Das Wort “Usability” im Zusammenhang mit eBook-Erwerb habe ich jetzt überhört :))

  32. wolf reisser |  03.11.2012 | 18:21 | permalink  

    @Pia Ziefle: Pardon fürs Marketingsprech, Pia. Aber “Benutzerfreundlichkeit” umfasst für mich nicht nur die problemlose Bedienbarkeit, sondern auch den Respekt vor dem Nutzer/Kunden. Das eine ist beim Kindle sicher gegeben (die Verzahnung von Hardware, Gerätesoftware, Amazon-Account ist technisch erstklassig und macht dem E-Book-Leser das Leben leicht). Das andere nicht (fehlende Eigentumsrechte trotz “Kauf” usw.). Also: Ich bleib bockig bei der “Usability”.

  33. Axel |  03.11.2012 | 18:38 | permalink  

    @Vera: “… beim Verkauf an Letztabnehmer …” §1 Buchpreisbindungsgesetz.
    Juristen benutzen penibel für verschiedene Dinge verschiedene Wörter. Also wäre eine Lizenz kein Verkauf, das Buchpreisbindungsgesetz nicht anzuwenden.

    Andererseits: IANAL.

  34. Wolfgang Michal |  03.11.2012 | 19:28 | permalink  

    Wenn ich beim “Kauf” eines e-Books nur örtlich und zeitlich begrenzte Nutzungsrechte erwerbe, also eine Lizenz dritter Klasse, dann müsste Amazon beim Erwerb darauf hinweisen. Auch darauf, dass die Lizenz erlischt, wenn das Amazon-Konto erlischt.

    Eine interessante Nebenfrage ist, ob Amazon überhaupt Nutzungs-Lizenzen vergeben darf. Das hängt nämlich davon ab, ob der Urheber des Werks der Nutzung durch Dritte (hier Amazon) in seinem Vertrag mit dem ursprünglichen Verlag zugestimmt hat (Buy-Out).

    Eine Lizenz dritter Klasse bedeutet in jedem Fall einen sehr geringen “Kauf”-Preis. Mehr als drei bis fünf Euro dürfte keine solche Buch-Lizenz kosten. Die Buchpreisbindung gilt ja nur für den Erwerb von Eigentum. Die Verleger, die die Buchpreisbindung behalten wollen, müssten also ein Interesse daran haben, Bücher ohne Kopierschutz und Rückrufmöglichkeit tatsächlich zu verkaufen (Der Käufer erwirbt dann Eigentum an ‘seiner’ Datei).

    Man müsste also ein Buch mit Buchpreisbindung bei Amazon kaufen, dann das Konto löschen und Amazon im Falle einer Fern-Löschung des erworbenen Buches wegen Einbruch und Diebstahl verklagen.

    Interessant ist, dass Pia Ziefles Bücher nach der Kontolöschung nicht fern-gelöscht wurden (Kommentar 19).

    Also: Mutige Juristen vor!

  35. Pia Ziefle |  03.11.2012 | 19:44 | permalink  

    @Wolfgang Michal

    Genau – es ist nichts gelöscht worden, obwohl das Gerät mehrfach online war – ich wollte es wissen. Noch verwirrender ist ja auch die Auskunft, die Vera bekommen hat. Dass das Konto nicht geschlossen werden kann, solange ein Kindle angemeldet ist. Das ist auf jeden Fall schonmal widerlegt.

  36. wolf reisser |  03.11.2012 | 20:03 | permalink  

    Amazon weist in seinen Nutzungsbedingungen darauf hin: ” Ihre Kindle-Inhalte werden durch den Anbieter von Inhalten lizensiert, nicht aber verkauft.” Damit hält es Amazon übrigens ebenso wie andere Anbieter, so heißt es in den AGB von eBook.de (aka libri.de): “Libri.de verschafft dem Kunden an eBooks und Audiodateien kein Eigentum.” Gleiches gilt etwa für die buch.de internetstores AG.
    Kurzum: Der Kunde bezahlt und glaubt, sofern er nicht zu den Hardcore-AGB-Lesern gehört, er habe einen Kaufvertrag abgeschlossen und Eigentum erworben. Da hat er sich natürlich gewaltig geschnitten. Gerade angesichts der saftigen Preise, die Wolfgang Michal angesprochen hat, sind E-Books so natürlich absolut unakzeptabel. Bleibt nur die technisch nicht allzu komplizierte Methode, die bezahlten, aber nicht erworbenen E-Books von ihrem DRM-Makel zu befreien – was natürlich nicht legal ist.

  37. Pia Ziefle |  03.11.2012 | 23:17 | permalink  

    Die hohen eBook-Preise resultieren nicht aus einem etwaig finster motivierten Gewinnstreben der Verlage, sondern auch daher, dass viele die eBook-Herstellung zukaufen. Da kostet dann sozusagen jede Kommaänderung extra, was sich wieder im Preis niederschlägt. So einfach, wie wir Internetbeschicker uns das vorstellen, ist das auf Verlagsseite meist nicht.

    Zur Lizenzenfrage:
    Ja, das steht da. Allerdings in den Lizenzbedingungen für den KindleShop, nicht für den Kindle. Und an vielen anderen Stellen im Erwerbsprozess steht “kaufen”. Im Kindle selbst klicke ich auf “buy” um ein eBook zu erhalten.
    (allmählich gehen mir die Verben aus, um genau beschreiben zu können)

    Lassen wir die Lizenzfrage also außen vor, und kucken wir, ob andere diese Lizenz auch an ein Nutzerkonto binden oder wie sie überhaupt mit Nutzerkonten umgehen. Nach meinem Verständnis gehen die Shops, die ich mir kurz angeschuat habe, völlig anders mit ihren Kunden um. Aber lest selber:

    libri.de
    Libri.de sagt klipp und klar, sie können zwar Daten aus den Kundenkonten löschen, falls es rechtliche Gründe gibt, aber ausdrückklich auch “Zur Klarstellung: Die Möglichkeit der Löschung gilt nicht für eBooks und / oder Audiodateien, die bereits auf einem eigenen Speicherort beim Kunden, z. B. seinem PC, Laptop etc., liegen, nachdem der Kunden sie heruntergeladen hat.” Quelle http://www.ebook.de/de/category/59411/agb.html

    oder Osiander.de:
    “Dem Vertragspartner wird gestattet, die E-Books ausschließlich für den persönlichen Gebrauch zu kopieren [...] Weitere Einschränkungen der Nutzbarkeit des E-Books können sich aus dem in der Produktbeschreibung näher erläuterten Digital Rights Management (DRM) ergeben (z.B. Beschränkung der Zahl der Downloads bzw. der verwendeten Abspielgeräte).” Quelle: http://www.osiander.de/agb.cfm

    oder beam-ebooks.de:
    “Die durch den Anbieter vertriebenen Werke sind urheberrechtlich geschützt. Der Kunde verpflichtet sich, die Urheberrechte anzuerkennen und einzuhalten. Es wird ausdrücklich darauf hingewiesen, dass der Kunde kein Eigentum an dem jeweiligen Werk erwirbt. Es wird das nicht ausschließliche, nicht übertragbare, räumlich und zeitlich uneingeschränkte Nutzungsrecht an dem gekauften eBook erworben, zum Zweck dieses auf ein Endgerät der Wahl (Computer, E-Reader) herunter zu laden.. Der Kunde darf das erworbene Werk jeweils auf den einzelnen Endgeräten speichern und beliebig oft auf den Endgerät öffnen. Eine Nutzung, die über das oben Gesagte hinausgeht, ist lediglich im Rahmen und unter Berücksichtigung der Schrankenbestimmungen des Urheberrechtes zulässig.”

    oder libreka.de
    “Darüber hinaus können wir auch einzelne digitale Produkte aus Ihrem Konto löschen (z.B. dann, wenn es zu Streitigkeiten über etwaige Rechtsverletzungen durch den Inhalt des digitalen Produkts kommt oder wenn ein sonstiger wichtiger Grund vorliegt). Ihre Gewährleistungsansprüche bleiben von dieser Regelung natürlich unberührt.

    (3) Die vorgenannte Möglichkeit der Beschränkung bezieht sich nur auf Ihren Kontobereich bei uns und nicht auch auf die Orte, auf die Sie digitale Produkte bereits heruntergeladen und gespeichert haben, wie etwa E-Book-Reader oder Computer. Wir empfehlen Ihnen daher, unmittelbar nach Erhalt des Download-Links eine eigene Sicherungskopie des jeweiligen digitalen Produkts herzustellen, damit dieses Ihnen auch nach Ablauf der Bereitstellungszeit des Download-Links verfügbar ist bzw. auch dann, wenn wir unseren freiwilligen Service nach Abs. 2 unterbrechen oder ganz einstellen”. Quelle: http://www.libreka.de/termsofusepopup

  38. E-Depesche, New Book, Check this out, fuck of and die, Nachrichten rund um E-Books, E-Book-News, E-Postkutsche, E-Taubenpost #3 | Privatsprache – Projekt: Blackbox |  04.11.2012 | 10:05 | permalink  

    [...] Auf CARTA berichten Pia Ziefle und Vera Bunse mal wieder über Amazons merkwürdigen Umgang mit seinen Kunden und seinem DRM. Sie [...]

  39. wolf reisser |  04.11.2012 | 10:38 | permalink  

    @Pia Ziefle: “Die hohen eBook-Preise resultieren nicht aus einem etwaig finster motivierten Gewinnstreben der Verlage, sondern auch daher, dass viele die eBook-Herstellung zukaufen. Da kostet dann sozusagen jede Kommaänderung extra, was sich wieder im Preis niederschlägt.”
    Dann, fürchte ich, haben die Verlage irgendwas nicht ganz verstanden in diesem digitalen Zeitalter. Bei Büchern ist Computersatz ja längst üblich, damit liegt schon mal der E-Book-Rohstoff vor. Natürlich, den kann man nicht einfach durch ein Programm wie Calibre jagen und hat dann ein fertiges E-Book im ePub- oder AZW-Format – aber der Aufwand an Nachbearbeitung ist doch sehr überschaubar, da sind nicht etwa Programmierer, sondern im Wesentlichen angelernte Hilfskräfte gefragt. Dem stehen massive Einsparungen bei Druck- und Papierkosten, bei Lagerung und Transport entgegen.
    Wenn, was ich nicht glaube, die Verlage tatsächlich vom Einsparungspotential der E-Book-Herstellung kaum Gebrauch machen und das Setzen von Kommata mit schierem Gold bezahlen (im “analogen” Lektorat machen sie es jedenfalls nicht), dann können sie es sich offensichtlich leisten, alle Marktgesetze zu ignorieren. Und zwar auf Kosten der Leser.

  40. 5x lesenswert | medienrauschen |  05.11.2012 | 08:38 | permalink  

    [...] Besitz digitaler Güter: Eigentum ungeklärt. Für den Kindle gekaufte Bücher sind nur so lange Eigentum des Erwerbers, wie der auch ein Konto bei Amazon hat. Der Konzern behält sich bei einer Kündigung die Löschung sämtlicher erworbener E-Books auf dem Gerät vor. Amazon ist nun Vergangenheit, Carta [...]

  41. ralph |  07.11.2012 | 12:24 | permalink  

    Die oben gestellte Frage, ob Amazon Bücher löschen kann ist schon lange geklärt.

    http://www.heise.de/newsticker/meldung/Amazon-loescht-gekaufte-Kindle-eBooks-6887.html

    Es handelte sich übrigens um das Buch 1984.

  42. Pia schließt ihr Amazon Konto | Die wunderbare Welt von Isotopp |  07.11.2012 | 12:41 | permalink  

  43. Alex |  07.11.2012 | 13:20 | permalink  

    “Kauf” ist das spannende Stichwort und: Spannend wäre es, das Thema vor Gericht zu ziehen. Der Account wird gelöscht. Die Kindle-Software verbindet sich zu Amazon (auf welches Konto?) und was dann – löscht die Inhalte? Da der Kindle keinen eigenen Willen hat, verwirklicht er wohl den Willen des Herstellers.

    Die Inhalte sind “Daten”, und das sind: “Daten im Sinne des Absatzes 1 sind nur solche, die elektronisch, magnetisch oder sonst nicht unmittelbar wahrnehmbar gespeichert sind oder übermittelt werden.”. Diese Definition steht im §202a II StGB. Da vermutlich kein Schutzmechanismus überwunden wird ist der §202a leider nur für die Definition von Daten tauglich, aber immerhin!

    Denn zusammen mit dem §303a wird ein Tatbestand draus:
    “Den objektiven Tatbestand des § STGB § 303a StGB erfüllt, wer rechtswidrig Daten löscht, unterdrückt, unbrauchbar macht oder verändert. ” (Ernst: Hacker und Computerviren im Strafrecht(NJW 2003, 3233)).
    Um den Tatbestand zu erfüllen reicht es auch, so Ernst weiter, wenn die Daten nur temporär nicht zur Verfügung stehen.

    Amazon wird nun versuchen, sich auf der Ebene der AGB herauszuwinden und zu argumentieren, dass durch die AGB die Löschung/Unterdrückung der Daten nicht mehr rechtswidrig ist, schliesslich hat der Käufer ja zugestimmt. In den Kommentaren wurde aber schon dargestellt, dass es “die” AGB so nicht gibt – und vielleicht sind sie deswegen gar nicht in den Vertrag einbezogen. Vielleicht halten sie auch einer Inhaltskontrolle gar nicht stand..wer kann das schon sagen..

    Vielleicht findet sich ja eine Verbraucherzentrale, die zusammen mit Carta in ein eBook investiert, den Account kündigt und dann den juristischen Weg beschreitet :)

  44. Aljoscha Rittner |  07.11.2012 | 13:58 | permalink  

    Moin!

    Ein Aspekt bei den E-Books wird mMn nicht berücksichtigt. Sie unterliegen dem Buchpreisbindungsgesetz. Man kann davon halten was man will, aber eines wird schon in §1 klar: Es wird nur von Verkauf in diesem Gesetz gesprochen. Da geht es nirgendwo um Nutzerlizenzen. Ich hatte schon mal bei der c’t angefragt, ob die eine juristische Bewertung durchführen wollen. Chefredaktion meinte, sie wollten sich der Sache mal annehmen.

    Ich kann als Laie nicht verstehen, warum die Verlage bei E-Books die Buchpreisbindung teilweise sogar als Argument für die hohen Preise angeben (was ja faktisch Humbug ist und glücklicherweise inzwischen nicht mehr behauptet wird), aber zugleich dem Endkunden den “richtigen” Kauf nicht zugestehen wollen. Entweder verkaufen sie die elektronischen Bücher als echte Bücher mit BPB oder sie lassen die BPB und müssen mit den Marktpreisen leben. Das wollen sie aber nicht, können es auch nicht, weil das Buchpreisbindungsgesetz E-Books explizit mit einschließt.

    Ich halte deswegen die AGB von Amazon zur Nutzungslizenz in Deutschland für nichtig, aber ich bin ja nur Laie.

    Beste Grüße!

  45. E-Book Kauf nicht möglich | blog.rka.name |  28.12.2012 | 22:52 | permalink  

    [...] der Kontrollverlust über die E-Books auf dem eigenen Gerät als Pia Ziefle ihr Amazon Konto kündigen wollte, auf ihre E-Books auf dem Kindle jedoch weiterhin zugreifen wollte. Da gab es dann einige [...]

  46. David Krause |  17.02.2013 | 12:13 | permalink  

    Ich hoffe nur, dass Sie den Vergleich mit Windows und vor allem “apple” (foxconn) nur als Beispiel benutzt haben! Ansonsten macht für mich ein Ausstieg bei amazon überhaupt keinen Sinn!

  47. frauziefle |  17.02.2013 | 13:15 | permalink  

    Nein, keine Sorge, @David Krause, ich habe nicht einmal ein mobiles Telefon.

  48. kluelz |  17.02.2013 | 13:40 | permalink  

    Ich verstehe nicht, wieso man sein Konto unbedingt löschen muss/will. Einfach dort nix mehr kaufen, reicht doch.

  49. frauziefle |  17.02.2013 | 13:44 | permalink  

    ganz einfach: ich möchte nicht Teil einer Kundensumme sein, mit der man argumentieren kann, um solche Arbeitsbedingungen wie landauf landab gerade diskutiert, zu rechtfertigen. Deswegen.

  50. Konrad Geyer |  18.02.2013 | 11:45 | permalink  

    Mich verwundert diese exemplarisch zur Schau getragene Empörung immer. Jetzt war es Amazon, aber das Phänomen, dass unser Wirtschaftssystem von denen, die dort das Sagen haben, zum eigenen Vorteil genutzt wird, ist nicht neu. Ich habe zwischen 1998 und 2002 in der Vorweihnachtszeit als Paketpostler gejobbt, und genau in dieser Zeit hat man begonnen, die Daumenschrauben anzuziehen. Ich konnte mir das anschauen und nach Weihnachten in ein anderes Leben zurückkehren, aber andere haben alles gegeben, dort einen Fuß auf den glitschigen Boden zu bekommen. Meinen Roman über diese Zeit wollte bislang keiner haben, vielleicht sollte ich die Gunst der Stunde nutzen.
    Aber eigentlich will ich etwas anderes kommunizieren, selbst wenn es nur ein bescheidener Tagtraum ist: Mittlerweile jobbe ich nicht mehr bei der Post, sondern gehöre zu den EarlyAdopters.Inc®, und hatte die Ehre, die Google-Brille zu testen. Sie hat mich allerdings ganz und gar nicht überzeugt. Das habe ich an entsprechender Stelle sehr klar kommuniziert, woraufhin mir alles, was mir in dieser Zeit vor die Augen kam, auch die Geburt meines zweiten Kindes, gnadenlos aus dem Bewusstsein gelöscht wurde.

  51. Bestellt bei Amazon - Sowas ist mir echt noch nie passiert... - Seite 21 - DIGITAL FERNSEHEN - Forum |  21.02.2013 | 23:13 | permalink  

    [...] [...]

  52. amazon ist nun Vergangenheit | DENKDING |  21.02.2013 | 23:34 | permalink  

    [...] Meine Blogbeitrag hier ist der Anfang einer längeren Kette an Auseinandersetzungen mit dem Thema und keine umfassende Analyse der Situation, sondern ein Begleitschreiben. Es folgten im nächsten Schritt dieser hier (“weiterhin Chaos mit amazon und Kindle”), und dann das Crossposting beider Texte zusammen bei CARTA am 2.November 2011. [...]

  53. Eilhard Petersen |  18.05.2013 | 12:04 | permalink  

    @kluelz “Ich verstehe nicht, wieso man sein Konto unbedingt löschen muss/will. Einfach dort nix mehr kaufen, reicht doch.”

    Reicht ganz und gar nicht. Es ist mir einfach unangenehm, wenn ein unersättlicher Datensammler wie Amazon mit Hilfe meiner Einkäufe aus den letzten zehn Jahren und meinem Lese-, Seh- und Hörverhalten schließlich beinahe mehr über mich weiß als ich selbst. Und niemand kann garantieren, dass solche Daten nicht doch einmal in die falschen Hände geraten. Etwa so: Koran und Hadithe bestellt und gelesen = Islamist = Einreisebeschränkung durch die USA.

    Das Problem mit den Kindle-Lizenzen lässt sich leicht lösen. Man darf (und sollte auch, angesichts Amazons Fähigkeit, den Kindle per Synchronisation zu löschen) für eigene Zwecke kopierschutzfreie Sicherungskopien anfertigen und in einem vernünftigen Format (Epub) lokal auf dem PC speichern. Das geht ziemlich einfach, indem man sich seine Kindle-Bibliothek komplett mit “Kindle für PC” herunterlädt, dann mit “ePUbee DRM Removal” den Kopierschutz entfernt und zuletzt mit “calibre” das Kindle-Format azw in Epub konvertiert. Der Vorteil ist, dass man anschließend seine ehemaligen Kindle-Bücher auch mit anderen (besseren) Readern lesen kann. Und Amazon kann sie einem nicht mehr unter dem A…. weglöschen…

    Cave: Solange man die Sicherungskopien nicht weitergibt, ist das wohl kaum zu beanstanden. Amazon reagiert allerdings – wie nicht anders zu erwarten – allergisch. Erhalten sie davon Kenntnis. so besteht die “Gefahr”, dass einem der Kindle per Synchronisation nutzlos gemacht wird. Hat man aber alles lokal gesichert, ist das wohl leicht zu verschmerzen.

  54. Eilhard Petersen |  18.05.2013 | 14:21 | permalink  

    Zu ergänzen wäre noch, dass das Lesen im DRM-befreiten Format natürlich auch den Vorteil hat, dass Amazon fortan keine Lesestatistik zum jeweiligen Werk mehr erstellen kann.

Sie können Ihren Kommentar mit HTML-Befehlen formatieren.