Frankfurter Buchmesse: Braucht man das noch?

| 09.10.2012 | 2 Kommentare

Vom 10. bis 14. Oktober treffen sich Menschen in Frankfurt, die was mit Büchern machen. Der Begriff "Buch" hat sich allerdings ziemlich verändert und nicht mehr zwingend etwas mit Papier und Druckerpressen zu tun.

Einen anregenden Einstieg ins Thema bieten Marcel Weiß und Leander Wattig an, die sich 67 Minuten lang über Buchhandel und -händler, Marketing und Selbstvermarktung und den Antrieb unterhalten, überhaupt was mit Büchern zu machen. Nach dem Anhören ist man doch erstaunt: Da tut sich eine Menge – der Buchmarkt ist noch für einige Überraschungen gut.

Auf den Seiten der Messe findet sich alles von Anreise bis Veranstaltung. Darunter ist auch eine von Leander initiierte Preisverleihung:

Mit dem Virenschleuder-Preis machen wir Erfolgsbeispiele für das Social Media Marketing sichtbar – in Kooperation mit der Frankfurter Buchmesse.

Zu Besuch ist in diesem Jahr Neuseeland:

“He moemoea he ohorere / While you were sleeping / Bevor es bei Euch hell wird” – unter diesem Motto wird sich Neuseeland als Ehrengast der Frankfurter Buchmesse 2012 präsentieren. Vom 10. – 14. Oktober 2012 können Sie neuseeländische Literatur und Kultur live erleben. Bereits jetzt bekommen Sie auf dieser Seite einen Einblick in unser Gastland 2012 und sein Programm.

Wer was über Bücher lesen will, ist bei Melanie und Philippe richtig:

[..] Bücher, mit denen wir eine Geschichte verbinden (z.B. ein Buch aus der Kindheit, aus dem die Großmutter immer vorlas) oder solche, die sich nur schwer digital ersetzen lassen (Liebhaberstücke, Bildbände, etc.). Oft sind es aber auch Bücher, die uns aus anderem Grund viel bedeuten, weil sie uns nachhaltig geprägt, besonders berührt oder sogar verändert haben.

Um diese „besonderen“ Bücher geht es bei “Fünf Bücher”: Wir bitten Menschen, uns und Euch ihre „fünf Bücher“ vorzustellen. Vielleicht können wir damit für den ein oder anderen ein wenig Inspiration für den nächsten Bücherkauf bieten.

Iris Radisch bespricht auf ZEIT online regelmäßig Neuerscheinungen oder stellt Autoren vor. Etwas über das Lesen und Schreiben von Büchern erfährt man auch bei Pia Ziefle, und Klassiker zum Hören gibt es bei Vorleser.net. Noch mehr Lesestoff empfiehlt Die lesende Minderheit bei Sabine und Caro. Was interessante Leute so für Lese-, Seh- und Hörgewohnheiten haben, weiß Christoph Koch. (Pst, da kann man auch was über Wolfgang Michals Vorlieben lesen.)

Zwei gar nicht so blöde Fragen: Was kostet ein Buch? Und warum sind eBooks nicht kostenlos? Ein umfangreiches Archiv der Bücherschauen sowie der Literaturkritiken hat der Perlentaucher. Auf buchreport kann man gerade etwas wenig Schmeichelhaftes über die Schreiber derselben lesen, was aber nicht unbedingt deren Schuld ist.

Im Büchermarkt des Deutschlandfunks werden neue Werke rezensiert und über Aktuelles rund ums Buch berichtet. Der Börsenverein des deutschen Buchhandels wartet u.a. mit Zahlen auf und gibt das Börsenblatt heraus. Dort werden auch die eben ausgezeichnete Gewinnerin des Deutschen Buchpreises 2012, Ursula Krechel, und ihr Roman “Landgericht” vorgestellt.

Doch, es sieht aus, als wäre so eine Messe vielleicht doch noch nicht überflüssig. Aber etwas weniger “Kulturr” und mehr Mut zu neuen Geschäftsmodellen wären schon schön.
 
Update

  • Das iRights-Lab lädt ein:

    Ist Piraterie ein Problem für die Buchbranche? Bekommen die Nutzer, was sie sich wünschen, wenn sie ein E-Book kaufen? Welche Zukunft haben Buchhändler und -verlage? Und was hat all das mit dem Urheberrecht zu tun? Antworten auf diese Fragen werden Peter Kraus vom Cleff (Rowohlt-Verlag), Sascha Lobo (Berater und Autor), Matthias Spielkamp (iRights.info) und Moritz Rinke (Autor) zu geben versuchen – auf der Frankfurter Buchmesse.
    Wer zur Veranstaltung kommen möchte, aber keine Eintrittskarte hat: wir laden Sie herzlich ein – für alle neu Angemeldeten liegt am Donnerstag eine Karte zur Buchmesse am Eingang Messeturm bereit!

  • Marcel Weiß hat noch ein pfiffiges E-Reader-Projekt entdeckt, das tatsächlich eine Menge bewegen könnte:

    Sollten sie die Distribution tatsächlich in den Griff bekommen, ist txtr mit einem Schlag ein Unternehmen, das man auf dem Buchmarkt im Auge behalten sollte.

  • Am 12. Oktober von 19.05 bis 20.00 Uhr im Deutschlandradio Wortwechsel: Welches Urheberrecht brauchen wir im Internet-Zeitalter? Mit Ilja Braun, Journalist und Übersetzer; Karl-Peter Winters, Vorstandsmitglied Börsenverein des Deutschen Buchhandels; Jimmy Schulz (FDP), Bundestagsabgeordneter, und Jan Mönikes, Rechtsanwalt für Medienrecht, Moderation: Monika van Bebber. Livestream: http://www.dradio.de/streaming/dkultur.m3u, on air: http://www.dradio.de/dkultur/frequenzen/