Anatol Stefanowitsch

Von Plagiaten und dem Fortschritt der Erkenntnis

 | 52 Kommentar(e)


Statt die Plagiatsucher von Guttenplag und Co. für ihre Verdienste zu würdigen, sind einige renommierte Wissenschaftler anscheinend bestrebt, deren Arbeit zu diskreditieren und den Begriff des Plagiats umzudeuten. Wem nützt es?

16.06.2012 | 

Wenn sich gleich acht angesehene und höchst verdiente Wissenschaftler zusammentun, um sich mit einem Gastbeitrag in der Süddeutschen Zeitung in die aktuelle Plagiatsdiskussion einzuschalten, wenn sie das gar unter dem Titel „Unwürdiges Spektakel“ tun, dann erwartet man, dass Klartext geredet wird.

Zum Beispiel die unmissverständliche Forderung, enttarnten Plagiator/innen keine wissenschaftspolitischen Ämter anzuvertrauen (wie sie eine Allianz deutscher Wissenschaftsorganisationen im Fall Koch-Mehrin stellte). Oder vielleicht endlich einmal lange überfällige Worte des Dankes an die Mitwirkenden der Plagiatsdokumentationen von GuttenPlag, VroniPlag und Co. Oder wenigstens ein viel zu seltenes selbstkritisches Eingeständnis, dass die Wissenschaft erst durch diese Plagiatsdokumentationen zu einer Auseinandersetzung mit dem wissenschaftlichen Betrug gezwungen wurde, der in Teilen von Politik und Wirtschaft selbstverständlicher Karrierebaustein zu sein scheint.

Nichts davon findet sich in dem Gastbeitrag der Germanisten Wolfgang Frühwald und Gerhart von Graevenitz, des Philosophen Ludger Honnefelder, des Physikers Reimar Lüst, des Theologen Christoph Markschies, der Chemiker Ernst Theodor Rietschel und Ernst-Ludwig Winnacker und des Juristen Rüdiger Wolfrum. Stattdessen erfahren wir gleich zu Beginn des Beitrags erst einmal, dass es sich bei den Kollegen um Schwergewichte der institutionalisierten Wissenschaft handelt:

Die Autoren sind allesamt erfahrene Hochschullehrer und waren oder sind leitende Funktionäre deutscher wie internationaler Wissenschafts-Organisationen. Einige haben als Präsidenten der Deutschen Forschungsgemeinschaft gewirkt, als Präsident des Europäischen Forschungsrats, als Präsident der Max-Planck-Gesellschaft, als Vorsitzender des Wissenschaftsrats, der Leibniz-Gemeinschaft oder der Alexander-von-Humboldt-Stiftung. Mehrere Unterzeichner haben Universitäten und Rektorenkonferenzen geleitet. Insbesondere haben sich alle Autoren fachlich und in Gremien intensiv mit ethischen Fragen der Wissenschaft beschäftigt.

Die „von allen möglichen Seiten betriebene Suche nach Plagiaten in Doktorarbeiten“, so die Autoren zum Einstieg, mache „eine Klarstellung durch die Wissenschaft selbst notwendig“. Und dann beginnt einer der merkwürdigsten Texte zum Thema „Plagiate“, der mir bisher untergekommen ist.

Im ersten Teil wird eine Umdefinition des Plagiatsbegriffs vorgenommen, die zunächst harmlos wirkt, die aber tatsächlich fast orwellsche Ausmaße hat.

Plagiate dürften nicht mit „Abschreiben“ gleichgesetzt werden, stellen die Autoren zunächst fest, und auch der „Verstoß gegen das Recht am geistigen Eigentum Dritter“ oder die „Täuschungsabsicht“ seien nur eine „Außensicht“ auf das, was das Plagiat eigentlich ausmache. Ziel der Wissenschaft sei der „Erkenntnisfortschritt“, und Plagiate seien deshalb verboten, weil sie es erschwerten, die für einen solchen Fortschritt erforderliche Neuartigkeit von Gedanken zu überprüfen.

An dieser Stelle sind zunächst zwei Einwände festzuhalten: erstens, dass es für das Aufspüren von Plagiaten keine Rolle spielt, ob und warum diese verboten sind. Kennzeichnend für ein Plagiat ist exakt das, was die Autoren als Definition ablehnen: das Abschreiben der geistigen Schöpfungen Dritter in Täuschungsabsicht. Zweitens, dass die Autoren einen weiteren Grund für das Verbot von Plagiaten einfach unter den Tisch fallen lassen: Plagiate sind auch deshalb ein Problem, weil sich die Plagiator/innen damit Qualifikationen oder andere Karrierevorteile verschaffen, die ihnen eigentlich nicht zustehen.

Der erste Einwand wiegt schwerer, denn die Autoren vermischen nun konsequent die Frage, was ein Plagiat ist, mit der Frage des wissenschaftlichen Erkenntnisfortschritts. Für die Erreichung ihrer Ziele seien allein die einzelnen Fachdisziplinen innerhalb der Wissenschaft zuständig, nur diese können die Regeln formulieren, „durch die Missbrauch im Umgang mit dem Stand der Forschung verhindert wird“, und wie diese Regeln aussehen, hänge „von der jeweiligen wissenschaftlichen Kultur einer Disziplin ab“.

Das Ergebnis dieser Argumentation ist eine doppelte Immunisierung wissenschaftlicher Arbeiten gegen die Arbeit von kollaborativen Plagiatsdokumentationen im Internet: Erstens können Plagiate nach dieser Argumentation nicht mehr am bloßen Abschreiben fremder Texte ohne Quellenangabe festgemacht werden, sondern müssen inhaltlich und auf den Stand der Forschung bezogen werden. Zweitens kann diese Bewertung nur durch die einzelnen Fachdisziplinen selbst vorgenommen werden. Die Autoren sind hier sehr explizit: Sie wollen eine solche fachinterne Bewertung sogar zur Voraussetzung der Frage machen, „ob in einem Forschungsbeitrag Eigentumsrechte verletzt werden oder Täuschung vorliegt“.

So ganz trauen die Autoren ihrer Umdefinition des Plagiats von einem Verstoß gegen formale Transparenzregeln in ein rein inhaltliches Zurückbleiben hinter dem „Stand der Forschung“ allerdings nicht: Sie flechten die nicht belegte (und nicht belegbare) Behauptung ein, dass „[a]uf dem Weg in die digitale Kommunikation“ formale „Anforderungen (zum Beispiel an die Vollständigkeit der gebotenen Nachweise) … verschärft“ wurden. Sie behaupten damit im Prinzip, dass korrektes Zitieren unter Angabe aller Quellen eine neue Erscheinung sei, die irgendwie mit dem Internet zusammenhänge – eine absurde Behauptung.

Im zweiten Teil ihres Beitrags werden die acht Autoren dann sehr vage. Sie stellen zunächst fest, dass die „neuen Möglichkeiten des digitalen Wort- oder Textvergleichs“ zwar „nützlich und sogar notwendig“ sein können, und dass auch die Wissenschaft Plagiate auf eine Weise beurteilen müsse, die „das Licht der Öffentlichkeit nicht zu scheuen“ brauche. Die Wissenschaft habe das nicht ausreichend getan, arbeite aber „weltweit“ an einer Verbesserung der Situation.

Dabei werde sie aber gestört, „wenn die Methode digitaler Textvergleichung für etwas eingesetzt wird, was mit einer kriteriengeleiteten Auseinandersetzung mit Plagiatsvorwürfen nichts zu tun hat“. Wer das denn tut, sagen die Autoren nicht, man denkt aber auch hier zwangsläufig an die kollaborativen Plagiatsdokumentationen im Internet. Diesen nicht beim Namen genannten Projekten werfen die Autoren nun vor, ihrer Plagiatsuche „nach Belieben gesetzte Standards wissenschaftlichen Arbeitens“ und die „nachträgliche Anwendung erst später entwickelter Kriterien“ zugrunde zu legen und so „ein Klima des Verdachts und der Bedrohung“ zu schaffen, „in dem Vertrauen durch scheinbare Transparenz ersetzt wird.“ Das (und nicht etwa der reihenweise akademische Betrug in Politik und Wirtschaft) sei „ein Spektakel, das einer aufgeklärten Gesellschaft nicht würdig ist.“

Ratlos fragt man sich am Ende, worauf die Autoren eigentlich hinaus wollen. Mir fallen nur zwei Intentionen ein, die sie damit verfolgen könnten.

Im besten Fall könnte es ihnen nur darum gehen, die Entscheidungshoheit über wissenschaftliches Fehlverhalten aus den vermeintlichen Fängen der kollaborativen Projekte zur Plagiatsdokumentation zu befreien und zurück in die institutionalisierte Wissenschaft zu holen. Vielleicht wollen sie gleichzeitig die Diskussion um wissenschaftliche Redlichkeit auf ein höheres Komplexitätsniveau zu heben. Und in der Tat darf, bei aller gerechtfertigten Aufregung über dreiste Plagiate im Stil von Guttenberg, Chatzimarkakis und Koch-Mehrin, nicht in Vergessenheit geraten, dass es für eine gute wissenschaftliche Arbeit bei Weitem nicht ausreicht, dass diese frei von Plagiaten ist.

Diese Intention wäre zwar lobenswert, beruht aber auf zwei falschen Annahmen. Erstens, dass diese Projekte die wissenschaftliche Qualität von Forschungsarbeiten untersuchen wollen. Das tun sie nicht; sie suchen lediglich nach Passagen, die ohne (oder ohne ausreichende) Quellenangaben aus anderen Arbeiten übernommen wurden und sie legen dabei Plagiatsdefinitionen an, die so offensichtlich und nachvollziehbar sind, dass man ihnen keinesfalls Beliebigkeit oder nachträgliche Umdefinitionen akzeptierter Kriterien vorwerfen kann. Zweitens, dass diese Projekte sich die Entscheidungshoheit über den Umgang mit den so aufgedeckten Plagiaten anmaßen. Auch das tun sie nicht: Die Entscheidungen über die Aberkennung von Titeln (oder die Nicht-Aberkennung, wie im Fall des Vattenfall-Managers Detlev Dähnert) hat in allen Fällen die zuständige Universität getroffen. Ich wiederhole mich: Statt GuttenPlag, VroniPlag und Co. durch die Blume zu kritisieren, wäre es an der Zeit, dass die institutionalisierte Wissenschaft deren Arbeit mit Respekt und vielleicht mit etwas Dankbarkeit anerkennt.

Im schlimmsten Fall steckt aber mehr hinter der merkwürdig verdrucksten Kritik an der öffentlichen Plagiatsdokumentation und hinter dem Versuch, deren offensichtliche und nachvollziehbare Plagiatskriterien auszuschalten und durch das fachinterne Kriterium des „Erkenntnisfortschritts“ nicht nur zu ergänzen, sondern zu ersetzen. Es stellt sich ja die Frage, warum die Autoren ihr wissenschaftliches und wissenschaftspolitisches Gewicht ausgerechnet jetzt in den Ring werfen, wo die Diskussion um Plagiate seit über einem Jahr im Gange ist.

Und da fällt die Tatsache ins Auge, dass sich aktuell mit Bundesbildungsministerin Annette Schavan erstmals eine Persönlichkeit mit Plagiatsvorwürfen konfrontiert sieht, die für die institutionalisierte Wissenschaft in Deutschland von Bedeutung ist. Wenn Hinterbänkler/innen des Europaparlaments oder deutscher Landesparlamente, Politikberaterinnen und selbst ein Verteidigungsminister beim wissenschaftlichen Betrügen erwischt werden, berührt das die Wissenschaft nur am Rande. Annette Schavan hat aber nicht nur eine zentrale Machtposition in der deutschen Wissenschaftspolitik inne, sie ist eine aktive und anerkannte Wissenschaftlerin (und Honorarprofessorin an meiner Universität), und sie genießt unter uns Akademiker/innen ein hohes Ansehen und viel Vertrauen. Sie ist, kurz gesagt, eine Person, von der man sich als Mitglied der deutschen Wissenschaftslandschaft durchaus zu voreiligen Verteidigungsstrategien inspirieren lassen könnte.

Erst vor einem Monat hat der Bonner Jurist Wolfgang Löwer, Ombudsmann der Deutschen Forschungsgemeinschaft, im Zusammenhang mit den aktuell im Raum stehenden Plagiatsvorwürfen gegen Annette Schavan angeregt, für Plagiate in Doktorarbeiten eine Verjährungsfrist einzuführen, wie es sie auch bei anderen Abschlüssen gebe. Mir drängt sich deshalb der Verdacht auf, dass die acht Autoren in der Süddeutschen Zeitung möglicherweise ebenfalls darauf aus sind, die Diskussionsgrundlage zum Thema Plagiate so zu verschieben, dass die Vorwürfe gegen die Bildungsministerin gegenstandslos werden.

Ich hoffe, ich irre mich, denn das wäre dann in der Tat ein „unwürdiges Spektakel“.

Mehr zu : | | | | | | | | | | | | | | |

CARTA Kaffeekasse

52 Kommentare

  1. Chris |  16.06.2012 | 16:51 | permalink  

    Wenn man es selbst mit Plagiaten/Abschreiben nicht so ernst nimmt, dann verteidigt man natürlich auch andere, um sich selbst ein besseres Wisse zu machen.
    Guter Artikel!

  2. fiesh |  16.06.2012 | 18:45 | permalink  

    Hervorragender Artikel! Ich muss gestehen, dass der Artikel in der SZ derart unklar geschrieben ist, dass ich mir nicht sicher war und bin, was eigentlich kritisiert wird. Zunaechst dachte ich, die Autoren wuerden (m.E. zurecht) das Klammern an computergestuetzte Plagiatssuche durch Universitaeten anprangern, das kein adaequater Loesungsansatz sein kann. Leider scheint aber die in diesem Artikel vertretene Interpretation weitaus wahrscheinlicher.

  3. KJ |  16.06.2012 | 20:10 | permalink  

    Ich fand den Gastbeitrag in der SZ gut. Er hat gezeigt, wie etablierte Wissenschaftler über Vroniplag und Co. denken. Das ist schon lange nicht mehr der Schwarm von Guttenplag. Vroniplag wirkt mittlerweile eher wie ein Sammelbecken von Profilneurosen. Gerade die Diskussionen über den Fall Schavan haben auch deutlich gezeigt, dass sich die Plagiatsjäger im Internet zu wichtig nehmen.

  4. g. house |  16.06.2012 | 22:01 | permalink  

    Spannende Diskussion. Um das oben erwähnte Motto, “wer nicht wagt..” hier wieder aufzugreifen, möchte ich mein Verständnis des Aufrufes und meine Ansätze zum Informationsaustausch zum Zwecke des Wissensgewinns kurz erläutern.

    Ich finde es legitim, daß der Fokus auf den Kontext der Abgrenzung von eigenen Ansätzen von jenen Dritter in der Forschung gelegt wird. Wir können in der forschung nicht einerseits “auf den Schultern von Giganten” stehen und von ihnen (auch unbewußt) beeinflußt werden, und andererseits nur mit eigene, nie vorher gedachten und formulierten Ideen arbeiten. Ich glaube, daß dies der Punkt ist, den die Autoren etwas verwirrend machen möchten.

    Daher ist es in einer Disziplin sogar essenziell, ob und warum eine bestimmte Praxis verboten ist. Und es erfordert Fachwissen und eine intensive Beschäftigung, um einen Überblick über die bisher gedachten und formulierten Ideen zu bekommen.

    Bitte nicht falsch verstehen: dies hängt keineswegs mit einer formellen Ausbildung oder einem Titel zusammen sondern nur mit dem Talent und der Zeit und Energie, die man einer bestimmten Idee widmet. Um aus meinem Fachbereich zu sprechen, gab es genausoviele gute Historiker ohne wie mit formeller Ausbildung. Aus diesem Grunde glaube ich auch, daß GuttenPlag, VroniPlag und Co vielleicht bewußt nicht erwähnt wurden und es entspricht nicht der guten wissenschaftlichen Praxis, Dritten Worte und Intentionen in den Mund zu legen, die diese eben nicht gesagt haben. Wenn wir nun aber annehmen, daß Gutenplag und Co. nicht gemeint war, geht ihre diesbezügliche Kritik ins Leere. Denn es geht gerade nicht um eine Kritik an Bemühungen, Textgleichheiten aufzufinden, bei denen es keine Verweise auf die Herkunft gibt – sondern um die Frage, wie man diese dann bewerten soll und ab wann von einem wissenschaftlichen Plagiat zu sprechen ist. Insoweit besteht auch kein Widerspruch, da ein reines Kopieren überwiegender Teile von Texten Dritter – zumindest seit der frühen Neuzeit – nicht mehr der Wissenschaft zuzuordnen ist sondern bestenfalls der Kategorie “Kopie”.

    Trotzdem kann es nicht sein, daß das Verletzen von Eigentumsrechten immer schwerer wiegt, als das Recht auf freie Forschung. Gerade jemand, der sich mit digitalen Medien beschäftigt, sollte wissen, wozu gerade diese Forderung führt: das Erscheinen kritischer Beiträge kann unter Verweis auf Urheber- und Verwertungsrechte untersagt werden und Verweise auf Originalmaterialien, die es erlauben würden, sich selber ein Bild zu machen, können unter Strafe gestellt werden – etwas was immer wieder versucht wurde, von Nature über Archive.org bis Wikipedia.

    Um auf den zweiten Einwand kurz einzugehen, bietet jeder Abschluß Vorteile. Um demokratiepolitisch alle Menschen gleich zu behandeln, müßte man dann – und das wäre wirklich eine orwellsche Handlung – jede einzelne Arbeit aller noch lebenden Bundesbürger in gleicher Weise überprüfen und nach objektivierten Kriterien mit Einspruchsmöglichkeiten etc. fachlich bewerten (nach dem damals jeweils geltenden Stand der wissenschaftlichen Praxis) und gegebenenfalls Titel aberkennen. Wollen Sie so eine Hexenjagd? Denn ich glaube daß ist es, was die Autoren mit einem konsequent zu Ende gedachten “Klima des Verdachts und der Bedrohung” gemeint haben könnten. Ich will das nicht. Auch wenn ich zugeben muß, daß es mich durchaus zum Schmunzeln bringt, welche Personen es im konkreten Fall mit Gutenplag und Co getroffen hat. Aber gerade dann muß man vorsichtig sein, weil man durch eine Identifikation mit der “guten” Aktion nicht mehr objektiv beurteilt, ob es demokratischen Prinzipien entspricht, nur einige wenige Menschen punktuell zu überprüfen.

    Und diese Überprüfung ist leichter geworden in Zeiten des Internets. Denn wenn ich früher eine Fußnote überprüfen wollte, war der Aufwand durchwegs hoch. Ich mußte mir Bücher und Originaltexte aus der ganzen Welt bestellen bzw. in die Archive fahren, um nachvollziehen zu können, ob diese auch “korrekt” sind. In diesem Sinne kenne ich durchaus sonst gute historische Standardwerke, die z.B. eine Inschrift nicht korrekt wiedergeben, weil sich vielleicht ein Fehler in die Aufzeichnungen des Autors eingeschlichen hat. Heute kann ich den Originaltext – zumindestens theoretisch – digital zur verfügung stellen und so sofort eine Überprüfung durch Dritte ermöglichen – so ich diese nicht wegen einer potentiellen Urheberrechtsverletzung wieder vom Netz nehmen muß, wie es in mehreren Fällen bereits passiert ist.

    Um ein anderes Beispiel für die zunehmende Komplexität wissenschaftlichen Arbeitens durch digitale Quellen zu geben, seien hier auch die letzen Revisionen von Zitierstandards wie APA, AMA etc genannt, die die zitierfähigen Werkstypen in den letzten Versionen durch das Einbeziehen digitaler Quellen massiv erweitert haben – etwas, was ich mir auch für den deutschsprachigen Raum wünschen würde, da dieser Handlung die Realisation vorausgeht, daß digitale Quellen gleichwertig mit traditionellen Quellen existieren.

    Zur abschließenden internen deutschen Diskussion kann ich nicht viel sagen, außer, daß hier ebenfalls viel behauptet und wenig belegt ist.

    In diesem Sinne mit besten Grüßen,

    G. House

  5. Doc Mabuse |  16.06.2012 | 22:28 | permalink  

    (ein wenig OT:) Zumindest ein Lichtblick der völlig anderen Art ergibt sich aus der Argumentation der Plagiatsverteidiger. Wer nämlich einerseits so engagiert dafür plädiert, Teile von Werken Dritter frei verwenden zu dürfen, sofern im Ergebnis irgendwo neue Erkenntnisse sichtbar werden – na, der kann ja andererseits zumindest kein Gegner von kreativer Remix-Kultur/transformativer Werknutzung im Web sein, oder? ;-)

    Klasse Artikel,
    vielen Dank

  6. Too much information - Papierkorb - Lesezeichen vom 16. Juni 2012 |  16.06.2012 | 23:30 | permalink  

    [...] Von Plagiaten und dem Fortschritt der Erkenntnis — CARTA – Statt die Plagiatsucher von Guttenplag und Co. für ihre Verdienste zu würdigen, sind einige renommierte Wissenschaftler anscheinend bestrebt, deren Arbeit zu diskreditieren und den Begriff des Plagiats umzudeuten. Wem nützt es? [...]

  7. Roger Rogge |  17.06.2012 | 00:36 | permalink  

    Dieser Blog-Beitrag analysiert genau in die richtige Richtung. Interessant sind die Übereinstimmungen in der Beurteilung des Gastbeitrages mit einer Analyse von dem User Kreuzritter, der am 15.06. die Forumseite “GuttenPlag, VroniPlag, schavanplag – erzeugen ein Klima des Verdachts und der Bedrohung?“ anlegte mit dem Untertitel “Zur Frage des Selbstverständnisses im Wiki und dessen Außenansicht“ [(http://de.vroniplag.wikia.com/wiki/Forum:GuttenPlag,_VroniPlag,_schavanplag_%E2%80%93_erzeugen_ein_Klima_des_Verdachts_und_der_Bedrohung%3F)]. Dort ist bereits auch schon die Frage nach dem ‚Cui bono’ gestellt. Der Autor des Threads beantwortet die Frage im Rahmen der Begrifflichkeit von der angelaufenen “Gegenoffensive“ weiter gefasst als ‚astefan’, nämlich so: “Cui bono? Nun allen, die vor mehr als 10 Jahren promoviert hatten. Diese Absolution schließt ganz zufällig die gesamte deutsche politische, wirtschaftliche und wissenschaftliche Elite ein.“ Darin ist natürlich der Fall des ganz anders aufzufassenden “unwürdige Spektakel“, wie es am Schluss des Blogs angedacht wird, logischer Weise mit enthalten.Interessant ist nicht nur nebenbei, dass Admins im VroniPlag sich zuerst gar nicht von diesem Gastbeitrag betroffen fühlten, bekannten, sie könnten die Aussagen praktisch in Gänze unterschreiben und erst gegen Ende der dortigen Diskussion auf ironische Distanz zu den Autoren des Gastbeitrags gehen. Da stellt sich nämlich ebenfalls die Frage des ‚Cui bono?’. Wer darauf Antworten sucht, findet sie an mehreren Stellen im Netz, u.a. in Beiträgen des Bloggers “Erbloggtes“ (“VroniPlag-Institut für Plagiatsforschung?“, “Plagiatsuche in verteilten Systemen …“). Um es auf eine verständlichere Art auszudrücken: Gar manchem Beobachter der Szene könnte der Spruch einfallen, dass man nicht die Hand abschlägt dessen, der einen füttert bzw. wo man hofft, noch gefüttert zu werden. Da möchte man sich allerdings Stefanowitsch anschließen: «Ich hoffe, ich irre mich, denn das wäre dann in der Tat ein „unwürdiges Spektakel“».

  8. Sotho Tal Ker |  17.06.2012 | 01:27 | permalink  

    kurze Replik zu http://carta.info/44862/von-plagiaten-und-dem-fortschritt-der-erkenntnis/#comment-29964

    Liebes KJ
    Dass acht Elfenbeinturm-Eremiten plausibel darstellen, was “etablierte Wissenschaftler” so über Vroniplag denken, ist eine steile These. Oder Wunschdenken. Statistisch jedenfalls nicht relevant, geschweige denn irgendwie belegbar.
    Bitte zeige mir, wo Vroniplag sich mit Schavan beschäftigt hat, ausser mit der nüchternen Dokumentation fragwürdiger Stellen.
    Diese ganzen Forderungen und das Rumkrakeelen kam aus einer ganz anderen Ecke. Da hat plötzlich wieder jemand ein Trittbrett gesehen, dass zu den Medien fährt und ist mal schnell draufgesprungen.
    Dass es da eine zufällige Ähnlichkeit bei den Namen gibt… tja, so ist das eben. Aber man sollte deutlich unterscheiden zwischen dem Wiki, bei dem die Mitmachenden möglichst genau darauf achten, nur wirklich belastbare Fakten darzustellen, und zwischen anderen “Projekten”, die unbelegte Vermutungen und wilde Forderungen aufstellen.
    Also: Genau hinschauen und erst dann Ferndiagnosen abgeben.

  9. KJ |  17.06.2012 | 19:50 | permalink  

    Kommentar #8 ist ein gutes Beispiel für Profilneurose, sich zu wichtig nehmen, nicht richtig lesen bzw. alles so interpretieren und verstehen, wie man es selber gern hätte, dazu noch Aggressivität als Reaktion auf Kritik an Vroniplag. Es ist tatsächlich Zeit, dieses unwürdige Schauspiel zu beenden und nicht auch noch beleidigt Dank einzufordern.

  10. Anatol Stefanowitsch |  18.06.2012 | 11:24 | permalink  

    @Sotho Tal Ker: Wer glaubt, dass in der Wissenschaft — zumal unter den Kritiker/innen der öffentlichen Plagiatsdiskussion — ein Unterschied zwischen VroniPlag (dem Wiki) einerseits und SchavanPlag, VroniPlag (dem Gründer) usw. andererseits gemacht wird, sitzt m.E. einer Selbsttäuschung auf. Unter meinen Kolleg/innen kenne ich genau zwei Gruppen: Diejenigen, die die öffentliche Plagiatsuche ablehnen, und diejenigen, die sie begrüßen. Beiden Gruppen ist völlig egal, wer die Plagiate findet und wo sie dokumentiert werden. Die Streitigkeiten, die die Plagiatsjäger/innen untereinander austragen interessieren dabei ebenso wenig wie echte oder vermeintliche Eitelkeiten einzelner.

    Für die erste Gruppe bietet der Unfrieden (egal, ob er gut begründet ist, oder nicht) bestenfalls eine Angriffsfläche. Der Vorwurf der „Profilneurose“ ersetzt oder ergänzt dabei den (lächerlichen) Vorwurf der Anonymität mit dem schon lange versucht wird, die Plagiatsdokumentation zu diskreditieren.

    Für die zweite Gruppe spielt der Unfrieden schlicht keine Rolle, weil nur die vorgelegten Fakten zählen. Ob ein Plagiat von übelsinnigen, profilneurotischen, politisch motivierten Bösewichten oder von engelhaften, nur dem Geist der Wissenschaft verpflichteten Held/innen der Aufrichtigkeit gefunden wird, spielt ebenso wenig eine Rolle wie die Frage, ob es anonym oder unter Klarnamen präsentiert wird.

    Ein Plagiat ist ein Plagiat. So einfach ist das eigentlich.

  11. Sotho Tal Ker |  18.06.2012 | 14:05 | permalink  

    @Anatol Stefanowitsch
    Wenn ich als Wissenschaftler über etwas schreibe, sollte ich mich vorher zumindest mal damit befasst haben. Und wenn man sich näher mit der “Plagiatssucherszene” beschäftigt, fallen einem durchaus die Unterschiede auf. Natürlich kann man auch alle in einen Topf werfen und einen Brei draus machen. Nur sollte man dann nicht den Anspruch erheben “die Wissenschaft” zu repräsentieren.
    Weil aber diese eminenten Unterschiede den wenigsten bekannt sind, ist es problematisch, was einige da so tun. Da wird Presserummel veranstaltet, da wird sich in den Vordergrund gedrängt, nur weil es diesmal eine Bundesministerin ist. Die Sache wurde an die Uni gemeldet, die Uni prüft jetzt (was nicht so leicht sein wird nach >30 Jahren). Falls die Uni zu lange braucht (also falls z.B. in 6 Monaten noch kein Ergebnis da ist), kann man in aller Ruhe nachfragen, wie es denn so aussieht. Alles andere vorher ist bloß ein verzweifeltes Schreien nach Aufmerksamkeit. Und eben dieses unseriöse Auftreten einiger schadet der Gesamtheit und besonders denen, die eine ernsthafte Dokumentation betreiben wollen.

    Ein Plagiat muss man mit harten Fakten untermauern. Das heisst, man muss konkret benennen, von wem übernommen wurde und warum diese Übernahme ein Plagiat darstellt. Ein “könnte vielleicht so gewesen sein oder so – man weiss es nicht” reicht da nicht aus. Damit macht man sich nur lächerlich und spielt automatisch denen in die Karten, die die öffentliche Dokumentation am liebsten verhindern würden. Weil eben nicht genau getrennt wird zwischen ordentlicher Dokumentation und wilden Behauptungen. Das wird – wie ausgeführt – als “alles das Gleiche” gesehen. Nur gibt es Unterschiede wie (Achtung: Fussballbeispiel!) zwischen Bundesliga- und Kreisligamannschaften.

    @KJ
    Ich fand mich jetzt nicht besonders aggressiv, nur eventuell etwas hämisch. Du solltest vielleicht das nächste mal deine Punkte besser rausarbeiten (so sie es denn gibt), so dass man dich nicht missversteht.
    Ansonsten passt du perfekt in die Kategorie “Kommentar-Troll”:
    Erst erfolgen wilde Anwürfe ohne Belege. Bei einer Replik wird dem anderen unterstellt, dieser wäre böse zu einem oder hätte das Gesagte missverstanden, ohne zu erläutern, wie es denn eigentlich gemeint worden sei. Und auf Argumente wird natürlich nicht eingegangen, sondern nur der vorherige Beitrag leicht abgewandelt wiederholt.
    Konstruktive Kommentare sehen anders aus.
    Wie wäre es denn z.B. mit einer Ausführung, was denn dieses “unwürdige Schauspiel” deiner Meinung nach ist. ;-)

  12. KayH |  18.06.2012 | 14:19 | permalink  

    @Anatol Stefanowitsch: Ja. Da würde ich durchaus folgen. In “der Wissenschaft” – nimmt man diese krude Selbstapostrophierung von acht Wissenschaftlern, die in der SZ über die Dinge schreiben, tatsächlich auf – wird das nicht differenziert und muss auch nicht differenziert werden. Allerdings glaube ich nicht, dass diese Differenzierung überflüssig ist, beschäftigt man sich etwas näher mit dem Thema (und interessanterweise wurde die “Positionierung” von VroniPlag Wiki in der “Causa Schavan” durchaus in den Medien differenziert behandelt, warum also nicht in “der Wissenschaft”?). Denn offensichtlich ist doch durchaus geworden, dass die (wiki)öffentliche Dokumentation ein zweischneidiges Schwert ist, sofern es ihr an genau dem mangelt, was ein Wiki eigentlich ausmacht: Eine kritische Masse von Beiträgern steuert selbstregulativ Dokumentations- und Erkenntnisprozesse, indem kollaborativ falsches ausgesondert wird, fehlerhaftes korrigiert usw.

    Klebt man sich allerdings nur ein “Wikilabel” an die Backe (“Schavanplag Wiki”, “der Gründer von VroniPlag Wiki”) und trifft mit diesem Label auf eine unkritische journalistische (und wissenschaftliche) Öffentlichkeit, die das Label mit den o.g. Funktionsprinzipien eines Wikis verwechselt, dann entsteht tatsächlich eine “Praxis, die die notwendige sachliche Überprüfung verdächtigter Arbeiten behindert und lediglich behauptete Verfehlungen durch ständige Wiederholung fixiert”, folglich also “ein Spektakel, das einer aufgeklärten Gesellschaft nicht würdig ist”. Dem stimme ich ausdrücklich zu.

  13. Roger Rogge |  18.06.2012 | 18:13 | permalink  

    ‚KJ und ‚astefan’ haben da wunde Punkte getroffen, wie man am Aufheulen erkennt. Allerdings haben da einige aus gleichen Gründen zu Beginn tatsächlich den Gastbeitrag nicht verstanden. Wie anders wären die gegensätzlichen und uneinheitlichen ersten Reaktionen einiger Administratoren im VroniPlag zu verstehen. Ganz beliebt, das ist schon Tradition, ist das Totstellen gegenüber und/oder Vorbeireden an Kommentaren, die der eigenen Meinung nicht entsprechen. Ganz zu schweigen von den üblichen Ritualen der Ausgrenzung von Personen, seien es auch Admins, wenn sie sich der herrschenden Meinung nicht anpassen können oder wollen.
    Es ist aber auch zum Verrücktwerden: Über ein Jahr plagt und plackt man sich erst mit Trolls und Goalgetter, dann mit Heidingsfelder und angeblich total unkundigen und ’Heidi’-philen Presseartikeln rum, greift schließlich in die Vortragsplanung einer Hochschule ein – und das soll jetzt alles vergeblich gewesen sein?!
    Trotz Rauswurf, zunehmender Erwähnung des Rauswurfs in Interviews, damit es auch der letzte Medienvertreter endlich kapiert, dass man da nicht in einen Topf geworfen werden möchte, jetzt das: Stefanowitsch berichtet aus den ihm bekannten Wissenschaftskreis, das interessiere dort gar nicht! Wow! Da prügelt man jetzt doppelt enttäuscht auf die Autoren ein, die es in “Selbstapostrophierung“ wagten, den Plagiatedokumentaristen unterschiedslos die Leviten zu lesen und – das ist das eigentlich Gefährliche an dem Vorstoß im Gastbeitrag – gnadenlos vor Augen zu halten, dass sie sich grundsätzlich nicht zur Gemeinschaft der Wissenschaft rechnen dürfen. Die öffentlich vorgetragene heftige Distanzierung zu allem, was nicht VroniPlag heißt, besonders gern aufgehängt am Exempel Heidingsfelder, das Nicht-weiter-Bearbeiten des vorgeblichen ’Nichtfalles’ ’As’ verfolgt und verfolgte nur ein Ziel, nämlich VroniPlag, bei Politikern würde man sagen ministrabel, hier könnte man sagen ’institutionabel’ zu machen und zu erhalten. Alles andere, was hier und andernorts am Thema vorbei geredet wird, soll nur genau davon ablenken. Die Spatzen (im Netz, noch nicht in der Presse) pfeifen es inzwischen von den Dächern: VroniPlag versucht über das veritable Aushängeschild Prof. Weber-Wulff (oder es versucht diese über das Anhängeschild ’VroniPlag’ oder beides) sich deutschlandweit als eine von Seiten der Politik geförderte Einrichtung zu institutionalisieren, so wie Weber-Wulff dies in der Anhörung 2011 dem Bildungsausschuss empfahl. Jeder dort wusste, dass sie bei VroniPlag mitarbeitet.
    Das also ist des Pudels Kern, nichts anderes. Um ein mögliches Missverständnis zu vermeiden: Der Versuch, sich selbst auf diese Weise in der Wissenschaftslandschaft als Institution zu etablieren, ein solcher Versuch mag zum Scheitern verurteilt sein, doch ist er nicht anrüchig. Anrüchig sind allein einige Mittel, die zur Durchsetzung dieses Ziels eingesetzt werden.

  14. Sotho Tal Ker |  18.06.2012 | 19:33 | permalink  

    Eine faszinierende Verschwörungshypothese. Allerdings auch nicht mehr als das. :-)

  15. Roger Rogge |  18.06.2012 | 20:32 | permalink  

    «Eine faszinierende» Entgegnung. «Allerdings nicht mehr als das. :-) »

  16. Hood01 |  18.06.2012 | 22:47 | permalink  

    @Anatol Stefanowitsch
    Sehr gute Analyse. Der Spekulation, dass die 8 Emeriten ein “unwürdiges Spektakel” in Richtung Schavan-Entlastung veranstalten wollten, schließe ich mich aber nicht an. Ansonsten völlige Zustimmung. Ich glaube auch nicht, dass die Verfasser des Sz-Artikels einen Unterschied zwischen dem VroniPlag Wiki und anderen Mitspielern machen. Wie auch, wenn selbst viele Journalisten nicht dazu in der Lage sind. Selbst wer schon seit Anfangszeiten das Wiki auf Schritt und Tritt beobachtet, kann sich sicher nicht auf alles einen Reim machen.

    @Roger Rogge Wenn Sie Sätze beginnen mit “VroniPlag versucht…”, dann sollten Sie vielleicht noch einmal darüber nachdenken, wie ein offenes Wiki so funktioniert und was dessen Community so ausmacht. Dann hätte sich vielleicht auch die Frage mit der Vroniplag Wiki-Institution erledigt. Dass sich die Community-Mitglieder troztdem nicht gerne von einer wohlbekannten Person instrumentalisieren, bevormunden und vorführen lassen wollen, müssen Sie der Community nachsehen. Aus jüngsten Debatten können Sie aber auch vorsichtig schließen, dass es auch keiner anderen wohlbekannten Person gelingen könnte, Alleinvertretungsansprüche geltend zu machen.

  17. Roger Rogge |  18.06.2012 | 23:11 | permalink  

    Dieses “offene Wiki”, das da beschworen wird, trifft die entscheidenden Weichenstellungen gar nicht so offen, sondern in Chat-Hinterzimmern, genannt “Arbeitschat”. Dürfte eigentlich bekannt sein. Gilt auch für die “Verschwörungstheorie”. Aber lassen wir das. Bringt nichts. Die Zukunft wird erweisen, wer hier näher an den Tatsachen geblieben ist. Wie heißt es doch? Man sieht sich immer zweimal im Leben :)l

  18. Hood01 |  19.06.2012 | 01:46 | permalink  

    “beschworen” klingt doch viel besser als verschworen:)

  19. Peter Pan |  19.06.2012 | 09:37 | permalink  

    Inwiefern ist Frau Schavan denn eine “aktive und anerkannte Wissenschaftlerin”? Auf die Schnelle konnte ich außer der Dissertation keine wissenschaftliche Publikation von ihr finden. Außerdem interessiert mich noch, wie man Mitglied der Wissenschaftslandschaft werden kann.

  20. Infobib » Arme, verfolgte Plagiatoren? |  19.06.2012 | 09:51 | permalink  

    [...] Bedrohung” durch “immer neue Plagiatsvorwürfe gegen Inhaber von Doktortiteln”. Auf Carta.info hat Anatol Stefanowitsch eine Replik [...]

  21. Roger Rogge |  19.06.2012 | 12:02 | permalink  

    @Hood01: In der Tat. Ich fand es auch seltsam, wie Sotho Tal Ker den Begriff “Verschwörungshypothese“ verwendet. Wo hätte ich denn eine “Verschwörung“ behauptet? Im Gegenteil: Ich hatte doch dieses Bestreben, sich in der deutschen Wissenschaftslandschaft institutional zu etablieren, ausdrücklich als nicht “anrüchig“ bezeichnet. Da hat sich nirgendwo nirgendwer gegen irgendwen oder irgendwas “verschworen“. Was mit dem verqueren Begriff wohl gemeint war: Es laufen solche Bestrebungen, die nur in Chat-Räumen besprochen werden, nicht offen im Wiki. Diese werden insbesondere von Weber-Wulff befördert. Und es darf mal von der Sache her unterstellt werden, dass diese Bestrebungen durch zweierlei Bedingungen torpediert würden: 1. durch eine Diskreditierung der als wissenschaftlich behaupteten Arbeit bei VroniPlag durch mangelnde Unterscheidung von gegen Schavan gerichteten Aktivitäten, 2. durch selbst verantwortete fortgesetzte Plagiatsvorwürfe gegen Schavan. Deshalb gilt jetzt die Sprachregelung “grenzwertig“ und dass der “Nicht-Fall Schavan“ (weil nicht auf Hauptseite unter Namensnennung veröffentlicht) als vormals “Fall As“ zwar jedem, der möchte, zur weiteren Bearbeitung offensteht (lässt sich in einem “offenen Wiki“ ja auch schlechterdings nicht mehr verhindern), dass aber auch de facto keiner der Aktiven von VroniPlag mehr sich am “Weiterköcheln“ (Weber-Wulff) beteiligt. Das ist sozusagen Appeasement-Politik gegenüber Schavan. Diese Tatsache so miteinander in Zusammenhang zu bringen, das nennt man allenfalls eine “Hypothese“ oder “Interpretation“, aber das hat mit “Verschwörung“ nichts zu tun.

    @: Peter Pan: apropos „Wissenschaftslandschaft“: Da sowohl Stefanowitsch (personbezogen) wie ich (institutional bezogen) diesen Begriff verwendet haben, will ich für mich feststellen: Sie sind keine „Institution“. Personbezogen: Studieren, akademischen Abschluss hinlegen und sich dann produktiv an Lehre und/oder Forschung beteiligen. Viel Erfolg.

  22. Peter Pan |  19.06.2012 | 12:38 | permalink  

    @Roger Rogge: Ich meinte den (bei einem Linguisten doch etwas verwundernden) Gebrauch eines schiefen Bildes: Man kann schlecht Mitglied einer Landschaft sein.

  23. Roger Rogge |  19.06.2012 | 13:46 | permalink  

    Da mag Stefanowitsch für sich selbst sprechen. Mir fällt nur ein, dass er vielleicht Schavan als Blume dieser Wissenschaftslandschaft eine Art begrifflicher Hommage entgegenbrachte. Blumen sind möglicher Teil einer Landschaft. Blumen sind Lebewesen wie Schavan. Ein galanter Gebrauch eines Bildes, nicht wahr?

  24. Roger Rogge |  19.06.2012 | 17:30 | permalink  

    Zu der “Verschwörungshypothese” fand ich doch tatsächlich einen höchst verdächtigen Beleg. :) Selbst die Presse arbeitet bereits wie die Gastautoren und natürlich ganz verborgen VroniPlag :) daran, die institutionelle Akademisierung von VroniPlag voranzutreiben :) .

    «Darüber hinaus sollte die Plagiatsjagd nicht länger anonymen Internetplattformen überlassen bleiben. Diese haben ihren Job gemacht, sie haben auf Defizite in der Qualitätssicherung von wissenschaftlichen Arbeiten verwiesen. Dafür gebührt ihnen Dank. Jetzt gilt es, die Qualitätssicherung wieder aus der Anonymität heraus in ein professionelles Licht zu tragen.»
    Schlussbemerkung in einem Kommentar von Timo Stein in Cicero Online Schluss mit dem Empörungsreflex (04.05.2012)
    Kann nur hoffen, dass 3 LOL ausreichen, den Empörungsreflex von VroniPlag-Mitarbeitern auszuschalten. (Ist mir noch ein :) wert)

  25. Roger Rogge |  19.06.2012 | 19:23 | permalink  

    Noch’n Gedicht :)
    Hat man erst mal die Spur aufgenommen, dann fällt es einem wie Schuppen von den Augen (Hervorhebungen von RoRo).

    «Ich persönlich fände es auch gut, wenn wir eine Stichprobe von Dissertationen unbekannter Autoren untersuchen könnten, um die Frage zu klären: Wie verbreitet sind eigentlich Plagiate in Dissertationen? Aber eine solche Studie wäre natürlich sehr viel Arbeit
    Admin (VroniPlag) KayH in einem Interview, das Markus Verbeet für SPIEGEL ONLINE am 6.05.2012 führte ( VroniPlag-Rechercheur über Schavan)
    “Sehr viel Arbeit“ kann nur meinen: Da reicht das unbezahlte, nebenberufliche, private Engagement einiger Mitarbeiter bei VroniPlag nicht aus, da muss eine neue Form von Trägerschaft her. Auch findet gar nicht nur er persönlich es gut, nein, wie es der Zufall so will, Frau Weber-Wulff schon sehr viel länger auch. Wenn nachfolgend steht: “Burchardt greift damit auf …“, so darf hier formuliert werden: KayH greift damit auf …

    Zwei Tage später, am 08.05.2012, veröffentlicht ein Autor, Manuel Bewarder, der unter den VroniPlag-Admins u.a. KayH von mehreren, auch persönlichen Kontakten kennt, natürlich in journalistischer Unabhängigkeit für WELT ONLINE einen Artikel, in dem es heißt:

    «Das Auffinden von Plagiaten dürfe nicht länger allein anonymen Internetplattformen überlassen bleiben, sagt die Vorsitzende des Bundestags-Bildungsausschusses Ulla Burchardt (SPD) und fordert eine vom Staat geförderte offizielle “Clearingstelle”.
    Plagiatsvorwürfe sollten aus der Anonymität des Internets herausgeholt werden, Verdachtsfälle unvoreingenommen überprüft und Zahlen über das wahre Ausmaß des Schwindels mit Promotionen geliefert werden.
    Burchardt greift damit auf, was die Plagiatsexpertin Debora Weber-Wulff seit Jahren fordert – im vergangenen November auch bei einer Anhörung im Bildungsausschuss. Die Professorin der Berliner Hochschule für Technik und Wirtschaft setzt sich für ein außeruniversitäres Institut ein, “an dem Wissenschaftler zum einen erforschen können, was eigentlich Plagiate sind, wie viele es gibt. Zum anderen wäre dies aber auch die Stelle, an die sich alle Hochschulen bei Fragen richten können”, sagte Weber-Wulff “Welt Online”.
    Es müssten in jedem Fachbereich Stichproben untersucht werden um darauf zu schließen, wo es vielleicht Nachholbedarf gebe.» ( Annette Schavan – die durchleuchtete Ministerin). Zufälle gibt’s! ;)

  26. Sotho Tal Ker |  20.06.2012 | 09:13 | permalink  

  27. Hood01 |  20.06.2012 | 12:10 | permalink  

    Tja, Herr Rogge, wenn sich in unverkennbaren Ich-Statements so offensichtlich der Community-Wille wiederspiegelt, noch dazu die SPD (Ulla Burchardt) mitspielt und Forderungen sogar schon seit Jahren bestehen, dann muss alles wohl von ganz langer Hand eingefädelt worden sein. :) Wie praktisch, dass KTzG damals den Überblick verloren hatte (haufenweise durch Zitate belegt), da hatte man leichtes Spiel, denn so fing das ja alles an. :) Die Millionen, die damals die Linken gezahlt hatten, müssten noch reichen, um Wikia zur Änderung der Lizenzbestimmungen zu bewegen. :) Dann steht der Institutionalisierung nichts mehr im Weg. :) MH (ebenfalls SPD!) die Markeneintragungen zu überlassen, war übrigens der größte Coup. :) Jetzt muss nur noch die störende Schavan geschasst werden, da mit der ja leider nichts zu machen ist. :) Das übernimmt die Blog-Mafia in gut getarnter Doppelmoral. :) Steht morgen alles bei HEUTE OFT ER_KLICK_TES (Über dieses Wortspiel freue ich mich gerade wie ein kleines Kind). :) So, jetzt muss ich aber erst noch mit ein paar Journos duschen gehen, außerdem gehen mit langsam die LOL-Zeichen aus. :)

  28. Paul Ney |  20.06.2012 | 14:38 | permalink  

    Und da haben sich die acht Weisen zusammengefunden, sie bildeten einen geschlossenen Kreis, Hand in der Hand, und sie riefen laut: “Ihr Plagegeister! Wer seid Ihr?! Zeigt Euch!”

  29. Roger Rogge |  20.06.2012 | 15:28 | permalink  

    @Sotho Tal Ker: Lustige Wortschöpfung. Man vermisst allerdings noch den “idiosynkratischen Syllogismus“.

    @Hood01: Da hat sich aber einer mächtig im Gestrüpp verheddert! Was hat der “Community-Wille“, was haben “Lizenzbedingungen“ mit einer angezielten “Clearingstelle“ zu tun? Lag es an der Formulierung “neue Form von Trägerschaft“? Dann sollte das “neue Form“ nicht überlesen werden. Wenn die Zukunftsprojektion umgesetzt würde, dann wechselt nicht VroniPlag als Wiki, sondern jene Aktiven von VroniPlag, welche mit Weber-Wulff unter neuem Dach in der “außeruniversitären Institution“ zusammenarbeiten wollen. Dazu braucht es keinen Community-Konsens und auch keine Änderung der Lizenzbedingungen durch Wikia. (Das ’neue Dach’ könnte z.B. auch in Form einer Stiftung vorstellbar sein.)Damit nicht genug der semantischen Kapriolen: Hood01 verkehrt den Sinn des Kommentare #13, #17 und #21, auf dem auch Kommentar #25 ruht, zwecks heiterer Verwendung weiterer LOL-Zeichen ins sinnentleerte Gegenteil. «Jetzt muss nur noch die störende Schavan geschasst werden, da mit der ja leider nichts zu machen ist. :) . Diese beachtliche Ironieleistung steht mit weiteren absonderlichen Einfällen in einer Reihenbildung zum sinnerhellenden Kontext «Dann steht der Institutionalisierung nichts mehr im Weg. :)» Da kann man fast froh sein, dass die LOL-Zeichen langsam ausgingen. Oder war etwa gemeint, es gebe Kräfte – immer bereit: MH, hilfsweise etwa die “Blog-Mafia“? – , welche “die störende Schavan“ “schassen“ wollen, weil die Gefahr bestehe, sie könne Weber-Wulffs Zukunftsvision protegieren und politisch umsetzen? Wo bleibt Sotho? Der mahnt doch so gerne eine “Verschwörungshypothese“ und gerade noch “illusorische Korrelationen“ ab.Und jetzt auch noch Verschwörung unter der Dusche? O tempora, o mores! :) (Habe noch welche)

  30. Hood01 |  20.06.2012 | 15:40 | permalink  

    Tja, da haben Sie was zu rätseln. :) Ich dachte, das sei furchtbar schlüssig. :) Hab mich wohl geirrt. :)

  31. Sotho Tal Ker |  20.06.2012 | 21:31 | permalink  

    Substanzielles an Plagiaten bzgl. “As” ist seit der Publikation durch Robert Schmidt nicht dazugekommen. Woran das liegt, da kann man sich ruhig mal Gedanken machen.

  32. KayH |  21.06.2012 | 01:19 | permalink  

    @Hood | 20.06.2012 | 12:10 – Ich hab echt lange nicht mehr so herzhaft gelacht. – Was für ein treffender Kommentar!

  33. Paul Ney |  21.06.2012 | 01:30 | permalink  

    (come: Ein Heller und ein Batzen)
    Ein Titel und ein Führungsjob, die waren beide mein, ja mein!
    Der Titel ist verloren, den Job behalt’ ich doch!
    Der Titel ist verloren, den Job behalt’ ich doch!
    Hajli, Hajlo, Hajla …

  34. Peter Pan |  21.06.2012 | 08:45 | permalink  

    @Sotho Tal Ker: Naja, ein paar weitere substanzielle Funde wie z.B. Seite 23 hat es schon gegeben. Jede weitere solche Stelle dürfte ein Sargnagel für ihren Doktorgrad sein.

  35. Sotho Tal Ker |  21.06.2012 | 15:53 | permalink  

    @Peter Pan
    Was ist an “Seite 23″ substanziell? Beim Vroniplag Wiki wird ab und zu von ausserhalb bemängelt, die Einstufungen als “Plagiat” seien willkürlich und nicht nachvollziehbar, obwohl die Übereinstimmungen viel evidenter sind als “Seite 23″.

    @Alle
    Bei Sensburg und Dähnert beruft man sich einfach auf “private” Gutachten und hält sich die Augen zu: “Plagiate? Wir sehen da nichts.”
    In Heidelberg bei Kayhan (jetzt Schnelle) erkennt die Universität zwar Fehlverhalten, aber dies sei normal an der medizinischen Fakultät. Anscheinend werden dort regelmäßig Dissertationen angenommen, bei dem man nur wie in einem Lückentext die Messreihen einfügten muss und dafür seinen Doktorgrad bekommt.

    (Vermutlich hatte das überall Frau S. die Finger im Spiel, denn je mehr recht “eindeutige” Plagiate nicht zum Verlust des Doktorgrades führen, um so sicherer ist der Erhalt des Ihrigen ;-))

    Die Gutachten und Begründungen sind natürlich allesamt unter Verschluss, als ob es da etwas zu verbergen gäbe. Gerichtsurteile werden im Nachhinein zumindest anonymisiert veröffentlicht. Dies könnte auch mit den Gutachten geschehen. Mehr wurde auch von niemandem verlangt.

    Insofern irgendwie von einer “selbstreinigenden Wissenschaft” zu sprechen, klingt da wie blanker Hohn. Am liebsten wäre einigen Wissenschaftlern, diese Probleme unter Ausschluss der Öffentlichkeit zu regeln. Und dann natürlich nicht mit dem gebotenen Willen zur Aufklärung, sondern mit so schönen Sachen wie einer Entschuldigung der Plagiators oder einer Rezension des Werkes mit Hinweis auf die beanstandeten Stellen. Hauptsache es folgen keine ernsthaften Konsequenzen. Dieses ganze Thema “wissenschaftliches Fehlverhalten” wurde in den letzten 20 Jahren konsequent ignoriert. Neuerdings sind Ombudsmänner in Mode, aber auch diese sollen nicht der Aufklärung und Transparenz dienlich sein, sondern versuchen, solcherlei Fehlverhalten möglichst im Stillen zu “heilen”. Natürlich müssten diese Angelegenheit bei begründetem Anfangsverdacht auf wissenschaftliches Fehlverhalten weiterleiten. Aber wozu, wenn man das auch “so” regeln kann…

  36. Peter Pan |  21.06.2012 | 16:42 | permalink  

    @Sotho Tal Ker: Natürlich kann man niemanden zwingen, etwas wie http://schavanplag.wordpress.com/2012/06/05/seite-23/ als Plagiat zu werten. Die Begründung würde mich aber dann interessieren, da Übereinstimmungen evident sind und, wenn der Kommentar stimmt, keine Quelle angegeben ist. Eine nicht nachvollziehbare Entscheidung wie in Cottbus wird Düsseldorf in einem so prominenten Fall jedenfalls kaum in der Öffentlichkeit vertreten können.

  37. Roger Rogge |  21.06.2012 | 16:49 | permalink  

    @Hood01
    «[…]; man bekommt etwa den Eindruck, daß die subjektiven Bedingungen der Witzarbeit denen der neurotischen Erkrankungen oft nicht fernliegen. […] Die Triebfeder der Produktion harmloser Witze ist nicht selten der ehrgeizige Drang, seinen Geist zu zeigen, sich darzustellen, ein der Exhibition auf sexuellem Gebiete gleichzusetzender Trieb.
    […] die allgemein gemachte Erfahrung, daß niemand sich begnügen kann, einen Witz für sich allein gemacht zu haben. Mit der Witzarbeit ist der Drang zur Mitteilung des Witzes unabtrennbar verbunden […].» (S. Freud, Der Witz …)

    @KayH
    Es hilft übrigens zum intrapersonalen Verständnis des „selten so gelacht“, wenn Lachen verstanden wird als Stress reduzierende Abreaktion einer zuvor aufgestauten Erregung. Dass es Leute aufregen mag, dass es möglicherweise Informationslecks im Wiki gibt, da fällt Empathie nicht schwer. Und interpersonal gesehen war Häme immer schon gern geübte Notfallreaktion im Wiki, wenn der Vorrat an sachlicher Argumentation defizitär wird. Von, glaube ich, zur Zeit 23 Admins sind es auch immer dieselben wenigen, die sich nicht zu schade sind, destruktive Stilmittel zur ’Gefahrenabwehr’ einzusetzen.

    @Fiesh: Abgesehen von einem unnötigen und deplazierten Seitenhieb (hier gilt das an Hood01 Gesagte) beschreiben Sie zu Recht einen skandalösen Zustand. Und wenn man VroniPlag mal als eine Art Projekt mit der Außenwirkung eines ’reformatorischem Kollateralschadens’ bezeichnet, dann darf der im Wiki von Kreuzritter und hier von Stefanowitsch analysierte Gastbeitrag demgegenüber als eines von mehreren Signalen einer z.T. bereits von einigen Medien freundlich gecoachten ’Gegenreformation’ verstanden werden.

  38. Sotho Tal Ker |  21.06.2012 | 17:57 | permalink  

    @Peter Pan
    Ich sehe da immernoch nichts substanzielles. Vielleicht bin ich ja blind oder dumm oder beides. Wo sind die evidenten Übereinstimmungen? Und was steht bei Katz jeweils in den Fußnoten?

  39. Roger Rogge |  21.06.2012 | 19:43 | permalink  

    Sorry, zuviel im Wiki gestöbert; natürlich war Sotho gemeint.

  40. KJ |  22.06.2012 | 16:01 | permalink  

    @Roger Rogge Ah 23 Admins, wie viele von denen sind denn überhaupt noch auf Vroniplag aktiv?

  41. Roger Rogge |  22.06.2012 | 21:52 | permalink  

    @KJ: derzeit sind es 17 (19, bei weicherem Kriterium)

  42. KJ |  23.06.2012 | 00:11 | permalink  

    @Roger Rogge: 24 Admins hat das Wiki. VPmod und VPblock haben Adminrechte, ein Bot auch, die zählen sowieso nicht. Als inaktiv würde ich 9 weitere Admins ansehen. Von den aktiven Admins beteiligt sich nur ein Teil tatsächlich an der Dokumentation von Plagiaten.
    So gehen sollte man sich fragen, warum hier von “Guttenplag und Co.” die Rede ist, siehe oben die Einleitung. Vroniplag hat mit Guttenplag nicht viel gemein.

  43. Roger Rogge |  23.06.2012 | 09:41 | permalink  

    @ KJ: Auch wenn, wie aufgefallen sein dürfte, ich eine kritische Position gegenüber dem Gastartikel wie gegenüber manchen Erscheinungen bei VroniPlag Wiki einnehme, so frage ich doch: Wenn Sie’s schon wissen und noch genauer nehmen als ich es tat, warum fragen Sie mich dann? Ihre Frage war übrigens, wie viele von den Admins “überhaupt noch auf VroniPlag aktiv” sind. Und aktiv sind von 24 (den Unterschied fand ich nicht korrekturbedürftig) im Jahre 2012 je nach Kriterium 17 bzw. 19. Allerdings teile ich die Auffassung, dass die beiden “Rollen” VPmod und VPblock sowie ‘kybot’ mal rausgelassen werden können. “Aktiv” sind dann immer noch 14 bzw. 16. Natürlich gibt es welche, wie PlagDoc, die nur noch durch Gastauftritte aus nachhaltigem Interesse pflegen. Usw. usw.
    @Peter Pan: Es dürfte auch aufgefallen sein, dass zwar VroniPlag aus hier deutlich gemachten Gründen die eigene ‘As’-Analyse mit dem Sedativum ‘Schav forte’ im Tiefschlaf konserviert hat, dass VroniPlag aber hartnäckig den Eindruck erwecken möchte, dass über die eigenen fragmentierten Funde hinaus niemand mehr etwas “substanzielles” [sic] hinzufügen konnte. Kein Wunder, wurde doch behauptet, man habe alle Quellen (weit über 200!!) und alle Seiten der Dissertation genau untersucht, so dass keine weiteren “substanziellen” Funde mehr zu erwarten seien.
    So schon VroniPlag. Dann zieht Hotznplotz aka ‘Robert Schmidt’ aus, findet mehr, und, obwohl dort der gleiche Anspruch erhoben wird, dass schon alles untersucht sei, findet er erstaunlicherweise noch mehr. Ganz unauffällig haben sich wie von Geisterhand darunter auch einige auf kreuzritterplagdoku.wordpress.com veröffentlichte Verdachtsfunde bei schavanplag.wordpress.com dazugesellt. Vielleicht gibt’s es ja da so eine Art Massenanziehung. Mein Eindruck: Da gönnt ein sog. Plagiatejäger dem anderen nicht das Schwarze unter dem Fingernagel, wie man so sagt. Wenn es nicht so böse klingen würde, könnte man auch sagen: Sie ‘heidingsfeldern’ alle!

  44. Sotho Tal Ker |  23.06.2012 | 12:04 | permalink  

    Großartig wie aus meiner persönlichen Meinung gleich die Meinung des ganzen Wikis wird. Den Beleg, warum gerade dieses erwähnte Fragment besonders “substanziell” sei, ist man mir leider schuldig geblieben.

    Es wurde nie behauptet, es wäre “alles” untersucht worden. Wo steht das? Link? Es gibt immer die Möglichkeit, dass da noch ein Buch ist, aus dem weitere Passagen übernommen wurden. Wer weiterhin Interesse daran hat, neue mögliche Quellen zu suchen und untersuchen, der soll es machen. Es können auch weiterhin Fragmente und Quellen dazu im Vroniplag Wiki angelegt werden. Muss man aber nicht tun.

    Es scheint mir so, als fordern einige hier (und anderswo) dass das Vroniplag Wiki irgendwas aufklären müsse. Als wäre das Wiki eine offizielle Institution, dessen Aufgabe es ist, die Dissertation von Frau S. zu untersuchen. Ansonsten wird gleich von “Boykott” und “Zensur” gesprochen (schade, dass Herr Heidingsfelder keine Eier in der Hose hat und seine Tweets im nachhinein löscht, sonst käme jetzt ein Beleg). Oder es werden wilde Hypothesen aufgestellt, dass man quasi das Ministerium damit “erpresse”, indem man die Dokumentation zurückhält, nur damit irgendwer irgendwo irgendwas bekommt (auf den Link zum unseriösen Blog verzichte ich an dieser Stelle).

    Bei “As” wurde über mehrere Monate immer wieder Untersuchungen angestellt. Es wurden über 200 Quellen geprüft, vermutlich mehr als bei jedem anderen “Fall”. Da sollte man irgendwann auch eine Grenze ziehen und überlegen, ob es sich noch lohnt dort weiterzumachen. Gerade weil es ein Wiki ist. Weil dort Freiwilligen mitarbeiten, die ihre Freizeit dafür herschenken. Diese Grenze zieht jeder individuell für sich. :-)

  45. Paul Ney |  23.06.2012 | 18:21 | permalink  

    Wie schön, daß Ihr erläutert habt,
    was Plagiat zu sein hat.
    Wir wissen jetzt so richtig mehr
    und danken Euch Ihr acht Gelehrten sehr.

  46. Derangierte Einsichten - Linkliste, massiv |  23.06.2012 | 21:49 | permalink  

    [...] Anatol Stefanowitsch über Wissenschaftler, die sich gegen Plagiatsjäger stemmen. [...]

  47. Hood01 |  24.06.2012 | 19:29 | permalink  

    @Roger Rogge

    Bei einem „unwürdigen Spektakel“ schienen mir ein paar satirische Bemerkungen angebracht. Scheinen Sie nicht zu mögen. Wenn’s nach Freud geht, müssen einem die Satiriker und Witzbolde der Nation ja Leid tun. Aber Scherz beiseite.

    In Ihrem comment #13 ist Alles und Jedes im Namen des Wikis (d.h. nicht nur im Namen einer Person) dem einzigen Zweck verschrieben, „sich selbst auf diese Weise in der Wissenschaftslandschaft als Institution zu etablieren“. Zudem unterstellen Sie Handlungen gegen Personen zu diesem Zweck. So etwas nennt man Verschwörungsglaube. Später noch garniert mit vielen kleinen Einzelheiten, wie z.B. „Bestrebungen“, die in geheimen Chat-Hinterzimmern von einer Einzelperson „befördert“ werden sollen. Unbelegt, aber selbstverständlich unwiderlegbar, eben gute Zutaten zu einer Verschwörungstheorie. Trotz vielfacher Hinweise, versuchen Sie weiterhin (mit einigen Verdrehungen und Uminterpretationen) aus Einzelaussagen Haltungen und Motive für alle Vroniplagger zu konstruieren, um z.B. allgemeine Missgunst oder eine As-„Appeasementpolitik“ belegen zu wollen. Wenn jemand „nein“ sagt, sagen Sie „doch“, oder kleiden alles mit ein bisschen Rethorik ein. In comment #43 kommen Sie schließlich zum grandiosen Schluss, es gönne kein „Plagiatsjäger“ etwas dem anderen. Dass MH bei vielen sehr unbeliebt ist, ist kein Geheimnis. Üble Diffamierungen gegenüber D. W.-W brauche ich hier auch nicht zu wiederholen, man muss nicht jeden Dreck waschen. Bei ihrer Motivsuche für gewisse Handlungen und Entscheidungen liegen Sie aber weit daneben. Ich habe keine Lust, irgendwen verteidigen zu müssen, verschiedene Behauptungen gegenüber D. W.-W. finde ich jedoch unverschämt.

    Zu As: Im Fall AS sind vermutlich über 500 Arbeitsstunden schon alleine durch Literaturbeschaffung und Scannen eingeflossen. Ich selbst war zu der Zeit über Monate (fast) nicht aktiv, wollte nicht mehr mitmachen und hatte da nichts mitentschieden. Aber wollten Sie nun z.B. von mir verlangen, dass ich bei nunmehr margeren Aussichten auf weitere Funde da tatsächlich noch einsteige, nur um irgendein Gefasel über As-„Appeasementpolitik“ zu widerlegen? Meinen Sie nicht, dass Ihre Forderungen völlig überzogen sind? Warum machen Sie es nicht selbst? Davon hält Sie bei VP-W niemand ab. Wissen Sie überhaupt, wovon Sie reden? Oder glauben Sie nur, ER weiß es?

    Sie berufen sich auf eine Blogger-Quelle, die bereits zu Anfangszeiten des VP-Wikis aus ganz anderen Gründen gegen D. W.-W. gewettert hat, seit langer Zeit eine Privatfehde gegen VP-Benutzer Klicken führt, sich mit Vorliebe auf Personaldebatten versteigt, Machtkämpfe konstruiert, die Totale Transparenz fordert, zugleich aber das Offensichtliche übersieht und konsequent ignoriert, was der eigenen kruden Logik widersprechen könnte. Ich will nicht jeden Beitrag dieses Bloggers kritisieren und jeder darf auch mal daneben liegen. Aufgrund der Häufigkeit muss ich mich SothoTal Ker anschließen und die auf VP-W bezogenen Blogbeiträge als „unseriös“ bezeichnen. Sie können nicht erwarten, dass Leute, die freiwillig in einem Wiki beitragen, zusätzlich noch viel Zeit und Mühe aufbringen, um sich für Alles und Jedes alles zu erklären und auf jede unsinnige Behauptung reagieren. Das darf jede(r) halten, wie (er) sie will.

    Wer sich langfristig und stärker bei VP-W engagiert, muss einiges ertragen. Es gibt Leute, die das Wiki oft beobachten, nichts beitragen, aber aus irgendeinem schiefen „Selbstverständnis“ allzu gerne meckern, tatsächliche Probleme nicht sehen (wollen), absurde Forderungen aufstellen, oder durch Scheinaktionen oder Scheindebatten glänzen. Ich kann nur hoffen, dass Sie nicht dazugehören. Ich glaube, VP-W ist ein einzigartiges Projekt, aus dem viele Menschen Nutzen ziehen können. Als Unterhaltungsmedium aber nur bedingt geeignet, dafür gibt es Seifenopern, DSDS und vieles andere. Eben kein „Unwürdiges Spektakel“!

  48. Schavan-Skandal: Mobilisierung zum Kampf um die Diskurshoheit | Erbloggtes |  16.10.2012 | 14:35 | permalink  

    [...] 14:30h: In Kenntnis der vier Monate alten Argumentationsanalyse von Anatol Stefanowitsch hätte man diese Positionierung der Wissenschaftsgrößen vorhersagen [...]

  49. Quantitative Beantwortung der Frage, warum Schavan nicht plagiiert haben kann | Erbloggtes |  22.10.2012 | 08:35 | permalink  

    [...] hat sich Anatol Stefanowitsch dieses Memorandums angenommen und das Notwendige angemerkt.[5] Er befürchtete, die Wissenschaftler seien womöglich bestrebt, “die Diskussionsgrundlage [...]

  50. Die Wissenschaft selbst | Causa Schavan |  07.01.2013 | 19:29 | permalink  

    [...] Der Anatol Stefanowitsch hat sich selbst zu diesem Gastbeitrag der Wissenschaft selbst sehr scharf [...]

  51. Utopie vom Ende des Plagiats | surveillance and security - Eine Sammlung zu computer- und korpuslinguistischen Methoden des politisch motivierten Internet-Monitorings |  10.02.2013 | 16:29 | permalink  

    [...] Worten, schon einmal oder gar zum ersten mal formuliert ist. Aber auch hier gibt es Grenzen, auch wenn andere dies nicht so sehen mögen: Natürlich muss man nicht auf die “Kritik der reinen Vernunft” verweisen, wenn man das [...]

  52. Mobilmachung der Springteufelchen: Schavans Amtsverständnis in eigener Sache | Causa Schavan |  16.02.2013 | 00:55 | permalink  

    [...] Und allesamt waren diese Wissenschaftsgranden Annette Schavan in der einen oder anderen Weise seit langer Zeit verbunden. Nun sahen sich die Glorreichen Acht zu einer denkwürdig verschwurbelten Grundsatzerklärung aufgerufen, mit der sie einem “Klima des Verdachts und der Bedrohung” entgegentreten und die Plagiatsjäger in die Schranken weisen wollten: Vertrauen dürfe nicht durch “scheinbare Transparenz” ersetzt werden. “Lediglich behauptete Verfehlungen” drohten “durch ständige Wiederholung fixiert” zu werden, das sei “ein Spektakel, das einer aufgeklärten Gesellschaft nicht würdig ist.”[7] All das wurde als “Klarstellung durch die Wissenschaft selbst” präsentiert.[8] [...]

Sie können Ihren Kommentar mit HTML-Befehlen formatieren.