22 Sekunden, die den Spiegel erklären

Dass der Spiegel eine Burschenschaft ist, wussten wir schon. Dass die feministische Initiative ProQuote maßgeblich auch von Spiegel-Frauen initiiert wurde, ist ein offenes Geheimnis. Nun haben die Spiegel-Verantwortlichen reagiert und ihr Image neu aufpoliert.

Ein nur 22 Sekunden langer Werbe-Spot erklärt, warum die Mächtigen in diesem Land vor dem Spiegel zittern müssen. Der Film ist rasant geschnitten und mit Guido-Knopp-hafter Musik unterlegt.

Wirklich ergreifend ist aber nur die Rollenverteilung: Raten Sie mal, bei welchen starken Verben Männer ins Bild gerückt werden, und bei welchen Frauen? Hier die Auflösung:

  • Denken = Mann im Bild
  • Recherchieren = Frau im Bild
  • Nachfragen = Frau im Bild
  • Anzweifeln = Mann im Bild
  • Prüfen = Mann im Bild
  • Bewerten = Mann im Bild
  • Entscheiden = Mann im Bild

Das heißt, die Frauen machen beim Nachrichtenmagazin Spiegel die notwendigen Arbeiten, sie fragen und telefonieren. Männer dagegen denken, zweifeln an, prüfen, bewerten und entscheiden. Sie erledigen die Führungsaufgaben. Diese Rollenverteilung erinnert ein wenig an die Werbespots der fünfziger Jahre.

Bravo, Jung von Matt!! Besser als in diesen 22 Sekunden hätte man den Spiegel nicht erklären können.

 

Zum Weiterlesen: Meedia über die sechs Problemzonen des Spiegel und Der Tagesspiegel über die Unruhe beim Spiegel.