Die FAZ und das Fähnchen im Wind

Bei den Frankfurtern ist die Liebe zu den PiratInnen deutlich abgekühlt. Wurde Jens Seipenbusch noch vor kurzem als Intellektueller von Format gefeatured und Marina Weisband als Julia Timoschenko-haftes Piraten-„Gesicht“ gelobt, gibt’s nun eins auf die Mütze.

Da sich in den Feuilletons inzwischen die Urheber-Promis die Klinke in die Hand geben, um gegen die Kostenlos-Republik der Piratenpartei anzuschreiben, sah die FAZ schon leicht nach gestern aus. Nun hat sie offenbar doch noch die Kurve gekriegt. FAZ-Redakteur Harald Staun und Tatort-Regisseur Niki Stein rechnen kurz vor den Landtagswahlen mit den Piraten ab. Den Newcomern werden nicht mehr – wie vor kurzem noch – Aufbruch und Intellektualität bescheinigt, sondern geistige Unzurechnungsfähigkeit („Pille-Palle“) und kommunistische Enteignungsfantasien („Unter Piraten“).

So schnell ändern sich die Zeiten (It’s journalism, stupid!). Auch gegen den Kapitalismus wird ja in letzter Zeit in der FAZ nicht mehr so wild argumentiert wie im vergangenen Herbst.