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Redaktion Carta

Apple folgt dem Modell „Standard Oil“

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Das US-Justizministerium vermutet Kartellabsprachen zwischen Apple und einigen Großverlegern. Es hat den Computer-Konzern nun wegen angeblichem Missbrauch seiner marktbeherrschenden Stellung verklagt.

13.04.2012 | 

„Macht unsere Bücher billiger!“ forderte der Schriftsteller, Journalist und Satiriker Kurt Tucholsky 1932 in einem Brief an “Meister Rowohlt”, seinen Hamburger Verleger. So ähnlich dachte wohl auch der Internet-Händler Amazon und ging für sein Kindle mit niedrigen realistischeren E-Book-Preisen in den Markt. Doch Apple und einige Buchverlage (wie Penguin und Macmillan) hielten dagegen. Nun werden sie vom US-Justizministerium angeklagt, in einer verbotenen Kartellabsprache die Buch-Preise künstlich hochgehalten zu haben – zum Nutzen beider Seiten: Apple kassierte weiterhin seine 30 Prozent Provision von den hohen Buchpreisen, und die Großverlage hielten sich an eine Art „Buchpreisbindung“. Diese “Verschwörung” soll laut Anklageschrift in teuren New Yorker Restaurants verabredet worden sein. Steve Jobs habe laut seinem Biographen Walter Isaacson damals zu den Verlegern gesagt: Ihr bestimmt den Preis und wir bekommen unsere 30 Prozent. „Der Verbraucher zahlt ein wenig mehr, aber das ist ja eh das, was ihr wollt.“

Das US-Justizministerium will nun 100 Millionen Dollar von Apple einklagen, weil der Konzern seine „marktbeherrschende Stellung“ mit dem iPad missbraucht habe.

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