Das iPad als Teil der Journalismus-Ausbildung

Der Journalismus wandelt sich zumindest technisch schneller als es die Ausbildungspläne in dieser Branche vermögen. An der Hochschule Darmstadt ist nun erstmals ein Magazin für Tablet-PCs entstanden.

Mobiles Publizieren ist ein aktueller Trend im Journalismus. Die großen Verlage haben sich bereits größtenteils mit Magazinen auf dem iPad, zum Teil auch auf Android-Geräten positioniert. Sogar die Frankfurter Rundschau hat frühzeitig Geld und Personal in eine iPad-Ausgabe investiert.

Auf mobilen Geräten kommen, wie so oft im Online-Journalismus, verschiedene Teilbereiche zusammen: Klassischer Online-Journalismus, der im besten Fall versucht verschiedene Formate zu nutzen, auf der einen Seite, und auf der anderen Seite klassisches Layouten und Blattmachen. Hinzu kommt zu einen gewissen Teil auch Programmieren, denn die Programme, mit denen Magazine zum Beispiel für das iPad gelayoutet werden, sind zumindest noch nicht auf digitales Publishing optimiert. Apple und Google stellen zusätzliche Hürden dar.

Da der Tablet-Markt noch recht jung ist, ist es nur logisch, dass dieser Bereich in der Journalisten-Ausbildung noch sehr kurz kommt. An der Hochschule Darmstadt setzte man sich im zurückliegenden Wintersemester erstmals praktisch mit dem Thema auseinander. Das siebte Semester des Studiengangs Online-Journalismus, zu dem auch der Autor dieses Textes gehört, konzipierte und erstellte ein iPad Magazin zum Thema Spiele. Alle Beiträge wurden selbst recherchiert und erstellt, gleiches gilt für das Layout, das die Studierenden entwarfen und umsetzten.

Das Ergebnis heißt „ausgespielt“ und ist seit kurzem kostenlos via iTunes erhältlich. Das Feedback war bislang sehr positiv: „Bitte mehr davon!“ twitterte etwa Sebastian Nissen von der Computerwoche. Der Hochschulausbildung wird das Thema vermutlich erhalten bleiben. Eine zweite Ausgabe ist zunächst jedoch nicht geplant. Wie sich herausstellte, war der Aufwand mitunter sehr groß. Mit den gesammelten Erfahrungen werden die Arbeitsabläufe aber sicherlich optimiert werden können. Das haben Ausbildung und die Praxis in den Verlagen wohl gemeinsam.