Netzlese

Redaktion Carta

„Die pinkeln uns ins Gesicht“

 | 8 Kommentar(e)


Im bayerischen Zündfunk hat der Schriftsteller und Musiker Sven Regener gehörig Dampf abgelassen über jene, die ihre Musik kostenlos aus dem Netz saugen.

22.03.2012 | 

Beim Zündfunk waren sie offenbar etwas verdutzt über die Wutrede des Element of Crime-Sängers. Aber sie hielten den Atem an und ließen ihn ausreden. Laut Rivva haben unterdessen bereits über 30 Blogs auf Regeners Rant reagiert.

Hier das Original zum Nachhören.

Hier versucht Fritz Effenberger, dagegen zu halten. Allerdings begreift er nicht, dass es ein Unterschied ist, ob ich ein Lied durch Hochladen der ganzen Welt anbiete oder ob ich meinem Freund eine Platte ausleihe oder ein Stück aus dem Radio mitschneide.

Und hier analysiert Klaus Raab sehr differenziert beide Seiten.

 

Mehr zu : | | | |

CARTA Kaffeekasse

8 Kommentare

  1. IS |  22.03.2012 | 18:08 | permalink  

    Wer die Debatte nicht verkürzt führen will, sollte sich mal mit (digitalem) Eigentum im Kapitalismus beschäftigen.

  2. txxx666 |  22.03.2012 | 19:42 | permalink  

    Lächerlich und traurig…
    Dann soll er das Musikmachen doch sein lassen, wenn es ihm keinen Spaß macht.
    Wer Mukke nur wegen der Kohle macht, ist in meine Augen ein armes Würstchen, für dass ich einerseits Mitleid, andererseits Verachtung empfinde.
    http://misanthrope.blogger.de/stories/2026422/

  3. Reinard Schmitz |  22.03.2012 | 21:17 | permalink  

    Geht es eigentlich um’s Prinzip oder um die Höhe der Vergütung? Es kann wirklich nicht darum gehen, kostenlos saugen zu können. Da helfen auch akrobatischsten und abenteuerlichsten Argumente nicht, die dummen gleich gar nicht.

  4. Frank |  23.03.2012 | 11:33 | permalink  

    Gute Idee von dem Regener.
    Gestern kannte Element of Crime nur eine Hand voll Leute. Heute sind es schon viel mehr.
    Bestimmt bringt er bald eine neue CD raus oder geht wieder auf Tour.

  5. Peter (ein Urheber) |  24.03.2012 | 13:42 | permalink  

    @IS @txxx666 @Frank

    Es geht um einen Interessenkonflikt zweier Gruppen von Verwertern. Die einen verdienen daran, die Urheber unter Vertrag zu nehmen, die anderen verdienen an der Verteilung beliebiger, aber eben auch dem Urheberrecht unterliegender Inhalte. Eigentumsverhältnisse sind Gegenstand eines Gesellschafts-Vertrages. Wer eine produktive Kulturlandschaft haben will, muss die Interessen der Urheber gegen BEIDE Gruppen schützen. Dazu gehörte zum Beispiel ein Gesetz, dass die Verwertungsrechte unter allen Umständen nach einigen Jahren wieder an die Schöpfer zurückgibt. Und zwar als nicht veräußerbares Recht. Damit würde der Warencharakter der Werke eingeschränkt, ohne ausufernde Subventionen, Verwaltungsapparate und Verzicht auf Wettbewerb im Kulturmarkt zu etablieren.

  6. Stefan Herwig |  26.03.2012 | 17:16 | permalink  

    @Peter:

    Es gibt da einen Unterschied zwischen diesen beiden Verwertern. Die einen gehen mit den Urhebern einen freiwilligen Vertrag über eine länmgere Zusammenarbeit ein, finanzieren sie und helfen ihnen ihr Material zu vermarkten.

    Die anderen annektieren ohne Einverständnis der Urheber, finanzieren nichtsa und bezahlen auch nicht.

    Warum du die beiden über einen Kamm scheren willst, erschließt sich mir nicht. Warum du geringere Schutzdauern als wichtige regeklung hier einführst auch nicht. Und mit dem Thema oben hat das erst einmal überhaupt nix zu tun.

    Gruß,

    Stefan

  7. Peter (ein Urheber) |  27.03.2012 | 23:51 | permalink  

    @ Stefan Herwig (#6)

    Offenbar ein Missverständnis. Zur Schutzdauer habe ich nichts geschrieben. Mir ging es darum, die Buy-Out-Verträge der Verwerter unmöglich zu machen.
    Wer heute im Journalismus fest angestellt ist, verliert das Verwertungsrecht an seinen Werken (das können zum Beispiel anspruchsvolle Fotos sein) über die Zeit der Anstellung hinaus. Es bleibt beim Verlag. Das ist in meinen Augen schädlich, auch für die Güte des Schaffens.
    Zweiffellos sind die Annektierer schlimmer. Uns gäbe nicht nur Einnahmen, sondern auch ein wunderbares Feedback für die Autoren, wenn die jedesmal nachfragen würden. Das Gesetz, das dazu stärker als heute zwingt, brauchen wir ebenso.

  8. Stefan Herwig |  11.04.2012 | 17:43 | permalink  

    @ Peter:

    Sorry, habe deine Antwort erst jetzt gesehen. Bist du Urheber im Journalistischen Bereich? Den meisten Journalisten, die ich kenne, waren diese Verträge auf Dauer egal, die wollen in erster Linie über die Runden kommen.

    Und die Verlage wollen (meiner Meinung nach) nicht die Texte auf ewig “annektieren”, sondern lediglich eine möglichst große Übereinstimmung von Lizenzverträgen ewrreichen. Wenn sie dann alle Jubeljahre mal eine Jubiläumsausgabe machen, dann soll die Rechteklärung dafür nicht nochmal 6 Monate dauern. Dafür habe ich sogar Verständnis.

    Ist hier jemand aus dem verlagsbereich, der erklären kann, warum die Journalisten dann nach x Jahren nicht doch noch ein Zweitverwertungsrecht eingeräumt bekommebn. Sähe da ehrlich gesagt nicht so das Riesenproblem.

    SH

Sie können Ihren Kommentar mit HTML-Befehlen formatieren.