Springers Coup: Top oder Flop?

Thierry Chervel vom Perlentaucher ist der Meinung, dass das Presse-Leistungsschutzrecht floppen wird. Schon die angekündigte Reform stelle nur noch eine abgespeckte Version dessen dar, was ursprünglich mal gewollt war.

Noch gibt es keinen Referentenentwurf – jedenfalls keinen, der in der Öffentlichkeit kursiert. Noch beruht alles auf Spekulationen. Was die Erregungskurven hochschnellen lässt. Aber ist es vielleicht eine halbe Niederlage, fragt Thierry Chervel:

„Groß ist die Aufregung im Netz über das jetzt doch noch geplante Leistungsschutzrecht für Verleger, das die schwarz-gelbe Koalition noch vor Ablauf der Legislaturperiode formulieren will. So groß, dass die halbe Niederlage der Verleger in den meisten Kommentaren übersehen wird. “Eines haben sie schon mal nicht durchgekriegt”, sagt Matthias Spielkamp von irights.info, einer der besten Experten für das Thema, im Gespräch: “Gewerbliche Nutzer der Zeitungswebsites werden für das Lesen nichts bezahlen müssen.” Denn in der Tat: das war einer der Träume der Lobbyisten. Sie argumentierten, dass Unternehmen wie Siemens oder Daimler ihre Zeitungsabos abbestellen, weil sie die Zeitungen ja jetzt angeblich online lesen können. Die Verleger wollten deshalb die Zeitungswebsites für solche Unternehmen sperren, um für die Freigabe dann kassieren zu können.“