ZDF: Kein Mumm, nirgends

Die Carta-Meldung, es habe sich beim ZDF eine Oppositionsgruppe nach ORF-Vorbild gegründet, hat Ende Januar für Aufsehen gesorgt. Nun haben wir bei der Gruppe „Freiheit für das Zweite“ noch einmal nachgefragt. Die Antworten sind ernüchternd.

Hat Ihre Gruppe „Freiheit für das Zweite“ durch die Veröffentlichung des Protestbriefs neuen Zulauf bekommen?

Es gab einen positiven Rücklauf, ja. Allerdings von ebenfalls anonymen Mailadressen. Aus Sicherheitsgründen wollen wir momentan keine weiteren Veröffentlichungen machen. Beim ZDF stehen Einsparungen an, und wenn herauskommt, wer hinter „Freiheit für das Zweite“ steckt, ist das keine Job-Garantie.

Kritiker des Briefes bemängeln den dünnen Gehalt Ihres Protests. Können Sie inhaltlich nachlegen oder war’s das schon?

Gehen Sie mal davon aus, dass bei einer der nächsten Bundestagswahlen „das Ende des Zweiten“ oder dessen „Stutzung“ gefordert wird. Die BILD-Zeitung wird in den Chor einstimmen, und dann werden auf dem Lerchenberg nur noch diejenigen sitzen, die nie aufgemuckt haben. Und da sollen wir wie Jeanne d’Arc die Flagge der Medien-Revolution vor uns hertragen?

Sie haben nun mal Erwartungen geweckt. Die könnten durch Ihr jetziges Verhalten enttäuscht werden.

Wissen Sie, noch bin ich nicht in der Führungsgruppe, wo meist unter vier Augen Parteidinge besprochen werden. Wenn herauskommt, was ich Ihnen gesagt habe, werde ich nie in diese Gruppe kommen!!!

Manche vermuten, Ihre Aktion sei nur ein Fake gewesen. Wie wollen Sie diesen Verdacht ausräumen?

Natürlich wird im Haus gehofft, dass es nur ein Fake war. Man will uns klein reden, damit die angespannte Stimmung (siehe Theveßen-Mail, die Red.) nicht noch weiter angeheizt wird.

 

P.S. Liebe ZDF-Angsthasen, beim WDR zeigen die Mitarbeiter gerade, wie man sich einmischt.