Redaktion Carta

Was ist dir ein Foto wert?

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Die Fotografenvereinigung Freelens wendet sich gegen das “Feindbild Urheberrecht” und verlangt eine offene Debatte mit den Urhebern – nicht gegen sie.

25.02.2012 | 

Der Dialog zwischen Urhebern und Netznutzern ist ziemlich unterentwickelt und vorurteilsbelastet. „Contentmafia“ und „Raubkopierer“ sind noch die harmlosesten der gegenseitigen Beschimpfungen. Um den Dialog zwischen beiden Gruppen in Gang zu bringen, wird Carta künftig vermehrt Dokumente veröffentlichen, die als Grundlage und Ausgangspunkt für einen Diskurs dienen können.

Heute veröffentlichen wir das frisch verabschiedete Positionspapier der Fotografenvereinigung Freelens zur geplanten Urheberrechtsreform (Freelens organisiert und vertritt rund 2000 zumeist freiberuflich tätige Fotografen). Ihrem Papier vorangestellt haben die Fotografen noch ein paar grundsätzliche Bemerkungen zum gegenwärtigen Konflikt:

 

Fotografen und Urheberrechte

Nach dem Wahlerfolg der Piraten in Berlin am 18.9.2011 verfielen andere Parteien in Panik: Zuerst die Grünen, die Linken und dann auch Teile der CDU. Gemeinsam ist ihnen, dass sie in der Netzpolitik den Piraten nacheifern wollen und dabei mit Schlagworten agieren: Modernisierung des Urheberrechts, Teilhabe der Gesellschaft an den Werken, Freiheit des Netzes, Zugang zu Werken für die Allgemeinheit etc.

Man kann nur vermuten, dass die gegenwärtige Diskussion in den Parteien um Urheberrechte, Schutzfristen etc. alle geschaffenen Werke der Urheber gleich und damit undifferenziert betrachtet. Leider sind alle Papiere der Parteien zu diesen Themen sehr unscharf und auch auf Nachfrage bei den Parteien ist darüber keine Klärung herbeizuführen.

Die Hauptprotagonisten der gegenwärtigen Urheberrechtsdiskussion sind einerseits die Verwerter, die u.a. ein Leistungsschutzrecht fordern und so tun, als säßen sie mit den Urhebern in einem Boot. Dass dem nicht so ist, kann jeder Urheber aus seiner Erfahrung heraus leicht widerlegen – Verleger legen den Urhebern Buyout-Verträge nach dem Motto „Friss oder stirb“ vor und wollen sich damit für kleines Geld alle Rechte an den Werken für alle Zeit sichern. Die viel gerühmte Partnerschaft zwischen Urheber und Verwerter im Interesse z.B. eines Qualitätsjournalismus ist Vergangenheit. Von einer angemessenen Vergütung, wie sie seit 10 Jahren im Urheberrechtsgesetz festgeschrieben ist, sind die Urheber weiter entfernt als je zuvor. Bevor nunmehr weitere Rechte unentgeltlich durch die Urheber vergeben werden sollen, muss zuerst deren wirtschaftliche Situation deutlich verbessert werden. Immer häufiger leben Urheber in prekären Lebensverhältnissen – das kann nicht im Interesse unserer Gesellschaft sein.

Die zweite Hauptgruppe in der gegenwärtigen Diskussion sind die Nutzer, also die Konsumenten, vertreten durch die obigen Parteien sowie durch Aggregatoren wie Google und Facebook. Hier herrscht vor allem das Argument vor, dass das, was tägliche Praxis ist, nämlich das Kopieren und Veröffentlichen von Werken Dritter – ohne deren Genehmigung – eh nicht mehr kontrolliert werden kann und somit frei gegeben werden muss. Argumentiert wird mit dem „Zugang zu Werken“ – in der Realität meinen die Protagonisten aber das Vervielfältigen und Veröffentlichen.

Das Feindbild Urheberrecht, als angebliches Überbleibsel aus der analogen Papierwelt, soll sturmreif geschossen werden – es behindere die „Freiheit“ und nütze nur der „Content-Mafia“.

Es ist erstaunlich, dass man die enteignen will, deren Werke man nutzen will. Das Urheberrecht schafft erst Freiheiten – denn erst dieses ermöglicht es allen Kulturschaffenden, aus ihren Werken eine Ware zu machen und damit am Markt teilhaben zu können. Und die Urheber brauchen den Markt, er stimmt über ihre Werke ab und sorgt für ein, wenn auch geringes, Auskommen. Gäbe es kein Urheberrecht, gäbe es auch keine Werke, jedenfalls nicht solche, die „Nutzer“ heute gerne mittels einer Kulturflatrate verwenden möchten. Warum sollen ausgerechnet Urheber nicht handeln können, wie andere Teilnehmer an der Marktwirtschaft auch?

 

Freelens-Positionspapier zur geplanten Urheberrechtsreform:

Auch Freelens sieht, dass das gegenwärtige Urheberrecht in vielen Punkten schwer zu durchschauen und für die Beteiligten unpraktikabel sein kann. Auch Freelens hat Veränderungswünsche an das Urheberrecht und beteiligt sich gerne an dessen Weiterentwicklung.

Für die Mitglieder des Fotografenverbandes Freelens sind zwei Punkte in der gegenwärtigen Diskussion um eine Reform des Urheberrechtes besonders wichtig:

  • Das Recht des Urhebers auf eine faire Vergütung für die Nutzung (Verwertung) seiner Werke
  • Das Recht des Urhebers, über die Art der Verwendung seiner Werke zu bestimmen

Urheberrechte betreffen eine Vielzahl von kreativen Branchen. So wird Musik von Konsumenten anders erworben als Bilder. Fotografen werden von Verwertern oder Vermittlern wie z.B. Verlagen honoriert, wobei unsere Bilder Teil eines Produkts, wie z.B. einer Zeitung oder einem Webauftritt, werden. Fotografen als Urheber sind also keine Verwerter Ihrer Werke und somit auch nicht Teil der von vielen verhassten Content-Industrie.

Fotografen geht es nicht darum, ein Honorar dafür zu erhalten, dass jemand ihre Bilder nur ansieht, sondern sie wollen angemessen dafür honoriert werden, dass jemand ihre Bilder in Medien verwendet, die dann vom Endverbraucher konsumiert werden.

Im Gegensatz zur Musikbranche sind freie Fotografen üblicherweise aber selbst Inhaber der Rechte an Ihren Werken, sodass eine Honorierung nicht „der Industrie“ zugute kommt, sondern dem „Künstler“ selbst.

 

Faire Vergütung

Wir legen Wert auf eine deutliche Unterscheidung zwischen dem Zugang zu Werken und der Nutzung von Werken. Eine faire Honorierung fordern wir für die Nutzung, also Publizierung, unserer Bilder. Hier greift das derzeitige Urheberrecht, das zwar eine angemessene Vergütung vorsieht, aber diese nicht weiter definiert, nicht ausreichend und es besteht dringender Handlungsbedarf.

Verlage und andere Verwerter sind letztlich nur Vermittler von Bildern und anderen Kulturgütern. Sie schaffen immer neue Produkte (z.B. Inhalte für Smartphones, iPads etc.) und erschließen damit immer neue Märkte. Die Kulturschaffenden werden an den Erträgen aber selten oder sogar meistens gar nicht beteiligt. Während große Verlagsgruppen immer neue Umsatz- und Gewinnrekorde verbuchen, werden Kulturschaffende so schlecht bezahlt wie nie zuvor.

Dank ihrer Macht als Auftraggeber konfrontieren Verlage ihre freien Mitarbeiter mit Verträgen, in denen den Verlagen sehr weitgehende Nutzungen ohne gesonderte oder angemessene Honorierung eingeräumt werden. Vielfach handelt es sich um Buy-Out Verträge, in denen keine bestimmten Nutzungsformen definiert werden, sondern alle Nutzungsrechte übertragen werden. Für die Verlage ist es leicht, die freien Mitarbeiter gegeneinander auszuspielen. „Friss Vogel oder stirb!“ ist die Devise.

Notwenig ist ein Urhebervertragsrecht, das diese Möglichkeiten der Verlage reguliert und die Position der Kulturschaffenden stärkt. Die im Gesetz festgeschriebene, aber nicht angewendete „angemessene Vergütung“ muss auch im Einzelfall durch ein Verbandsklagerecht eingefordert werden können. Gerichte müssen ermächtigt werden, auch eine Inhaltskontrolle von Verlags-Verträgen vornehmen zu können – sie müssen also nicht nur die rechtlichen Rahmenbedingungen prüfen, sondern auch die gezahlten Honorare für Nutzungsrechte auf ihre Angemessenheit überprüfen dürfen.

Die Höhe der Schadensersatzforderung bei nicht genehmigter und nicht honorierter Veröffentlichung muss neu definiert werden. Derzeit bemisst sich der Schaden an der Höhe des Honorars, das der Urheber hätte verlangen können, wen er gefragt worden wäre (Lizenzanalogie). Daraus ergibt sich aber, dass ein Verwender überhaupt kein Risiko eingeht, wenn er vom Urheber keine Nutzungsrechte eingeholt hat und trotzdem z.B. das Foto veröffentlicht.

Grundsätzlich wirken sich geringe Honorare gesamtwirtschaftlich auf die gleiche Art und Weise aus wie geringe Löhne. So ist es also nicht nur aus kulturpolitischen Gründen wichtig, sich für angemessene Vergütungen einzusetzen, sondern auch aus wirtschaftspolitischen Gründen.

 

Kontrolle über die Verwendung von Fotos

Ein Urheber muss eine Nutzung seiner Werke auch ablehnen können, z.B., wenn ein Bild in einem nicht erwünschten Kontext veröffentlicht werden soll oder wenn Rechte Dritter, z.B. Persönlichkeits-, Marken-, oder Urheberrechte berührt werden.

Wir Fotografen als Urheber tragen eine Verantwortung gegenüber fotografierten Personen. Wir wissen um die Rechtslage bei Rechten Dritter und wir müssen und wollen hierfür auch einstehen. Können Fotografen nicht mehr sicherstellen, dass Bilder von Personen nur in einem bestimmten Umfang oder zu einem bestimmten Zweck veröffentlicht werden, ist sicher damit zu rechnen, dass Menschen immer seltener bereit sein werden, sich fotografieren zu lassen. So mag eine Person ihre Zustimmung dazu geben, fotografiert zu werden, wenn das Bild journalistisch mit einem konkreten Bezug verwendet wird, nicht aber, wenn eine werbliche Verwendung oder eine Veröffentlichung in einem anderen Zusammenhang möglich ist.

Nach den Vorstellungen der o.a. Parteien wäre es, z.B. mit einer Kulturflatrate oder einer Verkürzung oder Abschaffung der Schutzfrist möglich, dass ein noch aktuelles Foto von einer Kinderhochzeit, das in Afghanistan fotografiert wurde, auf der privaten Internet-Seite eines Neonazis seine Ausländerfeindlichkeit bebildert.

 

Zu den wesentlichen Schlagworten, die aktuell in der Urheberrechtsdebatte auftauchen, geben wir nachfolgend einige Antworten:

1. Zugang zu Werken / Privatkopie

Für Fotografen ist es grundsätzlich wichtig, dass ihre Bilder gesehen werden. So publizieren viele Kollegen Bilder in Portfolios auf ihrer Website. Diese können i.d.R. von jedermann jederzeit kostenfrei angesehen werden – allein in Deutschland sind Milliarden Fotos, sei es von Amateuren oder Profis, frei ansehbar. Auch können Bilder in den meisten Online-Bildarchiven ohne Registrierung angesehen werden. Der Zugang zu den Werken ist somit schon heute gegeben. Die Verwendung von Bildern in Form einer „Privatkopie“, die nur im privaten Umfeld genutzt und nicht publiziert wird, ist schon jetzt gestattet. Noch nie war der Zugang zu Werken so umfänglich und einfach wie heute.

2. Kulturflatrate

Von einigen Politikern wird eine sogenannte Kulturflatrate gefordert, um Nutzern die Verwendung von Werken ohne individuelle Genehmigung und Bezahlung zu ermöglichen. Wie diese Kulturflatrate, die von jedem Bürger gezahlt werden soll, den einzelnen Kulturschaffenden zugute kommen soll und nach welchen Kriterien sie ausgeschüttet werden soll, ist bis jetzt völlig ungeklärt.

Bei unserer Ablehnung der Kulturflatrate steht dies das aber nicht im Vordergrund. Entscheidend ist vielmehr, dass der Nutzer Bilder ohne jede Kontrolle durch den Urheber publizieren kann. Einer pauschalen Freigabe der Verwendung können wir aus den oben beschriebenen Gründen auf keinen Fall zustimmen.

3. Erleichterung von Bildnutzungen im Bildungsbereich

Für die klar abgegrenzte Nutzergruppe „Bildungsbereich“ (für die schon weitgehende Schrankenregelungen existieren), also Schulen, Hochschulen, Universitäten, Volkshochschulen und andere staatliche Bildungsinstitutionen können wir uns eine Erleichterung des Zugangs für die Nutzung von Fotos sehr gut vorstellen und erwarten von diesen Institutionen und deren Vertretern Vorschläge zur Nutzung und der Honorierung.

4. Erleichterung der Publikation von Bildern durch Privatpersonen oder andere Gruppen

Für Privatnutzer oder andere Gruppen wie gemeinnützige Vereine oder NGOs können wir uns Erleichterungen wie im Bildungsbereich nicht vorstellen. Dies ist mit der gleichen Problematik begründet wie die Ablehnung der Kulturflatrate: Eine Kontrolle der Verwendung ist für den Urheber nicht möglich – hier würden massiv Persönlichkeitsrechte verletzt werden.

In der Praxis werden Anfragen von Privatleuten, kleinen Vereinen und ähnlichen schon jetzt sehr großzügig gehandhabt. Dem Motto „Fragen kostet nichts“ folgend, fragen viele Menschen einfach bei dem Fotografen an, ob sie ein Bild für einen bestimmten Zweck nutzen dürfen. Durch den Urhebernachweis und das Internet kann der Kontakt zum Urheber leicht hergestellt werden. Darüber hinaus sind Privatnutzer schon heute in der Lage, sich Bilder als Illustrationen sehr preiswert und einfach bei sogenannten Microstock-Bildagenturen zu beschaffen – der Preis pro Foto beträgt dort durchschnittlich 50 Cent.

Die Überlegung vieler Politiker, die Rechtslage dem Verhalten von Nutzern anzupassen, ist sicher nicht der richtige Weg. Wenn es, dank der technischen Möglichkeiten in einer digitalen Welt, heute sehr einfach ist, Bilder ohne Erlaubnis und Honorierung zu nutzen, kann es keine Lösung sein, diese illegale Nutzung zu legalisieren. Das Fahren ohne Fahrschein mit öffentlichen Verkehrsmitteln wird – trotz Problemen bei der Strafverfolgung – ja auch nicht z.B. durch die freie Nutzung des ÖPNV legalisiert. Mangelndes Unrechtsbewusstsein kann kein Grund sein, das Recht abzuschaffen.

5. Fair Use Prinzip

Das sogenannte Fair Use Prinzip halten wir aus den bereits genannten Gründen nicht für praktikabel. Fair Use lässt sich derzeit, auch als Rechtsbegriff, nicht klar definieren und fordert geradezu langwierige gerichtliche Auseinandersetzungen heraus – wie Beispiele in den USA zeigen.

6. CC-Lizenzen

CC-Lizenzen sind ein sinnvolles Mittel, um Nutzungsrechte in bestimmter Form freizugeben. Wir befürworten diesen bereits funktionierenden Standard, sehen aber darüber hinaus keinen Handlungsbedarf.

7. Veränderung von Schutzfristen

Eine Verkürzung oder gar Abschaffung der Schutzfristen, wie von einigen politischen Akteuren gefordert, würde ein massives Problem für die Urheber darstellen. Ist die Schutzfrist für ein Werk abgelaufen, kann es von jedermann ohne Einverständnis und Honorierung des Urhebers genutzt werden. Somit bedeutet das Ende der Schutzfrist für den Urheber das Ende der wirtschaftlichen Nutzbarkeit und das Ende der Kontrolle über die Verwendung des Werkes.

In wirtschaftlicher Hinsicht wollen wir, wie jede andere Berufsgruppe auch, Erarbeitetes auch an unsere Nachfahren weitergeben können. Bei uns ist das kein materielles Gut, wie die landwirtschaftliche Nutzfläche oder der Viehbestand eines Bauern, sondern es sind die Nutzungsrechte für Bilder. Niemand käme auf die Idee, dass der Grundbesitz eines Bauern nach dessen Tod nicht an seine Erben weitergegeben werden kann, sondern der Allgemeinheit zur Verfügung gestellt wird.

Aus dieser Sicht mutet es schon seltsam an, dass die Schutzfristen überhaupt begrenzt sind, während materieller Besitz ganz selbstverständlich ohne zeitliche Beschränkung an die Nachfolger weitergegeben wird.

Im Gegensatz zu Schutzrechten bei Patenten behindern Schutzfristen bei Bildwerken nicht die Entwicklung oder den Wettbewerb. Tatsächlich befördern Schutzfristen bei Bildwerken den Wettbewerb, da ältere Werke nicht frei verfügbar sind, sondern ebenfalls honoriert werden müssen. Es wird also für die Wettbewerbsgleichheit zwischen alten und neuen Werken gesorgt.

Bei der Verkürzung von Schutzrechten muss auch beachtet werden, dass Rechte Dritter durchaus weiter bestehen, aber nicht mehr durch verantwortungsvollen Umgang durch den Urheber vor missbräuchlicher Nutzung geschützt sind. Wenn angestrebt wird, die Schutzfrist nach dem Tod des Urhebers enden zu lassen, muss bedacht werden, dass die letzten Bilder zu diesem Zeitpunkt erst einige Tage alt sein können. Wir treffen hier also wieder auf die gleiche Problematik, wie sie bei der Kulturflatrate beschrieben wurde: Es muss auch nach dem Tod des Urhebers möglich sein die Verwendung der Werke zu kontrollieren.

8. Abmahnungen

Für Urheber muss es möglich sein, sich gegen nicht erlaubte oder missbräuchliche Verwendung ihrer Werke wehren zu können. Grundsätzlich sind Abmahnungen ein guter, weil unkomplizierter, schneller und für beide Seiten kostengünstiger Weg, dies zu tun. Das Verfahren schützt auch die Gerichte vor einer großen Zahl von Verfahren. Dass dies zum Teil von spezialisierten Anwaltskanzleien im großen Stil mit unverhältnismäßigen Gebühren übernommen wird, ist weder für die Urheber noch für die Juristen eine wünschenswerte Situation.

9. Vergriffene Werke

Hier sehen wir keinen Handlungsbedarf. Die Urheber und Inhaber der Nutzungsrechte an vergriffenen Werken sind bekannt – man kann von ihnen eine Lizenz erwerben, um das vergriffene Werk neu aufzulegen.

10. Verwaiste Werke

Die Einholung von Lizenzen an verwaisten Werken sollte in die Hand der Verwertungsgesellschaften gelegt werden. Diese haben, unter Mitwirkung der dort vertretenen Urheber, bereits praktikable Vorschläge gemacht, die in das Urhebergesetz einfließen können.

11. Verwertungsgesellschaften

Wir wehren uns dagegen, dass von Teilen der Politik Verwertungsgesellschaften als „undemokratisch“ bezeichnet werden. Die für Fotografen zuständige VG Bild-Kunst – und nur über diese können wir sprechen – erfüllt ihre Aufgabe unter vollständiger Transparenz, geleitet und kontrolliert von Urhebern und deren Vertretern. Neben der Verteilung der Nutzungsabgaben an die Urheber werden vielfältige soziale und kulturelle Aufgaben wahrgenommen – alles unter Kontrolle der Urheber selbst. Ohne das Prinzip der Verwertungsgesellschaften wäre die Teilhabe der Gesellschaft an Werken der Urheber auf einfache, legale und preiswerte Art nicht möglich und würde massiv kriminalisiert werden. Wir fordern „die Politik“ hier auf, Diffamierungen zu unterlassen und sich selbst ein Bild in einer Verwaltungsratsitzung oder Mitgliederversammlung einer Verwertungsgesellschaft zu machen.

 

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42 Kommentare

  1. Jan Dark |  25.02.2012 | 19:06 | permalink  

    Ich will da gerne meine Meinung zu sagen.

    Der Begriff “geistiges Eigentum” führt die Irre. Eigentum kann man an einer Sache gewinnen. Bei Fotos geht es nicht um die Sache, sondern um die Kopien der immaterieller Güter.

    Das bisherige Urheberrecht ist im Internet nur mit dem Polizeistaat zu errreichen, wie der Abmahnwahn zeigt. Das hat das Urheberrecht mit der Atomenergie gemeinsam. Die Atomkraftwerke werden jetzt abgeschafft, obwohl die Urheber davon das nicht wollen. Ein Recht das sich nicht umsetzen lässt, ist kein Recht, sondern Unrecht. Wie man am Abmahnwahn sieht.

    Das bisherige Urheberrecht sieht (bis hin für Pillepalle) Zahlung ohne Leistung vor. Die Vergütung wird nicht nach dem Aufwand und einem angemessenen Gewinn gemacht, wie bei Sachen im Eigentumsrecht, sondern nach Nutzung. Wollen wir wirklich, dass Taxifahrer, die eine besonders kreative Wegfindung vorlegen, nach der Schöpfungshöhe des Werkes am Nutzen des Kunden beteiligt werden? Für einen Millionendeal, zu dem man gefahren wird, gibt’s dann 1.000 Euro, wenn man einen Hartz4-Empfänger den gleichen Weg zum Arzt fährt nur 3€? So ungefähr funktioniert unser Urheberrecht heute. Wollen wir das wirklich übertragen auf eine Wissens- und Dienstleistungsgesellschaft?

    Schulen und Hochschulen: Für öffentliche Schulen muss das bisherige UrhG endlich durchgesetzt werden: Wenn beamtete Lehrer ein Werk herstellen und das amtlicher Zulassung bedarf, dann ist das ein urheberrechtsfreies Werk nach §5 UrhG. Der Vorschlag der Verlage, Lehrer und Schülern auf Rechner auszupionieren wie die möglicherweise Kriminellen von BKA und LKAS, die auf unsere Gesetze scheissen, wie wir von BfDI lernen durften ist eine bodenlose Dreistigkeit.

    Das kann man fortsetzen. Aber ich denke wir müssen die Vergütung für die Erstellung eines Werkes von der Nutzung trennen. Wir wir das bei ÖRR auch haben.

    Ich denke, wir werden einfach umdenken müssen: wer etwas im Internet für jedermann zugänglich veröffentlicht, gibt es damit für jedermann frei, wie es faktisch ja ist. Abmahnungen sind dann überflüssig.

    Wenn jemand für Öffentlich-Rechtliche Rundfunkstalten fotografiert, kann er sich die Erstellung des Werkes vergüten lassen: als Angestellter oder freier Mitarbeiter.

    Wenn jemand für eine Zeitung fotografiert, muss er von der vergütet werden.

    Wenn jemand selbständig fotografieren will, kann er Crowdfunding machen, Micropayment haben in den letzten 15 Jahren im Internet gezeigt, dass sie sich nicht durchsetzen.

    Wir können auch überlegen, wie die von usn allen subventionierten gemeinnützigen Stiftungen zur Finanzierung herangezogen werden können.

    Wir können auch weiter Steuern über Verwertungsgesellschaften umverteilen, wie wir das z.B. bei der VG Wort machen, wo Autoren nach Abruf im Internet vergütet werden, und die Steuern dafür aus Geräteabgaben erheben.

    Für verwaiste Werke sollten gar keine Lizenzen erteilt werden. Wofür? Von der Leistung von Toten schmarotzen?

    Die Schutzfristen für Papier und andere materielle Träger sollten deutlich verkürzt werden. Im Internet sollen sie entfallen. Wer im Internet sein Werk veröffentlicht, gibt es frei.

    CC-Lizenzen sind ein möglicher Weg. Aber sie sollten klarer gemacht werden. Wenn ich in Wikipedia nach Lizenz zur Nennung des Namens des Urhebers gezwungen werden, der diesen aber preisgibt, sondern unter Pseudonym veröffentlicht, ist das dumm. Da ist Gemeinfreiheit besser.

    Zur Kulturflatrate denke ich, sollten wir einen Piloten mit staatlichen Mitteln machen. Die Frage der Vergütungshöhe ist schwierig. Für Künstler, die noch keinen Markt haben, sollte ähnlich wie bei der Filmförderung es möglich sein, dass wir gesellschaftlich den Markteintritt anschubsen, um gegen Hollywood bestehen zu können. Schwierig wird es aber bei den Künstlern, denen es an Schöpfungshöhe mangelt. Da müssen wir uns was überlegen.

    Die Exklusion von Privaten und NGOs von der Neuordnung des “Urheberrechts” halte ich für skandalös. ich habe trotzdem meine Gedanken zur Reform aufgeschrieben. Und ich nehme noch Wetten an :-) Ich danke für den Dialog.

  2. vera |  25.02.2012 | 20:28 | permalink  

    Heike Rost hat eine ausführliche Linkliste zum Thema, außerdem gibt es auf ihrem Blog einige interessante Diskussionen.

  3. vera |  25.02.2012 | 20:35 | permalink  

    @Jan Dark
    Dialog mit dir ist einigemaßen schwierig, weil du sehr absolut bist. Positionen wie “wer etwas im Internet für jedermann zugänglich veröffentlicht, gibt es damit für jedermann frei” würgen jede Diskussion zuverlässig ab.

    Die verschiedenen Urheberschaften bedingen unterschiedliche Verwertungsrechte. Alles andere ist von anderen schon gesagt.

  4. Jan Dark |  25.02.2012 | 21:07 | permalink  

    @vera
    “Für Privatnutzer oder andere Gruppen wie gemeinnützige Vereine oder NGOs können wir uns Erleichterungen wie im Bildungsbereich nicht vorstellen. ”

    Ich habe mich an den Diskussionstil hier angepasst. War das falsch?

  5. nk |  25.02.2012 | 23:32 | permalink  

    Um den Titel mit einer Gegenfrage zu beantworten: Was sind Dir die zig Kommentare, Tweets, Foren-Hilfebeiträge, Wikikorrekturen etc. wert, die ich täglich unentgeltlich ins Netz eintrage?

    Ich glaube es gibt Probleme, die im Alltag nicht lösbar sind. Man kann wie Jan Dark argumentieren (die Ansicht finde ich nicht so abwegig), muss sich dann aber fragen, was passiert, wenn die Werke eines Künstlers von jemandem „befreit werden“, der keine VÖ-Rechte daran hatte.

    Ein weiterer Punkt: „Für Fotografen ist es grundsätzlich wichtig, dass ihre Bilder gesehen werden.“ Und wie geschieht das im großen Rahmen? Google Bildersuche, Flickr etc. zeigen diese Bilder an. Das sind aber alles kommerzielle Dienste.
    a) Will der Fotograf denen jetzt Sonderrechte einräumen und lassen sich Dienste auf so eine Regelung ein? Was ist mit Konkurrenzdiensten (Stichwort Monopolstellung). Was ist, wenn Google durch die Werke (indirekt) Geld verdient (z.B. mit Werbung über den Traffic)
    b) Erfüllt ein Link/ein Einbinden von Flickr, Youtube… den Tatbestand der Nutzung? Warum? Schließlich stellen diese Dienste APIs für genau diesen Zweck bereit.
    c) Wie ist dieses Mißverhältnis der Nutzungsrechte zu argumentieren?
    Alternative: Fotografen stellen nach wie vor in (Realwelt-)Galerien aus, mit Fotografieverbot, Reproduktionen kann man im Katalog oder auf Postkarte kaufen und die Nutzung lässt sich wunderbar auf „nur angucken“ einschränken.

    Digitalgut ist kopierbar. Das per Gesetz unterbinden zu wollen, ist realitätsfern und wird den Lauf der Dinge nicht aufhalten.

    „Schutzfristen“ – Ich habe es schon anderswo geschrieben: Mir erscheint es unfair, wenn ein Künstler sich auf einem einmal geschaffenen Werk ausruht, während alle Produkte in der Welt einem Wertverfall unterliegen. Viel wichtiger ist die Problematik, dass Schutzfristen immer in Verbindung mit Reproduktion und Inhaltsschutz wirken. So verständlich der Wunsch nach Schutz der geistigen Schöpfung auch sein mag, praktisch bedeutet ein Urheberrecht auch immer die Einschränkung (bis zum Verbot) der Nachnutzung einer Idee, Erkenntnis, Ausarbeitung. Jedes geschützte Werk schränkt andere Künstler, Kreative und Schöpfer in ihrer freien Entfaltung ein. Ein rechtlicher Schutz wirkt unabhängig, ob jemand eine gleiche Idee hat, eine identische Tonfolge komponiert oder ein bestehendes Werk als Inspiration benutzt.

    Wenn Kultur einen hohen Stellenwert in unserer Gesellschaft behalten möchte (und sich nicht die eigene Lebensgrundlage entziehen will), dann sollte sie offen mit Ihren Konsumenten umgehen und sie nicht als Markt betrachten oder Konsumenten kriminalisieren. Kultur ist etwas, was sich eine Gesellschaft leistet, Lebensgrundlage ist sie nicht. Im Zweifel kauft man eben doch ein Wurstbrot, statt ein Foto, um den eigenen Blogbeitrag zu schmücken.

  6. recipient |  26.02.2012 | 00:53 | permalink  

    „Jedes geschützte Werk schränkt andere Künstler, Kreative und Schöpfer in ihrer freien Entfaltung ein.“

    Ich finde es rührend, dass sich so viele Menschen für die Belange der Kulturschaffenden einsetzen. Und alle wollen nur deren Bestes …

  7. Peter |  26.02.2012 | 02:07 | permalink  

    @Jan Dark (#1) und nk (#5)

    Eigentum beschreibt immer ein Verhältnis zwischen Menschen, vermittelt durch eine Sache. Wovon ihr redet, meint Besitz im Sinne von Verfügungsgewalt.
    Es geht um dieses Verhältnis zwischen Menschen und um Prozesse, zum Beispiel den des künstlerischen oder auch journalistischen Schaffens. Das fotografische Schaffen kann das eine wie auch das andere sein und ist oft beides zugleich. Und wenn wir zum Beispiel dem Fotografen erlauben, mit einer extrem teuren Ausrüstung, Jahrzehnten Berufserfahrung, Engagement manchmal bis zum Einsatz der Lebens und mit Talent oder gar Meisterschaft, auch morgen noch Werke zu schaffen, dann führt der Begriff „geistiges Eigentum“ eben nicht in die Irre. Oder sind vielleicht nur noch einseitig gefärbte Auftragsarbeit und dummes Amateur-Geknipse gewünscht? Weil ja die Gefahr besteht, das ein Künstler sich auf einem einmal geschaffenen Werk ausruht ? Und es auch für den Amateur nicht mehr lohnt, besseres zu schaffen, weil ja jeder ganz für nass damit machen kann, was er will?
    Weil wir illegale Müllentsorgung so schlecht kontrollieren können, muss sie nun unbedingt legalisiert werden?
    Dabei ist doch die Sache ganz einfach. Wofür braucht jemand den Datensatz von einem Foto? Um es privat zu verschicken, ok, kein Problem! Von mir aus auch über eine Filesharing-Börse. Dann verschickt er eben einen kryptischen Link. Aber so wie er das Bild veröffentlicht im Sinne von einem größeren Personenkreis einfach zugänglich machen, muss er a) den Autor fragen, weil es sein kann, dass dem der Kontext nicht passt, weil er sein Werk entstellt und b) ihm ein angemessenes Honorar zahlen. Und wenn der Autor auf diese Weise zehn Mal mit demselben Werk Geld verdient, ruht er sich nicht etwas aus, sondern hat etwas Besonderes geschaffen. Genau das ist der Zweck der Übung.
    Offenbar ist das Interesse an den Werken ja wohl doch recht groß. Sonst würde man nicht so laut nach deren „Befreiung“ rufen. Und das sogar aus dem Munde von Leuten, die nicht in der Lage sind, die Prozesshaftigkeit des Ganzen zu begreifen.

  8. Jan Dark |  26.02.2012 | 02:49 | permalink  

    @Peter
    Ich höre auf Deinen Worten eine leichte Arroganz. Sie es aus der Sicht des Nutzers. Manche brauchen ein Bild. Vielleicht ist es ihnen egal, ob es mit einer teuren Kamera oder mit einem iPhone geknipst wurde. Ich brauchte zum Beispiel eines heute von dem Gemälde “Der Turmbau zu Babel” von 1536 von Pieter Brueghel dem Älteren. Dabei war mir völlig egal, wer das Bild gemacht hat. Die Wikimedia Foundation ist der Meinung, dass originalgetreue Reproduktionen gemeinfrei sind. Also habe ich es genommen. Für einen Artikel, von dem ich weiss, dass ich ihn nach seiner Veröffentlichung nicht mehr kontrollieren kann.

    Wenn ich Deinen Gedanken nehme und auf das Markenrecht ausdehne, dann möchtest Du, dass die Firma Apple mitbestimmen darf, in welchem Kontext ich ihr iPhone benutzen darf, um ihr ästhetisches Empfinden als Rechteinhaber des Designs nicht zu verletzen. Ja, kann man fordern (Meinungsfreiheit). Wird aber keiner einräumen.

    Es gibt kein Eigentum eo ipso. Eigentum ist ein Konzept. So wie es Dir vorschwebt, geht es nicht ohne Staat (Alternative wäre noch Faustrecht, wenn Du Dein Recht selber durchsetzen willst). Wenn man veröffentlicht, muss man sich an die Spielregeln halten, die die Gemeinschaft verabredet hat. Nicht was man selbst für hübsch hält. So haben wir im Grundgesetz eingeräumt, dass du veröffentlichen darfst. Selbst wenn alle deine Rezipienten Dein Werk Scheiße und abstoßend finden, obwohl Du von göttlicher Ästhetik überzeugt bist.

    Aber das Konzept des “Geistigen Eigentums” bei dem man erst vor kurzem das Eigentumsrecht des Römischen Rechtes unpassend vergewaltigt hat, ist im digitalen Raum nicht tragfähig,. Man kann die Augen schließen, aber es funktioniert nicht. Weil das Konzept des geistigen Eigentums Scheiße ist.

    Sieh Dir Michelangelo an. Hast Du mal versucht, die Kopien in Florenz seines Davids zu zählen? Eine steht im Museum, eine an den Uffizien, eine oben auf dem Parkplatz neben der Villa. Damals gab es die Irrlehre vom geistigen Eigentum nicht. Geistiges Eigentum ist heute der Versuch, leistungslos Geld zu verdienen. Das hat die Wall Street auch versucht und das Finanzsystem ist zusammengebrochen.

    Der Aufwand für Leistung muss angemessen entschädigt werden, bei guter Leistung auch ein toller Gewinn. Aber leistungslos Geld verdienen passt nicht mehr in eine Wissens- und Dienstleistungsgesellschaft. Das ging vielleicht noch im 19. Jahrhundert gut, als es Dampflokomotiven gab. Aber die gibt es nicht mehr. Und das leistungslose Geldverdienen der Heizer, die sinnlos auf E-Loks mitfuhren, wurden auch abgeschafft. Da ist bitter, aber das ist so. (Ich könnte auch noch die Kohlenbergleute nennen, die aufgrund unserer Sorge um das Weltklima auch um ihren Job gebracht wurden).

    Wenn man mit Fotografieren Geld verdienen will (also etwas mehr als nur nur Künstler zu sein), muss man sich was anderes überlegen als für digitale Kopien Geld zu wollen. Weil es nicht funktioniert und anachronistisch ist. Wer sich vor der Beantwortung der Frage drückt, macht genauso einen schlechten Job, wie die Zeitungen, die noch immer nach 25 Jahren Internet in Deutschland kein passendes Geschäftsmodell gefunden haben und nach und nach zugrunde gehen, insbesondere weil mehr und mehr Werbetöpfe zu Google und Facebook wandern, weswegen ja ARD und ZDF auch so gerne Hetze gegen Facebook senden und sich den Datenkrakeeler (Siehe brandeins) aus Kiel mieten.

    Dein Verhältnis zu Amateurfotografen könntest Du vielleicht überdenken: Deine Attitüde wird vielleicht nicht von allen geschätzt. Auch wird mit Pornografie wesentlich mehr Geld verdient als mit den hochwertigen Fotos von Helmut Newton. Und es geht hier nur um Geld.

  9. Miteinander statt gegeneinander – DENKDING |  26.02.2012 | 10:44 | permalink  

    [...] bei CARTA stellt die Fotografenvereinigung freelens ihre Position vor, und neben sehr vielen sehr guten und [...]

  10. Peter böser Urheber |  26.02.2012 | 11:46 | permalink  

    @Jan Dark (#8)

    In meinem Kommentar sind Arten des legalen und kostenlosen digitalen Kopierens ausdrücklich eingeschlossen. Da steht nirgendwo, ich wolle jemandem für digitales Kopieren automatisch Geld zusprechen. Man kann auch sagen: Die Privatkopie ist frei.

    Ich sprach ganz klar von Veröffentlichen und habe auch versucht, diesen Vorgang zu definieren. Vielleicht ist es schwierig, Grenzen zu ziehen. Aber es ist nicht unmöglich.

    Das iPhone ist eigens dafür konzipiert, damit möglichst überall telefonieren zu können, auch im Puff. Auch das gehörte zur Absprache mit den Designer, bevor überhaupt das erste auf dem Markt kam. Dein Vergleich ist vollkommen daneben.

    Was das Geld-Verdienen mit Pornografie mit der Sache zu tun hat, kannst Du vermutlich nur dir selbst beantworten.

    Mein Verhältnis zu Amateur-Fotografen ist vollkommen in Ordnung. Ich sprach vom dummen Amateur-Geknipse, weil es sich auch für den Amateur nicht mehr lohnt, besseres zu schaffen, wenn deine Vorstellungen Wahrheit werden. Ich habe nicht geschrieben, dass Amateure nur dummes Geknipse zu Stande zu bringen.

    Warum würde es in dem Fall für den Amateur nicht mehr lohnen? Weil nicht mehr ihm die Anerkennung zukommt (Namensnennung, Honorar), sondern zum Beispiel dem Blogbetreiber, der ja ach so kreativ und schöperisch und genial aus all dem so super frei verfügbaren Material das für ihn am besten geeignete herausgesucht hat. Eine Nachfrage beim Schöpfer wäre da ja nur lästig. Kostet ja Zeit. Und dann will der vielleicht auch noch ein Honorar haben! Gott bewahre! Der kann ja schon Danke sagen, dass ich sein Material überhaupt verwende, nicht? Das bringt ihm ja vielleicht Eintritt zahlende Besucher in einer Ausstellung, falls er gerade eine hat. Oder einen neuen zahlenden Auftraggeber. Oder auch nicht. Denn der könnte ja genauso denken wie @ Jan Dark.

    Und da wären wir auch schon bei Deiner ganz konkreten Interessenlage, die Dich zu deinen Kommentaren treibt. Da bist Du kein Deut besser, als die sogenannte “Content-Mafia”. Auch die wollen dem Urheber möglichst wenig oder nichts geben und selbst verdienen oder wenigstens glänzen.

    Aber die haben wenigstens eines begriffen: Wenn kein Gesetz mehr gilt, gibt es auch kein professionelles Schaffen mehr. Ist es das, was Du anstrebst?

  11. Jan Dark |  26.02.2012 | 13:09 | permalink  

    “Was das Geld-Verdienen mit Pornografie mit der Sache zu tun hat, kannst Du vermutlich nur dir selbst beantworten. ”

    Deine Arroganz ist unsachlich. Es geht hier nicht um die Frage Deines persönlichen Geschmacks, ob Du Dein Geknipse für Kunst hältst, andere dagegen für dumm, ob Du Abbildungen von Kopulationen für Kunst hältst oder im Puff telefonierst, sondern um die Frage des Urheberrechtes. Da solltest Du Dich einfach mal sachkundig machen, statt polemisch Deine Arroganz zu versprühen und der rationalen Diskussion zu schaden. Zum Beispiel hier:

    “Schützt das Urheberrecht auch Pornografie?”
    http://www.heise.de/newsticker/meldung/Schuetzt-das-Urheberrecht-auch-Pornografie-1429744.html

    Melde Dich wieder, wenn Du Dich mit dem Thema vertraut gemacht hast.

    Ansonsten ist es auch maßlose Überheblichkeit, dass man wegen eines dämlichen Fotos gefragt und erwähnt werden will, was man Millionen anderen Menschen nicht zustehen will. Oder erwähnst Du etwa ständig die Leute, die dir die Software für den Blog hier geschrieben haben und fragst sie, ob Du Deinen arroganten Text in ihre schöne Software eingeben darfst? Ob es nicht eine Beleidigung für solche brillante Software ist, durch unwürdige Texte missbraucht zu werden? Du fröhnst entrückter Weltfremdheit. Wie die Kopisten im späten Mittelalter, die entsetzt sich dagegen wehrten, dass ihre Buchkopierer-Kunst durch Durckmaschinen ersetzt wurde.

  12. Peter böser Urheber |  26.02.2012 | 14:28 | permalink  

    @Jan Dark

    mühselig, hier noch mal auf alle Details in Deinem Text einzugehen.

    Nur drei Fragen:

    Wenn ich ein Porträt von einem indischen Mädchen auf meiner Website zeige und nicht möchte, dass dieses Bild auch von einem fremdenfeindlichen Blog (soll es es geben) benutzt wird, bin ich dann arrogant? unsachlich? Oder willst Du mir vielleicht verbieten, eben dieses Bild in dem von mir gewünschten Rahmen überhaupt zu publizieren, nur weil es technisch einfach möglich ist, das Bild zu kopieren?

    Was bitte gestehe ich Millionen anderen Menschen nicht zu? Aus welcher Stelle in meinen Texten entnimmst Du diese These, ich würde anderen etwas nicht zugestehen?

    Die Software für diesen Blog hier ist genau für den Zweck geschrieben. So, wie ich sie hier nutze und wie viele andere sie hier nutzen, entspricht es der Intention der Schöpfer. Ob man Geld bezahlen muss oder nicht und wenn ja für Zusatzleistungen, Teilleistungen oder alles und wer an welcher Stelle erwähnt werden muss, haben die festgelegt. Man kann auch etwas unter CC-Lizenz stellen. Aber das ist eine Entscheidung des Autoren, nicht des Nutzers. Was dagegen?

  13. Jan Dark |  26.02.2012 | 14:57 | permalink  

    Ich glaube Du bist wirklich arrogant und weltfremd.
    Wenn mit der Blogsoftware bei der NSU fremdenfeindlicher Hasspropaganda gebloggt werden soll, um die nächsten Nazi-Morde vorzubereiten im Schutz der staatlichen Behörden, dann sagst Du auch, dafür ist sie doch da? Und der Urheber hat bei Software kein Recht dagegen vorzugehen, nur Fotografen? Hallo?

    Gerne nimm ich das Beispiel der indischen Hungerleider. Du nimmst Dir heraus, sie kostenlos zu fotografieren. Sie hat kein Recht am eigenen Bild, weil sie eine Person öffentlichen Interesses ist, weil in Indien es ein politisches Problem ist, Hunger zu haben. Du nennst ihren Namen nicht und Du lässt sie nicht an deinen Einnahmen teilhaben. Du beutest Sie aus, und wenn du sie mit einer Maschine geknipst hat, claimst Du dafür das Urheberrecht und lässt Dich von allen Presseagenturen der Welt dafür wie eine Hure bezahlen, das Du ohne schöpferische Höhe ihr Elend verbreitest. Personen zu einem öffentlichen Gut machen, aber ihr mechanisches Abbild zu einer Geldquelle des Maschinenfahrers machen: Das ist so moralisch entartet, wie Pharmaunternehmen, die von Deinem Körper Proben nehmen und Deine Gene patentieren lassen und Du musst Lizenzgebühren zahlen, wenn Du Deine Gene nutzen willst (in Form von Medizin).

    Ich gebe Dir noch ein Beispiel: nimm eine wunderschöne Brücke, die in landschaftlich reizvoller Lage liegt und wunderschön aussieht. Wenn Du sieh fotografierst nennst Du mitnichten den Namen des Architekten, du nennst nicht die großen Erfinder mit hoher Schöpfungshöhe, die mit ihren Ideen dazu beigetragen haben, dass man solche fantastischen Bauwerke sicher bauen und betrieben kann. Du zollst keine Respekt, keine Anerkennung, du zahlst nichts. Du fragst nicht die Künstler, ob du unwürdiger sie sehen darfst. Nein, du nimmst selbstverständlich Dir heraus, dass Du Kopien von diesem veröffentlichten Werk machen kannst mit deiner Maschine, deren Wirkungsweise du nicht mal verstehen musst (anders als der, der die Brücke baut). Und dann rennst Du rum, und forderst, dass für deine maschinelle Kopie eines Kunstwerkes, dir schöpferische Höhe zugesprochen wird, für das Du Geld bis ans Ende aller Tage haben willst.

    Das ist nicht nur arrogant, sondern zynisch, brutal und weltfremd: von anderer Leuts Kunst kopierend schmarotzen und nur sich selbst als Künstler anerkennen wollen. Ich denke wir haben jetzt die Sinnlosigkeit der Kopierverbotsforderung von veröffentlichten Fotos, die Kopien veröffentlichter Kunst oder Profanität genügend herausgearbeitet.

    Es sei denn, Du machst eine Vorschlag, wie Du in Zukunft die Künstler anerkennen willst, die du mit deiner Kamera fotomechanisch kopierst. Der Brückenarchitekt als CC-Lizenzgeber mitten auf dem Foto? Du machst Dich lächerlich.

    Ich danke für das offene Gespräch.

  14. Jan Dark |  26.02.2012 | 15:07 | permalink  

    Hier ein Beispiel für den Blödsinn:
    http://de.structurae.de/photos/index.cfm?JS=60601
    Kein Hinweis auf den Architekten, kein Hinweis auf die Küstler, die an der Theorie der Brücke mitgewirkt haben. Keine Anerkennung, keine Schuttzgeldzahlung. Aber Copyright claimen für eine veröffentlichte fotomechanische Kopie der öffentlichen Realität. Absurd.

  15. danilo |  26.02.2012 | 15:21 | permalink  

    Harte Worte, die Jan da bringt. Aber nicht so abwegig.

    Zum Thema Schöpfungshöhe und Recht am Motiv: http://www.heise.de/foto/artikel/Urteil-Wie-das-Bild-eines-roten-Busses-das-Urheberrecht-verletzt-1423127.html

  16. Peter böser Urheber |  26.02.2012 | 15:21 | permalink  

    @Jan Dark

    Wo bitte habe ich geschrieben, das indische Mädchen würde nicht gefragt und bekäme kein Geld? Von einer “Kopierverbotsforderung” war bei mir nirgendwo die Rede. Ich schrieb im Gegenteil schon einmal (#7), genau dies sei nicht gemeint.

    Lies doch bitte die Argumente, bevor Du antwortest, etwas genauer!

    Ansonsten gilt, was Dir @vera schon schrieb.

  17. Peter böser Urheber |  26.02.2012 | 15:33 | permalink  

    @danilo (#15)

    Die Angelegenheit ist eben nur im Kontext zu bewerten, das macht es schwierig. Man muss differenzieren. Das ist natürlich nicht jedermanns Sache, aber deswegen noch lange nicht unberechtigt.
    Wer nur Schwarz/Weiß denken kann (oder auch 0 und 1 und sonst nichts), kommt damit nicht klar und muss dann schäumen. Eigentlich traurig.

  18. vera |  26.02.2012 | 17:59 | permalink  

    @Peter
    Eines der Probleme ist die Vermengung sehr verschiedener Rechte unter dem Dachbegriff Urheberrecht. Da werden Kartoffeln und Schlagbohrer und Reihenhäuser miteinander verglichen, und so gerät dann auch die Argumentation.

    Ich werde dieser Tage ein Interview mit Till Kreutzer machen, Thema Depublizieren: “Das haben wir doch alles schon bezahlt”. Das ist auch ein Reizthema par excellence.

  19. nk |  26.02.2012 | 19:39 | permalink  

    Da bin ich gespannt, Vera. Und ja, das Thema hat viele Facetten. Und leider ist die Bewertung aus Sicht eines Top-Fotografen, etablierten Künstlers oder Musik-Superstars eben auch keine allgemeingültige. Eher noch die Ausnahme, wenn man sich ansieht, auf welche „Schöpfergemeinde“ das Urheberrecht heute angesichts des Internets trifft. Daher auch meine überspitzte Gegenfrage im ersten Kommentar.
    Ob es jetzt ein promovierter Wissenschaftler, ein Handwerkermeister, eine Softwareingenieurin, Ärztin oder ein Bäckermeister ist – viele haben Jahre oder Jahrzehnte in eine Ausbildung, Weiterbildung oder Forschung gesteckt und dabei viel Geld in die eigenen Fähigkeiten investiert und trotzdem gibt es weder ein Garant dafür, dass Ihre Arbeitsleistung
    a) Abnehmer findet
    b) zustehende Würdigung erfährt
    c) nachhaltig honoriert wird.
    Im Gegenteil, gerade in der physischen Welt sind viele Produkte einmal verwertbar und das wars. Da frage ich mich, wo die Analogie dazu im immateriellen Bereich entsteht, wenn doch sonst viele meinen, dass hier Maßstäbe des Eigentumsrechts anzuwenden seien. Das meine ich mit Wertverfall. Und aus meiner Sicht kann eine Analogie nur so aussehen:
    1) Unterscheidung in „Schöpferrecht“ als mehr oder weniger ideelles Recht: Anerkennung als geistiger Schöpfer, vielleicht Recht auf Namensnennung
    und Verwertungs-/Nutzungsrecht
    2) öffentliches Nutzungsrecht entsteht aus der freien Verfügbarkeit eines Inhalts

    2) ist letztlich ein Zugeständnis an die technischen Realitäten der digitalen Welt. Ausser den Status quo zu untermauern, sehe ich eigentlich nur diese Lösung: Alles was nicht technisch vor Kopien schützbar ist (und damit meine ich wirksamen Schutz, keine theoretischen DRM Prinzipien), darf frei verwendet, zitiert, eingebunden, weiterverarbeitet werden.

    Gründe:
    1) Die Publikation eines Werkes in einem öffentlichen Medium ist mit der Forderung nach Schutz vor öffentlicher Nutzung unvereinbar
    2) Der Terminus „Nutzung“ eines Werkes ist im www nicht mehr voneinander abgrenzbar
    - einem Link und einer Einbindung als Bild liegt der selbe Mechanismus zu grunde
    - eine Einbindung in einem Blog und eine Darstellung in der Google Bildersuche sind technisch idente Mechanismen
    - der Vorgang des Downloads zur Speicherung und des Downloads zur Anzeige sind physikalisch identische Vorgänge.
    - technische Vorgänge wie Caching nehmen eine Nutzung des Inhalts physisch vorweg. Active scripting kann Vorgänge jenseits der Wahrnehmung eines Nutzers anstoßen. Wer weiß z.B., dass jeder angezeigte Like-Button die anzeigende Seite anweist, das entsprechende Button-Bild (+ noch allerlei Funktionalität) bei Facebook automatisiert herunterzuladen
    - das Prinzip Hyperverlinkung lässt mir als Nutzer keine Kontrolle darüber, was auf der Seite hinter dem Link steht. Aber: Es ist nicht gesagt, dass die gegenwärtige Unterscheidbarkeit von Inhalteanbietern und -konsumenten in Zukunft weiterhin gegeben sein muss. Heute werden Peer-to-Peer-Plattformen fast immer wegen ihres Prinzips illegalisiert, es ist nicht abwegig, dass ein Netz der Zukunft auf einem Peer-to-Peer-Prinzip beruhen könnte. In einem solchen Netz entstehen stetig neue digitale Werkskopien und aus technischen Gegebenheiten wie Stabilität und Schnelligkeit (Caching) wird ein Netzknoten dann auch physische Kopien dauerhaft vorhalten.
    3) es gibt keine Möglichkeit, digitale Werke in Original und Kopie einzuteilen, ein Kopiervorgang ist weder beweisbar noch in der Nutzung vermeidbar (Client-Server-Prinzip).
    Die Darstellung eines Inhalts folgt technischen Gegebenheiten. So kann ein Bild bspw. in verschiedenen Bildformaten, -größen, -kompressionen, als SVG, Flash, Videoeinzelbild repräsentiert sein, durch Scripte in Bildbetrachtern automatisch verändert (teiltrasparent, runde Ecken, skaliert…) sein, kann Metadaten enthalten… Eine Abgrenzung zum Thema Bearbeitung eines Werkes ist hier nicht mehr zu vollziehen. Die digitale Welt gehorcht nicht mehr den Prinzipien der Kohlenstoffwelt, wo ein Foto in Anzahl der Abzüge oder Reproduktionen als Original bestimmt werden kann.
    4) Vielleicht abgesehen von einer zentralen Registrierungsstelle gibt es keine Möglichkeit für einen Konsumenten zu bestimmen, wer die Urherber- oder Nutzungsrechte für ein Werk besitzt

    ALle Punkte mag man als vorgeschobene Argumente eines bösen Raubmordkopierers bewerten, Fakt ist aber, eine gesetzliche Regelung, die die Verwertung digitaler Werke juristisch regeln will, muss eigentlich all diese Punkte definieren und in Gesetztext gießen. Und dabei noch mit Blick auf die zukünftige Entwicklung. Sonst sind unsichere Zustände und Graubereiche wie heuer die Folge und das Gesetz wird übergangen, weil es niemand versteht.

  20. iota |  26.02.2012 | 20:51 | permalink  

    “In wirtschaftlicher Hinsicht wollen wir [...] Erarbeitetes auch an unsere Nachfahren weitergeben können. Bei uns ist das kein materielles Gut, wie die landwirtschaftliche Nutzfläche oder der Viehbestand eines Bauern, sondern es sind die Nutzungsrechte für Bilder.”

    Dieser Vergleich hinkt gewaltig. Auch ein vererbter Hof (Handwerksbetrieb, Arztpraxis, …) wirft nicht automatisch Gewinn ab. Der Erbe kann ihn verkaufen oder vermieten (wie man auch ein Fotoatelier vermieten oder – kaufen kann), oder ihn als Grundlage für seinen Erwerb nutzen. Letzteres erfordert Arbeit die entlohnt wird. Wieso der Fotografenerbe besser gestellt sein soll als alle anderen Erben erschließt sich mir nicht. Und was machen die Kinder der Krankenschwester? Pech gehabt? Das konzept des erbens an sich ist schon fraglich genug, weil sozial ungerecht. Wenn “ihr” euren Kindern was hinterlassen wollt, was ein ständiges Einkommen generiert, dann kauft von eurem verdienten Geld doch einfach ein paar Mietshäuser. und wenn ihr dafür nicht genug verdient, dann habt ihr pech gehabt – wie jeder andere der nicht genug verdient. Die Debatte ob ein Fotograf an sich ausreichend entlohnt wird, steht auf einem anderen Blatt.

    Das mit den Persönlichkeitsrechten der Fotografierten ist sicher nicht unproblematisch, allerdings in dieser Debatte m.E. auch nur vorgeschoben. Das greift auch bei Bildern, welche nicht die notwendige Schöpfungshöhe erreicht haben (Facebook, …). Hier auf das Urheberrecht zurückzugreifen ist abstrus, hier gibt es klare Gesetze (zumindest in Deutschland) die sich damit befassen.

    Im übrigen habe ich Verständnis dafür, dass die aktuelle Lage für Urheber unbefriedigend ist.

    Nur ein paar Gedanken:

    - Ich finde dass die widerrechtliche gewerbliche Nutzung Sanktioniert werden sollte. Es kann nicht sein das der Urheber hinter Verlagen her rennen muss um sein Geld zu bekommen.

    - Kann man die werke nicht in geringer Qualität als “Vorschau” für die private Nutzung frei Lizensieren? Ich hatte den Gedanken schonmal in Bezug auf Musik. Alles in minderer Qualität frei zur nichtkommerziellen(!) Nutzung zum Download anbieten. Die wenigsten würden sich auf Dauer MP3s von Musik die sie mögen in 96kbps Qualität (“Quälität”) anhören – zumindest nicht die poentiellen Käufer. Für den Blogartikel (oder um sich ein Bild zu machen) reicht es.

    - Wie kann man den Kontext sichern (Stichwort Naziblog)? Grundsätzlich unterscheiden ob über das Werk als solches berichtet wird, oder ob es zu Illustrationszwecken genutzt wird. Wenn über das Werk als solches berichtet wird, kann es schlecht aus dem Kontext gerissen werden. Für letzteres gibt es einen großen Pool an CC Lizensierten Bildern.

  21. Peter böser Urheber |  26.02.2012 | 22:48 | permalink  

    @Vera (#18), @nk (#19), @iota (#20)

    Vera: Der öffentlich-rechtliche Fernsehfunk ist ein Sonderfall. Ich wünschte, dass sich all jene, die sich so über das angeblich leistungslose Verdienen der Urheber echauffieren, sich mit gleicher Energie gegen dieses Zwangs-System einsetzen würden.
    Der öffentlich-rechtliche Fernsehfunk schadet den Urhebern noch zusätzlich, in dem er Geld (in steigender Höhe) den Haushalten entzieht und damit die Zahlungsbereitschaft für Inhalte noch mehr verringert, mithin den Markt verengt, um dann als einziger übrig zu bleiben.

    Nk: Nur weil ein klar geregeltes Recht auf einmal nicht mehr eine kleine Gruppe, sondern viele trifft, wird es doch nicht automatisch falsch, oder? Die richtige Schlussfolgerung kann doch nur sein, dafür zu sorgen, dass es genauso bekannt wird wie die Rechts-Vor-Links-Regel im Straßenverkehr. Auch das Abgrenzungsproblem sehe ich bei der Fotografie so nicht. Das Foto wird nicht nur kopiert. Das wäre überhaupt kein Problem, auch für den Urheber nicht. Sondern es wird ganz gezielt ausgesucht und eingesetzt, um eine andere Sache aufzuwerten. Und in der Regel schauen die propagandistischen oder kommerziellen Absichten dahinter sehr deutlich hervor. Das wird dann von den Gerichten “gewürdigt”. Deswegen ja auch der Aufschrei, wieso man das nicht alles ohne zu fragen und ohne zahlen machen darf. Die letzten paar Kröten, die der Fotoautor über eine Mikro-Stock-Fotoagentur verdienen könnte, will man ihm auch noch nehmen.

    iota:Mit dem “über das Werk” berichten ist auch Alice Schwarzer schon mal herein gefallen. Sie hat, wenn ich mich recht erinnere, wohl 18 böse Nackedeifotos in der “Emma” abgebildet, um über den bösen Seximus des Künstlers zu berichten. Das Gericht meinte dann wohl, eine geringere Zahl hätte auch dafür gereicht, um sprach dem Fotografen ein saftiges Nach-Honorar zu. Gut so!
    Gewerbliche Nutzung muss ganz sicher bezahlt werden (nicht sanktioniert, man soll die Rechte auch erwerben können, wenn der Autor das will). Soweit sind wir da einer Meinung, siehe oben.

    Aber ein ganz großer Irrtum ist der Vergleich mit der Krankenschwester. Das Foto verdient für den Schöpfer eben nicht automatisch Geld, sondern nur, wenn es so gut ist, dass andere es verwenden wollen!

  22. iota |  26.02.2012 | 23:53 | permalink  

    @Peter: Die Emma hat die Fotos gewerblich genutzt, dass sollte bezahlt werden. Ich sprach von einer nichtkommerziellen Nutzung – bzw. von einer freien Lizensierung einer abgespeckten Variante (kleinere Auflösung, Watermark …) ausschließlich für die private Nutzung.

    Die Krankenschwester habe ich als Beispiel für den überwiegenden Teil der Bevölkerung, der ihren Kindern nichts außer dem Ersparten und dem Einfamilienhaus hinterlassen können, angeführt. Ich verstehe nicht warum Fotografen (Autoren, Musiker) da eine Ausnahme bilden sollen.

  23. Peter böser Urheber |  27.02.2012 | 00:38 | permalink  

    @iota (#22)

    Diese “abgespeckte Variante” ist doch längst Praxis.

    Es gibt bei dieser Angelegenheit keinen “überwiegenden Teil der Bevölkerung”, denn ein jeder hat das Recht und die Möglichkeit, ein Urheber zu sein. Das, was Du “Ausnahme” nennst, ist genau die Chance, das gute vom schlechten Werk zu unterscheiden. Siehe oben, fett gedruckt.

    Die “Emma” hat vor allem das Werk (war wohl Newton oder Hamilton) genutzt, ohne die Genehmigung des Autoren einzuholen.
    Die Denkweise, Urheberrechte sowohl in ihrem vermögensrechtlichen wie in ihrem persönlichkeitsrechtlichen Aspekt mit Füßen zu treten, ist schon schon sehr alt und nicht erst mit dem Internet aufgekommen.

  24. Wolfgang Michal |  27.02.2012 | 10:27 | permalink  

    @nk: Wer nur mit der Technik des Internets gegen das bestehende Urheberrecht argumentiert (Kommentar 19), unterliegt einem Denkfehler, den schon Tim (in Kommentar 5 drüben bei “Kann es ein Eigentum an Geistigem geben?”) klar benannt hat.
    Wie wir Handlungen von Menschen bewerten, unterliegt letztlich einem gesellschaftlichen Übereinkommen (= Interessensausgleich oder Interessensdurchsetzung, etwa in Form von Gesetzen). Wenn die Politik übereinkommt, Atomwaffen oder die Diagnostik vor der Geburt nicht anzuwenden oder zu verbieten, ist die technische Möglichkeit zweitrangig. Wenn das Urheberrecht bestimmte Handlungen erlaubt oder sanktioniert, dann spielen Haarspaltereien, ob es geistiges Eigentum überhaupt gibt, keine Rolle. Was Eigentum ist oder was ein Kopier-Recht ist und wie man damit umzugehen hat, ist eine gesellschaftliche Festlegung. Mehr nicht. Deshalb kann man diese Debatte nur politisch führen, nicht technisch. Das Technische beeinflusst vielleicht die Entscheidungsfindung, ist aber nicht entscheidend. Wir müssen schon selber sagen, was wir wollen und was wir nicht wollen. Es bringt nichts, sich hinter der Technik zu verstecken, die uns angeblich keine andere Wahlmöglichkeit lässt.

  25. Jan Dark |  27.02.2012 | 11:04 | permalink  

    @24
    Die Technik verändert das gesellschaftliche Wertegefüge. Als man Bücher händisch kopierte, gab es kein Urheberrecht (siehe Umberto Eco: Der Name der Rose) der das gesellschaftlich vollständig akzeptierte urheberrechtslose Kopieren von Büchern in Klöster. Die Frage des Urheberrechtes kam erst mit dem Buchdruck auf. Es gibt Untersuchungen, dass das Urheberrecht die Kreativität minderte unddie Vergütung von Schriftstellern herabsetzte.
    http://www.heise.de/tp/artikel/33/33092/1.html

    Nicht mal das Beispiel mit Atombomben stimmt: Iran hat den Atomwaffensperrvertrag unterzeichnet, Israel nicht. Iran wird wegen der friedlichen Nutzung der Kernergie von Israel mit einem Angriffskrieg bedroht und hatte völkerrechtswidrig schon in Syrien und Iran Atomanlagen bombardiert. Im Westen gilt: wer Waffen hat, setzt sie auch ein. Siehe Hiroshima.

    “Das Technische beeinflusst vielleicht die Entscheidungsfindung, ist aber nicht entscheidend. ”
    Auch das ist ein Irrtum: Die Technik ist dergestalt, dass man nur in einem Polizeistaat Urhebergesetze durchsetzen kann, wie man am Abmahnwahn sieht. Solange man aber noch nicht vollständig eine Überwachungsterrorstaat wie in der DDR hat, ist jedes andersartige Recht nicht durchsetzbar. Auch wenn man nun einen Bundespräsidenten wählen will, der sich 10 Jahre lang Stasi-Akten der Bevölkerung durchgelesen hat und als evangelischer Priester (Moses, Gebot 6: Du sollst nicht ehebrechen) mit seinem öffentlichen Ehebruch auf die westliche Werteordnung völlig scheisst.

    Wir müssen schon sagen, ob wir ein Urheberrecht wollen, dass wegen der Technik einen Polizeistaat erfordert. Diese Frage haben wir schon einmal diskutiert mit dem Atomstaat, wo die Konservativen sich auch geweigert haben, die Zwänge der technik anzuerkennen und viele zig Milliarden in eine Dreckstechnologie fehlinvestiert haben mit falschen Gesetzen.

  26. iota |  27.02.2012 | 19:17 | permalink  

    @Peter (#23):

    “Das, was Du “Ausnahme” nennst, ist genau die Chance, das gute vom schlechten Werk zu unterscheiden. Siehe oben, fett gedruckt. ”

    Woraus sich mir immer noch nicht erschließt weshalb das Werk (wenn es gut genug ist) nach dem Tod des Schöpfers weiterhin Geld verdient. Und genau darauf bezieht sich die “Ausnahme”. Abgesehen davon finde ich die aktuellen Schutzfristen (70 Jahre?) überhaupt nicht angemessen.

  27. nk |  27.02.2012 | 19:56 | permalink  

    > Die letzten paar Kröten, die der Fotoautor über eine Mikro-Stock-Fotoagentur verdienen könnte, will man ihm auch noch nehmen.

    Da kommen wir der Sache von einer anderen Seite näher. Genau das gleiche Problem kenne ich als SW-Entwickler aus Richtung der Billig-Dienstleister-Portale. Und damit auch die Antwort: Wenn Ihr Euch unter Wert verkauft, ist das Eure Schuld! Wer meint, seine Bilder müssen bei der Stock-Agentur für 0,50€ zu haben sein, dessen Bilder sind eben auch nur 50 Cent wert. Wer sich dem Preisdruck unterwirft, muss eben mit Masse sein Geld machen. Mit allen Konsequenzen:
    1. Massenartikel sind niemals exquisit
    2. Wo bleibt dann der hohe Wert am Werk, wenn die Kopie digital verscheuert wird?!

    > Wenn die Politik übereinkommt, Atomwaffen oder die Diagnostik vor der Geburt nicht anzuwenden oder zu verbieten, ist die technische Möglichkeit zweitrangig.

    Schlechtes Beispiel. Denn dies sind eben doch Themen der stofflichen, materiellen Welt. Und die lassen sich auch wunderbar physisch beeinflussen.
    Und doch, Haarspaltereien sind wichtig. Erstens, damit man weiß worüber man redet. Was machbar und realistisch ist. Zweitens damit man möglichst eindeutige Gesetze schreibt. Mit solchen Rechtsunsicherheiten wie heuer möchte doch kein Medienschaffender ernsthaft leben?

  28. Peter böser Urheber |  28.02.2012 | 00:01 | permalink  

    @nk (#27)

    Der SW-Entwickler muss sich nicht unbedingt im Foto-Markt auskennen. Die Mikro-Stock-Fotoagentur kann auch die Zweit- oder Drittverwertung des Fotos sein. Bei Angebot und Nachfrage gibt es kein “Eure Schuld!” ,da man niemandem den Markteintritt verwehren kann. Wenn 100 Blogbetreiber ihren Blog mit dem Foto illustrieren, hat ja vielleicht selbst der Lieferant der Mikrostock-Fotoagentur 50,00 € verdient. Denkbar, wenn es üblich ist, nicht einfach so zu kopieren.
    Auch möchte ich dem Amateur nicht verbieten, einen Teil der Kosten für sein schönes, aber kostenintensives Hobby wieder herein zu holen.

    Welche “Rechtssicherheit” stellst Du dir denn für den Medienschaffenden so vor?
    Im Moment haben wir keinen Polizeistaat und trotzdem ein Urheberrecht. Sicher wird vieles nicht geahndet und anderes wieder zu extrem verfolgt. Das ist aber auf sehr vielen Rechtsgebieten so.

    Ja, wie soll sie aussehen, die bessere Rechtssicherheit für den Medienschaffenden?

  29. markenware |  28.02.2012 | 16:39 | permalink  

    @ #13 Jan Dark:

    Beispiel Brücke
    Wenn die Namen verfügbar sind, nenne ich nicht nur den Architekten, sondern explizit auch die Namen der Ingenieure, weil Brücken nämlich Ingenieurbauwerke sind ( z.B. > Michel P. Virlogeux > Norman Foster > Viaduc de Millau).

    In diesem Zusammenhang und mit Deinem Beitrag #14 siehe auch:
    http://de.structurae.de/structures/data/index.cfm?id=s0000351

    Aber die meisten Brücken kommen ohne Architektenschnickschnack aus, und die Ingenieur-Urheber sind nur den Straßenbauämtern + Rathäusern bekannt, die die Büros beauftragen. Also, wie ist das mit dem Backstage Personal, bis runter zum Bauhelfer?

    (eigenes) Beispiel: Stadtpark, BUGA, Landschaftsgärten, private Vorgärten, bäuerliche Kulturlandschaft etc
    Jede gestaltete Landschaft hat UrheberInnen; die sind nur in Ausnahmefällen bekannt. Wenn ich in einem Vorgarten einen spektakulären Rosenstrauch sehe, reicht es aus, mir den Namen an der Haustür zu notieren, oder muß ich anklingeln, um zu erfahren, welches Familienmitglied oder welcher Gärtner die Pflanze pflegt?

    Wie weit muß also eine Recherche gehen, um dem Stigma der Ausbeutung eines Motivs unverdächtig zu sein?

    Nehmen wir mal an, ich hätte die ultimative Dokumentation meinem Foto beigefügt sowie für die Aufnahme gezahlt.
    Und nehmen wir weiterhin an, dass ein x-beliebiger Blogger meinen hinreißenden Rosenbusch einfach nur für eine schöne Garnierung eines Geburtstagsgrußes auswählt. Wer garantiert mir dann, dass der Blogger die Doku mitkopiert und veröffentlicht?
    Und wenn er es nicht tut, und der nächste kopiert ohne die Info und publiziert erneut und immer so weiter …

    Wo bleibt bei denen der Respekt vor der Schöpfungshöhe? Das sind dann allesamt keine schmarotzenden Ausbeuter, weder arrogant noch zynisch oder brutal und weltfremd ???

  30. Jan Dark |  28.02.2012 | 17:25 | permalink  

    @markenware

    Es ging nicht um die Frage, wie Du Deinen Alltag gestaltest, sondern um allgemeine Urheberrechtsfragen von fotomechainschen Kopien der Realität. Bleib wir bei dem Spinner von der Lahntalbrücke: Unter http://de.structurae.de/photos/index.cfm?JS=60601
    heisst es: Dieses Bild ist urheberrechlich geschützt. Es darf nicht ohne die Zustimmung des Fotografen oder Inhaber des Copyrights weiter benutzt werden. Fotograf soll sein: Heiko Dassow
    In Wikipedia ist das selbe Foto unter Gnu-Lizenz und CC-Lizenz frei verfügbar. Der Spinner der das da hingestellt hat, fordert aber Namensnennung. Den führt er aber nicht an, sondern nur ein Pseudoynm: Heidas.

    Nicht erfährt man bei dem fotomechanischen Abbild der Realität über Künstler, die so mutige Bauten über die Lahn spannen mit ästhetisch reizvoller, schlanken Betonbauweise. Phillip Holzmann AG hat das Teil gebaut,
    BPI Büro für Planung und Ingenieurtechnik GmbH, Wiesbaden, den Entwurf.

    http://www.baufachinformation.de/zeitschriftenartikel.jsp?z=2002029000027
    http://bau.fh-joanneum.at/studium/Praxis/tunnel.pdf

    Ist alles kostenlos im Internet erfahrbar. Interessiert den Knipser aber nicht, der von der L3020, wie jeder kostenlos im Internete frahren kann, der im vorbeihuschen mal eben mal mit einer Maschine eine fotomechanisches Abbild der Realität macht. Aber groß Copyright claimen, mit wirren Bedingungen, das kann er. Unwürdiges Spektakel.

    Ich halte es da leiber mit Wikimedia, statt bei maschineller Kopie der Realität “Schöpfungshöhe” einzuräumen: “Nach offizieller Ansicht der Wikimedia Foundation sind originalgetreue Reproduktionen zweidimensionaler gemeinfreier Werke gemeinfrei und Behauptungen des Gegenteils ein Angriff auf das Konzept der Gemeinfreiheit.”
    http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Datei:Brueghel-tower-of-babel.jpg&filetimestamp=20080330134740

    Das heisst im Klartext: das jemand, der etwas kopiert, was sich jedermann ansehen darf, kein Urheberrecht dafür bekommen kann. Die Kopie mit Urheberrecht versehen und den Urheber des Originals nicht nennen und dann noch Achtung, . Respekt und das ganz Gesülze fordern ist absurd.

  31. SaBo |  03.03.2012 | 22:46 | permalink  

    Dass Urherber entscheiden wollen, wo und von wem ihr Werk genutzt wird, ist ja vielleicht berechtigt, aber trotzdem der meiner Meinung nach weniger wichtigere Aspekt dieses Themas. Es geht doch vor allem darum, dass der Urheber in irgendeiner Form für seine Werke bezahlt werden will und muss, jedenfalls wenn es sein Beruf ist, solche Werke herzustellen.

    Da erstaunt mich dann doch immer wieder, wie wenig Wertschätzung den Urhebern oft entgegen gebracht wird, und zwar gerade von denjenigen, die ihre Werke ja nutzen wollen, aber eben nur kostenlos.

    Ich sehe bisher noch kein überzeugendes Modell, wie eine alternative Entlohnung aussehen kann. Auf diesen auch von freelens angeführten, ganz zentralen Punkt ist in der Diskussion nicht wirklich eingegangen worden.

    Stattdessen argumentiert man hier teilweise mit aberwitzigen Beispielen, die das Thema arg verdrehen:

    1.) Krankenschwestern und die meisten anderen Menschen mögen am Lebensende nicht viel zu vererben haben, Lehrer und Angehörige anderer Berufsgruppen dagegen dagegen schon. Was hat das jetzt mit den Urhebern zu tun? Ein Argument, warum Urherber zwingend mit der einen oder der anderen Berufsgruppe verglichen werden müssten, sehe ich nicht.

    2.) Dann wird gesagt, dass materielle Erbsachen im Gegensatz zu urheberrechtich geschützten Werken ja an Wert verlören. Und dieses Argument zeigt jetzt wirklich, wie wenig Verständnis für die Arbeit vieler Urheber da ist. Natürlich verlieren die allermeisten Werke mit der Zeit auch an Wert, und zwar sehr schnell und dramatisch. Nur die allerwenigsten Fotos, Musikstücke oder Texte spielen nach zwei, fünf oder zehn Jahren noch annähernd so viel ein wie kurz nach ihrem Erscheinen. Die meisten dürften finanziell längst wertlos geworden sein. Und bei Werken, deren Wert doch stabil bleibt oder die sogar an Wert gewinnen, hat offenbar ein Urheber den Markt perfekt bedient. So etwas wird, unabhängig von der Qualität des Werks, in einem kapitalistischen System eben belohnt.

    Solche Vergleiche erwecken oft den Eindruck, als ob es den meisten Urhebern mal total gut ginge – was natürlich völlig falsch ist. Ganz im Gegenteil, für viele Fotografen, Journalisten, Musiker usw. sinken die Honorare seit Langem. Klar gibt es immer noch Gut- und Grossverdiener. Aber die gibt es in vielen anderen Branchen auch. Solange man keine grundsätzliche Systemdebatte führen will, sehe ich keinen Grund, ausgerechnet die Urheber implizit als Abzocker darzustellen.

    Eine Überarbeitung des Urheberrechts ist sicherlich angebracht. Auswüchse wie das Abmahnwesen gehören abgestellt, auch andere Dinge funktionieren längst nicht mehr richtig. Gerade weil die Debatte darüber wichtig ist, wäre es echt hilfreich, sich dabei erstmal über die Arbeitsbedingungen vieler Urheber klar zu werden!

  32. Linksammlung Urheberrecht |  03.03.2012 | 22:58 | permalink  

    [...] “Was ist Dir ein Foto wert?” (29.2.2012, Carta – Die Positionen von Freelens) [...]

  33. SaBo |  03.03.2012 | 23:11 | permalink  

    Und zum Thema “Polizeistaat”: Ja, um Urheberrecht in letzter Konsequenz durchzusetzen, braucht es einen Staat, der dann polizeiliche Mittel nutzt. Das ist aber bei Rasern, Schwarzfahrern, Steuerhinterziehern usw. usf. auch so.

    Kann ja sein, dass man ganz grundsätzlich mit dem Staat und seinem System ein Problem hat. Aber dann ist das hier die falsche Debatte…

  34. Jan Dark |  03.03.2012 | 23:29 | permalink  

    “Polizeistaat”
    Ja, Du bist in der falschen Debatte. Bei Rasern, Schwarzfahrern, Steuerhinterziehern geht es um Strafen. Beir Urhebern egeht es um Geld, dass sie auf dem dem Markt nicht erzielen können und sich den Staat zu Hilfe holen, Abgeordnete schmieren, damit sie Dreck wie ACTA , Netzsperren usw. durchsetzen. Geheimprotokolle im EU-Parlament. Wer hier Angst hat vor Staat und Demokratie sind ganz klar die Urheber, deren Adlati vor nichts zurückschrecken, den Staat für ihre kümmerlichen Zwecke zu zersetzen. Aber der Staat wird sich wehren. Und auch gegen so kümmerliches Gerede.

  35. SaBo |  03.03.2012 | 23:50 | permalink  

    Lustig! Urherber (also zu einem ganz erheblichen Anteil freiberufliche Fotografen, Musiker, Texter usw.) schmieren Abgeordnete, holen sich den Staat zu Hilfe, setzen Netzsperren und ACTA durch.

    Das ist jetzt wirklich so absurd, das es sich selbst disqualifiziert: Man sollte schon die verschiedenen Interessen zum Beispiel von Urhebern und Verwertern unterscheiden können. Mit ein bisschen weniger Agitation und ein bisschen mehr Grundverständnis der anderen Seite könnte man dann vielleicht sogar eine echte Debatte führen…

  36. Jan Dark |  03.03.2012 | 23:59 | permalink  

    “Das ist jetzt wirklich so absurd, das es sich selbst disqualifiziert”

    Wer nicht meiner Meinung ist, ist ein Troll.

    Sind die Verwerter jetzt auf einmal nicht mehr im Auftrag der Urheber unterwegs? Haben jetzt kollektiv alle Urheber sich von den Verwertern distanziert, die korrupte Politiker schmieren und in der EU geheim Verhandlungen gegen die Bürger führen, wo nicht mal die staatlichen Unterlagen rausgerückt werden?

    Da ich nicht glaube, dass mir da was Wesentliches entgangen ist, glaube ich erst mal, dass eine Trennung zwischen Urhebern und Verwerten aktuell dummes Zeug ist und genauso ein Verschleierungsversuch wie die geheimen ACTA-Verhandlungen. Aber wenn du es sagst, dann werden natürliche keine Musiker von der GEMA bezahlt, die Sperrungen auf Youtube sind Halluzinationen, bei der VG Wort melden sich keine Urheber mehr und alle Urheber klagen jetzt gegen jede Urheberrechtsabmahnung. Ist klar. Aber die dummen Bemerkungen werden nichts nutzen. ACTA und Beschnüffelung der Bürger für die leiben Urheber wird nicht kommen.

  37. Jan Dark |  04.03.2012 | 00:19 | permalink  

    “Ich sehe bisher noch kein überzeugendes Modell, wie eine alternative Entlohnung aussehen kann. Auf diesen auch von freelens angeführten, ganz zentralen Punkt ist in der Diskussion nicht wirklich eingegangen worden.”

    Du lügst. Siehe Kommentar Nr. 1

    Zu den Krankenschwestern. Urheber möchten nicht nach Aufwand für ihre Arbeit bezahlt werden, sondern nach Nutzen: sehen viele Betrachter das Bild, soll viel Kohle fliessen. Da Äquivalent bei der Krankenschwester wäre ein Verzicht auf Zeitlohn und eine Vergütung nach Nutzen: bringt sie einen Harz4-Empfänger wieder auf die Beine, kriegt sie wenig. Bringt sie durch aufopferungsvolle Pflege und hohe Heilkunst einen Milliardär zwei Wochen früher wieder auf die Beine, bekommt sie bis ans Ende aller Tage für ihre Leistung eine Rente, die sie auch vererben kann, bis 70 Jahre nach ihrem Tod, weil der Milliardär ja in den zwei Wochen viele neue Millionen erwirtschaften kann. Gleichstellung des Gesundheitshebers mit dem Urheber.

    Kann man sich so wünschen. Ist aber irreal.

    Wir haben 300 Jahre Urheberrecht. Im Internet ist es nicht umsetzbar und hat sich nicht bewährt. Es führt nur zu Massenrechtsstreitigkeit, die die Justizbürokratie aufbläht.

    In Kommentar 1 habe ich Beispiele genannt, wie man als Urheber Geld verdienen kann, ohne im Internet Vergütungen zu erwirtschaften. Wenn ausserhalb des Internets Urheber immer weniger Vergütung erwirtschaften, dann scheint der Wert zu sinken. Das ist für viele Arbeitnehmer nichts ungewohntes. Wir haben es geschafft, Millionen von Menschen aus auskömmlichen Jobs in prekäre Minijobs zu drängen. Das ist aber keiner Frage der Urheber sondern der Umverteilungspoltik der herrschenden Kreise: die Löhne sinken, die Zinsen steigen. In Griechenland fordern wir alle, dass die Löhne sinken, während die Zinsen bei 15% sind.

    http://www.faz.net/aktuell/finanzen/anleihen-zinsen/griechische-staatsanleihen-vierstellige-rendite-11557433.html

  38. Peter böser Urheber |  04.03.2012 | 08:59 | permalink  

    @Jan Dark (#37 und vorhergehende)

    Ich denke, die Interessenlage ist hinreichend geklärt. Wer an der Verbreitung und Bereitstellung eines Werkes eher verdient als am Erschaffen, wird genau so argumentieren wie Du. Vielleicht etwas weniger echauffiert.

    Ich bleibe dabei, dass Urheberpersönlichkeitsrechte dafür sorgen, dass die Intention des Werkes im Sinne des Urhebers erhalten bleibt, man ihm also nicht das Wort im Mund verdreht und die vermögensrechtlichen Befugnisse des Urhebers dafür sorgen, dass auch morgen noch anspruchsvolle Werke angeboten werden, weil sie eben das gute vom schlechten Werk unterscheiden.
    Anders gesagt: Mit dummer Knipserei wird niemand seinen Blog schmücken wollen, denn die kann er auch selbst.

    Dass die Durchsetzung der Urheberrechte einen Polizeistaat erfordert, ist abstruser Unsinn. Jene, die gern einen Polizeistaat hätten und jene, die für nass vom Gehirnschmalz anderer kurzfristig profitieren wollen, verbreiten diesen Unsinn.

    Urheberrechte gehören nicht abgeschafft, sondern allgemein bekannt gemacht.

    Auch den Wettbewerbsgedanken interpretierst Du vermutlich bewusst falsch. Wenn das Werk nichts taugt, will es auch niemand kopieren. Die von Dir angeführten Probleme würden dann auch nicht entstehen. Der Urheber verdient nur, wenn er gut ist. Und steht dadurch genauso im Wettbewerb wie alle anderen auch.

    Krankenschwester, Zinsen, Griechenland, kranker Milliardär – das hat überhaupt nichts mit der Frage zu tun, die Freelens hier aufgeworfen hat.

    Es geht ganz einfach darum: Kann ich ein Foto einfach nehmen, um meinen Flyer, meinen Blog oder vergleichbares damit zu schmücken oder muss ich fragen und ggf. ein Honorar zahlen?
    Und dann hast Du immer noch die Wahl, dir zu sagen, dass ist mir zu teuer oder zu umständlich und ich mache lieber ein eigenes Foto oder verzichte auf diese Form der Illustration oder verlinke auf die ursprüngliche Quelle.

    Ist Dir das zuviel Mühe?

    Da die Vorgänge öffentlich sind, sind sie für den Urheber auch überprüfbar. Zumindest besteht ein Entdeckungs-Risiko. Auch ohne deep packet inspection und Polizei usw. ist das also alles geklärt.

  39. Jan Dark |  04.03.2012 | 11:28 | permalink  

    “Urheberrechte gehören nicht abgeschafft, sondern allgemein bekannt gemacht. ”
    Du kannst das gerne fordern und Dich jedem Argument verweigern, aber damit beschleunigst Du den Niedergang der Positionen der Urheber. Deine verkrustete Haltung hat mit der Realität nichts mehr zu tun.

    “Dass die Durchsetzung der Urheberrechte einen Polizeistaat erfordert, ist abstruser Unsinn.”

    Mach mal die Augen auf und sieh Dir an, was draußen in der Welt passiert:
    http://verein-gegen-den-abmahnwahn.de/index.html

    100.000nede Abmahnungen, die die Gericht blockieren, Internetservice Provider, die zu Hilfssheriffs werden sollen und den gesamten Internettraffic überwachen sollen. Nur wegen des Urheberrechtes. Das Du Dich in einem solchen Überwachungs- und Polizeistaat wohl fühlst, zeigt die Brutalität, mit der Du bekundest, dass dir unsere Werteordnung nichts wert ist für deine kümmerlichen Pfennige für die mechanischen Kopien der Realität und deiner hartnäckigen Weigerung, tragfähige Geschäftsmodelle für Deinen Erwerb zu suchen.

    “Krankenschwester, Zinsen, Griechenland, kranker Milliardär – das hat überhaupt nichts mit der Frage zu tun, die Freelens hier aufgeworfen hat. ”

    “Anders gesagt: Mit dummer Knipserei wird niemand seinen Blog schmücken wollen, denn die kann er auch selbst. ”

    Mit solchem groben Blödsinn , schadest Du erheblich der Sache von Freelens. Ich habe neulich ein Foto von dem Turmbau zu Babel von Peter Breugens dem Älteren gebraucht. Es war in Wikipedia. Und dort hiess es, wer originalgetreue Abbildungen von gemeinfreien Werken macht und diese veröffentlicht, macht diese ebenfalls gemeinfrei. Dein blöder Hinweis, dass man ja selbst hinfahren können, um zu knipsen, zeigt, dass du gar keinen wertvollen Beitrag für die Gemeinschaft machen willst und nicht bereit bist, die bestehende Rechtsordnung anzuerkennen, sondern nur gierig Deinen eigenen Vorteil ohne Leistung mehren willst.

    Dass Du die Werke anderer gering schätzt aber für Deine mechanischen Kopien der Realität Anerkennung für Deine Genialität forderst, zerstört den Diskurs und Du schadest Deiner Sache.

    Der Wind geht mittlerweile in eine ganz andere Richtung, die Du mit Deiner Wahrnehmungsstörung nicht mehr erkennst. Die Bürger wehren sich gegen ACTA und die ganzen brutalen Bürgerverhöhnungen der Urheber und ihrer Komplizen.
    Und es geht noch viel weiter. Heute morgen zum Beispiel:

    http://www.internet-law.de/2012/03/mussen-wir-uns-vom-konzept-des-geistigen-eigentums-verabschieden.html

  40. SaBo |  04.03.2012 | 12:01 | permalink  

    @Jan Dark:

    “Haben jetzt kollektiv alle Urheber sich von den Verwertern distanziert…?”

    “…bei der VG Wort melden sich keine Urheber mehr und alle Urheber klagen jetzt gegen jede Urheberrechtsabmahnung. Ist klar.”

    Alle, keine, kollektiv… Genau, richtig erkannt: Wir Illuminaten, äh Urheber, treffen uns jede Woche montags zu geheimen Versammlungen und basteln da hübsch an der weiteren Marschroute unserer Weltverschwörung. Als Kollektiv lassen wir abweichende Meinungen natürlich nicht zu, der einzelne wird auf Linie gebracht…

    Im Ernst: Ich habe ja schon mal darauf hingewiesen, dass es unterschiedliche Interessengruppen gibt. Sicherlich wollen nicht alle Urherber das gleiche wie alle Verwerter. Urheber-Vertreter wie freischreiber positionieren sich zum Beispiel teilweise ganz klar gegen die Verwerter.

    “Du lügst. Siehe Kommentar Nr. 1″

    Gut gebrüllt, auch immer wieder nett, in welchem Ton hier diskutiert wird. Eine Lüge kann ich trotzdem nicht erkennen, ich sprach von überzeugenden (!) Modellen der Entlohnung.

    “Urheber möchten nicht nach Aufwand für ihre Arbeit bezahlt werden, sondern nach Nutzen: sehen viele Betrachter das Bild, soll viel Kohle fliessen. Das Äquivalent bei der Krankenschwester wäre ein Verzicht auf Zeitlohn und eine Vergütung nach Nutzen.”

    Wer so kurz argumentiert, verkennt die komplett unterschiedliche Natur dieser Arbeiten. Eine (in der Regel übrigens unterbezahlte) Krankenschwester erbringt vergleichsweise klar definierte Leistungen, für die es mehr oder weniger objektive Qualitätsstandards gibt. Wenn man beurteilen will, wie gut sie ihre Arbeit macht, spielt es keine Rolle, ob sie gerade einen Hartz4-Empfänger oder einen Milliardär pflegt. Die Qualität ihrer Leistung bleibt (hoffentlich) gleich.

    Ein Urheber dagegen erschafft im Rahmen eines kreativen Prozesses ein Werk, für das es per se keine objektiven Qualitätsstandards geben kann. Bis zu einem gewissen Grad lässt sich vielleicht noch sagen, ob handwerklich sauber gearbeitet wurde. Das war’s dann aber auch. Man benötigt also ein Kriterium, nach dem der Wert des Werks ermittelt wird. Nach derzeitigem System ist dieses Kriterium tatsächlich der Nutzen oder besser gesagt der Markt. Was dazu führt, dass jene Urherber, die den Massengeschmack am geschicktesten bedienen, am meisten verdienen. Sicherlich kein perfektes System, bestimmt nicht…

    Schon heute werden Urheber übrigens teilweise nach Zeit entlohnt, nämlich wenn sie von Verwertern auf Grundlage eines Tagessatzes engagiert werden. Und schon heute zahlen wie in #1 gefordert öffentlich-rechtliche Rundfunkanstalten, Verlage oder andere Verwerter die Urheber für veröffentlichte Werke. Mit Ausnahme der Öffentlich-Rechtlichen und einiger weniger anderer Medien ist die Bezahlung leider oft so niedrig, dass sich die Arbeit ohne Zweit- oder Drittverwertung nicht rechnet. Wäre wirklich toll, wenn sich da was täte! Aber als am Markt agierende Unternehmen zahlen die Verwerter natürlich nur so viel, wie sie müssen, um die gewünschte Leistung zu bekommen. Also letztlich auch nicht nach Aufwand, sondern nach den Prinzipien von Angebot und Nachfrage.

    Wenn wirklich nach Aufwand bezahlt werden würde, ginge es vielen Urhebern deutlich besser als jetzt! Aber wer solche Modelle konsequent umsetzen und sich nicht nur einfach freien Zugang zu Werken verschaffen will, muss dafür erstmal massiv in das freie Markthandeln der Akteure eingreifen – und schafft so eine Menge neue Probleme. Mir scheint, dass vielen gar nicht klar ist, was sie da fordern: Regulation!

  41. SaBo |  04.03.2012 | 12:13 | permalink  

    “Ich habe neulich ein Foto von dem Turmbau zu Babel von Peter Breugens dem Älteren gebraucht. Es war in Wikipedia. Und dort hiess es, wer originalgetreue Abbildungen von gemeinfreien Werken macht und diese veröffentlicht, macht diese ebenfalls gemeinfrei.”

    Dann ist hier doch alles super, wo ist das Problem?

    “Dass Du die Werke anderer gering schätzt aber für Deine mechanischen Kopien der Realität Anerkennung für Deine Genialität forderst, zerstört den Diskurs und Du schadest Deiner Sache.”

    Bisschen mehr Differenzierung würde auch hier helfen: Für “mechanische Kopien” wird man in absehbarer Zeit wirklich kein Geld mehr verlangen können, zumindest wenn sie nicht mit teurem Equipment erstellt worden sind. Solche “Werke”, also zum Beispiel Fotos von Kunstwerken wie dem Bruegel-Bild, die keine nennenswerte eigene kreative Leistung darstellen, gibt es schon jetzt und wird es künftig noch mehr als bisher gemeinfrei geben. Bestens! Und da hast du natürlich Recht: Wer bisher hauptberuflich solche Werke erstellt hat, muss sich jetzt mal dringend was Neues überlegen. So etwas regelt der Markt allerdings ganz von selbst, dafür musst du keine Urheberrechte abschaffen.

    Ändert nichts daran, dass Werke, deren Herstellung mehr eigene Expertise, Kreativität und Leistung beeinhaltet, weiterhin eines gesetzlichen Schutzes bedürfen. Zumindest, wenn man will, dass solche Werke auch weiterhin entstehen…

  42. Ist Twitter ein Selbstbedienungsladen? — CARTA |  05.05.2012 | 19:11 | permalink  

    [...] Siehe auch: Was ist dir ein Foto wert? [...]

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