Jan Krone

Verkehrte Logik bei eReader-Strategien

 | 29 Kommentar(e)


Tageszeitungen und Buchverlage setzen auf unterschiedliche eReader-Strategien. Beide verkennen dabei offenbar ihre Kundenkernsegmente – und handeln entgegen der Logik ihrer Produkte.

12.02.2012 | 

Tablet-PC, eReader, eViewer unterschiedlicher Hersteller und unterschiedlicher Leistungsfähigkeit gelten seit gut zwei Jahren als eine Form der Hoffnung für die Verlagsbranche, Lesern/Zuschauern neue Routinen der Mediennutzung zu vermitteln und – quasi nebenbei – die Zahlungsbereitschaft für publizistische Inhalte zu erhöhen.

Dafür spricht die kommunikationstechnologische Verwandtschaft zur Mobilfunkbranche: Dort werden Dienste und Inhalte wie selbstverständlich durch direkte Kundenentgelte abgerechnet. Die Endgeräte sind „always on“ und setzen auf einer professionellen Infrastruktur auf. Die Stärken der Telekommunikationsindustrie auf der betriebswirtschaftlichen Ebene gilt es mit den Stärken publizistischer Angebote zu vereinen. Letztere zeichnen sich vor allem durch das Programmangebot, die Publikumsbindung sowie ihre Markenstärke aus.

Schmale Nische Tablets

eReader/eViewer sind im Grunde genommen Lese- und Unterhaltungshilfsgeräte mit eingeschränktem Nutzen. Sie belegen eine schmale Nische der Displayhardware zwischen Smart Phone, Netbook, Laptop und Desktoprechner.

Vergleicht man nun die Adaptionen verwandter Branchensegmente, etwa die der Tageszeitungsverlage und des verbreitenden Buchgroßhandels, fallen zwei unterschiedliche Strategien auf:  Die Tageszeitungsverlage setzen in der Distribution überwiegend auf das Mainstream-Modell mit Tabletrechnern aus dem iOS- und Android-Kosmos. Der Buchgroßhandel hingegen versucht mit exklusiven, spezifisch konfigurierten eReadern/eViewern (Übersichten hier und hier) die Kundennachfrage zu bedienen – ein Logikirrtum.

Reader-Formate fragmentieren den eBook-Markt

Der Buchmarkt ist ein weitgehend inhaltsorientierter Markt. Der exklusive publizistische Inhalt, das Werk beispielsweise eines Autors/einer Autorin, steht in den Nutzerpräferenzen deutlich vor dem der Verlagsmarke (Ausnahmen bestätigen die Regel). Wechselt ein Bestseller-Autor den Verlag, migrieren ebenso die Leser. Daraus leitet sich eine geringe Verlags- oder auch Buchhandelsbindung der Kunden ab. Die Auswahl eines Buchhändlers erfolgt meist nach dem Kriterium des geringsten Aufwands beim Kaufvorgang (Online-Shop oder die Nähe eines Geschäfts auf Alltagsrouten) oder aufgrund persönlicher Beratungsleistung. Exklusive eReader-Präferenzen lassen sich daraus nicht zwangsläufig ableiten.

Das Ergebnis und Marktrealität ist derzeit eine ungezwungene Zerfaserung des Marktes für eReader-Hard- und Software im Buchgroßhandel. Für den in seiner Buchauswahl freien Leser ergibt sich daraus die Situation, sich eine unbestimmte Anzahl von (teuren) Lesegeräten mit eingeschränktem Titelangebot anzuschaffen zu müssen, die noch nicht den Zugang zur eigentlichen Gratifikation, dem Lesegenuss, bedeuten muss.  Der Lesewunsch soll sich dem technischen Angebot unterordnen? Unlogisch. Welche eBook-affine Leser kaufen sich fünf oder mehr verschiedene Reader/Viewer!? Marginal.

Erfolgsversprechender scheint hier eine Mainstream-eReader-Strategie, die sich auf ein Softwareformat stützt und dabei alle Anforderungen der sozialisierten Buchmediennutzung erfüllt (Auswahl aller im VLB verfügbarer Titel), soweit dies für digitale Adaptionen möglich ist. Herkömmliche eReader/eViewer sind dafür als Generalisten besser geeignet – technische Softwareanpassungen eingedacht.

Tageszeitungsmarkt tendiert zur Mainstreamlösung

Dagegen ist der Tageszeitungsmarkt überwiegend markenorientiert mit ausgeprägter Abonnentenstruktur und weist eine  hohe Verlags- und Titelbindung auf. Tageszeitungsabonnements gelten durchaus als „lebenslange publizistische Begleitung“ von Haushalten, werden zu Teilen sogar an nachfolgende Generationen „weitervererbt“. Sie bieten im Vergleich zu den Produkten der Buchverlage erheblich weniger inhaltliche Exklusivität, jedoch mehr konstantes Weltanschauungspotential und Chronik. Wechseln Redakteure das Blatt bzw. den Arbeit gebenden Verlag, verweilen die Abonnenten in der Regel dennoch bei ihren gewohnten Titeln. Damit weisen Tageszeitungstitel einen ausgeprägten Vertrauens- und Glaubensgutcharakter auf. Der Nutzen kann nur sehr schwer ex ante bewertet werden – daher das Vertrauen in die Marke.

Somit kann, wie für den Buchgroßhandel, auch für die Tageszeitungsverlage gelten, dass sie sich ungezwungen in eine strategische Abhängigkeit von globalen Playern der Hard- und Softwareindustrie begeben, deren Diktat der Allgemeinen Geschäftsbedingungen nur sehr schwer beeinflussbar ist. Zudem egalisieren/minimieren Kommissionsmargen die Vorteile des digitalen Vertriebs (Einsparungen in physischem Druck und Vertrieb) sowie der Werbekommunikation bei absehbarem Doppelbetrieb Print/Online in Zukunft.

Soft- und Hardwareupdates zwingen darüber hinaus die Massenmedien zu permanenten Nachbesserungen und Aktualisierungen der im Tagesgeschäft vielfältigen Präsentation. Und als sei dies alles nicht schon genug, berühren Eingriffe in die redaktionelle Freiheit (ein Beispiel hier) von quasi-sektisch organisierten Unternehmen der Hard- und Softwareindustrie die Ausübung eines gesellschaftlich relevanten Geschäfts.

Beide verkennen ihre Kundenkernsegmente

Für Tageszeitungsverlage scheint es im Unterschied zum Buchhandel strategisch logisch, auf eigene, exklusive eReader/eViewer zu setzen, die zudem die Abonnentenbindung eher zu verstärken imstande wären als Mainstreamlösungen. Nur sind sie bislang nicht im Markt.

Das Modell der über Abonnements quersubventionierten Endgeräte ist aus der Mobilfunkbranche bestens bekannt. Tageszeitungsverlage, die überdies unterschiedliche publizistische Qualitätssegmente (Regional-, Überregional- und Boulevardtitel) bedienen, könnten eigene Produkte ohne intermediäre Einsprache direkt an ihre Kunden vermarkten. Additionale Kommunikationsdienstleistungen wie beispielsweise Netzzugang in Kooperation mit Mobilfunkunternehmen sind ebenfalls keine Phantastereien (wie andere Branchen zeigen). Die Hard- und Software hat der Buchgroßhandel dafür quasi vorkonfiguriert…

All dies trifft für kleinere Zeitungsverlage natürlich nur eingeschränkt zu. Zudem ist die Rückholbarkeit von Mainstream-Reader-Strategien heute nicht mehr leicht zu bewerkstelligen. Und auch der Buchgroßhandel muss sich mit “sunk costs” befassen.

Der Medienwandel ist aus der Perspektive der Medienwirtschaft auch und vor allem ein Wandel der Präsentationsoberflächen von publizistischen Inhalten und Werbekommunikation. Die Dominanz der Massenmedien im Kommunikationsgefüge der sich digitalisierenden Gesellschaft hat abgenommen und verlangt nach nutzerorientierten Strategien zur folgenreichen Marktbearbeitung. Aus der analogen Marktrealität mit kontrollierbaren Vertriebswegen sind neue Konkurrenzverhältnisse mit bislang unbekannten Marktakteuren und neuen Distributionslösungen entstanden.

Robert Picard:  Fail often. Fail early. Fail cheap. Hmmm…

Mehr zu : | | |

CARTA Kaffeekasse

29 Kommentare

  1. Tharben |  12.02.2012 | 17:53 | permalink  

    Der wichtige Vorteil für den Nutzer des “Nischenprodukts” eReader ist das ePaper, das ein ermüdungsfreieres Lesen ermöglicht, im Gegensatz zu hintergrundbeleuchteten Displays. Gerade beim Lesen längerer Texte ein entscheidender Vorteil. Ein Nachteil ist, dass bislang keine Farbdarstellung möglich ist. Deswegen ist es konsequent, längere Texte auf eReadern zu veröffentlichen, aber kürzere, mit Bedarf an Farb- und Bewegtbilddarstellung, auf Geräten mit hintergrundbeleuchteten Displays.

    Dass die deutsche Buchbranche sich nicht auf einen allgemeingültigen Standard einigen kann und stattdessen, getrieben von Eifersüchteleien und DRM-Träumen, jeder Vertrieb sein eigenes Süppchen kocht, ist nur allzu typisch für Dinosaurier der Gattung Werkmittler des vergangenen analogen Zeitalters.

    Man muss sich nur die absurd hohen Preise anschauen, die für eine Handvoll elektrischer Zustände (0 und 1), sprich eBooks, von den Verlagen gefordert werden, als ob noch immer die kostenintensive Produktion und der teure Vertrieb existierten. Dann weiß man, dass die Fortschrittsverweigerer der Verlage lieber Dinge wie ACTA ohne Rücksicht auf Grundrechte durchlobbyieren, anstatt mit der Zeit zu gehen.

  2. A. G. |  12.02.2012 | 18:46 | permalink  

    „Reader-Formate fragmentieren den Buchmarkt“

    Das ist richtig, wenn viele Reader-Formate untereinander konkurrenzfähig sind. Sind sie vermutlich aber nicht.

    Ich vermute, dass Amazon über Kindle dauerhaft den Markt für elektronische Textformate beherrschen wird, denn die gekauften Bücher, Zeitungen, Zeitschriften, auch Gratis-PDF’s sind nicht nur auf dem Kindle, dem iPad, sondern auf etlichen Lesegeräten mit App verfügbar. Alternativ mag es auch sein, dass Apple iBook in Verbindung mit iTunesU neben Amazon zum zweiten Textmarktgiganten wird.

    Viele Reader-Formate wird es dann eben nicht mehr geben. Die Verlage können ihre individuellen digitalen Lösungen mittelfristig einstampfen. (Ausnahme: Sie tun sich zusammen, machen was Eigenes.)

    „Der Medienwandel ist aus der Perspektive der Medienwirtschaft auch und vor allem ein Wandel der Präsentationsoberflächen von publizistischen Inhalten und Werbekommunikation.“

    Nein, es geht mittel- und langfristig um eine drohende Monopolisierung des Textmarktes durch Amazon und ggf. Apple, die es zu erschweren/verhindern gilt, nicht um einen kurzfristigen Wandel der Präsentationsoberflächen.

  3. Stefan Engeln |  12.02.2012 | 21:27 | permalink  

    Ich wusste bisher nicht, dass die Tageszeitungen und Buchverlage eine eReader-Strategie hatten. Ich dachte bisher, dass die nur beten:

    http://www.heise.de/newsticker/meldung/Springer-Chef-Beten-und-Steve-Jobs-danken-973673.html

  4. Der (E-Book-) Preis ist heiß « books+ |  13.02.2012 | 11:21 | permalink  

    [...] “Man muss sich nur die absurd hohen Preise anschauen, die für eine Handvoll elektrischer Zustände (0 und 1), sprich eBooks, von den Verlagen gefordert werden, als ob noch immer die kostenintensive Produktion und der teure Vertrieb existierten. Dann weiß man, dass die Fortschrittsverweigerer der Verlage lieber Dinge wie ACTA ohne Rücksicht auf Grundrechte durchlobbyieren, anstatt mit der Zeit zu gehen.” (aus: Carta.info) [...]

  5. jan krone |  13.02.2012 | 18:14 | permalink  

    @Tharben:

    ja, eine berechtige Ergänzung. Merci.

    @A.G., letzter Absatz:

    das wäre mir jetzt zu reaktiv. Ich möchte mir nicht anmaßen, die technologische Entwicklung vorauszubestimmen. Es ist jedoch zwischen Hard- und Software zu trennen. Dazu ist die Rolle der Urheber zu bedenken, die durch ihre Vertragsfreiheit Inhalte “freistellen”.

    @ Stefan Engeln:

    :-D ja, die Hilflosigkeit angesichts des Verlustes der Kontrolle über die Vertriebswege treibt zuweilen schon fast putzige Blüten…

  6. A. G. |  13.02.2012 | 19:22 | permalink  

    Zu Visionen aus den USA, die hier “beobachtet” werden sollten, @Jan Krone: http://www.heise.de/ct/artikel/iPad-im-Ranzen-1421525.html .

  7. jan krone |  13.02.2012 | 19:37 | permalink  

    Ja, schon mitbekommen…

    Der Schulbuchmarkt ist auch wieder ein ganz besonderes Subsegment.

    Ich warte ja noch auf eine Thematisierung der “Technologieneutralität” auf EU-Ebene.

  8. jan krone |  13.02.2012 | 20:01 | permalink  

    #7… in diesem Kontext

  9. A. G. |  13.02.2012 | 20:02 | permalink  

    @Jan Krone, es geht doch nicht nur um den Schulbuchmarkt, sondern darum, dass Apple einen Inhaltemarkt über den Lehrbuchmarkt – zunächst in den USA - besetzen versucht. Damit vergroessert Apple die Chance, Apple-Hardware zu verkaufen und am Contentmarkt erfolgreich zu partizipieren. Mit iPods und iTunes ist es ihnen im Musikgeschaeft bereits gelungen… 

    Apple und Amazon gehen strategisch jetzt vor, um den digitalen Markt zu beherrschen. Auf digitale Nebenprodukte (Hard-, Software) wird es nicht mehr ankommen, wenn die Strategien erfolgreich sind. 

    Ja, vielleicht hilft die EU. Kein Witz.

  10. jan krone |  13.02.2012 | 20:13 | permalink  

    @A.G.:

    Ja, aber es sind hauptsächlich die Entscheidungen des autonomen Nutzers, die diese Entwicklung verursacht haben (ähnlich: Google, FB, etc.). Alternativen gibt es viele.

    D.h., nicht zwangsläufig Monopole im Sinne des Kartellrechts…

    Bei Tech-Prognosen bin ich lieber etwas vorsichtig, weil a) disruptive Technologien zum digitalen Alltag gehören und b) meine Expertise hier an die Grenzen stößt :)

  11. A. G. |  13.02.2012 | 20:17 | permalink  

    Meine auch. ;)

  12. Melitta Müller |  13.02.2012 | 20:17 | permalink  

    Interessanter Artikel. Für mich werden die Begriffe “Buchverlag” und “Buchgroßhandel” jedoch nicht deutlich genug abgegrenzt.
    Zum einen sind es die (Groß-)Händler, die teilweise ihre eigenen Reader herausbringen und damit den Markt ‘zerfasern’, wie es im Artikel genannt wird.
    Zum anderen bedeutet dies jedoch keineswegs ‘eine unbestimmte Anzahl von (teuren) Lesegeräten mit eingeschränktem Titelangebot’ anschaffen zu müssen, diese Schlussfolgerung ist in der Praxis – Verzeihung- absurd. Die meisten großen Verlage haben mit den gängigen Händlern Verträge abgeschlossen, so dass ein Großteil der Titel bei unterschiedlichen Portalen und damit auch auf verschiedenen Geräten verfügbar ist (die oftmals mangelnde Übertragbarkeit durch DRM-Schutz mal außen vor gelassen).
    Zu den ‘absurd hohen Preisen’ (Tharben): So einfach, wie viele Leser denken, ist es nicht; bestimmte Kosten entfallen, aber höhere MwSt. und teils andere Kosten fallen dennoch an. Hier ein Link zur Kostensituation:
    http://www.berlinstory-verlag.de/blog/was-kostet-ein-buch-und-warum-sind-ebooks-nicht-kostenlos/57

  13. jan krone |  13.02.2012 | 20:29 | permalink  

    @A.G.:

    ;-)

    @Melitta Müller:

    ja, bin mir ob dieser Unschärfe bewusst. Der Vergleich soll die Strategiemodelle von Distributoren in zwei verwandten Mediengattungen thematisieren.

    Die Anzahl der Lesegeräte ist ebenso bewusst überhöht, weil ich mir keinen Überblick über die Lesewünsche der Leser machen kann. Und im “schlimmsten Fall” kann es nun mal bedeuten, dass der Leser durch eine unbestimmte Anzahl an Variablen dazu genötigt wird, sich – mit Verlaub – inhaltsarmen Technikschrott ins Regal zu stellen. Dieses Strategiemodell halt ich für fragwürdig.

    Zumal die Managementidee davon ausgeht, Kunden würden nur bei einem Händler einkaufen. Das stellt, als ein kleines Beispiel, die in Deutschland und der Welt herumreisende Community im Zweifel vor ein größeres Problem…

    Es geht eben auch einfacher :) Und das ist es, was zählt!

  14. Tharben |  13.02.2012 | 23:41 | permalink  

    @Melitta Müller, #12 So einfach ist es mit den absurd hohen Preisen für eBooks nicht? Interessant. Aber es kommt noch besser. Folgen Sie mal dem Link unter #4 und lesen Sie den Blogeintrag auf enrichedbooks.wordpress.com

    Dort steht allen Ernstes, “Den Druckkosten gegenüber (…) stehen nämlich die Umwandlungskosten ins E-Book-Format

    Mit anderen Worten: Das Umwandeln einer Dokumentendatei in eine andere Dokumentendatei, das entsprechende Tools in einigen Sekunden erledigen, und das genau ein einziges Mal für alle Kopien eines eBooks erfolgt, soll, was die Kosten betrifft, auf einem Niveau liegen mit dem (für jedes einzelne Exemplar zu bewerkstelligenden) Druck eines Papierbuchs. Man müsste schon Christdemokrat sein, um darin einen Hauch von Plausibilität erkennen zu können.

    Und weshalb verursachen eBooks Druckkosten? Wieso kostet der Vertrieb von endlos und kostenlos kopierbaren Computerdateien prozentual mehr als der von Papierbüchern? Stellen Sie sich vor, ich wäre Christdemokrat, aber selbst dem müssten Sie das mal näher erläutern.

  15. Jörn |  15.02.2012 | 12:10 | permalink  

    Die Logik mit den verschiedenen E-Readern für verschiedene Buchgroßhändler leuchtet mir nicht ein. Dank des ePub-Formats kann ich – außer bei Amazons Kindle – eBooks auf verschiedenen eReadern lesen. Es wird mir also nicht vorgeschrieben, wo ich meine eBooks kaufe. Einzig der Kopierschutz (DRM) verhindert, dass ich eBooks in verschiedene Formate hin und herwandeln und auf eReadern meiner Wahl lesen kann. Zudem gibt es massenhaft legale kostenlose ePub-eBooks. Alle großen Anbieter haben außerdem ihre eigenen Apps, mit denen sich eBooks auf den verschiedenen Tablets, PCs, Notebooks, Smartphones lesen lassen..

    @Tharben Es gibt bereits erste eReader mit elektronischer Tinte in Farbe – Mirasol. http://ebook-fieber.de/e-reader/mirasol-ereader-nach-kyobo-ereader-und-bambook-sunflower-kommt-hanvon-c18-video/ Allerdings sind diese für Bewegtbild noch nicht geeignet. Für Magazine mit vielen hochauflösenden Fotos und Videos empfiehlt sich nach wie vor ein Tablet wie iPad oder Kindle Fire statt eines klassischen eReaders.

  16. jan krone |  15.02.2012 | 12:32 | permalink  

    @Jörn:
    Sie beschreiben das Problem im Kern: nicht nur, dass DRM-Systeme und -Ideologien Akzeptanz bei kritischen Massen verhindern und eine Reihe von Softwarelösungen um Lock-In-Effekte konkurrieren, das aktuelle eBook-Paradigma ist schlicht sehr transaktionskostenlastig konfiguriert.

    Führen Sie einmal den Reverse-Invention-Test hinsichtlich Bequemlichkeit und Verfügbarkeit, ergänzt um die Faktoren Zeit und Mittel durch…

  17. Ansgar Warner |  15.02.2012 | 12:43 | permalink  

    Hm, der Link auf den angeblichen “E-Reader-Test” von “tectest” ist ja hoffentlich nicht ganz ernst gemein, oder!?

    Zitat: “…ließen wir uns kurzerhand von der Arge ein paar 1-EUR Muttis ins Haus liefern. Diese platzierten wir in XXL-Lesesessel vom Sperrmüll und drückten jeder von ihr einen e-Reader in die Hand. Leider konnten 3 der 6 Leseratten nicht lesen, was sie uns und der ARGE erfolgreich verheimlicht hatten. Zur Strafekürzte man ihnen die Hartz-IV-Bezüge für 12 Monate um 80%. Wir schenkten ihnen zum Trost ein kostenloses eBook. ”

    Über solche ekelerregenden, sexistischen, sozialrassistischen Witze (wenn es denn nicht sogar ernst gemeint ist!?) kann ich nicht lachen, solchem digitalen Hate Crime muss man entschieden entgegentreten. Also bitte diesen Link unbedingt entfernen! Es gibt doch genügend normale E-Reader-Testberichte im Web!

    Was den zweiten Link betrifft:
    eine aktuellere Version dieser Marktübersicht von Ende 2011 findet man unter
    http://www.e-book-news.de/wuensch-dir-was-aktuelle-marktuebersicht-e-reader-lese-tablets/

  18. jan krone |  15.02.2012 | 12:53 | permalink  

    @Ansgar Warner:

    bitte selber an die Verfasserin von tectest, Andrea Schmidt, wenden. Dazu weiter kein Kommentar.

    Danke für den zweiten Linkhinweis auf die eigene Site ;-)

  19. Ansgar Warner |  15.02.2012 | 13:07 | permalink  

    Lieber Jan Krone,

    ganz so einfach ist es leider nicht. Der zweite Link zum Thema E-Reader-Marktübersicht im obigen Blogpost verweist auf einen Artikel, den ich Ende 2010 für das Upload-Magazin geschrieben habe. Wenn der erste Link auf Tectest von Ihnen wirklich ernst gemeint ist, möchte ich Sie bitten, nicht mehr im selben Zusammenhang auf meinen Artikel zu verweisen.

    Beste Grüße,

    Ansgar Warner

  20. jan krone |  15.02.2012 | 13:17 | permalink  

    @Ansgar Warner:

    verstehe ich Ihren Kommentar richtig als Unterlassungsaufforderung bezüglich des Upload-Magazin-Links in diesem Carta.info-Beitrag?

  21. Ansgar Warner |  15.02.2012 | 13:37 | permalink  

    Ja, selbstverständlich. Aber was ich immer noch nicht verstehe: es sollte doch auch für Carta selbstverständlich sein, sich von solchen Webinhalten zu distanzieren!? Das ist doch nicht einfach nur das Problem der TecTest-Autorin.

  22. jan krone |  15.02.2012 | 14:03 | permalink  

    @Ansgar Warner:

    Die Verbindung zu Ihnen selbst haben Sie jetzt bereits über Ihre Kommentare übergebührend ausgebreitet.

    Eine Unterlassung muss ich Ihnen leider abschlagen: http://www.telemedicus.info/urteile/Internetrecht/Linkhaftung/70-BGH-Az-I-ZR-25900-Keine-Urheberrechtsverletzung-durch-Links-Paperboy.html

  23. Ansgar Warner |  15.02.2012 | 14:44 | permalink  

    Okay, letzter Versuch:

    wenn Sie sich den TecTest-Artikel noch mal genau anschauen, werden Sie festellen, dass es gar nicht um eine Marktübersicht oder einen Test im Sinne eines Vergleichs verschiedener Modelle geht, sondern nur um eine allgemein gehaltene Warenkunde, an deren Ende das Kindle 4 plötzlich zum “Testsieger” erklärt wird.
    Die mit Abbildungen zahlreicher Geräte illustrierte Artikel-Überschrift “eBook-Reader Test 2012″ ist insofern irreführend.

    Wäre das nicht vielleicht ein Grund, den Link auszutauschen?

  24. jan krone |  15.02.2012 | 15:23 | permalink  

    @Ansgar Warner:

    Vielen Dank, Ihr Angebot zur Kontextrückführung nehme ich gerne an!

    Übersichten und Ausführungen zur Hardwarevielfalt, Nutzungsweisen, Softwarelösungen tragen in der Summe dazu bei, sich dem aktuellen Dilemma in der Marktbearbeitung zu nähern. So auch in den einleitenden Zeilen meines Beitrags. Es geht vor allem um die Beleuchtung von Strategiemodellen zur Steigerung der Kundennachfrage/-bindung und nicht um einen Technikvergleich.

    Spannend in diesem Zusammenhang finde ich auch Ihre Zusammenfassung der Michel Clement-Studie: http://www.e-book-news.de/studie-der-uni-hamburg-knapp-ein-viertel-der-deutschen-nutzt-e-books/; http://www.rcmc-hamburg.de/neuigkeiten/2012-01/studie-zu-e-books-und-e-readern

    Hier taucht, in Ihrer Zusammenfassung, ein gängiges Dokumentenformat als Kundenwunsch auf, was natürlich ebenso gegen eine Technologieneutralität ausgerichtet ist (#6,7). Auch werden die unterschiedlichen technischen Konfigurationen spezifischer Anbieter als Hemmnis genannt.

    Das führt mich zu meiner These der sehr schmalen Nische, in der Buchmediennutzer nicht übergebührend durch Intermediäre “verhaftet” werden sollten, schon gar nicht in der sehr heiklen Phase der Produktsensibilisierung. Dieser Effekt ist bei Tageszeitungsverlagen mit sehr hoher Leserbindung nicht so gewichtig (siehe Text).

  25. e-book-news.de » Carta, E-Reader-Tests & die “1-Euro-Muttis” vom Jobcenter |  15.02.2012 | 15:25 | permalink  

    [...] gibt Themen, die sind merkwürdig off-topic und on-topic zugleich. So wie etwa Jan Kortes aktueller Carta-Artikel über unterschiedliche E-Reader-Strategien von Tageszeitungs- und Buchverlagen. Bei der Lektüre [...]

  26. Ute |  20.02.2012 | 16:00 | permalink  

    @Tarben
    Würde gerne noch richtigstellen, dass das Zitat etwas aus dem Zusammenhang gerissen wurde. In meinem Beitrag zur E-Book-Preisgestaltung steht nicht NUR:
    “… den Druckkosten gegenüber (die i.d.R. gar nicht sooo hoch sind) stehen nämlich die Umwandlungskosten ins E-Book-Format …”
    Diese Kosten sind natürlich nicht identisch. Vielmehr handelte es sich um eine Auflistung von Kosten, die beim E-Book anders anfallen. In Gänze lautete der Satz:
    “… den Druckkosten gegenüber (die i.d.R. gar nicht sooo hoch sind) stehen nämlich die Umwandlungskosten ins E-Book-Format, die höheren Autorenhonorare beim E-Book und nicht zuletzt auch die Mehrwertsteuer, die beim E-Book 19%, beim gedruckten Buch hingegen nur 7% ausmacht.”

  27. Milan |  22.02.2012 | 15:34 | permalink  

    Momentan kann sich doch eine Zeitung oder Zeitschrift nur durch den Online-Vertrieb finanzieren, ganz im Gegenteil, die Online-Sparten werden durch die Printmedien finanziert.

  28. jan krone |  22.02.2012 | 16:40 | permalink  

    @ Milan:

    sie meinen “keine Zeitungen usw.”, oder?

    Sicher, das gilt für die Breite bestimmt uneingeschränkt. Ich meine allerdings, dass die strategische Ausrichtung des Vertriebs einzelner, großer Verlage auf die Option spezifischer Reader/Viewer im Gegensatz zum Buchgroßhandel durchaus lohnen kann; dh, also ein zukünftig bedeutender und vor allem nahezu uneingeschränkt kontrollierbarer Vertriebsweg für eine relativ stabile Nachfragesituation nach einer Marke sein kann. Denn darin liegt für Verlage ja das aktuelle Problem: die Unerreichbarkeit der Kontrolle des Vertriebsweges “Internet”. ACTA, Leistungsschutzrecht usw. hin oder her…

    Dass die Anzahl gedruckter Exemplare durch eigens konfigurierte Reader/Viewer zusätzlich substituiert würden, wäre eine Folge. Aber dass es zu einer gänzlichen Substitution von gedruckten Exemplaren kommt… Daran glaube ich auch nicht. Und dass nicht nur aus betriebsökonomischen Überlegungen.

  29. jan krone |  29.05.2012 | 14:46 | permalink  

Sie können Ihren Kommentar mit HTML-Befehlen formatieren.