Stefan Engeln

Christoph Keeses überzogene Erwartungen

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Springers Cheflobbyist möchte eine kollektive Bezahllösung für Presseinhalte im Netz. Gleichzeitig fordert er, dass die Verlage dabei genau so viel verdienen wie bisher. Das aber funktioniert nicht.

10.02.2012 | 

In seinem Blog Presseschauder hat Christoph Keese einen sachlichen Beitrag zu neuen Vergütungsmodellen für digitale Inhalte verfasst. Die Quintessenz seines Beitrags lautet:

„Warum treten die meisten Produzenten heute für harte Kontrollen der Weiterverbreitung ein? (…) Weil rigide Verbreitungskontrolle heute die beste und nahezu einzige Methode ist, mit Kreativgütern Geld zu verdienen. Das bedeutet aber nicht, dass alternative Vergütungssysteme prinzipiell ausgeschlossen sind. In den Tantiemeformeln der Verlags-, Musik- oder Filmmanager steht, dass sie die Gewinne ihrer Unternehmen steigern sollen. Wenn sich ihnen Wege böten, dieses Ziel ohne strenge Verbreitungskontrollen zu erreichen, wären sie vermutlich schnell mit von der Partie.“

Die Argumentation lautet also im Kern: Strenge Verbreitungskontrolle und die damit verbundenen Folgewirkungen, z.B. das Abmahnunwesen, wären überflüssig, wenn durch anderweitige Vergütungssysteme sichergestellt ist, dass die Verwerter ihre Gewinne beibehalten oder steigern können. Und so findet Keese zu seinem Thema eines Leistungsschutzrechts für Verlage zurück.

„Wenn eine deutschlandweite Flatrate für alle Verlagsinhalte mehr Geld in die Kasse brächte als die heutigen Geschäftsmodelle, würden die Verlage (…) wenig dagegen einzuwenden haben.“

Ich halte diese Argumentation für fehlgeleitet. Zunächst einmal vermag Keese natürlich nicht zu erklären, warum es diese Leistungsschutzabgabe ausschließlich zu Gunsten der Zeitungsverleger geben sollte. Es wäre dann naheliegender, über eine Kulturflatrate für alle urheberrechtlich geschützten Inhalte zu sprechen. Die Argumentation hat aber m.E. vor allem einen ökonomischen Haken.

 

Wertschöpfungsketten im digitalen Zeitalter

Vergleicht man die Wertschöpfungskette eines gedruckten Verlagsproduktes – von der Produktion über die Distribution bis zum Konsum – mit der Wertschöpfungskette eines digitalen Verlagsproduktes, dann lässt sich unschwer feststellen, dass sich die analoge Wertschöpfungskette disintegriert.

Ein digitales (Verlags-)Produkt muss nicht mehr auf teuren Druckmaschinen produziert werden. Der Datenträger (also das Buch, die Zeitung, die CD oder DVD) muss nicht mehr in körperlicher Form zum Kunden gelangen. Zeitungsausträger sind obsolet geworden. Die Distribution übernimmt das Netz und die Kosten dafür trägt sogar der Kunde, indem er seinen Internetanschluss bezahlt. Marketing und Vertrieb übernehmen z.T. die Nutzer selbst, indem sie Inhalte über soziale Netzwerke verteilen. Nicht zuletzt leisten auch Google und andere Plattformen hier einen wichtigen Beitrag. Und der Konsum erfolgt auf Endgeräten (PCs, Tablets, Smartphones), die der Nutzer sich (auch zu diesem Zweck) angeschafft hat.

Durch die Verkürzung und Desintegration der Wertschöpfungskette bei digitalen Inhalten verringert sich zwangsläufig der Wert der durch die Verwertungsindustrie bisher erbrachten Leistungen.

 

Wertschätzung

Was der Kunde für ein Produkt zu zahlen bereits ist, dürfte auch durch subjektive Faktoren bestimmt sein. Die subjektive Wertschätzung des nachfragenden Kunden wird bei der Preisbildung eines Produkts eine nicht unmaßgebliche Rolle spielen. Unabhängig von der oben genannten Verkürzung der Wertschöpfungskette ist die subjektive Wertschätzung für digitale Produkte tendenziell geringer als für das physikalische, analoge Pendant. Warum? Nun, weil die Verwertungsindustrie selbst bei jeder sich bietenden Gelegenheit die Vorteile ihrer analogen Produkte anpreist und bewirbt. Da wird die schmeichelnde Haptik eines schönen Buchrückens beschworen, der Sonntagvormittag mit Frühstücksei und Sonntagszeitung weichgezeichnet und allgemein alles, was digital und unkörperlich ist, dem Schattenreich des Minderwertigen und nur Semi-realen zugewiesen.

 

Dead End

Was daraus folgt? Es ist schlicht nicht ohne weiteres möglich, bei einer Umstellung auf ein digitales Geschäftsmodell Umsatz und Gewinn stabil zu halten, weil die Verwerter ganz simpel weniger Wertschöpfung erbringen und zudem das eigene Marketing preisdämpfend auf digitale Produkte einwirkt. Und deshalb ist Keeses Argumentation meines Erachtens nicht zu halten.

Verwerter widersetzen sich digitalen Geschäftsmodellen, weil sie - kurzfristig auch völlig zu Recht – Umsatz- und Gewinneinbußen befürchten müssen (dies jedenfalls so lange, wie die digitalen Inhalte gegenüber „Totholzprodukten“ keinen zusätzlichen Mehrwert aufweisen, für die der Kunde einen Aufpreis zu zahlen bereit wäre).

Wer verlangt, dass Vergütungsmodelle entwickelt würden, die bei einer Umstellung auf digitale Geschäftsmodelle gleichbleibenden Umsatz und Gewinn versprechen, argumentiert gegen die ökonomische Logik und möchte im Grunde auch dort bezahlt werden, wo keine Wertschöpfung mehr erbracht wird. Besonders evident ist dies etwa im E-Book-Markt in Deutschland, wo die Verleger für ein E-Book annähernd den gleichen Preis verlangen wollen wie für ein gedrucktes Buch.

Mit dem Leistungsschutzrecht verbinden sich – das muss man dem Beitrag von Keese entnehmen – völlig überzogene Vorstellungen, welche Einnahmen hierdurch erzielt werden sollen. Da kann einem nur angst und bange werden, was demnächst die Verlinkung im Netz kosten wird.

So erfrischend es zunächst klingen mag, nicht erneut mit längst entkräfteten Argumenten zum Leistungsschutzrecht konfrontiert zu werden, so muss man gleichwohl mit Bedauern konstatieren, dass Keese mit seinem Beitrag weiter auf einsamem Pfad in den argumentativen und ökonomischen Schwarzwald wandert.

 

Stefan Engeln arbeitet als Justitiar bei der 1&1 Internet AG. Der Text gibt die Meinung des Autors wieder. Dieser Beitrag erscheint auch in seinem Blog.

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29 Kommentare

  1. Keeses Vergütungsmodelle – Unterwegs im Schwarzwald » Engeln.de |  10.02.2012 | 01:37 | permalink  

    [...] Beitrag ist als Crosspost auch bei CARTA veröffentlicht worden. Kommentare zu diesem Artikel bevorzugt [...]

  2. Christoph Keeses überzogene Erwartungen |  10.02.2012 | 01:44 | permalink  

    [...] prinzipiell ausgeschlossen sind. In den Tantiemeformeln der Verlags-, … Lees meer op CARTA INTERVIEW: “De Belgische tech-Initiatieven zijn te versnipperd” Dat Bedrijf [...]

  3. arne |  10.02.2012 | 09:29 | permalink  

    O.K.

    Und was machen wir jetzt?

  4. Christoph Keese |  10.02.2012 | 09:43 | permalink  

    Lieber Herr Engeln,

    danke für die Lektüre meines Beitrags und Ihre Antwort darauf.

    Hier kurz einige Anmerkungen:

    1. Ich spreche im Text bewusst auch von Einzelverwertung und schlage als möglichen Weg dafür eine Weiterentwicklung von Creative Commons vor. Es ist also nicht so, dass ich für eine Flatrate, schon gar nicht eine Zwangsabgabe eintrete.

    2. Eine Flatrate hätte neben einigen Vorzügen auch viele Nachteile. Mir ging es in diesem Gedankenexperiment nur darum zu verdeutlichen, dass Verleger nicht generell gegen Kopien und Streaming sind, sondern ihre Haltung dazu die Funktion der Erlöserwartung ist. Das steht ausdrücklich im Beitrag. Damit wird eben nicht gefordert, dass die Erlöse im Netz genauso hoch sein müssen wie bei Print. Sondern es wird nur eine betriebswirtschaftliche Nutzenkurve beschrieben. An welchem Preispunkt welches konkrete Verhalten ausgelöst ist, weiß ich nicht. Es kommt mir in diesem Beitrag nur auf die Feststellung an, dass Verlage sich flexibel entlang einer Nutzenkurve verhalten und nicht an Dogmen orientieren, die ihnen oft unterstellt werden.

    3. Das Wort “Leistungsschutzrecht” kommt in meinem Text nicht vor. Sie haben es ins Gespräch gebracht. Mit keinem Wort habe ich geschrieben, dass ein Leistungsschutzrecht zu einer Abgabe führen solle, die per kollektiver Verwertung zu gleich hohen Erlösen wie bei Print führt. Ich bitte zur Kenntnis zu nehmen, dass das Leistungsschutzrecht nicht zu Zwangsabgaben führen würde. Dies haben die Verlage nie gefordert, auch wenn Bitkom, BDI und Eco nicht müde werden, dies wahrheitswidrig zu behaupten.

    Kurzum: So sehr ich mich über Ihren Beitrag freue, so sehr zielt er doch am Thema vorbei. Es ging nicht um das Leistungsschutzrecht, und mit den Vermarktungsmodellen, von denen ich spreche, sind keine “Zwangsabgaben” gemeint.

    Trotzdem noch einen schönen Tag wünscht Ihnen Ihr Kunde Christoph Keese, denn der Presseschauder wird bei 1&1 gehostet

  5. Daniel Bröckerhoff |  10.02.2012 | 09:58 | permalink  

    @Christoph Keese Leider gehen Sie in Ihrer Antwort nicht auf die Grundthese des Textes ein: Dass die Leistungen der Verleger im digitalen Zeitalter nicht mehr so dringend benötigt werden, dass sie schlichtweg weniger zu tun hätten und daher nicht erwarten könnten weiterhin soviel Geld zu verdienen, wie zu analogen Zeiten. Dazu hätte mich ihre Antwort schon interessiert.

  6. Michael Frenzel |  10.02.2012 | 10:43 | permalink  

    In den vergangenen zwei Jahren durften wir allerlei überraschende Wendungen in Christoph Keeses politischen Lobbyaktivitäten zum Leistungsschutzrecht erleben. Von der Zwangsabgabe für alle Internetnutzer bis hin zu einer Art Internet-GEZ für gewerbliche Leser von Verlagswebseiten.

    Jetzt schreibt Christoph Keese: “Es ist also nicht so, dass ich für … eine Zwangsabgabe eintrete.” und “Ich bitte zur Kenntnis zu nehmen, dass das Leistungsschutzrecht nicht zu Zwangsabgaben führen würde.”

    Ein “freiwilliger Holzmediensoli” also? neue Variante kennen. Nur wozu brauchte es eine gesetztliche Verankerung des Leistungsschutzrechtes, wenn es nicht neue Zahlpflichten festlegt?

    Dass Keese behauptet, sein Text habe keinen Bezug zum Leistungsschutzrecht, stimmt so nicht. er vermeidet das Wort, aber was soll eine “deutschlandweite Flatrate für alle Verlagsinhalte” anders sein, als “Version 8.61″ des nimmermüde propapgierten Leistungssschutzrechtes für Verlage?

    Sie würde die ökonomischen Machtverhältnisse im Sinne der herrschenden journalistischen Avantgarde von Springer & Co. im Internet-Zeitalter für Jahrzehnte einzementieren.

    Für mich klingt das nicht als Bekenntnis gegen eine Zwangsabgabe. Sondern als Beteuerung, niemand habe die Absicht, eine (Bezahl-)Mauer zu errichten.

  7. Christoph Keese |  10.02.2012 | 10:45 | permalink  

    Gern.

    Die Leistungen der Verleger werden im digitalen Zeitalter weniger benötigt als früher? Eine verwegene These.

    In meinem Text spreche ich von Produzenten. Gemeint sind damit Urheber und Werkmittler aller Kreativbranchen.

    Die Leistungen dieser Produzenten werden im digitalen Zeitalter massiv abgefordert. Sie liefern einen hohen Anteil der bei YouTube, Facebook und Twitter eingestellten Stoffe. Selbst Blogs beziehen diese Profi-Stoffe in hohem Umfang mit ein. Die Original-Webseiten der Produzenten zählen in allen entwickelten Ländern zu den stärksten Seiten überhaupt.

    Richtig wäre eher folgende These: “Der Leistungen der Produzenten werden im digitalen Zeitalter unterproportional vergütet gemessen an den Wertschöpfungsbeiträgen, die sie im System leisten.”

    Falls die These darauf abzielt, eine Unterscheidung zwischen “Urhebern” und “Verlegern” zu treffen, also zu konstatieren, dass Urheber wichtig, aber Verleger unwichtig sind, dann empfehle ich einen Blick auf Alexa. Vergleichen Sie die Reichweite von Verlagswebseiten mit denen von urheberbetriebenen Seiten, also beispielsweise Blogs. Die Reichweitenunterschiede sind nur in Zehnerpotenzen auszudrücken. Die Veröffentlichung auf einem Verlagsportal adelt jeden Text und verschafft ihm erst richtige Reichweite.

  8. Wolfgang Michal |  10.02.2012 | 11:33 | permalink  

    Lieber Herr Keese,
    mich würde interessieren, warum die deutschen Verlage nicht mit Flatrates experimentieren. Nach dem Piano-Modell (Slowakei, Slowenien) wäre dies doch möglich.
    http://carta.info/40879/schafft-ein-zwei-viele-flatrates/

  9. Stefan Engeln |  10.02.2012 | 11:41 | permalink  

    @Arne | 2

    Ich fürchte, dass Rechteverwerter / Verlage im Zweifel in den sauren Apfel werden beißen müssen, und sich mit allen Konsequenzen, und sei es eben auch um den Preis eines kurzfristig negativen Effekts, auf digitale Geschäftsmodelle einlassen müssen. Es ist besser das eigene analoge Geschäft zu kannibalisieren, als kannibalisiert zu werden. Siehe auch:

    http://techcrunch.com/2010/03/06/andreessen-media-burn-boats/

    @Christoph Keese

    Danke für Ihren Kommentar. Das gibt mir Gelegenheit noch einen Punkt anzusprechen, der thematisch nicht ganz zum Blogbeitrag oben gepasst hätte, aber mir gleichwohl nicht unwichtig erscheint. Im Rahmen Ihres Beitrages sprechen Sie im Wesentlichen von Vergütungsmodellen, aber nicht von Geschäftsmodellen. Das ließe sich so (miss-) verstehen, dass einfach analoge Geschäftsmodelle ins Internet verlängert werden sollen und es dann Sache Gesellschaft oder äußerstenfalls der Politik sei, dafür Sorge zu tragen, dass Vergütungsmodelle entwickelt werden, die auf dieser Basis stabilen Umsatz und Gewinn gewährleisten. Das greift zu kurz. Ich will hier keine Eulen nach Athen tragen, denn der Axel Springer Konzern versteht es in exemplarischer Weise, seine Geschäftsfelder im Internet auszuweiten und hier wirtschaftlich erfolgreich zu agieren. Eben darum sollte man auch nicht einfach nur von Vergütungsmodellen sprechen.

    Letzte Anmerkung: Sie nennen die Forderung nach einem Leistungsschutzrecht in Ihrem Beitrag nicht explizit, wie Sie dies häufig in Ihren Blogbeiträgen tun. Wenn Sie aber mit der Formulierung einer “deutschlandweiten Flatrate für Verlagsinhalte” nicht das Leistungsschutzrecht gemeint haben sollten: Was hätte man sich darunter sonst vorzustellen?

  10. Jan Dark |  10.02.2012 | 11:57 | permalink  

    Wir wissen nun aus 20 Jahren Internet in Deutschland, dass direkte Vergütungsmodelle für digitalen Content nicht funktionieren. Weder Micropayments gibt es massenhaft, noch eine Marktelastizität der Verbraucher (Epsilon nahe Null).

    Wir wissen aus 60 Jahren öffentlich-rechtlichem Rundfunk und 200 Jahren Krankenkassen, dass indirekte Vergütungsmodelle funktionieren. Ob man die nun Steuern, Gebühren, Flatrate oder sonstwas nennt: sie funktionieren.

    Leistungserbringer werden bei diesen Vergütungsmodellen angemessen vergütet. Das Verlage nur nach der Höhe, wie Keese es vorschlägt, weiter vergütet werden und nicht nach Leistung, ist absurd. Heizer auf E-Loks werden auch nicht weiter beschäftigt, weil man sie zur Dampflokomotiven mal gebraucht hat.

    Wir werden uns über die Geldallozierungsmechanismen Gedanken machen müssen. Das ist nicht einfach. Nur weil ich was veröffentliche, habe ich noch keinen Grund für eine Bezahlung (so wie manche das heute fordern). Tweets und Schnipsel werden wir auch nicht vergüten. Aber wir werden was finden, weil das alte auch nicht funktioniert.

    Die alten Gesänge aber zu perpetuieren und das Internet zum Polizeistaat zu machen wie bei ACTA geplant, wird die Bevölkerung nicht dulden, wie man in Polen, Tschechien und Estland gerade sieht und morgen bei uns.

    Als ien bisschen mehr Gehirnschmalz werden wir schon brauchen als die dümmliche Nummer, Bürger x hat früher y verdient, also müssen wir ihm unabhängig von der Leistung y+z in Zukunft zahlen. Das ist leistungslose Gewerkschaftsmentalität aus den 1970er Jahren :-) Ein bisschen mehr Kreativität darf man da von unseren Unternehmern erwarten, als nur nach dem Staat zu rufen.

    Wenn sie weiterhin, wie in den letzten 20 Jahren keine tragfähigen Geschäftsmodelle finden, dann werden sie gefunden. Bei ARD und ZDF geht es auch. Und wenn wir es mit Werbungsfinanzierung wie bei SAT1, RLT, Facebook und Google machen.

    Aber mittelfristig wird das Urheberrecht ersatzlos fallen und es wird sein wie in der Renaissance, wo wir nicht durch solche Kinkerlitzlichen behindert wurden von Ewiggestrigen. Das hinterfotzige Hintertreiben der Demokratie durch schmierige Lobbyisten bei ACTA hat der Contentindustrie schweren Schaden zugesetzt. Die fallen als ernsthafte Gesprächspartner erst mal aus und haben sich als Sicherheitsrisiko für die Demokratie erwiesen. Bürokratien, die dieses hinterfotzige Schmierentheater der Lobbyisten mitmachen, kicken sich wie Ghadaffi und andere arabische Spinner aus dem Geschäft. Die haben nicht mal die Basis unserer Demokratie verstanden, geschweige denn, dass sie unsere Werte teilen.

  11. arne |  10.02.2012 | 13:11 | permalink  

    Uiuiui, Jan Dark.

    Meine Einlassungen zu ACTA und zum Urheberrecht gibt es drüben bei Herrn Michal:

    http://carta.info/41361/ist-acta-hevelings-kriegserklarung/

    und wesentlich ausführlicher und fundierter mit vielen Beteiligten, die vom Fach sind, hier:

    http://www.spreeblick.com/2011/11/10/urheberrechtsdebatte-offener-brief-von-mark-chung-an-berthold-seliger/

    @ Herrn Engeln

    Sie verzeihen mir sicherlich, dass ich Hern Andreessens und Ihre Sicht nicht als objektiv einordnen kann. Mit der Bewertungung des iPads hat er aber Recht. Warum klammern sich die Verleger aber an diesen Strohhalm? Ich weiss es nicht.

    Die Frage aller Fragen lässt er auch unbeantwortet:

    Wie verdiene ich mit meiner Leistung Geld im Internet?
    Oder gehe ich lieber zu Schlecker arbeiten? Oder soll ich mich aufhängen?

    Verlage werden noch eine Weile zappeln und es wäre gut zu Lösungen zu kommen, bevor sie ausgezappelt haben. Das würde uns nämlich eine Kulturlandschaft erhalten, die ich sehr schätze. Gilt genauso für alle anderen Kreativen.

    Das geschraubte Gequassel hier und da zeigt nur, dass sehr wenige der Kritiker schon einmal im kreativen Bereich wirklich gearbeitet haben und Einkünfte erzielen mussten. Da ist mir dann auch die Meinung der AS PR Abteilung Jacke.

  12. Jan Dark |  10.02.2012 | 13:22 | permalink  

    “Nein, sondern weil rigide Verbreitungskontrolle heute die beste und nahezu einzige Methode ist, mit Kreativgütern Geld zu verdienen. ”

    Wen ich solche Lügen höre, wird mir schwindelig. Der deutsche Gebührenzahler hat 2011 7,5 Milliarden Euro gezahlt. Damit haben die öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten tonnenweise Kreativgüter produziert und in Umlauf gebracht. Sogar so, dass man nicht mal die Wahl hat, ob man die elektromagnetische Strahlung (für die Ausstrahlung durch die Luft) dafür haben will oder nicht. man wird ihr zwangsweise ausgesetzt.

    Wer das einfach ausblendet und leugnet, ist kein seriöser Gesprächspartner.

  13. Jan Dark |  10.02.2012 | 13:28 | permalink  

    Wir müssen mal darüber reden, dass wir ein Grundrecht auf Meinung und Pressefreiheit haben, aber nicht ein Grundrecht, dass man für jede Äusserung Geld bekommen muss, wie es die Contentindustrie glaubt. Wir haben als Fundament unserer Wirtschaftsordnung uns für die Marktwirtschaft entscheiden. Über das Urheberrecht, Netzsperren, ACTA, Abmahnanwälte und das ganze Gedöns, soll diese unsere Ordnung vernichtet werden. Das werden die Bürger nicht hinnehmen.

    Wo die Marktelastizität Null ist für bestimmte Güter, kann man sich überlegen, ob man wie bei den öffentlich-rechtlichen andere Modelle findet bei Marktversagen. Aber der Polizeistaat als Alternative zur Marktwirtschaft ist ungeeignet. Das endet nur in arabischen Frühlingen, Staatszusammenbrüchen wie der DDR. Das werden wir zur Erhalt einer wandlungsunfähigen Industrie nicht dulden. Dann wird diese Industrie eben sterben wie der Kohlebergbau. So what?

  14. Stefan Engeln |  10.02.2012 | 14:03 | permalink  

    @Arne | 10 (zugleich auch an @Christoph Keese | 6)

    Ich würde gerne klar differenzieren – wie Sie es ja auch tun – zwischen den Verwertungsinteressen der Werkmittlern und der Frage einer angemessenen und auskömmlichen Vergütung für die Urheber.

    Mein Text oben sollte nur beschreiben, weshalb ich davon ausgehe, dass es Rechteverwertern nicht ohne weiteres möglich sein wird, Umsatz und Gewinn stabil zu halten, wenn es um den digitalen Klon eines vorher analogen Produktes geht. Eine Entwicklungsrichtung habe ich dazu am Beispiel von Axel Springer angedeutet – siehe | 8.

    Was die Frage betrifft, wie eine angemessene und auskömmlichen Vergütung für die Urheber sicherzustellen wäre, kann ich mir nicht anmaßen eine Lösung in der Tasche zu haben. Meine Denkrichtung wäre indessen komplett auf ein digitales Geschäftsmodell zu setzen und das bisherige Organisationskonstrukt “Verlag” zu entbündeln, um daraus spezialisierte, zielgerichtete Dienstleistungsfunktionen für Urheber zu entwickeln. Die Leistung der Urheber ist analog wie digital dieselbe und nämliche und sollte also auch digitale Nachfrage finden.

  15. arne |  10.02.2012 | 14:17 | permalink  

    @ Herrn Engeln

    Diese Erkenntnis ist aber nicht etwa neu, sondern vielmehr Hauptursache des Problems und seit ca. 10 Jahren geschäftsrelevant.

    Sie drehen sich solange im Kreis bis Sie eine Lösung der leistungsgerechten Bezahlung aller Produktiven haben. Dann werden auch die Verleger alles digital machen. Dann brauchen wir sie aber nicht mehr. Deswegen wollen sie etwas anderes. Was sie aber nicht bekommen werden. Ich könnte mir vorstellen, dass sich die meisten längst umorientiert haben und anderweitige Investments eingegangen sind.

    Wirklich leid tut es mir um die wirklichen Leistungserbringer, Journalisten, Grafiker, Fotografen, Musiker etc.. Die mussten sich schon bedeutend früher etwas anderes suchen, sehr zum Nachteil der Kultur und der Konsumenten, auch wenn das gerne anders dargestellt wird.

  16. Stefan Engeln |  10.02.2012 | 17:26 | permalink  

    @arne | 14

    Ich weiss nicht genau, was gemeint ist mit: “Diese Erkenntnis ist (…) nicht (…) neu, sondern (…) seit ca. 10 Jahren geschäftsrelevant.”

    Beziehen Sie sich auf den Blogbeitrag, einzelne Kommentare von mir oder das Alles insgesamt? Ich möchte keine besondere Genialität für meine Meinungsäußerung beanspruchen, schließlich bauen ja alle Ideen aufeinander auf. Gute Beiträge zum selben Thema finden sich ja auch hier auf CARTA:

    http://carta.info/28946/leistungsschutzrecht-ein-fremdkoerper-in-der-marktwirtschaft/

    Ohne allso genau zu wissen, worauf Sie sich beziehen, kann ich mich nur präventiv damit entschuldigen, dass ich Ihnen längst bekannte Argumente nur deshalb erneut präsentiert habe, weil diese Argumente im Blogbeitrag von Christoph Keese, Konzerngeschäftsführer Public Affairs der Axel Springer AG, nicht berücksichtigt wurden.

  17. Klaus Jarchow |  10.02.2012 | 18:02 | permalink  

    Wenn man von Druck und Zellulose über Redaktion und Korrektorat bis hin zu Logistik und Energiekosten alles aus dieser altmedialen Wertschöpfungskette herausrechnet, dann entsteht doch die Frage, wofür Verleger neuerdings überhaupt noch Geld bekommen sollten. Andere Eigenleistungen erbrachten und erbringen sie doch gar nicht … Texte, Bilder, Grafik, Musik, O-Ton – alles kommt ‘van andern’.

  18. arne |  10.02.2012 | 18:10 | permalink  

    Nichts für ungut, Herr Engeln.

    Der Punkt, den Sie machen, ist ja richtig und das, was Kappes sagt auch weitgehend, sofern ich das überhaupt beurteilen kann.

    Ich hatte in den letzten Wochen einige interessante, aber auch manchmal enervierende Diskussionen, hauptsächlich im Netz, bei denen es um Urheberrecht, Internet und Verwertungsmechanismen ging. Vielleicht bin ich da leider schon in einer etwas gereizten Grundstimmung.

    Das “Entbündeln” ist Theorie. Es geht ums nackte Überleben und zunächst werden noch die Lieferanten (i.e. Journalisten, Musiker etc.) ausgequetscht, dann will man noch Stütze vom Staat und dann wird der Laden zugemacht. Ich sehe die Dinge aus der Urheberperspektive und vieles ist bereits den Bach heruntergegangen, Musik, Journalismus und jetzt Bücher und Filme. Die Verwerter bekommen viel zu viel Raum in der Debatte. Sie werden in den meisten Fällen in Zukunft nicht mehr gebraucht, oder wenn, dann nur, wenn sie wirklich einen Mehrwert beisteuern.

    Mein genereller Ansatz ist darüber nachzudenken, wie man das Publikum wieder mit dem Urheber versöhnen kann, so dass er die Leistung wieder angemessen honoriert. Z. Zt. kellnern viele von denen, aber ich bin ein hoffnungsloser Optimist und denke, das es Möglichkeiten gibt in Zukunft, die wir uns jetzt noch nicht vorstellen können. Ich habe eine BWL-Hintergrund und mache 3 Kreuze, wenn die nichtmehrwertstiftenden Ebenen in der Verwertung weg sind.

    Aber das allerwichtigste ist dabei, das nicht dauernd selbstberufene Experten sagen, dass “alles kostenlos” sein müsse, das “Produkt keine Nachfrage” habe, wenn etwas einmal im Netz sei “es anderswo keinen Wert mehr habe” etc. .

    Das alles ist erkennbarer Quark von interessierter Seite.

  19. Klaus Jarchow |  10.02.2012 | 18:14 | permalink  

    @ Christoph Keese: Dieser Nachtrag folgt, weil ich die Kommentare mal wieder erst las, als ich meinen Senf schon dazugegeben hatte – Sie beanspruchen mit Ihrem leicht protzigen Verweis auf die gigantischen Reichweiten bei Alexa deshalb das größte Stück vom Kuchen, weil Sie jedes öffentlichkeitswirksame Statement von Autoren mit Ihrem Verlags-Markenzeichen ‘adeln’ können. Goethe würde gewissermaßen durch Sie erst groß. Die eigentlichen Qualitäten wären also nicht Bild oder Text, sondern jene Marke, die diese auktorialen Erzeugnisse auf der Stirn tragen. Sie verlangen schlicht fürs Branding von redaktionellen Erzeugnissen so viel Geld wie in den Goldenen Zeiten der Medienindustrie – und Sie nennen diesen Rechtsanspruch leicht missverständlich dann ‘Urheberrecht’, oder sehe ich da etwas falsch?

  20. arne |  10.02.2012 | 18:17 | permalink  

    Sehe gerade oben fehlen noch 3 “s”. Bitteschön: s, s, s.

    @ Klaus Jarchow

    Falsche Frage. Die Frage muss lauten:

    “Warum wird der Journalist/Fotograf nicht mehr oder nicht ausreichend bezahlt?”
    oder
    “Warum sind die Leute, die das lesen, nicht mehr bereit für deren Leistung zu bezahlen?”

    Mit den Verlegern habe ich wenig Mitleid, die hatten Zeit genug. Das ist jetzt deren Napster/iTunes Moment.

  21. Stefan Engeln |  10.02.2012 | 19:04 | permalink  

    @Arne | 17

    OK, verstanden – danke. Nur um einer wohl eher unnötigen Klarstellung wegen: Ich bin natürlich keineswegs der Meinung, dass “alles kostenlos” sein müsse oder das “Produkt keine Nachfrage” habe.

    @Klaus Jarchow | 18

    Die Behauptung, es sei erst “die Veröffentlichung auf einem Verlagsportal (…) die jeden Text [adelt]“, gehört für mich mit zu jenen letztlich kontraproduktiven Behauptungen, mit denen Verleger den unangetastet bleibenden Kern der Wertschöpfung aushöhlen. Damit wird die schöpferische Leistung des Urhebers als nachrangig gegenüber der Leistung des Verlages betrachtet.

  22. Klaus Jarchow |  10.02.2012 | 19:57 | permalink  

    @ arne: Na, irgendwer muss die wegbrechenden Einkünfte durch die Vaporisierung von Stellen- und Immobilienanzeigen ja tragen! Und an die karge zwanzigprozentige Verlegerfamilienrendite willst hoffentlich auch du nicht ran. Also trifft’s eben die Kritzler und die Knipser und die anderen zweibeinigen ‘Kostenfaktoren’ im Haus … die Leser aber sind in diesem Spiel zunächst die falschen Ansprechpartner. Denn für das Futter, das neuerdings ‘moderner Qualitätsjournalismus’ heißt, rücke auch ich keinen Cent freiwillig raus, vor allem dann nicht, wenn ich dank Internet feststellen kann, das dank ‘Syndication’ überall nur noch das Gleiche steht.

    @ Stefan Engeln: Die Verleger drehen an ihren Veräppelkähnen die Ventile auf – und sagen dann, jetzt gäbe es bei ihnen auch einen Swimmingpool an Bord. Zu viel Marketing, zu viel BWL – zu wenig Verlegertum, zu wenig Redaktion … muss wohl am Zeitgeist liegen.

  23. arne |  10.02.2012 | 21:54 | permalink  

    @ Klaus Jarchow

    Die BWL kann nix dafür. Eher im Gegenteil. Würden sich die Beteiligten, alle Beteiligten wohlgemerkt, an kaufmännischen Grundsätzen orientieren, gäbe es viele Mitspieler, die nur den Verkehr aufhalten, jetzt schon nicht mehr,.

    Das ständige Preisdrücken, “Kostenlosvermarkten” gäbe es nicht und auch der Ärger mit ACTA/SOPA/PIPA wäre halb so wild.

    Wie können wir den Untergang beschleunigen und die wertvolle Kultur bewahren, die dann auch bezahlt wird?

    Ein Schritt ist sicherlich das, was Herr Engeln vorschlägt. Solange es keine funktionierenden Zahlungsströme gibt, gehen Verlage, Labels etc. unweigerlich pleite.
    Gleichzeitig muss die Kassenhäuschenstruktur für “danach” installiert werden.

    Kein einfacher Job.

  24. Christoph Keeses überzogene Erwartungen |  11.02.2012 | 12:34 | permalink  

    [...] CARTA: “Springers Cheflobbyist möchte eine kollektive Bezahllösung für Presseinhalte im Netz. Glei… [...]

  25. K. Neven DuMont |  11.02.2012 | 22:34 | permalink  

    Schon vor Jahren habe ich versucht, die wichtigsten Verlage davon zu überzeugen, ein gemeinsames Bezahl-Modell aufzusetzen. Darin wären Beiträge im Cent-Bereich abgerechnet worden. Die Strukturen waren aber zu verkrustet. Dienste wie Flattr sind leider auch gescheitert. Dennoch glaube ich fest daran, dass sich in einigen Jahren funktionierende Systeme durchsetzen werden. Bis dahin wird es allerdings weniger Journalisten geben.

  26. Daniel Lücking |  12.02.2012 | 14:28 | permalink  

    So als Kunde (und produzierendes Mitglied von Inhalten) gesprochen:

    Liebe Lobbyisten,

    ich mache gern einen Deal mit euch und fülle die Taschen eurer Auftraggeber. Denen müsst ihr aber etwas grundlegendes mit auf den Weg geben.

    1. Inhalte müssen neu, interessant und journalistisch sein

    Immer gleiche Kampagnen, wie gerade bei Wulff zu sehen langweilen mich und ich schaue lieber weg, als im Detail hin. Trauen kann ich dem, was ihr da abliefert leider auch nicht mehr. Gern kaufe ich weiter diese “BILD” – nicht nur um mich herrlich drüber aufzuregen, sondern auch, um zu ahnen, was die Springer-PR-Agentur gerade wieder verkauft und die Bevölkerung fälschlicherweise für Journalismus hält.

    2. Inhalte müssen relevant für mich sein

    Bitte gebt mir ein Tool, mit dem ich den langweiligen Sport wegblenden kann – dieses Fußball-Theater ist nicht meins. Formel 1 und ein bisschen WM in was auch immer ist mir aber recht! Zuweilen.

    Ich möchte aber wissen, was ihr anbietet – und wählen können, was ich davon konsumiere. Ich zahle gern die Grundmiete für einen Zugang zu euren Inhalten. Und für relevantes zahl ich auch gern noch mal drauf.

    Zieht euch die Grundmiete dafür bitte aus meiner GEZ-Gebühr oder Kulturflatrate – was auch immer.

    3. Inhalte müssen mich digital erreichen

    Ich bin kein verkappter Öko – aber tierisch faul. Das einzige Papier, das ich in die Tonne tragen will, ist die Verpackung meines Tablet-PC, der mir BILD, TAZ und Regionalzeitung liefert. Allein bin ich da sicher nicht.

    Überlegt euch also ein Konzept, wie ihr euch den “Druck nehmt, Druck zu machen”. Reduziert eure Druckstraßen, schickt Mitarbeiter in die Umschulung oder angemessen bezahlt in den Vorruhestand.

    Oder bringt den “Haptikern”, wie sie ein Online-Tool bedienen und schickt ihnen in gedruckter Form die gewünschten Inhalte. Oder als Zeitung zum Selber-Ausdrucken am Automaten beim Bäcker um die Ecke.

    4. Inhalte dort, wo sie mich erreichen

    Twitter, Facebook und youtube sind mein zu Hause – Blogs so wie so. Der “kleine digitale Medienbruch” in eine App ist nervig. Ich lade euch ein, mich dort zu treffen, in meinem Browser zu sein und durch meine TimeLine zu vagabundieren.

    5. Inhalte müssen bequem bezahlbar sein

    Ich mag keine Taschenrechner-App laufen lassen, wenn ich Artikel lese. Gern zahle ich zwar für den Grundbetrieb eures Medienunternehmens eine Abgabe oder lasse Werbung über mich ergehen. Gebt mir aber bitte einen “Kosten-Airbag” mit, eine “Tages-Fatrate” oder was auch immer mich vom ruinösen Medienkonsum abhält.

    Liebe Verleger – fragt endlich eure Kunden, die längst im Internet sind – nicht eure Zahlen aus der Bilanzbuchaltung. Denkt um, denkt neu – aber vor allem: konsumiert mal dieses Internet. Danach wieder eure Produkte… es würde mich wundern, wenn euch da nicht auffällt, dass es so mit euch nicht weiter geht.

    Der erforderliche Schwenk auf ACTA:

    Das Internet runter zu schrauben könnt ihr vergessen. Es bringt mich nicht an den Zeitungskiosk – es sei denn, ihr habt künftig Sonderausgaben, wie sich Verlagshäuser für Presse- und Meinungsfreiheit einsetzen. Nicht nur für die Freiheiten ihrer Journalisten, sondern auch die der Leser.

    Herzlichst,
    /DL

  27. Ein Leistungsschutzrecht widerspricht der Idee von Informationsfreiheit - Jan Mönikes |  14.02.2012 | 16:54 | permalink  

    [...] gleichzeitig möglich” zu lesen. Dass seine Vorstellungen jedoch nicht zu halten sind, hat Stefan Engeln aber bereits auf carta.info überzeugend [...]

  28. Rösler: Breitband Netze durch Wettbewerb + Offenheit Technologie | kostenhandy.de |  22.02.2012 | 13:44 | permalink  

    [...] Christoph Keeses überzogene Erwartungen … mit Bedauern konstatieren, dass Keese mit seinem Beitrag weiter auf einsamem Pfad in den argumentativen und ökonomischen Schwarzwald wandert. Stefan Engeln arbeitet als Justitiar bei der 1&1 Internet AG. Der Text gibt die Meinung des Autors wieder. Read more on CARTA [...]

  29. Peter |  26.02.2012 | 02:51 | permalink  

    @ Jan Dark (#10,12,13)

    Wir wissen nun aus 20 Jahren Internet in Deutschland, dass direkte Vergütungsmodelle für digitalen Content nicht funktionieren. Weder Micropayments gibt es massenhaft, noch eine Marktelastizität der Verbraucher (Epsilon nahe Null).
    Wir wissen aus 60 Jahren öffentlich-rechtlichem Rundfunk und 200 Jahren Krankenkassen, dass indirekte Vergütungsmodelle funktionieren. Ob man die nun Steuern, Gebühren, Flatrate oder sonstwas nennt: sie funktionieren.

    Wenn die so hervorragend funktionieren, die indirekten Vergütungsmodelle, dann können sie gern ab 2013 meinen “Rundfunkbeitrag” mit übernehmen: Wohnung rd. 18 € monatlich , Zweitwohnung weil Pendler nochmal rd. 18 € monatlich, Auto 1 x in 10 Jahren für den Verein genutzt, noch mal rd. 6 € monatlich, Betriebsstättenabgabe ab 0 (!) Arbeitnehmer noch mal rd 6 € monatlich -> macht dann jeden Monat rd 48 € – für Angebote, die mich zum größten Teil anwidern. Haben sie Interesse, diese Zahlungen für mich zu übernehmen? Ich meine: Das einzige, was da funktioniert, ist bald der nächste Geldverschwendungs-Skandal.

    Microstock-Fotoagenturen bezahlen die Urheber zwar erbärmlich, aber sie funktionieren. Apps werden bezahlt. itunes boomt.

    Wenn sie schon im Pluralis Majestatis schreiben (“…wir wissen…”), sollten sie wirklich etwas wissen!

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