Vera Bunse

Unverzichtbare Lichtgestalten

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Die deutschen Medien verhalten sich wie Amphibien: Wechselwarm, von der Temperatur ihrer Umgebung abhängig. Allerdings passen sie sich nicht ausschließlich natürlichen Gegebenheiten an, sondern suchen stets nach zusätzlichen künstlichen Wärmequellen. Etwa nach der “schönen Piratin” Marina Weisband.

02.02.2012 | 

Menschen lieben Schubladen. Sie erleichtern den Überblick durch Einordnung. Früher konnte der Leser durch die Entscheidung für eine bestimmte Zeitung oder ein Magazin die gewünschte Schublade aufziehen und fand in ihr alles, was sein Weltbild bekräftigte. Es gab Schnittmengen, beispielsweise zwischen Spiegel und Stern, dagegen kaum welche bei Spiegel und Süddeutscher. Wo FAZ draufstand, war auch FAZ drin.

Die Schubladen sind verschwunden, bestenfalls gibt es noch offene Fächer in einem großen Schrank. Da fliegen Socken und Hemden schon mal durcheinander, oder es findet sich ein Spitzenhöschen zwischen den Winterpullovern. Dabei gibt es nicht weniger einzuordnen, im Gegenteil: Die Masse der Informationen ist enorm gewachsen. Vielleicht führt gerade das Überangebot dazu, Berichte nicht mehr an der Sache, sondern an Personen festzumachen. Der Schubladenersatz wird im politischen Journalismus gern benutzt.

 

Warum Liquid Feedback erklären, wenn es doch Marina gibt?

Die Beziehung der Medien zur Politik war immer eine besondere und von wechselseitiger Abhängigkeit bestimmt. Wer mehr oder die “richtigen” Leute kannte, hatte oft einen Informationsvorsprung, der seinem Blatt zugute kam. Mit der einigermaßen kritiklosen Übernahme des US-amerikanischen Infotainments wurde es auch bei uns üblich, Personen stellvertretend für eine Idee, ein Gesetzesvorhaben, eine Partei zu präsentieren. Schnell begriffen die Protagonisten die Vorteile, zur Freude des beratenden Gewerbes. Schnell entstand ein großes Repertoire an Handlungsempfehlungen, um die betreffende Persönlichkeit ins rechte Licht zu rücken. Dabei kam es nicht auf substantiierte Aussagen an: Die Beliebtheit der Person sollte das Vorhaben mit hochziehen. Auf diese Weise wurde etwa Ursula von der Leyen, völlig unabhängig von absurden Gesetzesvorlagen, eine der beliebtesten Politikerinnen Deutschlands. Karl-Theodor zu Guttenberg stand beinahe schon als künftiger Kanzler fest, seine Qualifikation: jung, gut aussehend, ein toller Showtyp. Selbst den Betrug verziehen ihm die Wähler – es wäre einfach so schön gewesen.

Dann hat sich etwas geändert: Mit den Piraten ist eine auf der ganzen Linie ungewöhnliche Partei in die Öffentlichkeit getreten. Jung, frisch, mit Klartext und einer bis dato unbekannten Art der demokratischen Entscheidungsfindung. Obwohl einige ihrer eigenwilligen Vorhaben für Diskussionen sorgen, überwiegt der Eindruck: Die machen das anders. Ausreichend anders, um im Vergleich mit den alten Parteien besser dazustehen und ins Berliner Abgeordnetenhaus einzuziehen.

Es wäre für die Medien eine Riesenchance gewesen. Da kommt eine junge Partei, benimmt sich ganz normal, ist berührbar, zeigt, dass es ihr Ernst ist mit der Umsetzung ihrer Projekte. Macht eine ganz andere Politik, als wir sie sonst vorgeführt bekommen. Es wird gearbeitet, es geht um Standpunkte und die ständige Auseinandersetzung mit der Basis. Konflikte werden sachbezogen und coram publico ausgetragen. Eine junge Partei will ihre Ansichten darlegen, sie ist für Transparenz und freut sich über Fragen.

Die Wahl hat den Willen zur Veränderung deutlich gemacht. Nicht nur die Berliner Medien hätten ergiebigen Stoff für die journalistische Aufgabe der fachlichen Einordnung und solide Hintergrundberichte gehabt. Es ist einfach, die Forderung nach der Freigabe bestimmter Drogen reißerisch zu kommentieren. Sinnvoll wäre die Nachfrage gewesen, was die Piraten sich dabei denken – womöglich wären überzeugende Begründungen dabei herausgekommen.

 

Die Schattenseite der Transparenz: Einladung zum Gaffen

Für einen Moment bestand die Option, politische Berichterstattung neu oder wenigstens erneut zu erfinden. Journalisten hätten auf die Neulinge mit neugierigen und interessanten Fragen reagieren können. Die Wähler informieren, ihnen Hintergrund anbieten, Sachthemen in den Vordergrund stellen und nach Fakten fragen, die Probleme beleuchten, wegen derer die Piraten überhaupt gewählt wurden.

Stattdessen gab es aufgeregtes Geschnatter über Latzhosen und Palitücher, die Unkenntnis der Höhe der Verschuldung des Landes Berlin und die Tatsache, dass dank der lustigen Rampensau Christopher Lauer tatsächlich in einer Talkshow gelacht wurde. Welch ein Erkenntnisgewinn!

Nein, die neuen Akteure sollen, bitteschön, in die alten Schemata, Modell von der Leyen, passen. Das ist der Leser so gewohnt. Der Versuch, ihm etwas Neues vorzusetzen, an dem er vielleicht Geschmack finden könnte, wird nicht gemacht. Die Medien stürzen sich lieber auf Marina Weisband. Nicht etwa als junge Politikerin, die etwas zu sagen hat, sondern mit dem Etikett “die schöne Piratin” versehen und herumgereicht. Das hat sie gefälligst zu erfüllen; Vorschläge Weisbands, jemand anders in eine Talkshow einzuladen, werden abgelehnt:

„Es war anscheinend unmöglich, einen anderen Parteivertreter in die Talkshows zu schicken. Darauf haben sich die Medien nicht eingelassen, obwohl das bei anderen Parteien gang und gebe ist.“ (Sebastian Nerz im Focus)

Entweder Weisband oder gar kein Piratenmitglied: Ein prägnanter Beleg für die reine Unterhaltungsfunktion der Quasselrunden. In der besten Sendezeit ein neues Konzept ausprobieren, in dem es wirklich um Politik geht? I bewahre.

Dass die Zeitung mit den vier persilweißen Buchstaben es liebt, Sachverhalte maximal zu vereinfachen – geschenkt. Der bloggenden und twitternden Marina Weisband wird vorgeworfen, sie gehe mit ihrem Privatleben allzu offen um; es scheint eine Übereinkunft zu geben, wonach Politiker ihr Naturell geheim zu halten haben. Die Erschaffung einer weiblichen Idealfigur ist jedenfalls gelungen. Sie hat gut auszusehen, intelligent zu antworten und ansonsten ungewöhnlich zu sein; ein wenig Ablenkung von der Piraten-Herrenriege mag auch mitgespielt haben. Alle ziehen mit, weil sich das nautische Vokabular im Zusammenhang mit einer hübschen Frau noch besser macht, die Ungewöhnlichkeit noch stärker betont.

 

Ersatz muss her – The Show Must Go On

Weisbands Bemühungen, ihre politischen Anliegen zu vermitteln, werden mit Homestories und Fotoshootings honoriert, die in die Yellow Press passen, aber nicht in die taz oder FAZ. Was spricht eigentlich dagegen, statt des Herzeigens bunter Bildchen dem gemeinen Wähler Liquid Feedback zu erklären?

Das Pensum eines Bundespolitikers ist immens. Es ist eine Art Dauer-Circle-Training unter Beobachtung. Es mögen noch so viele Referenten zuarbeiten: Die eigentliche, politische Arbeit ist von den Protagonisten der Mediendemokratie nicht mehr zu leisten. Zu groß ist die Nachfrage nach Bildern und Statements, um dem Publikum kompetente Politiker zu präsentieren, die auf alles eine Antwort haben. Alles im Griff: Ein Trugbild, von Journalisten und Magazinen entworfen, das mit der fachlichen Arbeit nicht das Geringste zu tun hat. Zurückfahren will das Medienrauschen niemand mehr, es ist gut für Auflage und Einschaltquote.

Weil die Piraten im Umgang mit den Medien unerfahren waren, schien ihre Vermarktung als einer Art Alien-Stars beinahe zwingend. Marina Weisband hat festgestellt, dass sie diese Rolle nicht spielen will. Sie nimmt sich ein Jahr Pause, Anlauf, wie sie sagt, und beendet ihr Psychologiestudium. Politisch wird das die Piraten kaum beeinflussen, denn sie arbeitet als einfaches Parteimitglied weiter. Medial ist es ein kleines Erdbeben: Es muss ein Ersatz gefunden werden, der fotogen und publikumstauglich und vor allem, im Gegensatz zu Weisband, willig ist, den Piraten ein Gesicht zu geben. Schließlich sollen die Gesetze der perfekt gestylten Medienwelt nicht auf den Kopf gestellt werden.

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24 Kommentare

  1. egghat |  02.02.2012 | 11:26 | permalink  

    Was würden die deutschen Medien erstmal rotieren, wenn so ein Gesicht die politische Bühne betreten würde?

    http://www.derwesten.de/politik/linken-star-camila-vallejo-aus-chile-tourt-durch-dortmund-id6306933.html

    Personenkult und sonst kaum etwas … Wir hinken den USA nur ein oder zwei Jahrzehnte hinterher.

  2. BerlinerPixel |  02.02.2012 | 12:05 | permalink  

    Ich bin ein sehr junger Berliner,
    der sich mit jedem neuen Blogartikel zum Thema »Piraten« immer mehr für die Partei selbst interessiert, sind es jedoch nicht die bekannten Medien wie Spiegel oder Stern, oder einzelne Iconen, wie Marina Weisband die von selbigen stilisiert wird, dazu beitragen.
    Es ist diese Internetpräsenz und auch Durchsichtigkeit der Piraten (Twitter, Blogs & Facebook), schafft für mich eine bisher nie dagewesene Verständnis der deutschen Politik.

    Frau Bunse, ich stimme Ihnen vollkommen zu.
    Ich bin auch der Meinung, dass Medien die Chance dauerhaft verpassen allg. Politik besser zu thematisieren.
    Würde der Spiegel z.B. kronkreter auf gewisse politische Themen eingehen und nicht jedes mal Politiconen in den Vordergrund stellen, würde ich als junger Berliner auch öfters mal zu einem Spiegel greifen.

    Vielen Dank für diesen tollen Artikel.

  3. Andreas Grieß |  02.02.2012 | 13:16 | permalink  

    Also ich muss doch mal fragen: Ist es nicht ein wenig anmaßend zu fordern, nur weil eine neue Partei in einen Senat kommt, müsse sich die komplette politische Berichterstattung ändern? Ist es nicht Aufgabe der Piraten in Sinne ihrer PR-Arbeit ihre Inhalte zu transportieren? Ja, ist es. Medien selektieren. Sie wählen aus, was sie für wichtig halten, was für unterhaltend, kurzum: was für relevant genug. Und wenn der Spiegel eine Seite drucken wurde: So funktionier Liquid Feedback finde ich schon, dass da Anzeige drüber stehen muss.

    Eine neue Partei ist da und der Journalismus soll sich ändern, womöglich nur dieser Partei gegenüber? Es gab auch in Hamburg mal eine Schill-Partei. Hätte da die Presse sich auch ändern sollen? Oder aufgrund der freien Wähler in Bayern? Und die immer gleiche Lauer, ähm… Leier: Die Piraten seien anders: Es ist ja nun nicht an den anderen Parteien, dem politischem System und der Medienlandschaft sich aufgrund einer 4-10 Prozent Partei grundlegend zu ändern. Wenn sich etwas ändern soll, dann muss die Partei das erarbeiten. Der Wandel, den die Grünen erreicht haben, war auch nicht nach 2 Jahren gegessen. Und auch da ging es lange eher um Turnschuhe als um Atommüll-Endlager.

    Zusammengefasst: Auch eine Marina Weisband hat sich sehr geschickt inszeniert. Ein Lauer tut das sogar nach eigener Aussage. Dass Claus-Brunner mit seinem Outfit zum Thema wird, wird wohl auch niemanden überrascht haben. Kurzum: Es wurde in Kauf genommen oder bewusst provoziert.

  4. Hans Retep |  02.02.2012 | 14:49 | permalink  

    “Das ist der Leser so gewohnt.” Der Zuschauer, denn selbst Leser werden inzwischen wie Fernsehzuschauer behandelt. Bloß keinen Tiefgang, statt dessen Personen (Stars), Emotionen, Unterhaltung. Das Fernsehen hat als Vorbild die Maßstäbe gesetzt, an die sich immer mehr Print- und Onlienredaktionen halten. Zum Glück gibt es noch die gebührengeförderten öffentlich-rechtlichen Sender, die sich dem Primat der Unterhaltung entziehen. (Ok, war ein schlechter Witz)

    Es ist überaus erstaunlich, dass gerade das Fernsehen für seine Vorbildfunktion, alles ins Seichte zu ziehen, damit geadelt wird, dass es für die Demokratie unverzichtbar ist und daher eine Abgabe auch von NIchtzuschauern erforderlich wird. D.h. eigentlich ist es nicht erstaunlich, sondern ein noch schlechterer Witz.

  5. Sven |  02.02.2012 | 14:54 | permalink  

    Genau, Andreas. Und wer nicht vergewaltigt werden will soll halt keinen Minirock tragen.

  6. Falk D. |  02.02.2012 | 14:56 | permalink  

    Zum einen sind die Piraten nicht so anders, wie sie es gerne darstellen, ihre Geschichte ist voll mit Hinterzimmergeschichtchen: Parteiprogramme aus dem Nichts, krude Personalentscheidungen auf Verwaltungsseite oder Treffen von Vorstandsteilen ohne MP3-Aufzeichnungen bei denen Entscheidungen fallen.
    Die Piraten sind vertikal auch nicht so durchlässig, wie es allgemein durch die Medien geistert, in Relation zur Parteigeschichte sind die Aufstiege in der CDU sogar steiler.

    Das Hauptproblem des Verzichts auf Repräsentanten und identifizierbare Köpfe ist aber der Mangel an Verlässlichkeit der Information für die Journalisten und die politisch weniger Interessierten.
    Programme der Piraten sind entweder vage oder derart verquast formuliert, dass sie wahlweise keine Aussage treffen, unlesbar sind oder in sich keine Konsistenz aufrechterhalten konnten, weil der Möchte-Gern-Nerd beim Versuch Intelligent zu erscheinen, das falsche Fremdwort erwischt hat.
    Diese Punkte sind in anderen Parteien nicht besser gelöst. Da hat man aber die Orientierung durch die Personen und deren Geschichte:
    Bei Strauß und Wehner wusste man aufgrund der Geschichte sehr genau, woran man war und was man zu erwarten hatte („Rechts von der CSU ist die Wand!“), bei einem Kohl auch; bei einem JuSo-Vorsitzenden, der erst das Kapital bekämpft und dann sein neues Arrangement gefunden hat oder einer FDJ-Sekretärin für Agitation und Propaganda, die ihren Weg in die konservative Partei findet und dann nach 20 Jahren „Nuclear-Angie“ 180° dazu steht, kann man schon erahnen, dass deren Worte vom Morgen maximal bis zum nächsten Glockenschlag belastbar sind und sucht sich zur Orientierung dann andere Köpfe aus.
    Aber die Piraten bieten nicht mal diese Option, da oft selbst im Vorstand nicht erkennbar ist, wer denn nun „die Piraten“ vertritt und wer nicht (A. [F.?] König anyone?).

    Leider erkennen die Piraten aber in ihrem Nonkonformismus nicht die Grenze zur Unprofessionalität und überschreiten sie hin und wieder. Denn Latzhose und Kufiya mögen zunächst ein Ausdruck von Authentizität und frischem Wind sein, aber der zweite Blick wirft Fragen nach dem Bewusstsein über die Bedeutung des Hauses, in das man gewählt wurde, die durch die Unbeschlagenheit über die Haushaltslage nicht wirklich aus der Welt geschaffen wurden.
    Frau Weisband war zumindest hier erfrischend anders als der Rest der Partei. Schlagfertig, umfassend gebildet, mit eigenem Stil und dann auch noch formalästhetisch ohne nennenswerten Makel. Je nach Anspruch kann man seinen „Lesern“ dann die „schöne Piratin“ präsentieren oder als Österreich in Mainz über das im Gegensatz zur Parteimeinung umfassend dokumentierte und einfach zu recherchierende Privatleben reden.

  7. Bei CARTA: Unverzichtbare Lichtgestalten « … Kaffee bei mir? |  02.02.2012 | 15:18 | permalink  

    [...] bei CARTA was über Amphibien, Schubladen und Personenkult statt Information [...]

  8. Vera Bunse |  02.02.2012 | 15:43 | permalink  

    @egghat
    Kann ich dir sagen: “Die schöne chilenische Linke Camila Vallejo fällt zunächst durch ihr apartes Nasenpiercing auf.”

    @BerlinerPixel
    Dankeschön. Sich mit Politik auseinanderzusetzen, ist in jedem Lebensalter gut. :) Im Internet präsent sind ja “alle”, irgendwie. Ich denke, es kommt weniger auf die Präsenz als auf die glaubwürdige Vertretung der Aussagen an.

    @Andreas
    Nein, es geht nicht um neue oder alte Partei, sondern um die Art der Berichterstattung. Hier natürlich besonders, weil neu und interessante Themen auf dem Präsentierteller liegen. Selektion nach Relevanz oder Unterhaltung finde ich schon grenzwertig, weil man beinahe alles unterhaltend machen kann, aber nur Weniges relevant ist. Mit demselben Recht könnte man argumentieren, dass Menschen eben lieber gucken als lesen, also machen wir nur noch bunte Bilder. Wo ist übrigens der Fehler an Medienpräsenz (Inszenierung, wie du sagst), wenn sie der Vermittlung von Inhalten dient? Ich glaube auch kaum, dass es Marinas Idee war, auf einem Trabbi zu posieren.

    Es geht nicht darum, dass nicht über Personen, bestimmte Verhaltensweisen oder Outfits diskutiert werden soll, sondern, dass beinahe ausschließlich darüber berichtet wird. PR und erarbeiten hin oder her – wenn die Ziele oder Projekte unwichtig sind, machen wir doch gleich die sog. seriöse Presse dicht. Und lesen nur noch beim Bauer-Verlag.

    @Hans
    GEZ-Reform und Haushaltsabgabe werden sicher hier demnächst auch noch große Themen, einige Beiträge gibt es ja schon dazu.

    @Falk
    Hätte beinahe gesagt, “siehste?” Alles wunderbare Themen, derer sich Journalisten in epischer Breite annehmen könnten.

  9. Andreas Grieß |  02.02.2012 | 16:16 | permalink  

    @Hans: Die traurige Wahrheit ist aber, dass Tiefgang kaum konsomiert wird, weder im TV, noch im Internet. Und im Print sicher auch nicht, nur kann man es da schlechter messen.

    @Sven: Ohne Worte

    @Vera: Es liegen neue Themen auf dem Teller, aber auch neue Personen. Über die Themen wird durchaus berichtet. Gerade vor und nach der Berlin-Wahl gab es viele “wofür stehen die Piraten eigenlich” Beiträge. Aber das kann nicht ein halbes Jahr so gehen. Dannach muss die Partei die Themen eben setzen. Im Saarland und SH sind bald Wahlen. Also auf! In Berlin sitzt man im Parlament. Also los!
    Ich sage nicht, das Medienpräsenz ein Fehler ist, sondern Weisband schien damit nicht zurecht zu kommen. Ich verstehe gut, wenn man sagt, ich will mein Diplom machen, beides geht nicht. Aber diese Naivität nach dem Motto “Ich will nur 20 Stunden die Woche für die Partei arbeiten” und sich dann beschweren, dass die Medien immer nur mit ihr reden wollten – Gründe mal außen vor – ist schon bezeichnend. Und ob Harald Schmidt z.B. wirklich der Vermittlung von Inhalten dient mag ich auch mal bezweifeln. Also entweder weiß ich das und mach es dennoch, oder ich bin naiv.
    Der Bezug auf Personen in der Politik ist glaube ich ebenso der Realität geschuldet. Atomenergie, Wehrpflicht: Was stand im Wahlprogramm und was wurde umgesetzt? Die Inhalte waren es nicht, die die Entscheidungen brachten, sondern die Köpfe. Noch krasser: Euro-Krise: Dazu hatte vor der Bundestagswahl kaum einer eine Position, weil das meiste einfach noch nicht klar war. Die Entscheidungen werden nun von Personen getroffen und deshalb will der Wähler wissen, was sind das für Personen. Was haben sie gelernt, was machen sie zur Entspannung. Welche Rolle spielt ein Ehepartner oder die Familie. Wen ruft Politiker XY um 3 Uhr Nachts aus Straßburg an, wenn es darum geht Griechenland Geld zu schicken?

  10. Wolfgang Michal |  02.02.2012 | 16:42 | permalink  

    @Andreas: Es wäre eigentlich Zeit für eine Doktorarbeit “Die journalistische Darstellung von Frauen in der Politik. Wandel durch Annäherung oder nur Gedöns.” Beispiele? Sahra Wagenknecht, Gabriele Pauli, Marina Weisband…

  11. Andreas Grieß |  02.02.2012 | 17:25 | permalink  

    Angela Merkel…

  12. alivenkickn |  02.02.2012 | 18:59 | permalink  

    @andreas

    Medien selektieren. Sie wählen aus, was sie für wichtig halten, was für unterhaltend, kurzum: was für relevant genug.

    Immer wieder die – eine Sau auf s Neue durchs Dorf treiben? Das spiegelt den Abgesang des Journalismus wieder und hat nichts mit Journalismus zu tun – mit Journaille schon.

  13. Rico Grimm |  02.02.2012 | 19:17 | permalink  

    Ich sehe es ähnlich wie Vera: Die totale mediale Fokussierung auf einzelne Personen in der Piratenpartei ist nicht gut, war aber erwartbar bei einer Partei, die mit dem Selbstverständnis “Wir sind anders” auftritt und das auch im Wahlkampf zelebriert hat. Man wollte eben wissen: Wie anders seid ihr denn?
    Das ist aber nicht der einzige Grund für den Lichtgestalten-Fokus. Denn inhaltlich ist es schwierig über die Piraten zu berichten. Zu den vielen wichtigen Themen aktuell, hat die Partei keine Haltung (Euro, Iran, Syrien). Und dort, wo sie eine Haltung hat (Soziale Frage), wurde auch über ihren Vorschlag eines Grundeinkommen berichtet. Das nun nicht bei jeder Frage Journalisten die Meinung eines Piraten einholen, ist da selbstverständlich – zumal es oft nur seine “persönliche” Meinung wäre und über diese einfach so zu berichten…dafür ist noch kein Pirat wichtig genug, ausser er bringt noch mehr Interessantes mit ein wie z.B. Marina Weisband. Und hier schließt sich der Kreis wieder. So funktionieren Medien.

    Dass niemand intensiv über Liquid Feedback abstimmt ist aus den gleichen Gründen verständlich. Bisher ist es als innerparteiliches Artikulations-Modell einer Partei, die seit vier Monaten in einem Landtag sitzt, zu unwichtig. Ich glaube, dass die Relevanz erst gegeben wäre, wenn das Modell außerhalb der Partei mit mehr als ein paar hundert Teilnehmern ausprobiert wird. Es hat Potential. Und ist interessant für mich als Netizen und Politikwissenschaftler. Als Journalist eines Massenmediums wäre es mir noch zu klein.
    Und es wird ja berichtet… in den “Fachmedien”, also in Blogs, Twitter, Heise… ;)

  14. Rico Grimm |  02.02.2012 | 19:22 | permalink  

    Ich meinte natürlich: “Dass niemand über Liquid Feedback berichtet…”

  15. verabunse |  02.02.2012 | 20:18 | permalink  

    @Andreas
    Ich hab einfach eine andere Einstellung und Herangehensweise, auch ein anderes Politikverständnis. Der Guardian (z.B.) kann das doch sehr gut: Informieren, übrigens auch mit ausgezeichnetem Datenjournalismus, und unterhalten. Es wäre auch in Ordnung, wenn ich im Politikteil meine Info bekomme und unter Vermischtes Homestories und bunte Bildchen. Das ist aber alles nur noch ein einziger Klumpatsch. Die Magazine machen der BLÖD Konkurrenz in puncto sensationellste Überschrift, in den Texten ist die spärliche Info homöopathisch verteilt, und auf dem Titel stehen die Personality News ganz oben.

    Ist schon klar, dass niemand mehr richtig gute Reportagen oder Recherchegeschichten bezahlen will (andere Baustelle), aber das hält doch den Interviewer eigentlich nicht davon ab, interessante Fragen zu stellen?

    @Rico
    Nimm Liquid Feedback bitte als Synonym für etwas, das nicht bekannt oder allgemein geläufig, also erklärungsbedürftig ist.

    Solange Medien auch so funktionieren, dass sie mich informieren – d’accord.

  16. Andreas Grieß |  02.02.2012 | 21:50 | permalink  

    @alivenkickn: Also beim Sau-Kicker dürfte sich vermutlich eher Herr Wulff beschweren.
    Und ich glaube auch nicht dass der “Hype” und Marina Weisband wirklich ein Hype war. Es gab einige lobende Berichte nach dem Partei-Tag, dann ein paar fragwürdige Bild-Artikel (mein Gott, das muss jede deutsche Sportlerin aushalten, sobald sie was erreicht) und halt eine Reihe TV-Auftritte.

    @Vera: Unterhaltend ist ein mögliches Kriterium. Informierend oder aufdeckend sind andere. In einen Medienangebot macht es die Mischung. Und wie gesagt, ich finde, dass es durchaus einige Beiträge in die Richtung: Was will die Piratenpartei? Dass das ewig so weiter gehen würde ist wie gesagt wohl kaum realistisch. Und um als Partei danach im Gespräch zu sein, muss man sich ins Gespräch bringen.

    Aber ich denke es bietet sich bei dieser Diskussion an, sich von der Piratenpartei zu lösen, da die viele Leute in der Partei nur wahlweise naive Chaoten oder die Rettung unserer Gesellschaft sehen.

  17. Vera Bunse |  03.02.2012 | 00:01 | permalink  

    @Andreas
    Ja, wäre ganz gut, die Diskussion nicht über die Piraten zu führen, sondern über Medien- und Parteiverhalten allgemein.

  18. Gregor Keuschnig |  03.02.2012 | 10:42 | permalink  

    Hier wird einiges durcheineinander geschmissen. Die Unkenntnis über die Verschuldung Berlins hat mit Personalisierung wenig bis nichts zu tun. Wer sich in die Parteienrepräsentation begibt muss wissen, dass individuelle Aussagen zu “Parteiaussagen” werden. Daran erkenne ich nichts Schlimmes. Im übrigen: Wie soll eine sachgerechte Auseinandersetzung mit jemandem möglich sein, der essentielle Kenntnisse nicht vorweisen kann?

    Auch die Kritik an der Berichterstattung über die Latzhosen ist nur zum Teil berechtigt. Tatsächlich ist es ja gerade die unkonventionelle Art und Weise, die gewisse Signale (nicht zuletzt an potentielle Wähler) aussenden soll. Das ist im übrigen kein neues Phänomen, wie man an den Turnschuhen Joschka Fischers sehen kann. Der hatte diese bestimmt nicht aus Bequemlichkeitsgründen getragen, sondern um ein gewisses Image zu gerieren.

    Dass die politische Berichterstattung durch den Einzug einer neuen Partei in einen Stadtstaat-Landtag neu zu erfinden gewesen wäre, ist nichts anderes als eine Heroisierung just dieser neuen Partei. Im übrigen ist die Bundesrepublik nicht eben arm mit neuen Parteien in den letzten 30 Jahren: Grüne und Linkspartei im Bund und etliche “Eintagsfliegen” bspw. in Hamburg (“STATT”-Partei; Schill).

    Zur Personalisierung: Die ist natürlich ein probates Mittel von Journalisten gerade den Sachthemen und deren Komplexität auszuweichen. Sie begegnet einem auf Schritt und Tritt: Sei es nun in der inzwischen gängigen medialen Expertenkonsultation (die Aneinanderreihung von Halbsätzen durch die üblichen verdächtigen “Experten” ist ja längst keine Vorgehensweise von Boulevardmedien mehr) oder auch in diesen unsäglichen TV-Talkshows. Immer wenn solche Sendungen “drohen” in sachliche Diskussion zu “entgleiten”, wird von seiten der Moderation mit einer zuweilen kindischen Lust an der Personalisierung der vermeintliche Erkenntnisgewinn abgewürgt.

    Diese Form der Auseinandersetzung ist allerdings kein spezifisches Problem von Journalisten – die zuweilen selber zu Marken ihrer eigenen Aura werden und sich dann gerne in ihrem Ruhm sonnen. Auch Blogs gerieren sich aufgrund ihrer dahinterstehenden Persönlichkeiten, die wahlweise zu Kult- oder Haßobjekten werden.

  19. JJ Preston |  03.02.2012 | 11:04 | permalink  

    “Der bloggenden und twitternden Marina Weisband wird vorgeworfen, sie gehe mit ihrem Privatleben allzu offen um; es scheint eine Übereinkunft zu geben, wonach Politiker ihr Naturell geheim zu halten haben.”

    Na, was ein Wunder!

    Natürlich werfen die traditionellen Medien Frau Weisband allzu offenen Umgang mit Privatem vor. Immerhin fällt es dann umso schwerer, Angriffspunkte zur Diskreditierung zu finden, wenn ohnehin alles publik ist. Damit nimmt man den Medien ihre Macht über einzelne Personen, die man gerade eindrucksvoll bei Christian Wulff beobachten kann. Wer kennt ihn nicht, den Spruch: “Wer mit BILD im Aufzug nach oben fährt, fährt mit ihr auch wieder runter.” Frau Weisband hat den Medien diese Macht genommen. Klar, dass die mit einem sauren “FFFFUUUUUU!!!” reagieren…

  20. Licht gestalt |  03.02.2012 | 15:25 | permalink  

    Es gibt Hunde und Katzen.
    Es gibt Republikaner die definitionsgemäß einen Anführer wählen wie bei einem Wolfs- oder Wal-Rudel und sich von ihm an den nächsten Strand oder in den nächsten Krieg anführen lassen.
    Es gibt Demokraten die leider wenig organisiert sind und erwarten, das Politiker anständig sind und tun, wofür man sie bezahlt.
    Die Presse ist das weiße Blutkörperchen der Gesellschaft und entfernt Mismanager und schlechte Politiker…. Oder auch nicht weil man ja nur anrufen braucht und der Redakteur nie wieder kritisch berichtet oder danach lieber “Bratwurstjournalismus” (ich glaube das stammt von Kommentaren in Prothmanns Blog) betreibt oder wie Horst Schlämmer von unkritischen Veranstaltungen möglichst mit Freibier und lecker Essen betreibt.

    Die Konservativen bei CNBC lenken schon mal mit Stories und Präsidenten-Witzchen usw. vom Thema ab. Ich schau das aber um Informationen zu kriegen und nicht um die Zeit mit Small-Talk ohne relevanten Content gefüllt zu kriegen.

    Beim Delegiertenkongress darf man Merkel und Seehofer nicht widersprechen. Weil sie automatisch die allerbesten sind und daher von oben nach unten regiert und diskutiert und überlegt und geplant wird. Warum ich dann keinen Unterschied zwischen rot-grün (Schulden, Subventionen) und schwarz-gelb (Schulden, Subventionen) erkennen kann, liegt sicher an meiner schlechten Schulbildung.

    Piraten haben keine Lernkurve. Die sind genau so wirksam wie Timoschenko, der Fall der DDR oder Karsai in Afghanistan. Das ist das Problem. Das sind 20jährige die wie damals die Grünen nur die Steuern anders verteilen wollen. Wirklich anders sind die leider nicht.
    Aus der Schillpartei kann man viel lernen. Jeder Pirat sollte die relevanten Punkte aufzählen können. Dazu zählt z.b. das man grundsätzlich keine Verwandten einstellt oder sich auf Parties ankoksen lässt.
    Von Assange lernt man, sich nicht mit Groupies abzugeben. Wenn man die Berichte von Berliner Piraten liest, fragt man sich, ob einige wenige davon nicht vielleicht besser einen Swinger-Club gründen sollten.
    Sowas sind trivialismen die jeder wahre Demokrat aus der Geschichte der Republik auswendig kennen sollte und somit jedes Parteimitglied kennt und weiss und sich dran hält.
    Klare Aufgabenzuteilung ist dort wohl auch nicht klar.
    Auch muss eine Partei nicht eine Meinung zu jedem Thema haben. Wenn 40% fordern, das die Producer usw. nur noch 3 Euro statt 3,50 pro Radio-Ausspielung kriegen und Milli und Vanilli die 50 Cent kriegen und die anderen 40% fordern das die Texter und Komponisten weiter 3,50 kriegen und zusätzlich 50 Cent an Milli und Vanilli gehen die bisher pro Radio-Ausspielung nichts bekommen, dann haben die Piraten keine EINE Meinung. CSUler sind ja auch nicht alle katholisch und benutzen dieselbe Zahncreme-Sorte und haben dasselbe Lieblings-Bier.
    Es gibt zig Dinge welche Piraten besser machen könnten. Der Verzicht auf anonyme Vorschläge ist der größte Fehler. Diese Vorschläge werden natürlich gefiltert oder brauchen Bürgen welche die Ideen korrekt finden und freischalten (auch wenn sie selber vielleicht dagegen sind). Aber dann könnten Insider den Piraten sinnvollere Vorschläge machen als der Populismus der manchmal – speziell im Sommer – aus den hinteren Reihen kommt. So wie sie jetzt sind, sind sie nur neue Grüne. Und rot-grün hat mir nichts gebracht. Ebook-Preisbindung, UMTS-Flatrates, kein WiFree, keine Definition und Weiterverkauf von digitalem “Besitz” durch Juristen wie Gerhard Schröder und seine Mit-Politiker wie Trittin und Nahles. In ein paar Jahren kommen Piraten darauf, das es nur um Nutzungsrechte und nicht um exklusiven Besitz geht, aber da ich dort nicht mitdiskutieren kann weil ich meinen Job und Projekte behalten will, brauchen die halt länger.
    Wer Klausurtagungen macht, wo die Mobbinggruppen und Realos und Fundies oder wie die bei den Piraten heissen, sich gegenseitig kritisieren, hat Transparenz und Crowding-Clowding-Knowledge-Building nicht verstanden.
    Wenn ich Pirat wäre, würde ich Bayern München und allen Kleinaktionären und FDP anonyme Abstimmungs- und Vorschlags-Systeme für legale konstruktive demokratische Vorschläge (“Alle Grauen T-Com-Kästen öffentlich Preislisten damit NoDSL-Wüsten sich darüber selber versorgen.” “LTE-Verträge maximal 3 Monate und 1 Monat kündbar und auch ohne Festnetz”,…) abstimmen kann.

    Es geht darum besser zu leben. Nicht darum, Steuern auszugeben und gewählt zu werden. Wenn ich Pirat wäre, würde ich die Löhne und Probleme von allen Discountern sammeln und outen. Wer die Berichte kennt und die Interviews mit der Schlecker-Betriebsrätin liest, weiss, das jeder Discounter andere Methoden hat, die den Mitarbeitern nicht gefallen. Wenn ich Pirat wäre, würde ich eine Zeitung gründen die per Epub kostenlos KORREKT informiert statt wie das private (linke, rechte, neoliberale, tofu-mäßige…) Propaganda-Blatt des Herausgebers daher zu kommen.
    Wenn ich Pirat wäre, würde ich das Volk verbessern ohne gewählt zu sein. Spiegel durch die Quecksilberberichte hat die Amalgam(?)-Technik für Energiesparlampen durchgesetzt. Die Umwelt wird es danken. Warentest(?) hat durchgesetzt das Chips weniger Acrolein(?) enthalten weil sie maximal mit 170 Grad geheizt werden statt wie früher mit höheren Temperaturen wo sich das böse Acrolein(?) bildet. usw. MAN MUSS NICHT GEWÄHLT SEIN um FÜR das Volk WIRSAM zu arbeiten. Piraten würden dann aus Dankbarkeit gewählt werden, weil sie die Lohngerechtigkeit per Internet, LTE-Verträge und danach alle DSL/SMS/Telefon/Strom/…-Verträge maximal 3 Monate + 1 (Kündigungszeitraum) Monat und zig andere Dinge fürs Volk durchgesetzt haben. Es gibt zig Dinge für die man keine Gesetze braucht und man per Internet sofort organisieren und per Publicity ratz-fatz durchsetzen könnte. Stattdessen wollen die nur gewählt werden und in 10-20 Jahren mal so toll mitregieren (Schill-Partei war schneller) wollen wie rot-grün… NEIN DANKE. Ohne Rot-grün müssten wir Steuerzahler an weniger Politiker Pensionen bezahlen und die Schulden wären vermutlich auch nicht niedriger oder höher.

  21. Lichtg estalt |  03.02.2012 | 16:05 | permalink  

    Korrektur:
    FALSCH: Piraten haben keine Lernkurve. FALSCH
    KORREKTER: Die Piratenlernkurve erscheint einem nicht kürzer als die der etablierten Parteien wo man viele (alle ?) “Fehler” (Realos vs. Fundis, Verwandte einstellen, Koks, Groupies, Kredite, Flugmeilen, Verbindungen zu Insolvenz-Unternehmen, …) problemlos und abschreckend als Lehrmaterial ablesen und am Ipad/Android-Phone in einer Multiple-Choice-App überprüfen kann. Jeder Pirat weiss also, das Realos vs. Fundis jahrelang viele Wähler von den Grünen abgeschreckt hat und das man keine Kredite nimmt und die Flugmeilen dem Unternehmen gehören.

    Konservative müssen auch viel weniger dazu lernen. Denn sie haben ja Recht.

  22. Linksverkehr KW 05/2012 » YOUdaz.com |  04.02.2012 | 16:18 | permalink  

    [...] Unverzichtbare Lichtgestalten | CARTA | Vera Bunse [...]

  23. VonFernSeher |  07.02.2012 | 19:24 | permalink  

    Auch wenn ich in diesem Leben wohl kein Fan vom deutschen Magazinwesen mehr werde (ich hoffe trozdem auf das Gegenteil), kann ich den Zustand, von aussen gesehen, so nicht nachvollziehen. Andersherum zeigen nämlich zu viele Blogger und “Onlinejournalisten” eine befremdlich unkritische Nähe zur Piratenpartei und verteidigen diese auch noch, wenn die Verteidigung längst den Boden der Tatsachen verlassen hat.

    So wie die Bildchenblätter und die Magazine einen Personenkult betreiben (kommt ja – ehrlich gesagt – auf Bildern auch besser), so gibt es im piratennahen Blogbereich einen Kult um ein elektronisches Auswertungssystem, dass bisher in keiner Form eine Überlegenheit gegenüber den klassischen Systemen bewiesen hat. Es gibt eben keine ausgewogeneren Ergebnisse, sondern einfach nur mehr unvereinbare, keine umfassenderen Inhalte, sondern einfach keine.

    Die Öffentlichkeit kann doch eine Partei nicht danach bewerten, welche tollen Ideen sie für die innere Demokratie hat, sondern nur danach, was daran am Ende an Ergebnissen nach aussen tritt (das sollte sich dann in Grundsatz- und Wahlprogrammen widerspiegeln). Wenn Liquid Feedback eine tolle Idee für innere Demokratie ist – und das ist es bestimmt – aber am Ende nichts Greifbares, Verlässliches für den Wähler herauskommt, dann bleibt es halt nur eine tolle Idee. Bis jetzt hat die Piratenpartei doch, ganz im Gegenteil, einen unglaublichen Vertrauensvorschuss von den Wählern erhalten. Wenn nach einer Legislaturperiode aber dann immer noch kein Programm steht, auf das man beim Kreuzchenmachen setzen kann, unterscheidet sich das in der Wahlentscheidung nur unwesentlich von einem Programm, dem nicht vertraut wird.

    Für einen Moment ist es erfrischend von einem Abgeordneten zu hören, er hätte zu diesem und jenem Thema noch mehr Fragen als Antworten, etwas später zeigt das dann aber schon, dass er wohl seine Arbeit nicht gemacht hat.

    Insofern schlägt man doch in die falsche Richtung, wenn man den Medien vorwirft, sie würden sich bei der Piratenpartei auf Personen statt auf Inhalte konzentrieren – sollten die Piraten doch erstmal mit mehr Inhalten kommen. Wenn sich dann nichts ändert, schlage ich gerne mit.

  24. PL (17) | Peter Goldman |  26.02.2012 | 04:03 | permalink  

    [...] Carta vom 02.02.2012: Unverzichtbare Lichtgestalten [...]

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