Sprachpapst bekommt Gegenwind

Wolf Schneider und Paul-Josef Raue haben eine neue Auflage ihres „Handbuch des Journalismus“ herausgebracht. Vor allem das neue Kapitel zum Online-Journalismus stößt auf heftige Kritik.

Paul-Josef Raue und vor allem Wolf Schneider sind fester Bestandteil der Journalisten-Ausbildung. Ihr „Handbuch des Journalismus“ ist ein Standardwerk. Mittlerweile gibt es eine neue Auflage, die auch von der Bundeszentrale für politische Bildung verbreitet wird.

Diese wird nun von Journalismus-Dozenten massiv kritisiert. Schon der Titel „Handbuch des Journalismus und Online-Journalismus“ sorgt für Unverständnis. Immerhin grenzt dieser vom sonstigen (richtigen?) Journalismus den Online-Journalismus ab.

Peter Schumacher, Professor an der Hochschule Darmstadt für eben jenen Online-Journalismus, schreibt, dass er schon „ein leichtes Schaudern“ beim Titel hatte. Zudem beklagt er den „Bescheidwisser-Ton“ der Autoren und verweist auf inhaltliche Fehler, darunter vor allem ein falsch wiedergegebenes Zitat von Thomas Knüwer.

Noch deutlicher die gebloggten Worte von Christian Jakubetz, der mit „Universalcode“ gerade selbst ein Lehrbuch herausgebracht hat. Er gibt seiner Replik den Titel: Schneider&Raue: Wenn Blinde über Farbe schreiben. Sein Fazit darin:

Das ist kein kleiner Besinnungsaufsatz, den Schneider und Raue da auf den Markt gebracht haben. Sondern ein Buch, das mit vergleichsweise hoher Auflage jungen Journalisten als Einstiegslektüre in unseren Beruf verabreicht wird. Über das nicht groß nachgedacht und das nicht hinterfragt wird, weil da doch Schneider drauf steht. Das ist fahrlässig und ärgerlich zugleich.

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Disclaimer: Der Autor studiert Online-Journalismus an der Hochschule Darmstadt