Medienlinks zum Wochenstart: Die Macht des Echtzeitnetzes

Diesmal mit: Berichten und Kuratieren in Abbottabad - Twittereinfluss am Beispiel Abbottabad - Interviews mit der "New York Times" - zum Stand des Datenjournalismus - Was Mobile Journalisten wirklich brauchen

Top-Tipp:

Real time, All the time: Why every news organisation has to be live

Emily Bell, Direktorin des Tow Center for Digital Journalism an der Columbia Graduate School of Journalism in New York und Ex-Digitalchefin des Guardian, glaubt, dass das Echtzeitnetz die Art des Publizierens noch wesentlich weitreichender beeinflussen werden als die meisten Medien derzeit wahrhaben wollen: “If you are related to the world of news, as opposed to the world of analysis,  if you don’t have a strategy for live stories and reporting, then you have a very limited future. If you wish to have credibility even in the world of analysis and have no presence in the breaking news conversation then I would strongly argue that over time this is going to dramatically and adversely affect your brand.” Dies habe zuletzt der Fall des pakistanischen Twitterers Sohaib Athar (@reallyvirtual) gezeigt. Obwohl selbst kein Journalist, meldete Athar seine Beobachtungen in Abbottabad als Osama bin Laden liquidiert wurde. Er zog Schlüsse daraus, sammelte und bewertete andere Beobachtungen und verhielt sich wie ein Journalist. (s. Überschriftenlink). Steve Myers nennt dieses Verhalten ein Paradebeispiel für die Bedeutung des Bürgerjournalismus.

weitere Tipps:

Breaking Bin Laden: visualizing the power of a single tweet

Eine detaillierte Analyse mit brillanter Visualisierung, die beweist, dass die reine Followerzahl fast nichts über den Einfluss von Twitternutzern aussagt. Keith Urbahn, chief of staff des ehemaligen US-Verteidungsministers Donald Rumsfeld, hatte nur etwas über 1000 Follower, als er unter Vorbehalt den Tod von bin Laden vermeldete. Er war nicht einmal der erste, der darüber spekulierte. Aber der erste mit Autorität und Resonanz. Was dieser Tweet im Echtzeitnetz bewirkte – bitte bei Socialflow weiterlesen.

Schicksalsjahre einer Zeitung

Richard Gutjahr nimmt den US-Start des offenbar sehr sehenswerten Dokumentarfilms “Page One: A Year Inside the New York Times” zum Anlass den Trailer und eine Reihe interessanter Videointerviews einzubetten, die er im Laufe der letzten beiden Jahre mit NYT-Mitarbeitern geführt hat, darunter auch Tech-Blogger Nick Bilton.

Mit „Social Magazines“ und „Curation“ gegen den Info-Overkill: Personalisierte News

t3n stellt Werkzeuge wie Twitter.Times, Paper.li und Flipboard vor denen man sich seinen Nachrichtenkonsum nach Empfehlungen aus seinen sozialen Netzwerken personalisieren kann, und erklärt, warum soziale Empfehlungen den noch vor wenigen Jahren gehypten semantischen Empfehlungen (algorithmus-basiert) überlegen sind.

Data journalism: The Story So Far

Nicola Hughes resümmiert bei Data Miner UK, wie sich Datenjournalismus entwickelt und den traditionellen Journalismus beeinflusst hat. Mit einer Fülle von weiterführenden Links.

Schwarze Löcher im Haushalt

Christiane Schulzki-Haddouti stellt bei Kooptech den Open Budget Index der NGO “International Budget Partnership” vor, die regelmäßig die Transparenzqualität internationaler öffentlicher Daten miteinander vergleicht. Aus dem aktuellen Bericht für 2010, dem Open Budget Survey 2010, in den Umfrageergebnisse aus 94 Ländern einflossen sind, gehe hervor, “dass Deutschland mit 67 Punkten von 100 noch im ‘guten’ Bereich anzusiedeln ist.”

Was Mojos brauchen

Katrin Steinert aka “MoJane”, erste mobile Journalistin der Rhein-Zeitung, zieht in ihrem Blog nach fast zwei Jahren als rollende Ein-Frau-Redaktion Bilanz, was funktioniert, welche Ausstattung Mobile Journalisten (“MoJos”) wirklich brauchen, welche persönlichen Fähigkeiten sie besitzen müssen und warum selbst MoJos nicht wirklich eierlegende Wollmilchsäue sein können. Ein empfehlenswerter Leitfaden für Redaktionen, die ebenfalls MoJos einführen wollen.

Digitaler Werkzeugkasten für Journalisten

Eine umfassende Übersicht von kostenlosen digitalen journalistischen Tools bei Digitaler Wandel. Jeweils mit konkreter Anwendung, Funktionsweise, erforderliche Hardware und gegebenfalls auch den Nachteilen.

Die Fachjournalistin Ulrike Langer bloggt auf medialdigital. Carta übernimmt die Linktipps mit freundlicher Genehmigung der Autorin als Crossposting. Backlinks bitte freundlicherweise zu den Original-Linktipps setzen.