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Robin Meyer-Lucht

Heftiger Tarifstreit um Journalistengehälter

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SZ-Redakteur Detlef Esslinger greift auf der Medienseite der SZ die eigenen Verleger scharf an.

05.05.2011 | 

Am Dienstag und Mittwoch haben die Redaktionsmitglieder vieler Zeitungen gestreikt. Seit Monaten gibt es keinen Fortschritt bei den Tarifverhandlungen. Dabei würden die Arbeitgeber in dieser Tarifrunde versuchen, Lohnsenkungen durchzusetzen, wie SZ-Redakteur Detlef Esslinger heute auf der Medienseite seiner Süddeutschen Zeitung schreibt:

Ihr Ziel ist diesmal nicht, eine Lohnerhöhung so gering wie möglich zu halten. Ihr Ziel ist, eine Lohnsenkung durchzusetzen. Statt 13,75 Monatsgehältern wollen sie nur noch 13 bezahlen. Ferner möchten sie die Arbeitszeit von 36,5 auf 40 Stunden in der Woche erhöhen, dies aber finanziell nicht kompensieren – im Gegenteil: drei Jahre lang soll der Tarifvertrag gelten, aber nur im dritten Jahr soll es eine „maßvolle“ Erhöhung geben. Für die ersten beiden Jahre bieten die Verleger jeweils eine Einmalzahlung an.

Mit solch einer Position ist schon lange kein Arbeitgeberverband mehr angetreten, nicht einmal Gesamtmetall während der Finanz- und Wirtschaftskrise.

Besonders umstritten sei, so Esslinger, dass die Verleger die Gehälter des journalistischen Nachwuchs kürzen wollten – von 2.987 Euro auf 2.650 Euro Brutto-Gehalt im ersten Jahr und von 4.000 Euro auf 3.100 Euro im siebten Berufsjahr.

Aus Esslingers Sicht müssten die Verleger auch schärfer gegen ARD & ZDF vorgehen:

Müssten sie [die Verleger] nicht zugleich ARD und ZDF noch viel stärker attackieren, jene öffentlich-rechtlichen Anstalten, die von vielen Redaktionen jahrelang publizistisch verteidigt wurden, die nun aber mit tagesschau.de und heute.de ein Angebot bereithalten, das jedem alles bietet und dafür nichts verlangt?

SZ-Journalisten, die ein härteres Vorgehen von Verlegern gegen die öffentlich-rechtlichen Anstalten verlangen? — Das wäre auch ein Novum, das es nicht einmal in der Wirtschaftskrise gegeben hat.

/th

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4 Kommentare

  1. Jaquento |  05.05.2011 | 14:24 | permalink  

    Ich zahle mit meinen Gebühren für tagesschau.de (und trotzdem wir depubliziert).
    Also ist dieses Angebot nicht umsonst.
    Es ist natürlich auch ein Fehler des Staatsfernsehens, das die Privaten sich nicht rechtzeitig um ein internetfähiges Geschäftsmodell gekümmert haben.

  2. Glanzlichter 64 « … Kaffee bei mir? |  05.05.2011 | 14:30 | permalink  

    [...] geht, des Jahrhunderts: bekannt. Streit über Merkels Äußerungen, Zoff wegen der Terrorgesetze, Streik bei den SZ-Redakteuren, und eine Frau darf in Sachsen nicht Rektorin werden, weil sie Krebs [...]

  3. Peter |  05.05.2011 | 23:39 | permalink  

    @Jaquento (#1)

    Das “Staatsfernsehen” wäre mir selbst dann zu teuer, wenn es keine Privaten und keine Zeitungen gäbe. Nichts auf der Welt rechtfertigt 18 Euro pro Monat Zwangsgeld zuzüglich Betriebsstättenabgabe, Zweitwohnungsabgabe, Autoabgabe und im Endeffekt 8 bis 10 Milliarden Euro pro Jahr. Tendenz langfristig steigend.

    Es ist ein System von gestern, eine Bürokraten-Versorgungseinrichtung, überflüssig wie ein Kropf, wuchernd wie ein Krebsgeschwür, unfähig, sich sinnvoll zu beschränken.

    Wo man keinen Erfolg hat, wird eben noch ein Programm, noch ein Sender oder noch ein Verbreitungskanal aufgemacht. Die Rechnung zahlen ja andere, man selbst hat noch ein paar gut dotierte Posten mehr zu vergeben, meist für ewig.

    Um Menschen davon abzuhalten, so etwas zu hinterfragen, wird das meiste Geld für das passive Fernsehen und dort wiederum das meiste für Unterhaltung anstelle von Bildung und Information ausgegeben. Nach den Apparaten, versteht sich.

    Schon aus ihrer journalistischen Pflicht heraus müssten Journalisten diese gigantische Verschwendung von Mitteln angehen. Es ist die Neuauflage des Feudalismus.

  4. Chat Atkins |  06.05.2011 | 09:40 | permalink  

    Lieber Nachwuchs, mache weiterhin ‘was mit Medien’. Dann musst du wenigstens keine Einkommenssteuern bezahlen …

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