Peter Tauber

Herzlichen Glückwunsch, Digitale Gesellschaft!

 | 53 Kommentar(e)


15.04.2011 | 

Mit relativ großem Medieninteresse hat sich nun endlich die „Digitale Gesellschaft“ konstituiert. Cheflobbyist Markus Beckedahl, der auch Sachverständiger der Enquete-Kommission Internet und Digitale Gesellschaft sowie Betreiber des Blogs www.netzpolitik.org ist, fungiert als Präsident. Ich persönliche gratuliere ganz herzlich und meine: das war ein längst überfälliger Schritt.

Tauber: "Wer nicht ins Konzept passt, der darf auch nicht mitmachen." (Foto: Patrick Liste)

Zweifel habe ich allerdings, dass der Name wirklich Programm ist. Schon bei der Konstituierung merkt man: da trifft sich ein überschaubarer und elitärer Personenkreis. Zweifelsohne sind vor allem diejenigen dort engagiert, die bisher online die netzpolitischen Debatten in Deutschland aufgemischt haben (und selbst hier nur ein handverlesener Zirkel).

Wer außerhalb der von Bürgerinnen und Bürgern gewählten Institutionen wie dem Deutschen Bundestag oder den Parlamenten der Länder Netzpolitik macht, der ist offensichtlich jetzt – so der Anspruch – bei der „Digitalen Gesellschaft“ dabei. Es ist also die Internetelite, die sich hier anschickt, eine feste Organisationstruktur zu etablieren und dadurch endlich das Stadium der Selbstlegitimierung durch bloße Behauptung (O-Ton Beckedahl in der Enquete-Kommission: „Ich spreche hier für die digitale Gesellschaft.“) zu überwinden.

Das wäre gut, wenn damit das Ziel einer weitgehenden Transparenz und Offenheit zu erreicht werden würde. Doch leider ist das Gegenteil der Fall. Es wirkt damit wie der Versuch, die wirkliche digitale Gesellschaft durch eine „Digitale Gesellschaft“ in der Meinungsbildung zu dominieren.

So wird eher der Verbandsstruktur der Bundesrepublik als der Grundstruktur des Internets Rechnung getragen. Für mich als Abgeordneten  wird dadurch keineswegs klar, wer für die digitale Gesellschaft spricht, und ich werde mir statt bei Markus Beckedahl um einen Termin zu bitten, dann doch lieber die Mühe machen, mir aus der Vielzahl von Meinungen im Netz ein Stimmungsbild „abzuholen“.

Die „Digitale Gesellschaft“ ist durch die Zuschneidung auf Markus Beckedahl auch nicht politisch neutral oder gar parteipolitisch unabhängig. Das ist auch ihr wesentlicher Unterschied zur digitalen Gesellschaft selbst, in der man so ziemlich jede Meinung und Position finden kann. Diese Meinungsvielfalt will die „Digitale Gesellschaft“ aber offensichtlich gar nicht abbilden. Schon in den Sitzungen der Enquete-Kommission wurde deutlich, dass die „Elite“ um Markus Beckedahl gar keine Lust hat, das eigentliche Ziel zu erreichen, nämlich breite gesellschaftliche Kreise für das Thema Netzpolitik zu begeistern.

Man kocht lieber ein eigenes Süppchen und hofft vielleicht auf den einen oder anderen Talkshowauftritt. Die von allen Anderen immer wieder eingeforderte Transparenz, die diese Internetelite sonst wie eine Monstranz vor sich herträgt, bleibt Beckedahl nämlich auch mit Blick auf die „Digitale Gesellschaft“ schuldig: wer sind die 20 Gründer des Vereins? Warum will man auf keinen Fall neue Mitglieder aufnehmen (und verhindert so eine wirkliche Diskussion über Ausrichtung und Zielsetzung), und wenn der Aufnahmestopp einmal aufgehoben wird, wer gehört dann unter welchen Bedingungen zu diesem erlauchten Kreise? Wo kann man das Gründungsprotokoll des Vereins nachlesen? Warum fand die Gründungsversammlung nicht öffentlich statt?

Meinungsvielfalt will die "Digitale Gesellschaft" offensichtlich gar nicht abbilden.

Es tummelt sich dort also eine Internetelite, die offensichtlich keine Lust hat, sich in Parteien zu engagieren, um dort die Sensibilität für die Notwendigkeit einer alle Politikfelder umfassenden Netzpolitik zu schärfen, sondern lieber den bequemen Weg geht und sich als Basis oder Bürgerbewegung „tarnt“.

Das Problem ist nur: Es sind eben nicht die normalen durchschnittlichen User, die hier zu Wort kommen. Es ist eine kleine, teilweise namentlich zu benennende Gruppe, die die Zeit und die Ressourcen hat, ihre netzpolitischen Überzeugungen zu artikulieren. Und wer nicht ins Konzept passt, der darf auch nicht mitmachen.

Was ist also wirklich neu? Neu ist, dass sich die digitale Elite um Markus Beckedahl nun eine feste Organisationstruktur gibt. Und dass nun auch offensichtlich ist, dass BITKOM und andere Lobbyorganisationen, die sich der digitalen Gesellschaft widmen, von  der „Digitalen Gesellschaft“ noch viel lernen können. Man darf gespannt sein, wie ernst es Markus Beckedahl ist, seinen eigenen Ansprüchen gerecht zu werden oder ob er am Ende nur ein Lobbyist unter Tausenden in Berlin ist. Letzteres wäre gar nicht schlimm. Es wäre einfach nur ehrlich.

Peter Tauber ist MdB für die Union und Mitglied der Internet-Enquete.

/th

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53 Kommentare

  1. Stefan |  15.04.2011 | 13:26 | permalink  

    Also, einerseits behauptet Herr Tauber, dass die Mitglieder nicht bekannt sind, um ihnen dann andererseits vorzuwerfen, sich nicht parteipolitisch zu engagieren. Woher will Herr Tauber das denn wissen?

    Von Markus Beckedal ist ja nun schon seit langem bekannt, dass er Mitglied der Grünen ist. Auf der Homepage werden weitere vertretungsberechtigte Vorstandsmitglieder genannt. Einer davon ist ebenfalls Mitglied der Berliner Grünen. Es ist anzunehmen, dass sich unter den stimmberechtigten Mitgliedern weitere Mitglieder der Grünen befinden.

    Das Ganze scheint mir eher eine dubiose Undercover-Aktion aus dem Umfeld der Berliner Grünen zu sein, keineswegs aber eine überparteiliche Initiative.

  2. noName |  15.04.2011 | 13:26 | permalink  

    Warum setzen Sie sich nicht mit dem zuständigen Amtsgericht in Verbindung, fordern die Satzung mit Gründungsmitgliedern an, bevor Sie so einen auf Mutmaßungen basierenden Beitrag rausknallen.

    Vielleicht kann sich jemand mal die Mühe machen und recherchieren.

  3. Noch ein Lobbyverband (?) - Rainer Schuldt |  15.04.2011 | 13:37 | permalink  

    [...] http://carta.info/39812/herzlichen-gluckwunsch-digitale-gesellschaft/ Geschrieben von Rainer Schuldt. Veröffentlicht am Freitag, 15. April 2011 um 13:37. Abgelegt unter Allgemein. Lesezeichen zu Permalink. Verfolge Kommentare mit dem RSS Feed. Einen Kommentar schreiben oder hinterlassen Sie den Trackback. [...]

  4. Mainboarder |  15.04.2011 | 13:39 | permalink  

    Dieses Konjunktivbashing wird Carta leider nicht gerecht.
    Erstmal abwarten bis sich etwas Bewertbares formiert hat.

  5. Robin Meyer-Lucht |  15.04.2011 | 13:54 | permalink  

    @ 4:

    “Wo kann man das Gründungsprotokoll des Vereins nachlesen? Warum fand die Gründungsversammlung nicht öffentlich statt?”

    Das klingt nicht ganz nach Konjunktiv.

  6. Christian Benduhn |  15.04.2011 | 14:02 | permalink  

    Jesus hatte 12 Jünger, Markus (Beckedahl) hat rund 20.

  7. Herzlichen Glückwunsch, Digitale Gesellschaft! | Blogfraktion.de |  15.04.2011 | 14:25 | permalink  

    [...] Beitrag auf carta.info [...]

  8. Peter Tauber |  15.04.2011 | 14:41 | permalink  

    @ 4: warum sollen andere mühsam etwas recherchieren, was man doch ohne Probleme offen (be)schreiben kann – außer man hat etwas zu verbergen oder Ziele, die man nicht offenlegen will? Ich denke, die Fragen sind mehr als berechtigt und können der Klarheit dienen. Denn es bleibt ja dabei: grundsätzlich kann es ja nicht schaden, wenn Menschen sich auch außerhalb von Parteien netzpolitisch engagieren und organisieren – nur bitte eben ergebnisoffen, transparent und der Sache verpflichtet!

  9. Digitale Gesellschaft: Erfolg statt Basisdemokratie | Ruhrbarone |  15.04.2011 | 14:54 | permalink  

    [...] fiesen Beigeschmack”, für Nico Lumma ist sie “Nerds Berlin Mitte e.V.” und auf Carta behauptet der CDU-Abgeordnete Peter Tauber: “Die “Digitale Gesellschaft” tarnt sich als [...]

  10. Mainboarder |  15.04.2011 | 15:03 | permalink  

    @8. Der Verein muss sich erst einmal formieren. Zudem läuft bekanntlich die re:publica nebenher, die auch ein bisschen Zeit als Mitorganisator benötigt.
    Ich denke, wenn man in 2-3 Wochen nach diesen Dokumenten fragen würde, oder im Vorfeld des Postings direkt bei den Vertretungsberechtigten, so könnte man Definitives feststellen.

  11. noName |  15.04.2011 | 15:36 | permalink  

    „Der Verein muss sich erst einmal formieren.“ Genau, #10.

    Die Eintragung des Vereins ist noch nicht mal erfolgt, da wird er schon zerfleddert, der Verein und der Vorstand, nicht „Präsident“ wie im Posting fehlerhaft ausgeführt wurde. Setzt sich der Autor mit den Inhalten auseinander? Dazu findet sich einiges auf der Vereinsseite. Warum wurde nicht beim Amtsgericht recherchiert? Das wäre möglich gewesen.

    Hier entfacht sich eine Neiddebatte von anderen, die meinen zur „digitalen Elite“ zu gehören. Unsinnig. Unsachlich. Überflüssig.

  12. Christian Soeder |  15.04.2011 | 16:07 | permalink  

    “Ich denke, wenn man in 2-3 Wochen nach diesen Dokumenten fragen würde, oder im Vorfeld des Postings direkt bei den Vertretungsberechtigten, so könnte man Definitives feststellen.”

    Hä?

    Ein Dokument bei WordPress einzustellen dauert ungefähr 2 Minuten. 10 Minuten, wenn man ein Idiot ist. :-D

    Leider hat Peter Tauber nicht Unrecht. Leider, weil Markus’ Vorgehen m.E. der Sache schadet.

    “Das Ganze scheint mir eher eine dubiose Undercover-Aktion aus dem Umfeld der Berliner Grünen zu sein, keineswegs aber eine überparteiliche Initiative.”

    Das nehme ich nicht an, aber solche Vorwürfe kann man am besten mit Transparenz entkräften und nicht mit Geheimnistuerei.

  13. dualbore |  15.04.2011 | 16:12 | permalink  

    Daß ausgerechnet ein MdB der CDU hier Nachhilfe zu Transparenz und Bescheidenheit geben will, finde ich ziemlich witzig.

  14. Wastl |  15.04.2011 | 16:28 | permalink  

    Und dabei das Wort “ergebnisoffen” benutzt. Alternativlos!

  15. Vera Bunse |  15.04.2011 | 16:34 | permalink  

    Daß ausgerechnet ein MdB der CDU hier Nachhilfe zum Status eines Vereins in Gründung braucht, ist ebenfalls witzig.

  16. Volker |  15.04.2011 | 16:34 | permalink  

    Hört, hört!

    Ein vom Volk legitimierter Vertreter der einzig wahren Netzpartei “CDU” meldet sich zur Wort und verweist den elitären Netzpöbel in die Schranken!

    Nicht einmal in einer Partei mitarbeiten wollen, aber Ansprüche stellen? So geht das ja nun wirklich nicht. Ist ja auch echt lästig, wenn einem “die Netzelite” dauernd die schönen Gesetze madig macht, nicht wahr?

    Alle 4 Jahre ein Kreuz und ein Bierchen im Lokalwahlkampf reicht dem Volksvertreter Tauber vollkommen.

    PS: https://twitter.com/343max/status/2228357957

  17. Christian Soeder |  15.04.2011 | 16:40 | permalink  

    “Daß ausgerechnet ein MdB der CDU hier Nachhilfe zum Status eines Vereins in Gründung braucht, ist ebenfalls witzig.”

    Kapiere ich nicht.

    Man kann eine Satzung etc. natürlich jederzeit veröffentlichen, auch wenn der Verein noch nicht amtlich bestätigt existiert. Das ist doch irgendwie klar.

  18. Carsten |  15.04.2011 | 17:04 | permalink  

    Also, wenn ein Politiker eine solche offenkundige Vorlage nicht verwerten kann, dann sollte er sich fragen, ob er den richtigen Beruf hat. Tauber konnte sich doch aussuchen, wo er draufhaut.

  19. Christian Benduhn |  15.04.2011 | 17:06 | permalink  

    Laut taz wurde der Verein bereits vor einem dreiviertel Jahr in Berlin gegründet.
    http://www.taz.de/1/netz/netzpolitik/artikel/1/digitale-gesellschaft-ohne-community/

  20. AXEL H. HORNS |  15.04.2011 | 17:13 | permalink  

    “[...] da trifft sich ein [...] elitärer Personenkreis” — eine erstaunliche Bemerkung von einem CDU-Abgeordneten, denn positiv ist diese Attributierung hier sicherlich nicht gemeint.

    Ansonsten ist die CDU doch wohl eher für “Eliteförderung” und so weiter; nur hier, in Digitalien, erscheint diesen Kreisen “elitär” irgendwie suspekt zu sein.

  21. Christian Benduhn |  15.04.2011 | 18:07 | permalink  

    Markus Beckedahls Spendenbeschaffungsverein habe 20 Mitglieder, sagt Markus Beckedahl. Damit wäre seine digitale Sekte zwanzig Mal so demokratisch wie die niederländische “Partij voor de Vrijheid”, die nur ein Mitglied hat: Geert Wilders.
    http://de.wikipedia.org/wiki/Partij_voor_de_Vrijheid

  22. Digitale Gesellschaft – Ein netzpolitisches Greenpeace? » Rorschach |  15.04.2011 | 18:37 | permalink  

    [...] Kritik lies nicht lange auf sich warten und so äußerte Peter Tauber (CDU) sich ironisch-polemisch über den Umstand, dass Beckedahl selbst nicht nur Mitglied der Internet Enquete-Kommission sei, [...]

  23. Pete |  15.04.2011 | 18:51 | permalink  

    Na ja, wieso soll man ausgerechnet Tauber, der sich als Vorsitzender der Projektgruppe Netzneutralität deren Bericht maßgeblich von Bitkom schreiben lässt und dessen Partei die Bitkom-Lobbyisten in die Enquete-Kommission “Internet und digitale Gesellschaft” geholt haben, noch irgendwie für glaubhaft finden?

  24. lummafan |  15.04.2011 | 19:21 | permalink  

    Siehe auch die Kritik von sozialdemokratischer Seite:
    http://lumma.de/2011/04/15/berlin-mitte-nerds-e-v-gegrundet/

    “Soso, der Alleinvertretungsanspruch für die Digitale Gesellschaft liegt nun also bei Markus Beckedahl und Konsorten. Ich finde es naheliegend, daß Markus Beckedahl aus seinem netzpolitik.org mehr macht als nur ein gutgelesenes Blog, und ich finde auch die Gründung eines Vereins sinnvoll. Aber ich finde den Namen und die Struktur anmassend.

    Markus und seine Kumpels sind nicht die Digitale Gesellschaft. Sie bilden nur einen ganz kleinen, sehr nerdigen Teil ab. Den Großteil der Digitalen Gesellschaft werden sie nie erreichen, dafür benötigen sie ein anderes Themenspektrum und vor allem eine andere Art der Ansprache.”

  25. Julius |  15.04.2011 | 19:53 | permalink  

    Super gemacht, liebe Digitale Gesellschaft. Liefert der CDU nur weiterhin so schöne Steilvorlagen. :|

    Ne, Herr Tauber. Scheiß egal ob es noch tausend Vereinsgründungen zu dem Thema gibt, der eigentliche Punkt ist: Wir hier unten an den Graswurzeln sind verdammt unzufrieden damit, wie ihr da oben Netzpolitik betreibt.
    Und nein, hier lässt sich auf Dauer auch keiner einlullen und niemand ist politikverdrossen. Wir sind von unseren Standpunkten überzeugt und ziehen das Ding auch durch. Auf Dauer kann kein Volksvertreter gegen die Interessen seiner Wähler bestehen. Wird sich zeigen, wer den längeren Atem hat.

    Schöne Grüße.

  26. Christoph Kappes |  15.04.2011 | 19:54 | permalink  

    Ich habe mir inzwischen alle schriftlichen Statements angesehen und bin begeistert. Nicht.

    Beckedorf kann und soll machen, was er will. Wir sind in einem freiheitlichen Land und es gibt tausende politischer Organisationen.

    Das einzige, was ich kritisiere, ist einen Vereinsnamen zu wählen, der über die Repräsentativität irreführt.

    Es gibt erstens keine digitale Gesellschaft als ein homogenes Gebilde, alle Digitalisten wissen das. Wenn es sie gäbe, bräuchte es zweitens ein anderes, grösseres Gebilde, um diesen Namen zu rechtfertigen.

    (Auch die Transparenz als Anspruch kann ich nicht mehr hören. Das ist ja im Grossen schön und gut, aber wenn jemand der Meinung ist, er wolle einen Verein gründen, dessen Mitglieder er namentlich nicht nennen mag, dann soll er es tun.
    Die Krankheit der deutschen Diskussionen und insbesondere der Netzdiskussionen ist eine ziel- und effizienzfreie Diskussion um Meta-Themen wie Moral, Transparenz, Authentizität. Was aber wirklich zählt ist: Der gute Inhalt und das tatsächliche Wirken. /rant off)

  27. Stephan |  15.04.2011 | 20:17 | permalink  

    Was wir hier beobachten, ist nicht mehr – und nicht weniger -, als die Manifestation der gesellschaftlichen Diversifizierung im Digitalen. Genausowenig, wie es eine “Deutsche” oder eine “Berliner” oder eine “Bayerische” Gesellschaft (nun gut, bei Letzterer bin ich mir nicht so sicher) gibt, wird es jemals eine Digitale Gesellschaft geben. Seit mehreren Jahrzehnten ist bekannt und offensichtlich, dass sich überall und auf allen Ebenen Teilgesellschaftfen ausformen (Stichwort Fragementierung), die durchaus unterschiedliche Ansichten und Einzelinteressen verfolgen. Das ist nicht schlimm, das ist sogar gut so.
    Und ausgerechnet jetzt kommt ein Verein daher, der beansprucht die “Digitale Gesellschaft” zu sein. Das aber gerade die sich genau so ausdifferenziert wie die Offline-Gesellschaft ist doch klar. Die Privacy-Spackeria ist da nur einer der offensichtlichen Hinweise, Street View-Befürworter und -Gegner ein anderer.
    Dies ist dann eben nicht die “digitale Bürgerbewegung”, sondern wahrscheinlich eine von vielen. Ich wünsche Glück dabei!
    Und all den anderen, die da schon waren und die da noch kommen auch!

  28. Avatter |  15.04.2011 | 20:33 | permalink  

    Bitte sehr:
    “Das Internet-Volk der Barbaren oder: Was Beckedahl-Hasser jetzt tun sollten”

    http://www.avatter.de/wordpress/2011/04/das-internet-volk-der-barbaren-oder-was-beckedahl-hasser-jetzt-tun-sollten/

  29. kittekatze |  15.04.2011 | 22:13 | permalink  

    Als ich diesen Beitrag gelesen habe, ist mir klar geworden, dass das Thema “Digitale Spaltung” noch lang nicht vom Tisch ist. Nur ist es jetzt nicht die Kluft zwischen den Internetnutzern und den Nichtnutzern, sondern die zwischen Internetelite und Herrn und Frau Normaluser.

    Für mich kommt eine Bürgerbewegung von unten. Vielleicht sogar – oder wenigstens unter Mithilfe – von Herrn und Frau Normaluser. Die in diesem Verein sicherlich nicht vertreten sind.

    Übrigens – wenn die Vereinsgründung nun doch schon ein Weilchen zurückliegt, sollte es doch drin sein, die Webseite auch mit ausreichend Hintergrundinfos über Verein und Mitglieder zu bestücken, oder?

  30. Ein paar Sätze zur “Digitalen Gesellschaft e.V.” | rotstehtunsgut.de |  15.04.2011 | 22:26 | permalink  

    [...] mehr Transparenz von Anfang da, dann könnten auch nicht CDU-MdB ganz locker den Gegner ausschalten. Und die Kollegen am linken Rand könnten nicht andeuten, dass es nichts anderes als ein „grünes [...]

  31. Too much information » Lesezeichen |  15.04.2011 | 23:28 | permalink  

    [...] Herzlichen Glückwunsch, Digitale Gesellschaft! — CARTA – Die “Digitale Gesellschaft” tarnt sich als lediglich als Bürgerbewegung – in Wirklichkeit ist sie die Lobbyorganisation einer selbst ernannten ‘Elite’, die ihren eigenen Transparenzansprüchen nicht gerecht wird. [...]

  32. re:publica XI: Politische Klicks | Too Bad You Never Knew Ace Hanna |  15.04.2011 | 23:55 | permalink  

    [...] und gegangen. Begleitet wurde sie diesmal von heftiger Medienaufmerksamkeit und einer etwas bemüht scheinend Kontroverse um die Vereinsgründung der “Digitalen Gesellschaft” unter dem [...]

  33. Verein ohne Mitglieder? | „Nächstens mehr.“ |  16.04.2011 | 00:11 | permalink  

    [...] der Organisation zu meckern? Oder sollte man das ob des hehren Ziels lieber lassen um der Politik nicht in die Hände zu spielen? [...]

  34. OH |  16.04.2011 | 00:27 | permalink  

    @Christoph Kappes

    “Das einzige, was ich kritisiere, ist einen Vereinsnamen zu wählen, der über die Repräsentativität irreführt.”

    Tut er das? Meineswissens hat es etliche Pastoren in den Oppositionsparteien, die auch nicht glauben, dass CDU und CSU christliches Gedankengut repräsentieren, nur weil sie namentlich vorgeben, das zu tun. Ein Name einer Organisation ist zunächst ein Schlagwort – und im Übrigen veränderlich. Im Übrigen definiert sich auch Tauber die Welt zurecht, wenn er einerseits von der digitalen Gesellschaft als solches, andererseits vom “Durchschnittsuser” spricht. Dass es zwischen letzteren und “Digital natives” substanzielle Unterschiede gibt sollte eigentlich klar sein. Aber gerade bei der CDU fragt man eben lieber Opi, wie man die Mittel und Konzepte von vorgestern auf die Kommunikationsmittel von morgen aufstülpen kann…

  35. Schöne Grüße, Ihre Internet-Lobby – Spiegel Online | Internet |  16.04.2011 | 02:03 | permalink  

    [...] …Die "Digitale Gesellschaft" Greenpeace für das NetzBayerischer Rundfunk.Herzlichen Glückwunsch, Digitale Gesellschaft!CARTAre:publica: Braucht die digitale Gesellschaft die "Digitale Gesellschaft"?Heise [...]

  36. Aufmerksamkeit! |  16.04.2011 | 02:04 | permalink  

    @Christoph Kappes #26 den Einwand kann ich nur zum Teil nachvollziehen.
    Das Thema Transparenz ist m.E. natürlich wichtig. Hier gründet sich ein Verein “Digitale Gesellschaft”. Das ist eben nicht irgendeine Vereinsgründung, nicht von den Personen her (auch die Frage zu Bündnis90/Die Grünen – Parteinähe?), der Bekanntheit, besonders Markus Beckedahl, und nicht vom Anspruch. Da will man, das finde ich nicht ungewöhnlich, wissen, was da passieren soll. Zumal zu Spenden und Mitarbeit aufgerufen wird. Nein, man muss da nicht gleich alles niederschreiben, aber man wird fragen dürfen, was dahinter steckt, eventuell ob es sich lohnt dort mitzutun.

    Ich persönlich glaube, dass es vielleicht ungeschickt war, das Ganze vor der Eintragung (rechtsfähiger Verein) publik zu machen. Ich schätze, da hat man sich wegen #rp11 selbst zu sehr unter Druck gesetzt. Sich jetzt, nach solch medienwirksamer Veröffentlichung, darüber zu wundern, dass auch skeptische Stimmen kommen, finde ich sehr merkwürdig.

    Was die Gründungsmitglieder (nur von diesen rede ich hier) betrifft, so verstehe ich die Geheimhaltung nicht. Klar gesagt: Wenn der Verein im Register eingetragen sein wird, dann hat jeder das Recht dieses einzusehen, inklusive aller Unterlagen, die zur Eintragung geführt haben. Sprich: Das Gründungsprotokoll (inklusive der Unterschriften aller Gründungsmitglieder!) und die Satzung.

    Wenn ich mir also sicher bin, dass der Verein eingetragen wird, dann kann ich die Gründungsmitglieder (mindestens 7, hier wohl 20?) und die Satzung doch auch veröffentlichen – unter Vorbehalt der Eintragung. Wo ist das Problem?
    Für weitere Mitglieder, so sie denn zugelassen werden, gilt späterhin natürlich der Datenschutz.

    @ #10,11,15 “Der Verein muss sich erstmal formieren”
    Na ja, ganz so einfach ist es dann doch nicht.
    Im Moment stehen wir nämlich hier:
    http://www.gesetze-im-internet.de/bgb/__54.html
    Die im Impressum genannten Herren sind derzeit wie eine Gesellschaft des bürgerlichen Rechts zu behandeln. Sie haften, falls es dafür Anlässe gebe, als Gesamtschuldner. Allein schon aus diesem Grund hätte ich (my 2 cents) die Eintragung abgewartet.
    Oder man hätte das ganze von Anfang an völlig transparent gestalten müssen, was aber offensichtlich gar nicht gewollt war.

  37. Schöne Grüße, Ihre Internet-Lobby – Spiegel Online | Hasen Chat Wissen |  16.04.2011 | 02:51 | permalink  

    [...] Gesellschaft" dürfen alle mitmachen – aber nur wenige entscheiden. …Herzlichen Glückwunsch, Digitale Gesellschaft!CARTA"Digitale Gesellschaft": Eine Lobby für Nutzerrechte in der digitalen WeltHeise [...]

  38. noName |  16.04.2011 | 03:12 | permalink  

    #36, wie gut, dass sich hier Juristen fachlich äußern. :)

  39. Re:formation « Wir sprechen Online. |  16.04.2011 | 11:14 | permalink  

    [...] Schaut man in den Googleschen Spiegel, besteht zwischen re:publica 2011 und ‘der‘ Digitalen Gesellschaft Einheit, Identität, Personalunion: Re:publica – die digitale Gesellschaft tagt*, schöne Grüße, Ihre Internet-Lobby*. Eine Lobby für digitale Bürgerrechte*, eine Lobby für Nutzerrechte in der digitalen Welt*, eine Art Greenpeace für Internetschützer*. Und der Internet Erklärer*, befragt das Internet*. Herzlichen Glückwunsch, Digitale Gesellschaft!* [...]

  40. Stefanie Schultheis |  16.04.2011 | 11:53 | permalink  

    GnihihiBRUUUAAAAAAAHAAAAARRRRRR…! Der Laden ist bereits tot, 100-pro:
    http://digitalegesellschaft.de/2011/04/wir-sind-die-digitale-gesellschaft/comment-page-1/#comment-223

  41. Twister |  16.04.2011 | 12:17 | permalink  

    Laut M. Beckedahl wurde der Verein doch schon vor einem Dreivierteljahr gegründet und nun aber offiziell verlautbart. In dieser Zeit hätte man sicherlich auch die vorübergehende Satzung bzw. bisherige Satzung sowie Informationen über die Mitglieder herausgeben können.

    Wenn es sich um Leute aus dem CCC sowie dem AK Vorrat handelt, wie bei SpOn geschrieben, dann frage ich mich, wieso da offensichtlich so viele anonym bleiben wollen, außer den drei Herren aus dem Grüne Jugend-Umfeld. Dafür, dass hier ein alter Hase im Bereich Politik und Lobbyismus und Co. agiert, ist die Intransparenz ziemlich hoch.

    Und ich muss zugeben: sicherlich kann man sagen “ich denke, Dinge, die ich sage, sind für die Digitale Gesellschaft wichtig”, aber “ich spreche hier für die Internetgesellschaft oder digitale Gesellschaft” ist schon ein wenig vermessen.

  42. Das digitale Paradoxon » Fabio Reinhardt |  16.04.2011 | 14:53 | permalink  

    [...] ist nicht die digitale Gesellschaft – Ruhrbarone: Erfolg statt Basisdemokratie – und auch die CDU hat sich mittlerweile geäußert… – …und viele [...]

  43. Ihr seid nicht die digitale Gesellschaft » Martin Emmerich Consulting |  16.04.2011 | 19:26 | permalink  

    [...] Peter Tau­ber: “Herz­li­chen Glück­wunsch, Digi­tale Gesellschaft!” [...]

  44. Xela S. |  17.04.2011 | 12:35 | permalink  

    Sicherlich ist es nicht in Ordnung, wenn sich eine Kleingruppe von Verein selbst einen Vertretungsanspruch für Millionen Menschen zuspricht.

    Vielleicht wäre es mit einer breiteren Debatte, in öffentlichen Webdiskussionsräumen geführt, besser getan, zunächst Positionen zu erarbeiten.

  45. Linkwertig: Startups, Digitale Gesellschaft, Google Video, Flattr » netzwertig.com |  18.04.2011 | 07:01 | permalink  

    [...] » old school Klüngelgesellschaft e.V. » Herzlichen Glückwunsch, Digitale Gesellschaft! [...]

  46. Too much information » Was ich noch sagen wollte zum… Bashing der Digitalen Gesellschaft durch Carta.info |  18.04.2011 | 14:44 | permalink  

    [...] lässt man da unter dem Deckmantel der Diskussionsvielfalt dem CDU-MdB Peter Tauber Platz für eine Meinungsäußerung, die sachlich klingen soll, aber letzten Endes in ätzender Polemik ertrinkt: Schon in den [...]

  47. Paul Ney |  19.04.2011 | 14:08 | permalink  

    [quo vadis] Ich bin die DigiGes-Website, Carta-Seiten und weitere Quellen durchgegangen. Mancher Betrachter dürfte so sehen und empfinden: Da formiert sich eine Aktionsgemeinschaft — DigiGes — für eine bessere gerechte Welt, da warten wir noch ab, bis wir mehr wissen.

    Der Abschnitt “Vorratsdatenspeicherung.” auf [[digitale-gesellschaft.de]] dürfte einen näheren Hinweis enthalten: “CDU, CSU, Teile der SPD und manche in der EU wollen wissen,”. Nach der Mengenlehre und im Sinne der Komplementarität ergibt sich, auf bundespolitischer Ebene berechnet, folgende Restmenge: FDP, Restteile der SPD, Grüne, Linke und — last, but not least — die Partei der Nichtwähler (ggf. mit anderen Gleichgesinnten in der EU koalierend). Könnte hier die politische Heimat einer neuen Bewegung liegen?! ;-)

  48. Rhein Sieg |  19.04.2011 | 22:24 | permalink  

    @ “ergebnisoffen”: Wäre es nicht langsam auch mal an der Union dahingehend in allen Dingen Netzpolitik, mit gutem Beispiel voranzugehen ? Wenn ich mal so in die jüngere Vergangenheit blicke und mir da die Haltung in Punkto Netzsperren und Vorratsdatenspeicherung ansehe, sehe ich da keine noch so geringe Beweglichkeit bei der CDU. Jedes noch so gute Argument, egal. Das betreffende Vorhaben wird einfach umgesetzt. “Basta-Politik” hätte man so was bei Schröder genannt. “Ergebnisoffen” ist demnach, wenn alle am Ende machen, was die Union will, oder ?

    “Transparenz” ist jetzt auch nichts, was ich mit der CDU verbinde. Aber ich stimme Ihnen im Hinblick auf das Vorhaben von Markus Beckendahl zu, dass es da durchaus mehr Transparenz vertragen könnte. Ist im Moment vielleicht eher ein diffuses Gefühl aber so ganz wohl ist mir bei der Geschichte nicht.

  49. Webschau April 2011 |  20.04.2011 | 15:11 | permalink  

    [...] “Herzlichen Glückwunsch, Digitale Gesellschaft!” Längst überfällig sei die Gründung der “Digitalen Gesellschaft”, sagt der CDU-Abgeordnete Peter Tauber und begrüßt die Initiative in einem Gastbeitrag auf carta.info. Kritik hat er aber auch anzumelden (und er ist nicht der einzige): Sie tarne sich als lediglich als Bürgerbewegung – in Wirklichkeit ist sie die Lobbyorganisation einer selbst ernannten “Elite”, die ihren eigenen Transparenzansprüchen nicht gerecht wird. Es seien “eben nicht die normalen durchschnittlichen User, die hier zu Wort kommen.” [...]

  50. emkaa21 |  21.04.2011 | 15:29 | permalink  

    Unabhängig davon, wer von uns Herrn Tauber und seine Partei mag, gibt es sicherlich einige bedenkenswerte Kritikpunkte. Meiner Meinung nach die beste Zusammenfassung: http://mrtopf.de/blog/politik-politics/digiges/

    Die Reaktion der “Digitalen Gesellschaft” kam inwzischen auch: http://digitalegesellschaft.de/faq/

    Wegen der Einbindung der Digiges-Macher in die rp11 sollten wir noch ein paar Wochen abwarten, wie die weitere Entwicklung verläuft, bevor man zu einer (vorläufigen) Bewertung kommen kann…

  51. Internet – digitale Realitäten als Unterstützung fürs wirkliche Leben « world-net-news: Weblog |  22.04.2011 | 22:16 | permalink  

    [...] entstehen interessante Projekte, welche dann wohl wirklich Anerkennung verdienen. Die sogenannte digitale Gesellschaft wird nicht nur in Bezug an Transparenz an Bedeutung gewinnen, sie ist angekommen in der Realität. [...]

  52. Too much information » Beckedahls Antwort auf die Kritiker der Digitalen Gesellschaft |  26.04.2011 | 21:14 | permalink  

    [...] einst vorgestellten Blog carta.info waren kurz nach Vorstellung des Vereins Digitale Gesellschaft drei gegen diese Initiative gerichtete Artikel erschienen. Ich hatte das hier kritisiert, was – um [...]

  53. Ihr seid nicht die digitale Gesellschaft! | Martin Emmerich Consulting |  01.04.2013 | 17:00 | permalink  

    [...] Peter Tau­ber: “Herz­li­chen Glück­wunsch, Digi­tale Gesellschaft!” [...]

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