Alle Tweetlein sind schon da!

Gerade erst feiert Twitter seinen 5. Geburtstag und wird zugleich wieder einmal für tot erklärt. Dabei wird der arrogante Umgang mit dem Ökosystem Twitter auf Dauer nicht schaden. Bei sozialen Netzwerken kommt es eben weniger darauf an, wie gut oder schlecht sie sind, sondern ob alle anderen schon da sind. Wenn ja, bleiben sie auch.

Alle Jahre wieder droht der Tod um die Ecke zu lugen und Twitter aus der Netzgemeinde zu sensen. Könnte man jedenfalls denken, wenn man Teilen der Blogosphäre Glauben schenkte. Immerhin liefert die Anfrage „Twitter ist tot“ bei Google 2930 Ergebnisse. Twitter ist tot, es lebe Identi.ca?

Identi.ca? Das soll mein Twitter ersetzen? Ernsthaft? Meine Familie 2.0, die ich mir in zahllosen „Real Life-Treffen“ und auf Twitterparties zusammengefollowt habe?  Und überhaupt – kennt jemand jemanden, der jemanden kennt, der einen Account bei Identi.ca hat? Vor etwas mehr als einer Woche wollten sie in Scharen bei Twitter  hinschmeißen und demonstrativ das Ufer wechseln. Weil Twitter externe Clients abschalten könnte, die sich nicht an die Regeln von Twitter halten.

Viele empfinden diese neue Politik von Twitter als apple-eske Arroganz und verkünden schon den Untergang des Microbloggingdienstes, der dieser Tage seinen 5. Geburtstag feierte. Dabei hat Apple mit seinem Pendelkurs zwischen Offenheit und Kontrolle sehr großen Erfolg.

Der Nutzer kann nun davon halten, was immer er will. Es ist ein bisschen wie beim großen Bruder Facebook: Alle haben etwas zu  meckern, besonders, was die Politik der Plattform angeht und doch sind sie alle da – weil letztlich eben auch alle anderen da sind. Der Aufwand, alle auf eine andere Plattform zu ziehen, ist ungleich größer, als sich zähneknirschend den Bedingungen der Großen zu unterwerfen und das Beste daraus zu machen.

Oder wie @ennomane es ausdrückte: