Leitfragen zum Expertengespräch “Zukunft des Qualitätsjournalismus”

Die Leitfragen des Bundestagsausschusses Kultur und Medien zum Expertengespräch “Zukunft des Qualitätsjournalismus” am 23. Februar 2011 in Berlin: Wie verändert das Internet den Journalismus und die Medienöffentlichkeit insbesondere in qualitativer Hinsicht? Worin unterscheidet sich der Journalismus in der analogen, von dem in der digitalen Welt (oder ist eine solche Trennung völlig unzutreffend)? Lässt sich Online-Journalismus vom traditionellen Journalismus abgrenzen und wie wird sich dieser, auch hinsichtlich Nutzung und Qualität, entwickeln? Konstituieren Blogs eine neue Form journalistischer Öffentlichkeit? Wird die Aufklärungsfunktion der Presse durch sie gebrochen? Wie verändern ökonomische Herausforderungen (bspw. sinkende Werbeeinnahmen und Auflagezahlen, Medienkonzentration, crossmediale Verflechtungen der Unternehmen, Auftreten neuer Player wie Google) den Journalismus in seiner Qualität und seiner Bedeutung für die Demokratie? Welche Rolle spielt das Verhältnis von Verlag und Redaktion für die Qualität? Ist das Berufsethos der Journalisten durch die ökonomischen Herausforderungen in Gefahr? Gegenwärtig haben wir zur Finanzierung von Qualitätsjournalismus vor allem zwei Systeme: den gebührenfinanzierten öffentlich-rechtlichen Rundfunk und die werbefinanzierten privaten Angebote. Welche alternativen Finanzierungsmodelle, beispielsweise die im Ausland bereits verfolgten Stiftungsmodelle, bieten sich zur Sicherstellung von Qualitätsjournalismus in Deutschland an? Wie sehen Sie die Chancen, Journalismus über crowd funding und/oder social funding zu finanzieren und wen sehen Sie hier als die zentralen Akteure, um solcherart Finanzierungssysteme flächendeckend zum Einsatz zu bringen (Journalisten selbst, Verlage, Social Media-Unternehmen, Dritte)? Welche neuen Geschäftsmodelle und Publikationsmöglichkeiten sehen Sie insbesondere für freie Journalisten? Welche Konsequenzen hat es für den Qualitätsjournalismus, wenn immer mehr festangestellte Journalisten durch freie Mitarbeiter ersetzt werden? Wie ist die soziale Lage von Journalisten heute im Vergleich zum letzten Jahrzehnt und wo sehen Sie hier gesetzgeberischen Handlungsbedarf? Welche Konsequenzen haben diese Veränderungen für den Qualitätsjournalismus? Welche Veränderungen gibt es in der Ausbildung, die Journalisten heute durchlaufen? Werden die heutigen Ausbildungsgänge sowohl im staatlichen, als auch im privaten Bereich den Anforderungen an die zukünftigen Journalisten gerecht? Gerät der Journalismus in Gefahr, zum verlängerten Arm der Öffentlichkeitsarbeit zu werden? Wie ist die aktuelle Situation im Verhältnis von Journalismus und PR? Verschwimmen die Grenzen weiter oder gibt es stärkere Abgrenzungsversuche der Journalisten? Welche rechtlichen Rahmenbedingungen beeinflussen Journalismus im Hinblick auf Qualität und Unabhängigkeit in besonderer Weise und welcher Verbesserungs- bzw. Handlungsbedarf besteht diesbezüglich (beispielsweise mit Blick auf die verfassungsrechtlich garantierten Medienfreiheiten, die Zeugnisverweigerungsrechte, die Presseausweise und die Berufsausbildung des grundsätzlich offenen Berufes eines Journalisten oder einer Journalistin)? Lassen sich nach Ihrer Auffassung Tendenzen der Boulevardisierung und Verflachung feststellen und wo liegen hier die Ursachen? Nimmt die Anzahl von investigativen Berichten sowie originellen und fundiert recherchierten Artikeln ab, und wenn ja, warum? Welche Rolle spielen Nachrichtenagenturen dabei? „Autorität kommt von Autor und Qualität kommt von Qual“ – dieser Satz ist am Eingang der renommierten Henri-Nannen-Journalistenschule in Hamburg zu lesen. Welche Bedeutung und Rolle kommt sowohl dem Journalisten, als auch dem Leser/Zuschauer/Zuhörer im Hinblick auf die Qualität von Journalismus zu? Benötigen Medienschaffende (Journalisten wie Verlage und Rundfunkanstalten) stärkere Anreize zur Entwicklung von qualitativ hochwertigen Inhalten? Wenn ja, welche? In welchen Bereichen der Berichterstattung in Print, Rundfunk und Internet sind Qualitätsdefizite auszumachen?

Die Leitfragen des Bundestagsausschusses Kultur und Medien zum Expertengespräch “Zukunft des Qualitätsjournalismus” am 23. Februar 2011 in Berlin:

  • Wie verändert das Internet den Journalismus und die Medienöffentlichkeit insbesondere in qualitativer Hinsicht?
  • Worin unterscheidet sich der Journalismus in der analogen, von dem in der digitalen Welt (oder ist eine solche Trennung völlig unzutreffend)? Lässt sich Online-Journalismus vom traditionellen Journalismus abgrenzen und wie wird sich dieser, auch hinsichtlich Nutzung und Qualität, entwickeln?
  • Konstituieren Blogs eine neue Form journalistischer Öffentlichkeit? Wird die Aufklärungsfunktion der Presse durch sie gebrochen?
  • Wie verändern ökonomische Herausforderungen (bspw. sinkende Werbeeinnahmen und Auflagezahlen, Medienkonzentration, crossmediale Verflechtungen der Unternehmen, Auftreten neuer Player wie Google) den Journalismus in seiner Qualität und seiner Bedeutung für die Demokratie?
  • Welche Rolle spielt das Verhältnis von Verlag und Redaktion für die Qualität?
  • Ist das Berufsethos der Journalisten durch die ökonomischen Herausforderungen in Gefahr?
  • Gegenwärtig haben wir zur Finanzierung von Qualitätsjournalismus vor allem zwei Systeme: den gebührenfinanzierten öffentlich-rechtlichen Rundfunk und die werbefinanzierten privaten Angebote. Welche alternativen Finanzierungsmodelle, beispielsweise die im Ausland bereits verfolgten Stiftungsmodelle, bieten sich zur Sicherstellung von Qualitätsjournalismus in Deutschland an?
  • Wie sehen Sie die Chancen, Journalismus über crowd funding und/oder social funding zu finanzieren und wen sehen Sie hier als die zentralen Akteure, um solcherart Finanzierungssysteme flächendeckend zum Einsatz zu bringen (Journalisten selbst, Verlage, Social Media-Unternehmen, Dritte)?
  • Welche neuen Geschäftsmodelle und Publikationsmöglichkeiten sehen Sie insbesondere für freie Journalisten?
  • Welche Konsequenzen hat es für den Qualitätsjournalismus, wenn immer mehr festangestellte Journalisten durch freie Mitarbeiter ersetzt werden?
  • Wie ist die soziale Lage von Journalisten heute im Vergleich zum letzten Jahrzehnt und wo sehen Sie hier gesetzgeberischen Handlungsbedarf?
  • Welche Konsequenzen haben diese Veränderungen für den Qualitätsjournalismus?
  • Welche Veränderungen gibt es in der Ausbildung, die Journalisten heute durchlaufen?
  • Werden die heutigen Ausbildungsgänge sowohl im staatlichen, als auch im privaten Bereich den Anforderungen an die zukünftigen Journalisten gerecht?
  • Gerät der Journalismus in Gefahr, zum verlängerten Arm der Öffentlichkeitsarbeit zu werden? Wie ist die aktuelle Situation im Verhältnis von Journalismus und PR? Verschwimmen die Grenzen weiter oder gibt es stärkere Abgrenzungsversuche der Journalisten?
  • Welche rechtlichen Rahmenbedingungen beeinflussen Journalismus im Hinblick auf Qualität und Unabhängigkeit in besonderer Weise und welcher Verbesserungs- bzw. Handlungsbedarf besteht diesbezüglich (beispielsweise mit Blick auf die verfassungsrechtlich garantierten Medienfreiheiten, die Zeugnisverweigerungsrechte, die Presseausweise und die Berufsausbildung des grundsätzlich offenen Berufes eines Journalisten oder einer Journalistin)?
  • Lassen sich nach Ihrer Auffassung Tendenzen der Boulevardisierung und Verflachung feststellen und wo liegen hier die Ursachen? Nimmt die Anzahl von investigativen Berichten sowie originellen und fundiert recherchierten Artikeln ab, und wenn ja, warum? Welche Rolle spielen Nachrichtenagenturen dabei?
  • „Autorität kommt von Autor und Qualität kommt von Qual“ – dieser Satz ist am Eingang der renommierten Henri-Nannen-Journalistenschule in Hamburg zu lesen. Welche Bedeutung und Rolle kommt sowohl dem Journalisten, als auch dem Leser/Zuschauer/Zuhörer im Hinblick auf die Qualität von Journalismus zu?
  • Benötigen Medienschaffende (Journalisten wie Verlage und Rundfunkanstalten) stärkere Anreize zur Entwicklung von qualitativ hochwertigen Inhalten? Wenn ja, welche?
  • In welchen Bereichen der Berichterstattung in Print, Rundfunk und Internet sind Qualitätsdefizite auszumachen?