Apple macht 6 Mrd. Dollar Gewinn im Quartal und bei Foxconn verdient ein Arbeiter 300 Dollar im Monat

China ist die verlängerte Werkbank der globalen IT-Industrie. Doch die Verhältnisse in den Fabriken interessieren die westlichen Nerds weniger als die Frage, ob das iPad 2 nun am 9. oder am 10. April auf den Markt kommt.

Vor einiger Zeit ist der in China produzierende taiwanesische Elektronik-Konzern Foxconn (Umsatz: 60 Mrd. Dollar, etwa 1 Million Beschäftigte), wegen einer Selbstmordserie von Mitarbeitern in die Schlagzeilen geraten. Von 12-Stunden-Arbeitstagen war die Rede, von schlechten Unterkünften, militärischem Drill und Redeverbot am Arbeitsplatz. Aber die Firma, die fast die gesamte westliche Computerindustrie beliefert, war nach kurzer Zeit wieder aus den Schlagzeilen verschwunden.

Nun sorgt ein Bericht chinesischer Umweltgruppen abermals für Aufsehen. Laut Green Choice Alliance werden Arbeiter und Umwelt bei der Produktion smarter Elektronik-Gadgets mit Schwermetallen (Kupfer, Nickel, Cadmium, Blei, Chrom etc.) vergiftet. In der taz berichtet Sven Hansen:

„Von den 29 kontaktierten chinesischen und globalen IT-Konzernen, die in der Volksrepublik produzieren und über deren Zulieferer die Green Choice Alliance (GCA) Informationen erfragte, verweigerte allein der iPhone- und iPad-Produzent jegliche Angaben…

‚Hinter ihrem stilvollen Image haben die Produkte von Apple eine Seite, die viele nicht kennen – Verschmutzung und Gift. Diese Seite ist tief versteckt in der geheimen Zulieferkette des Unternehmens, die außer Sichtweite der Öffentlichkeit ist’, schreiben die 36 chinesischen Umweltgruppen.“

Eine deutsche Fassung des Alliance-Berichts hat die Essener Asien-Stiftung veröffentlicht.

Da China als verlängerte Werkbank und Zulieferer des Westens fungiert, können sich die westlichen Firmenverantwortlichen meist damit herausreden, für Arbeits- und Umweltbedingungen anderer Länder nicht verantwortlich zu sein (aber natürlich ganz toll darauf zu dringen, dass die notwendigen Standards immer eingehalten werden). Auch die Gewerkschaften des Westens schreien nicht gerade Zeder und Mordio angesichts der Arbeitsbedingungen ihrer fernen Kollegen. Globalisierung als Thema scheint auch nach 35 Jahren noch nicht wirklich angekommen zu sein bei den hiesigen Arbeitnehmervertretungen. Und die IT-Konsumenten? Sie finden schicke, gut verarbeitete Laptops, tablets und Smartphones einfach toll. Was kümmern sie die Bedingungen, unter denen solche Produkte hergestellt werden?