Salamitaktik mit WikiLeaks?

Wer sich mit den Medien (zu sehr) einlässt, kommt darin um. So könnte die Bilanz der WikiLeaks-Taktik lauten, bei der Veröffentlichung geleakter Daten nur noch mit etablierten Strukturen zusammenzuarbeiten.

Inzwischen sitzen gewisse Zeitungen auf einem Berg von Daten-Material und können nach Lust und Laune kleine Aufreger und Skandälchen produzieren. Denn anders als die Nutzer der WikiLeaks-Website entscheiden die Medienspitzen nach eigenem Gutdünken, wann sie etwas veröffentlichen, wie groß und mit welcher Stoßrichtung – und auch, ob sie bestimmte Daten lieber weglassen. Damit sind die gewohnten Verhältnisse wieder hergestellt. Und WikiLeaks wird zum ganz normalen Nachrichtenhändler. War’s das?

Wir wollen es nicht glauben. Noch nicht! Und nehmen die Gelegenheit wahr, an die Presseratsbeschwerde von Christiane Schulzki-Haddouti zu erinnern.