Ach Brüderle!

Unser Wirtschaftsminister hat sich mal wieder Gedanken gemacht. Und weil er ein sehr kluger Wirtschaftsminister ist (stimmt’s, Murphy?), sind seine Gedanken auch ganz besonders tief.

Herr Brüderle sagte wörtlich, und die BILD-Zeitung zitierte ihn wörtlich! Und das stiftete Verwirrung:

„Manches, was ich bei Wikileaks da entnehme, erinnert mich an die Sammelwut, die früher Institutionen im Osten hatten, die Stasi dabei.“ (sic!)

Herr Brüderle, wenn Sie das tatsächlich so gemeint haben sollten (wie es die Financial Times Deutschland berichtet), dann sollten Sie den Gedanken auch zu Ende denken. Dann ist das WikiLeaks des Herrn Assange nämlich eine Art internationale Gauck- Birthler- Jahn-Behörde, die den Bürgern das ganze Ausmaß der Geheimberichte der Informellen Mitarbeiter zugänglich macht. Dann wäre Julian Assange praktisch der „Bürgerbeauftragte für die Unterlagen der Staatssicherheitsdienste der ehemaligen Demokratischen Republik republikanischen Demokratie (BStU)“. Jajaaa. Und genau wie bei der Gauck- Birthler- Jahn-Behörde werden die Namen der Zuträger durch die Assange-Behörde und ihre Außenstellen (Spiegel, New York Times, Guardian, El Pais, Le Monde) sorgfältig geschwärzt. Ja, sicher! Wegen des Persönlichkeitsschutzes. Nur die Rosenholz-Datei fehlt noch. Aber die heißt in der Assange-Behörde ja „Insurance“-Datei.

Halt! Es gibt einen Unterschied. Einen ganz wesentlichen sogar! Als die Gauck-Behörde damals ihre wilden anarchischen Veröffentlichungs-Aktionen durchzog (der Spiegel war schon damals mit im Boot), war die DDR bereits untergegangen…

Könnten Sie sich dem Vergleich ansonsten so anschließen, Herr Brüderle?

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Zur Erinnerung